Rasen Neuansaat wächst langsam und lückenhaft

K

Klinky

Neuling
Hallo liebes Forum,
ich möchte hier euren Rat suchen, was meinen Rasen angeht.

Ich habe dieses Jahr vor 7 Wochen (Mitte Juli) in meinem Garten den Rasen komplett neu angelegt. Inzwischen ist an vielen Stellen schon ordentlich was gewachsen, aber es bleibt sehr lückenhaft und an anderen Stellen tut sich der Rasen sehr schwer mit wachsen. Ich bin ratlos, ob ich hier einfach zu wenig Geduld habe oder etwas falsch mache.

Zu den Fakten:

  • Neuansaat auf frisch angeliefertem Mutterboden von einem Kompostwerk. (gesiebt, Humusanteil ca. 50%, als "Pflanzerde" verkauft)
  • Rasensorte: Kiepenkerl Sunny Green (trockenheitsverträglich), Zusammensetzung lt. Verpackung:
40% Festuca arundinacea SC1 (Freudenberger)​
35% Festuca arundinacea Troubadix (DSV)​
25% Poa pratensis Brooklawn (Freudenberger)​

  • Aussaat mit Streuwagen (ca. 35g/m2), anschließend mit Rasenwalze angedrückt
  • kein Dünger bei der Aussaat (da ich davon ausgegangen bin, dass der Humus genug Nährstoffe enthält), nach ca. 4 Wochen wurde ein Starterdünger mit Streuwagen ausgebracht
  • die Saat wurde permanent feucht gehalten (ja, war im Juli/August teilweise herausfordernd), Rasensprenger lief jede Stunde 5-10 Minuten
  • erste Halme waren bereits nach ca. 7 Tagen zu erkennen (obwohl Keimdauer bei Festuca arundinacea und Poa parentsis jeweils als recht lang angegeben wird)
  • die Witterung war in der Zeit zumeist sehr warm und trocken, es gab zwei starke Regenfälle wo sich leider auch ein paar Pfützen gebildet haben (aber nicht auf der gesamten Fläche
  • die letzte Düngergabe ist jetzt ca. 3 Wochen her
  • PH-Wert vom Boden wurde auch gemessen und liegt ca. bei 7
  • die Fläche liegt überwiegend voll in der Sonne
  • inzwischen hab ich zweimal gemäht auf 6cm, allerdings ist der Rasen an vielen Stellen noch nicht hoch genug gewachsen, dass überhaupt was abgeschnitten wird (wächst langsam)
Noch zwei Aufälligkeiten:

  • es hat sich in den ganzen Wochen auch sehr wenig Unkraut gebildet, ist das ein Zeichen für eine geringe Fruchtbarkeit des Bodens o.ä.?
  • am Morgen sind auf der Rasenfläche oftmals kleine Pilze zu erkennen, welche über den Tag verschwinden
Inzwischen ist das Bild wie eingangs beschrieben sehr ungleichmäßig. Ich hänge ein paar Bilder dazu an. Ich frage mich nun, wie ich die Lücken schließen kann?
  • Nachsähen?
  • Warten?
  • mehr Düngen?
Und falls Nachsähen notwendig ist, wie soll man das machen? Die kahlen Stellen nochmal auflockern oder einfach den Samen drauf werfen?

Es ist mir auch bewusst, dass die Neuansaat Mitte Juli nicht die gloreichste Idee war, weil es dann sehr trocken und war wurde. Allerdings habe ich mich wirklich angestrengt die Fläche permanent nass zu halten, sodass die Trockenheit eigentlich nicht das große Problem gewesen sein dürfte.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir hier weiter helfen könnt. Danke
 

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  • merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Im Juli zu sähen war das Problem. Habe die selbe Erfahrung bei meinem Bruder gemacht.
    Wollte es einfach mal versuchen damit es schneller grün wird aber trotz stündlicher Beregnung ging die Saat damals nur sporadisch auf wie bei dir.
    Dann nachgesäht Anfang September, ein paar ordentliche Regenschauer und schon war alles dicht.
    Das feucht halten funktioniert bei hohen Temperaturen einfach nicht ausreichend.

