Rasen nach dem Winter 2018

M

MrAlex14

Neuling
Guten Morgen!

Wir haben letztes Jahr im Mai 2018 unseren Rasen neu angelegt. Den Profi-Line Dark Green von Kiepenkerl haben wir verwendet. Der Rasen war im Sommer, dank viel wässern perfekt. Ich hatte den im Sommer noch zwei mal gedüngt und Mitte Oktober nach dem Mähen nochmal Herbstdünger und Kalk aufgetragen. Ende Februar 2019 hatten wir sehr warme Tage, da hab ich mich entschlossen den Rasen zu mähen. Viele Gelbe und Kahle Stellen kamen zum Vorschein. Paar Tage später, kurz vor dem nächsten Regenschauer hab ich dann von Substral den Rasendünger mit Langzeitwirkung aufgetragen. Einige Gelbe stellen sind weg gegangen, jedoch ist an den Stellen ein helles Gras gewaschen. Auf dem ersten Blick hab ich gedacht es ist Rasen.
Da viele sagen, man sollte den Rasen nach erst 2 Jahren vertikutieren habe ich mir, nach dem Mähen ein Rechen geschnappt und grob den Rasenfilz entfernt. Natürlich ist noch einiges da.
Nach nun zwei mal mähen sind viele helle Gräser da und aber auch noch gelbe Stellen, sowie kahle Stellen.

Da ich momentan nicht die Füße still halten kann und meinen Rasen wieder perfekt haben möchte, hab ich mir sogar schon ein Vertikutierer, Startdünger und Rasensamen geordert.

Ich denke mittlerweile die hellen Gräser sind Unkraut und müssen schnellstmöglich entfernt werden, da es halt schon mittlerweile viele sind, denke ich ist es mit dem Vertikutierer am besten. Zusätzlich würde ich dann den restlichen Rasenfilz, sowie die Kahlen Stellen auflockern, damit ich im Anschluss mit dem Streuwagen die gesamte Fläche neu sähen und den Dünger auftragen kann.

Gern kann ich euch auch ein Bild vom Rasen zeigen:)

Was meint ihr? Wie würdet ihr vorgehen?
 
  • M

    MrAlex14

    Neuling
    ok, also lieber diese Woche nochmal düngen ?

    Kahle stellen nachsäen ?
    Was mache ich mit den hellen Gras Stellen ?
     
    G

    GärtnerImitator

    Mitglied
    Mir geht es ähnlich. Nur dass wir Ende des Jahres Rollrasen bekommen haben. Aber ich kann auch kaum die Füße still halten, weil es kleine Lücken und helle Bereiche gibt. Bin mal gespannt wie das hier weiter geht und beobachte den Thread.
     
  • Okolyt

    Okolyt

    Moderator
    Mitarbeiter
    ok, also lieber diese Woche nochmal düngen ?

    Ja, der Rasen braucht jetzt nach dem Winter erst mal Nährstoffe, um zu Kräften zu kommen. Wenn du Ende Februar bereits gedüngt hast, würde ich jetzt noch mal düngen, ist ja länger als vier Wochen her.
    Ich weiß nicht, wo du genau her kommst, aber bei uns soll es nächste Woche ziemlich frühlingshaft werden, deswegen dünge ich am WE.....

    Da viele sagen, man sollte den Rasen nach erst 2 Jahren vertikutieren
    Meiner Meinung nach werden das immer weniger, die überhaupt dazu raten....
    Selbst die alten Mitarbeiter meines Gartenfachmarkts raten da mittlerweile von ab und raten zum regelmäßigen Düngen (bis sechs mal im Jahr) ....

    Und dann erst mal beobachten. Füße nicht stillhalten können, ist schlimm für einen Gärtner ! :zwinkern::lachend:
    Ich weiß nicht, wie groß die kahlen Stellen sind, aber ich denke, einiges wird dann schnell wieder vom Rasen vereinnahmt, wenn er wieder bei Kräften ist.
     
