Rasenerneuerung bei lange vernachlässigtem Rasen

R

Rasenfreund BW

Neuling
Hallo liebe Rasenexperten,
seit meinem Umzug Ende letzten Jahres bin ich stolzer Besitzer eines 40qm-Rasenstücks. Der Rasen war leider in keinem guten Zustand, da er einige Jahre lang ohne wirkliche Pflege nur gemäht wurde. Dementsprechend hatte der Rasen viel Unkraut und kahle Stellen, was wiederum auch von dem harten und lehmigen Boden begünstigt wurde.

Vorab noch die beantwortenden Fragen:
Wann und wie wurde gedüngt? Mit oder ohne Streuwagen?Noch keine richtige Düngung, nur beim Aufbringen des Obi Vertikutier-Mix‘ (Rasensaat + Startdünger)
Welcher Dünger?/
Wieviel und wie oft wird gewässert?Jeden Tag (tagweise abwechselnd ca. 15/30 Min.)
Wie oft wird gemäht? Auf welcher Höhe?Jede Woche auf ca. 4 cm
Wird gemulcht?Nein
Wurde vertikutiert?Ja
Wurde im Herbst Herbstdünger ausgebracht?Nein
Bei einer Neusaat: Wurde Starterdünger ausgebracht?/
Bei einer Neusaat: Welcher Rasensamen wurde ausgesät?/
Sonnig, halbschattig, schattig?90% sonnig, 10% Schatten
Was für Erde ist unten dran, sofern bekannt?Größtenteils lehmiger Boden

Kurz zur bisherigen Arbeit:
Vor knapp 6 Wochen wurde der Rasen das erste Mal gemäht. Im Anschluss habe ich Tag für Tag das größere Unkraut mühsam entfernt. Vor dem zweiten Mähvorgang war ich damit dann fertig. Da es danach auch größere Löcher gab, wurde die erste Schicht an diesen Stellen großflächiger ausgehoben (ca. 5-10cm tief).

Nach dem zweiten Mähvorgang wurde der Rasen vollständig vertikutiert, mit Nagelspikes (ca. 10cm) aerifiziert und im Anschluss mit 10kg ordentlich gesandet (siehe Foto "01 Nach Vertikutierung"). Danach wurden die größeren Löcher mit Muttererde aufgefüllt und der gesamte Rasen per Hand mit einem Vertikutier-Mix von Obi (Rasensaat + Startdünger) bestreut. Auf den frischen Stellen wurde eine Neusaat aufgebracht.

Der Rasen wurde danach jeden Tag ausgiebig bewässert, meist abwechselnd einen Tag mal kürzer, einen Tag mal länger – je nach dem wie die Sonne gescheint hat. Nach ca. 3 Wochen ist der Rasen im Vergleich zu vorher in einem halbwegs guten Zustand: Vorhandener Rasen ist nachgewachsen, Keimlinge sind gut rausgekommen. (siehe Foto "02 Eine Woche nach Vertikutierung" & "03 Drei Wochen nach Vertikutierung").

Es gibt noch einige kahle Stellen, wobei diese vermutlich auf den harten Boden und „natürliche“ Umverteilung des Saatguts (Wind, Wasser, ..) zurückzuführen sind. Teilweise kann die Dichte auch nochmal erhöht werden.
Wie auf den Fotos zu erkennen ist, habe ich ein Unkrautproblem - vor allem mit Spitzwegerich, den ich manuell gar nicht rausbekommen kann. Die grünen Stellen auf Foto 02 sind größtenteils Spitzwegerich, daher täuscht Foto 03 leider etwas und der wirkliche Rasen ist nicht so grün. Auf Bild 04 & 05 habe ich den Spitzwegerich sowie vermeintliches Futtergras mal abfotografiert, da man das auf den anderen Bildern nicht so genau sieht.

Nun habe ich mich gefragt, wie es weitergehen soll. Ich habe viele Internetseiten, Foren und YouTube Videos durchforstet, jedoch bin ich zu keinem Ergebnis gekommen.

Soll der Rasen zuerst nochmal nachgesät werden oder soll das Unkraut zuerst vernichtet werden?

Die Unkrautvernichtung soll mit Banvel Quattro stattfinden. Bin definitiv kein Freund von Gift, jedoch habe ich keinen alternativen Weg gefunden, die Schar an Unkraut manuell oder mit natürlichen Mitteln wegzubekommen.