    Etwas besser gehen Stellen wo man nochmal eine hauchdünne schicht Rasenerde drüber verteilt
    weil dann die Samen tatsächlich länger feucht bleiben. Aber die oben aufliegenden Samen Trocken innerhalb von 20min ab wenn die Sonne knallt.

    Daher Neuanlage oder Nachsähen immer nur Mitte/Ende Mai und Ende August/Anfang September.
    Dann wird auch alles aufgehen und es ist ratz fatz dicht.

    Einfach die stellen nochmal per Hand nachsähen und wieder anwalzen. Kann die Schlitzfolie 10m² für 1,99 oder 2,99€ von der Bucht empfehlen. Die drübergelegt und mit paar Haken befestigt bringt dir etwa 1 Woche schnelleres Wachstum. Nach 2-3 Wochen sind die Flächen bei der aktuellen Witterung dicht.
     
    K

    Klinky

    Neuling
    Ok, danke für die erste Antwort. Ich hatte nicht gedacht, dass das Austrocknen wirklich so schnell geht und dann der Samen offenbar auch hinüber ist.

    Ist es möglich dass die Lücken noch zu wachsen oder muss ich hier unbedingt nachsähen?
     
    P

    Pluto

    Mitglied
    Die Lücken könnten auch entstanden sein, weil die Temperatur zu hoch war. Ich hatte dieses Jahr im Sommer eine durchsichtige Folie über die ausgesäte Fläche gelegt, damit der Boden feucht bleibt und die Samen vorher gut eingeharkt und noch Torf darüber gestreut. Trotzdem sind an den stärker besonnten Stellen fast keine Samen gekeimt. Ich hatte die Bodentemperatur gemessen und an einigen Stellen wurden 50 °C überschritten. Ohne Folie war es etwa gleich viel. Ich habe dann nachgesät und eine weiße Plane darüber gelegt und es gab keine Ausfälle mehr. War übrigens die gleiche Mischung, nur mit deutlich minderwertigeren Sorten.

    Andere Möglichkeit: Durch zu viel wässern wurden die Samen weggespült und dafür an anderen Stellen konzentriert. Wenn ich mir die Bilder ansehe, scheint mir das sogar wahrscheinlicher zu sein.

    Die Nachsaat einharken und vielleicht noch wenig Erde drüber streuen.

    Wenn man den Boden feucht halten und vor zu großer Hitze schützen kann, ist der Sommer keine schlechte Zeit für die Rasenaussaat. Wie Du auch bemerkt hast, wird die Keimzeit durch die höheren Temperaturen merklich verkürzt und man hat keine Probleme mit Spätfrösten oder Laubfall.
     
  • K

    Klinky

    Neuling
    Danke für die Hinweise. Was meinst du mit minderwertiger? Welche Sorten waren bei dir in der Mischung? Ich habe auch schon festgestellt, dass Kiepenkerl die Sorten recht häufig wechselt und meine Mischung gibt es offenbar aktuell so 1:1 auch nicht mehr zu kaufen.

    Was haltet ihr davon, wenn die Sortenzusammensetzung geändert wurde, kann man die geänderte Mischung dann trotzdem zur Nachsaat nutzen?
     
  • K

    Klinky

    Neuling
    Die Lücken könnten auch entstanden sein, weil die Temperatur zu hoch war. Ich hatte dieses Jahr im Sommer eine durchsichtige Folie über die ausgesäte Fläche gelegt, damit der Boden feucht bleibt und die Samen vorher gut eingeharkt und noch Torf darüber gestreut. Trotzdem sind an den stärker besonnten Stellen fast keine Samen gekeimt. Ich hatte die Bodentemperatur gemessen und an einigen Stellen wurden 50 °C überschritten. Ohne Folie war es etwa gleich viel. Ich habe dann nachgesät und eine weiße Plane darüber gelegt und es gab keine Ausfälle mehr. War übrigens die gleiche Mischung, nur mit deutlich minderwertigeren Sorten.