  • M

    MrAlex14

    Neuling
    Ok, und was ist mit den komischen hellen Gräsern?😄
     
  • P

    Pluto

    Mitglied
    Ok, und was ist mit den komischen hellen Gräsern?😄
    Als auffällige helle Gräser kommen vor allem das Jährige und Gemeine Rispengras (Poa annua und P. tivialis) in Frage.

    Annua:
    Hellgrüne, relativ breite aber häufig kurze, unbehaarte und matte Blätter, die gefaltet sind und in einer kahnförmigen Spitze enden. Blatthäutchen 2-4 mm lang und an der Blattscheide herablaufend. Meist flach ausgebreitet wachsend und praktisch das ganze Jahr blühend.

    Trivialis:
    Hell gelbgrüne, schmalere, kahle und etwas schlaffe Blätter, oberseits matt, unten glänzend, ungerieft, allmählich spitz zulaufend und gefaltet. Das Blatthäutchen ist 4-10 mm lang und spitz, aber bei jungen Pflanzen oft sehr kurz. Die Blattscheiden sind noch heller, fast weißlich, in der Sonne oft hell rot bis violett und flach zusammengedrückt. Meist flach wachsend mit dünnen oberirdischen Ausläufern (werden meist erst im Sommer gebildet). Durch die flachen Wurzeln leicht auszureißen. Blüte erst im Juni/Juli.

    Bekämpfung (sinnvoll, sonst insbesondere im Schatten, schnelle Ausbreitung):
    Chemisch sind mir keine in Deutschland zugelassene Mittel bekannt.
    Mechanisch entfernbar, aber vorhandene Samen und übersehene Reste treiben immer wieder aus.

    Falls diese Gräser vorhanden sind, wünsche ich viel Erfolg bei der Bekämpfung. Mir ist es nicht gelungen.
     
    M

    MrAlex14

    Neuling
    Soll ich den lieber den start Dünger verwenden oder normalen?
     
    K

    Kluesic

    Mitglied
    Moin, ich denke schon dass Pluto hier Recht hat. Entweder es ist Poa Annua (glaube ich aber nicht, da (noch) keine Blütenstämme vorhanden --> Google Poa Annua) oder, meine Vermutung Poa Trivalis. Beides ist extrem schwer wegzubekommen, besonders bei dem Befall, den ich auf dem 2ten Bild sehe. Diese Fremdgräser wachsen auch bei niedrigen Temperaturen und mögen sehr gerne viel Düngung.
    Ich habe es nur durch einen Komplettumbruch mit einem Totalherbizid und Neuaussaat hinbekommen. Danach muss man immer am Ball bleiben und frühzeitig ausstechen. Alle mechanischen Versuche mit ausstechen bei einem größeren Befall waren vergeblich.
     
  • M

    MrAlex14

    Neuling
    Echt? Also neu sähen? Gibt es keine Chemie?
    Ich hab heut Abend mal 30 min gezupft, aber das Gefühl es wird nicht weniger
     
    M

    MrAlex14

    Neuling
    Ich hab gelesen, Rechen oder vertikutieren würde helfen..
     
    P

    Pluto

    Mitglied
    Echt? Also neu sähen? Gibt es keine Chemie?
    Ich hab heut Abend mal 30 min gezupft, aber das Gefühl es wird nicht weniger
    Ich hatte den Rasen, wie auch Kluesic, wegen dieser Fremdgräser neu angelegt. Den alten Rasen abgetötet, die obersten 4-5 cm abgetragen, bis 20 cm darunter Steine und Schutt ausgesiebt und das fehlende Volumen durch Sand ersetzt und oben drauf etwa 5 cm (teilweise 10 cm) Rasentragschicht, die auch für Fußballplätze Verwendung findet. Neuanlage war Herbst 2017 und Sommer 2018. Seit dem habe ich aus den etwa 170 m² in vielen Stunden hunderte wieder neu gewachsene fremde Gräser (vier verschiedene) entfernt. Zunächst nur Poa annua, dieses Jahr über zehnmal mehr Poa trivials als annua. Es gibt praktisch keinen Quadratmeter ohne dieser Gräser. Die Lichtverhältnisse sind hier für Rasen allerdings ungünstig.


