Rasen-Neuanlage: Wie viel Sand in den Lehmboden einarbeiten? (u. a.)

M

Miss T

Neuling
Hallo!

Wir haben ein Haus gebaut und jetzt stehen der Garten bzw. das Rasenanlegen auf dem Programm. Der Boden ist quasi der pure Lehm, nur die obersten 20-30cm der Ackererde waren etwas besser (= dunkler und lockerer), wurden zu Beginn abgezogen, beiseite gelegt und jetzt wieder verteilt. Nach Abschluss des Einplanierens des Bodens sind als nächste Schritte geplant:
1. Den Boden mit einer Fräse in mehreren Schritten ca. 20cm tief auffräsen.
2. Quarzsand aufbringen und einfräsen, damit der Boden etwas lockerer wird und - vor allem - Niederschläge besser aufnehmen kann.
3. Noch einmal alles planieren und dann ca. 10cm Rasenerde aufbringen.
4. Rasen säen.

Zu folgenden Punkten habe ich leider noch nirgends aussagekräftige Antworten gefunden und wäre froh, wenn mir vielleicht jemand weiterhelfen könnte:
A) Wie viel Sand soll eingefräst werden? Meines Wissens ist es ja sehr wichtig, dass es ja nicht zu wenig ist, weil es sonst nichts bringt.
B) Hinsichtlich der Planung des fertigen Niveaus frage ich mich, wie sich der Boden i. d. R. hinsichtlich der Setzungen verhält? Theoretisch müsste es ja so sein, dass der Boden nach dem Auffräsen sich nicht mehr so stark setzt/verdichtet, sonst würde die ganze Aktion ja nichts bringen. Kann man diesbezüglich eine Aussage machen im Sinne von "Nach dem Auffräsen und Setzen ist der Boden um 5/10/20/...% höher als in verdichtetem Zustand?" Und wie verhält sich bei der ganzen Angelegenheit der Sand?
 
  • M

    MyManu

    Mitglied
    A) würde ich mindestens 15% Quarzsand, Spielsand oder Rheinsand 0-2mm und mehrfach gewaschen aufbringen. Da aber auf deinem Grundstück schwere Geräte unterwegs waren, ist es eigentlich eher die Herausforderung die Bodenschichten zu lockern, die vor der Verteilung des Humus verdichtet wurden.
    Es kann jetzt nämlich Staunässe in 30cm entstehen.
    Diese Aufgabe schaffen auf lange Sicht viele Regenwürmer, was wiederum heißt das Bodenleben zu aktivieren. Da wäre mein Tipp bei neuanlage ca. 200g/m2 Bodenaktivator aufbringen und 100g/m2 organischer Dünger um die Regenwürmer nicht zu töten.

    Um eine möglichst gerade Fläche zu erreichen, den Humus nach der Verteilung Plan walzen und ihn für die nächsten 2 Wochen 3mal ordentlich wässern ca. 15l/m2 und jeweils entstanden Unebenheiten beseitigen. Danach dann Neusaat aufbringen.

    Viel Spaß bei der Neuanlage Gruß Manu
     
    M

    Miss T

    Neuling
    Danke für Deine Antwort und Deine Tipps! Ich denke, dann werde ich noch überall dort, wo nicht ohnehin den abgezogenen Humus angeschüttet habe, mit dem Bagger etwas aufgraben und wieder angleichen, dann ist der Boden etwas tiefer aufgelockert.

    Kann mir vielleicht jemand etwas zum Thema Niveauplanung/Setzungen sagen?

    Bei der Gelegenheit noch eine andere Frage: Wir haben momentan irrsinnig viel Unkraut, insbesondere Hirse - es wäre klug gewesen, wenn ich sofort bzw. nach jeder gröberen Arbeit im Garten Gelbsenf o. dgl. als Bodendecker gesät hätte. Ich überlege bereits länger, ob es unumgänglich ist, gegen die Hirse zu spritzen oder nicht. Momentan tendiere ich eher dazu, nicht zu spritzen - meine Hoffnung wäre nämlich die folgende: Wenn der Boden mehrmals umgefräst ist und die im Boden vorhandenen Unkrautsamen mit 10cm Humus bedeckt sind, also kein Licht bekommen, hätte da der Rasen nicht eine realistische Chance schneller zu sein, als das Unkraut darunter? Bzw. macht dann ev. der Winter ggf. noch vorhandener "Rest-Hirse" den gar aus, wenn im Frühling eine geschlossene Rasennarbe vorhanden ist?
     
    P

    Pluto

    Mitglied
    Wir haben momentan irrsinnig viel Unkraut, insbesondere Hirse - es wäre klug gewesen, wenn ich sofort bzw. nach jeder gröberen Arbeit im Garten Gelbsenf o. dgl. als Bodendecker gesät hätte. Ich überlege bereits länger, ob es unumgänglich ist, gegen die Hirse zu spritzen oder nicht. Momentan tendiere ich eher dazu, nicht zu spritzen - meine Hoffnung wäre nämlich die folgende: Wenn der Boden mehrmals umgefräst ist und die im Boden vorhandenen Unkrautsamen mit 10cm Humus bedeckt sind, also kein Licht bekommen, hätte da der Rasen nicht eine realistische Chance schneller zu sein, als das Unkraut darunter? Bzw. macht dann ev. der Winter ggf. noch vorhandener "Rest-Hirse" den gar aus, wenn im Frühling eine geschlossene Rasennarbe vorhanden ist?
    Ich habe hier Borsten- und Fingerhirse. Zumindest die Samen dieser sind Jahrzehnte keimfähig. Immer wenn ich an den entsprechenden Stellen die Erde aufgrabe, keimen wieder neue Hirsen.

    Die Hirsen keimen erst bei höheren Temperaturen, also meistens ab Mai. Bei einer Rasen-Aussaat im Herbst würde die Hirse erst im späten Frühling des Folgejahres auftreten. Die dann vielleicht gekeimten Hirsen sollten aber unbedingt vor dem Aussamen entfernt werden. Eine Aussaat des Rasens im Sommer kann je nach Wetter ohnehin problematisch sein (zu hohe Temperaturen, fehlendes Wasser). Ich würde den Boden nach Bearbeitung bis zum Herbst brach liegen lassen, gelegentlich auflockern und bei Trockenheit wässern, um möglichst viel Unkrautsamen keimen zu lassen und das Kraut dann vor dem Aussamen entfernen. Je nach vorhandener Fläche könnte das aber eine menge Zeit in Anspruch nehmen.

    Ich glaube, dass Hirse-Samen nicht durch 10 cm Rasenerde hindurch keimen (Lichtkeimer). Wenn also der Boden mit solch einer Schicht bedeckt wird, und die Rasenerde keine weiteren Samen enthält, sollte ein einigermaßen unkrautfreier Rasen möglich sein. Es mag aber sein, dass Regenwürmer ab und zu ein Samen an die Oberfläche wühlen.
     
  • M

    Miss T

    Neuling
    Danke für Deine Antwort!
     
  • T

    top_gun_de

    Mitglied
    Zur Frage, wann Rasen schneller ist:

    Düngen, wässern, in kurzen Abständen mähen. Düngen, wässern, ...
     
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