    Andere Möglichkeit: Durch zu viel wässern wurden die Samen weggespült und dafür an anderen Stellen konzentriert. Wenn ich mir die Bilder ansehe, scheint mir das sogar wahrscheinlicher zu sein.

    Die Nachsaat einharken und vielleicht noch wenig Erde drüber streuen.

    Wenn man den Boden feucht halten und vor zu großer Hitze schützen kann, ist der Sommer keine schlechte Zeit für die Rasenaussaat. Wie Du auch bemerkt hast, wird die Keimzeit durch die höheren Temperaturen merklich verkürzt und man hat keine Probleme mit Spätfrösten oder Laubfall.
    Danke für die Hinweise. Was meinst du mit minderwertiger? Welche Sorten waren bei dir in der Mischung? Ich habe auch schon festgestellt, dass Kiepenkerl die Sorten recht häufig wechselt und meine Mischung gibt es offenbar aktuell so 1:1 auch nicht mehr zu kaufen.

    Was haltet ihr davon, wenn die Sortenzusammensetzung geändert wurde, kann man die geänderte Mischung dann trotzdem zur Nachsaat nutzen?
     
  • P

    Pluto

    Mitglied
    Danke für die Hinweise. Was meinst du mit minderwertiger? Welche Sorten waren bei dir in der Mischung? Ich habe auch schon festgestellt, dass Kiepenkerl die Sorten recht häufig wechselt und meine Mischung gibt es offenbar aktuell so 1:1 auch nicht mehr zu kaufen.
    Sunny Green 2019-09.JPG

    Was haltet ihr davon, wenn die Sortenzusammensetzung geändert wurde, kann man die geänderte Mischung dann trotzdem zur Nachsaat nutzen?
    Da bleibt wohl kaum eine Wahl. Es sind ja zumindest die gleichen Grasarten.
     
    R

    Rasenguru

    Mitglied
    Ich denke auch, dass das funktionieren sollte, da es ja die gleichen Grasarten sind.

    Noch ein allgemeiner Hinweis: Rasen lässt sich im Grunde das ganze Jahr über ausbessern, dennoch bietet sich der Frühling aufgrund des Wetters am besten an, denn dort ist teils noch feuchte Witterung, die beim Anwachsen hilft. Spät im Herbst, Richtung erstem Frost, sollte am besten keine Nachsaat mehr erfolgen, da der Frost den Keimlingen schadet und diese sich nicht gut entwickeln können.

    VG
    Timo
     
    merls

    merls

    Foren-Urgestein
    Spät im Herbst, Richtung erstem Frost, sollte am besten keine Nachsaat mehr erfolgen, da der Frost den Keimlingen schadet und diese sich nicht gut entwickeln können.
    VG
    Timo
    Diese Erfahrung kann ich nicht teilen. Zumindest nicht für Hessen und Umgebung. Ich habe bei Nachsaaten im Herbst Anfang bis Mitte September die besten Erfahrungen gemacht. Zusammen mit einer Kaliumhaltigen Herbstdüngung Ende Oktober habe ich bisher noch kein einziges Mal erlebt das der nachgesähte Rasen im Winter abgestorben wäre. Meines Erachtens ist der späte herbst sogar der beste Zeitpunkt da das Unkraut sein Wachstum fast völlig eingestellt hat und man nach dem jähten alle Lücken geschlossen bekommt. Damit hab ich im Frühjahr kaum noch Unkrautprobleme auf den von mir renovierten Rasenflächen.

    Mag sein das das nahe der Alpen anders ist aber hier auf keinen Fall.

    Lieben Gruß
     
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