    Meine Waffe gegen unerwünschte Eindringlinge im Rasen:

    unkrautjaeter-jpg.615441

    Gefunden für unter 3 Euro in einem lokalen Gartencenter. Im Internet findet man ein ähnliches Gerät in Luxusausführung für etwa 13 Euro als Wurzeljäter.

    Ich lockere damit unter den verdächtigen Gräsern die Erde auf und ziehe dann P. trivials leicht heraus, bzw. hebele größere P. annua damit heraus.

    Genutzt hat das aber eben nichts. Ich müsste wöchentlich den Rasen damit bearbeiten, brauche aber länger um einmal rum zu kommen. Im neuen Rasen finde ich ähnlich viele Fremdgräser wie im alten. Nur die Unkräuter sind erheblich weniger und andere geworden.

    Ich hab gelesen, Rechen oder vertikutieren würde helfen..
    Die Gemeine Rispe wurzelt ja nur flach und lässt sich beim Rechen und Vertikutieren teilweise ausharken, aber nicht vollständig. Außerdem schädigt man damit jedesmal auch den Rasen ein wenig und wenn die Bedingungen für den Rasen durch zuviel Nässe oder zuwenig Licht beeinträchtigt sind, besetzten die unerwünschten Gräser schneller die Lücken, weil sie damit gut klar kommen.

    Aber hier sehe ich für dich Hoffnung. Die Rasenfläche macht einen gut belichteten Eindruck. Dann haben es die ausgesäten Rasengräser leichter sich durchzusetzen und bei wiederholtem Ausharken könnten sie gegen die Fremdgräser gewinnen.
     
    M

    MrAlex14

    Neuling
    Ok,
    Ich hab mich nun dafür entschieden, die Fläche zu vertikutieren und im Anschluss neu sähen, Startdünger und ein wenig Blumenerde drauf.
     
    K

    Kluesic

    Mitglied
    Das hellere Gras wirst du damit nicht rausbekommen. Trotzdem viel Erfolg. Halt uns mal auf dem Laufenden...
     
    M

    MrAlex14

    Neuling
    Wie lange wird der rasen wohl benötigen, bis er wieder fit ist?
     
    Zuletzt bearbeitet:
    K

    Kluesic

    Mitglied
    Wenn du mit vertikutieren, düngen, etc. das helle Gras raushaben willst.......gar nicht. Sorry....
     
    Okolyt

    Okolyt

    Moderator
    Mitarbeiter
    Er hat sich das in den Kopf gesetzt, zu vertikutieren..... Da kommt man nicht gegen an. :augenrollen:
     
    M

    MrAlex14

    Neuling
    Ich hab viel gelesen.. es ist ja ein 1 jähriges gras ? Wenn man es kurz hält, dann wäre dieses Jahr damit Feierabend?
     
    K

    Kluesic

    Mitglied
    Ja es ist einjährig, zumindest die Poa Annua. Bis sie aber verblüht ist, hat sie so viele Samen gebildet, dass Sie in vielfacher Zahl überlebt. Die Poa Trivalis (meiner Meinung nach bei dir) ist mehrjährig.
    Mit vertikutierern wirst du das Problem eher noch verschlimmern. Du kannst natürlich auch so lange warten, bis die Fremdgräser allen Rasen verdrängt haben. Dann hast du ne einheitlich hellgrüne Fläche.
    Aber alles hier sind nur Empfehlungen von Usern, die das Problem schon hatten bzw. noch haben. Entscheiden musst du selber...
     
    M

    MrAlex14

    Neuling
    Ich hab am Wochenende mal eine breite Stelle hinter dem Haus ausgehackt und testweise auch mal vertikutieren ausprobiert. Das Hacken hat mehr Erfolg gezeigt.


    Jedoch hab ich mir gesagt, dass ich nichts weiter mache. Fleißig mähen und hoffen es wird..
     
    Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    Und was ist, wenn Du den Rasen ein bis zwei Wochen nur mal in Ruhe lässt?