Für die Vorgehensweise Unkrautvernichtung, dann Nachsäen spricht m.E. folgendes:
  • Unkraut entzieht dem Rasen Nährstoffe, d.h. der Rasen wächst langsamer
  • Wenn ich jetzt düngen würde, dann dünge ich das Unkraut mit, ergo es vermehrt sich nochmals

Für die Vorgehensweise Nachsäen, dann Unkrautvernichtung spricht m.E. folgendes:
  • Frische Rasensaat kann durch das Gift geschädigt werden
  • Wenn das Gift weg ist, aber die Grasnarbe nicht dicht genug ist, wächst das Unkraut schneller wieder nach

Was würdet ihr mir empfehlen?

Viele Grüße & ein sonniges WE
Rasenfreund BW
 

Anhänge

  • Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    Hallo Rasenfreund, willkommen im Forum.

    Ich muss jetzt nochmal nachfragen: Wieso kannst du den Spitzwegerich nicht manuell jäten? Deine Fläche, 40m² ist ja nun kein Fußballfeld, bei dem du damit wochenlang beschäftigt wärest.

    Wie du selbst ja schon erkannt hast, so wird ein Herbizid wie Banvel und seine Anverwandten weder gut für den Boden noch gut für den neu sprießenden Rasen sein. Mein Rat wäre, ganz darauf zu verzichten.
    Du jätest, was wirklich groß ist und stört, füllst die Lücken mit Erde auf und säst nach, düngst, wässerst... das komplette Prozedere.
    Spitzwegerich gehört zu den Pflanzen, die auf magerem, verdichtetem Boden gut gedeihen. Durch regelmäßiges Düngen wirst du es deutlich zurückdrängen können.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Moderator
    Mitarbeiter
    Ein starker Befall, aber immerhin war der Spitzwegerich 2014 die Arzneipflanze des Jahres. :freundlich:

    Hier eine kleine Anregung als Alternative zur Giftspritze:

    Spitzwegerich mechanisch und durchdacht bekämpfen
    Mit der richtigen Strategie können Sie ausufernde Bestände des Spitzwegerichs in der Grasnarbe auch mechanisch bekämpfen. Unterbinden Sie dazu in erster Linie die Selbstaussaatder Pflanzen nach der Blütezeit im Sommer. Mähen Sie dabei Ihren Rasen schon ab dem Frühjahr regelmäßig auf eine relativ niedrige Schnitthöhe, sodass sich gar nicht erst Blütenstände bilden können. Sofern Sie den verblühten Spitzwegerich erst im Sommer abmähen, so tragen sie dadurch erst recht zu einer weiteren Verteilung der Samen bei. Wenn Sie dies nicht vermeiden können, so sollten Sie beim Mähen zumindest einen Fangkorb für den Rasenschnitt verwenden und diesen fernab der Rasenfläche kompostieren.

    Spitzwegerich von Hand jäten und verarbeiten
    Das Jäten der einzelnen Pflanzen per Hand ist zwar anstregend, es hat aber auch einen entscheidenden Vorteil. So können Sie die aus dem Boden gezogenen Pflanzen ganz nach Bedarf frisch ernten und ihn verschiedenen Formen verzehren:
    • als Tee aus Spitzwegerich
    • als Naturmedizin gegen Husten und Bronchial-Beschwerden
    • als naturreines Futter für Kaninchen
    • als Bestandteil in Salaten und Dressings
    Für die Wintermonate können Sie den Spitzwegerich auch zur Konservierung in Honig einlegen oder trocknen. Der Vorteil der mechanischen Ernte von Spitzwegerich liegt in der meist vollständigen Entfernung der tief reichenden Wurzeln aus dem Boden.
    Tipps & Tricks
    Da der Spitzwegerich auf kalkreicheren Böden eher weniger verbreitet ist, können Kalkgaben ein Teil der Strategie zur Bekämpfung von Spitzwegerich im Rasen sein.

    Quelle: https://www.*************.net/spitzwegerich-bekaempfen

    Edit 1: Öhm... habe offenbar bei der Konkurrenz abgeschrieben. :lachend: Journal des Jardins. Und nun auf Deutsch.