    Oder Fläche betonieren und grün streichen. Dann ist sie bestimmt perfekt.
    Sorry, aber musste raus. Lass Deinen Rasen einfach mal in Ruhe. Auf den ersten Bildern sieht er doch nicht wirklich schlecht aus.
     
    Opitzel

    Opitzel

    Foren-Urgestein
    Ich muss einschränken: Ich besitze keinen Rasen im Sinne einer Gräsermonokultur.
    Aber die Verbrennungen in zwei abnorm trockenen Sommern hinterließen, sich steigernd, tiefe Narben.
    Wenn mein Mähroboter menschliche Schwächen hätte, würde er sich schon lange wegen Seekrankheit beklagt haben, derart uneben ist seine "Piste" geworden.
    Verantwortlich ist er für knapp 400 qm "Buckelpiste", die ich mittels eines elektrisch betriebenen Vertikutieres nach und nach wieder einzuebnen
    gedenke.
    Die Unebenheit wurde verursacht durch Kahlstellen zwischen gefestigten Grasflächen. Aber das sind so viele, dass die nun wieder mögliche Ersatzsaat in eine Sissiphus- Arbeit ausartet.
    Davor drücke ich mich nicht, aber im Frühjahr möchte ich mit dem Vertikutierer den letzten Schliff geben.
    Außerdem fand ich unter Stellen liegender fahl ausgeblichener liegender Gräser waagerechte Strukturen mit seitlicher Sprossung, die möglicherweise von Quecken herrühren. Scheinbar hatte der Mähroboter gegen sie keine "Waffe".
    Ich besitze leider keine echte Erfahrung, wie hier moderne Vertikutierer einzusetzen sind und auch nicht zu rationell einsetzbarer Gerätetechnik.
    Ich bitte Euch um helfende Hinweise.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    T

    top_gun_de

    Mitglied
    Was Du beschreibst ist das typische Erscheinungsbild von Trivialis. Flache Hräser, und Wurzeln die scheinbar auf dem Erdreich aufliegen. Wenn man dann zieht bleiben noch flache Blass Wurzeln zurück die an Spinnenfädn erinnern.

    Vertikutieren hilft nicht, das holt zwar Trivialis raus, lässt aber zugleich den Neubefall benachbarter Flächen zu weil es die Wurzelstruktur der Kulturgräser schädigt. Wenn Du maschinell entfernen willst, nimm eine Federwalze bzw Lüfterwalze. Das sind Austauschwalzen die für viele Vertikutierer zu haben sind. Sie haben keine Messer, sondern federnde Bürsten die nur oberirdisch wirken. Die kämmen durch das Gras, die flachen Trivialisblätter werden mit entfernt samt flachen Wurzeln. In die Lücken sähst Du jetzt noch nach.

    Dass deine vertrockneten Stellen alle diese Wurzelstruktur haben, ist kein Zufall. Poa Trivialis ist ein heimisches Wildgras, das sich durch Flugsaat in viele Flächen einmistet, insb. In nassen Sommern wie 2017. Es ist auf wenig gepflegten Flächen weniger auffällig als Annua, weil die Blätter nicht ganz so hell sind. Trivialis ist empfindlich gegen lange Trockenheit und wird als erstes braun. Wenn Du nichts machst, regeneriert es sich aber im Frühjahr.
     
    Opitzel

    Opitzel

    Foren-Urgestein
    @top_gun_de.
    Top, das ist ein Wort und hilft mir sehr.
    Zum Glück betrifft dies nicht allzu viele und ziemlich deutlich umgrenzte Flächen. Sie sind nicht allzu groß und ich kann sie mit der RUWI- Harke von Hand bearbeiten und ausraufen.
    Eine der größten hatte ich mit dem Eisenrechen schon hochgezerrt und ausgerissen und gerade gestern gesehen, dass meine Rasenreparatur- Mischung (handelsüblich) bereits aufläuft.
    Nach Deinem Ratschlag werde ich so weiter machen. Danke für Deine Diagnose!
     
    Zuletzt bearbeitet:
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