    Edit 2: Habe ziemlich lange pausiert, so war Pyro schneller. :zwinkern:
     
    K

    Kantenstecher

    Mitglied
    Banvel soll man auch nicht im Ansaatjahr verwenden, dass würde ihn zu sehr schwächen bzw. schädigen.Ich würde auch das gröbste händisch entfernen, dass sollte doch auf der Fläche in ein bis zwei Std. erledigt sein.
    Dann heißt es regelmässig düngen und 1-2 mal die Woche mähen.Bei Trockenperioden 1-2 mal die Woche ausgiebig wässern.
     
  • P

    Pluto

    Mitglied
    Das "Futtergras " auf Bild 5 sieht für mich verdächtig nach Quecke aus. Bitte genauer untersuchen. Die Quecke hat ober- und unterseits matte hell bläulich-grün bereifte Blätter mit undeutliche Riefen. Vor allem aber bildet die Quecke starke unterirdische Ausläufer (Ausgraben).

    Quecke möchte man nicht im Rasen haben (und wohl auch sonst nicht im Garten). Wenn es sich tatsächlich um dieses Gras handelt, hilft auch Banvel Quattro nicht. Dann müsste es ein Total-Herbizid sein.

    Oder eben mechanisch entfernen, was aber bei Quecken-Befall ein Durchackern des ganzen Fläche und Entfernung aller Wurzelstücke bedeutet.
     
  • F

    feiveline

    Foren-Urgestein
    Zupfe den Spitzwegerich (mit Wurzel!) aus und schicke ihn mir bitte.... ich versuche schon länger Spitzwegerich in meinen Beeten anzusiedeln da meine Kaninchen ihn so lieben...

    Damit tust Du zwei gute Taten... Du verzichtest auf Gift und meine Kaninchen schließen Dich in ihr dankbares Nachgebet mit ein...
     
  • R

    Rasenfreund BW

    Neuling
    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten.

    Das manuelle Jäten hatte ich ausgeschlossen, da das Spitzwegerich so großflächig verteilt ist und ich noch weitere Unkräuter – die man auf so auf den Fotos nicht sieht – im Rasen habe, u.a. Löwenzahn, „Petersilie“, Kleeblätter, etwas stacheliges etc. (siehe Fotos). Ich denke nicht, dass ich das alles mit der Hand rausbekomme.

    Zur Quecke habe ich mir bei Google mal ein paar Bilder angeschaut und das passt (leider!).

    Meine erste Überlegung war nun, dass ich die ganze Fläche maschinell umgrabe – aber das würde wiederum das Wachstum der Quecke fördern, oder?

    Die Argumente gegens Gift sind definitiv gerechtfertigt – daher habe ich noch folgenden Ansatz:
    • Rasen nochmal aerifizieren
    • 10 kg Sand drauf
    • Muttererde großflächig verteilen, sodass überall eine dünne Schicht drauf ist
    • Rasensamen aufbringen
    • Eine dünne Schicht Blumenerde aufbringen (Schritt 3 & diesen habe ich aus YouTube – macht das Sinn?)
    • Regelmäßig wässern
    • Kalkreich düngen

    Was sagt ihr zu dem Plan?

    Viele Grüße & einen sonnigen Tag
    Rasenfreund BW
     

    Anhänge

    F

    feiveline

    Foren-Urgestein
    Das hört sich möglich an, aber warum versteifst Du Dich so sehr auf Kalk? Hast Du mal eine Bodenprobe untersuchen lassen die ergab, dass Du kalken solltest?

    Ansonsten... Wildkräuter kommen immer da wo es „freie“ Flächen gibt, egal ob durchs ausgraben, durchs vertikutieren oder durch die Giftspritze.

    Wo sie nicht oder in nicht nennenswertem Maß vorkommen ist da, wo eine dichte gesunde Rasenfläche vorhanden ist, von daher ist weniger Eingriff gegen Wildkräuter häufig mehr wert wenn man den Rasen stärkt... durch regelmäßiges düngen, mähen und wässern (nicht gießen)

    Wenn Du jetzt meinst, dass Deine jetzige Fläche mit diesen Mitteln nicht dauerhaft in den Griff zu bekommen ist, würde ich eine totale Neuanlage empfehlen.
    Nach aufbringen der neuen Erde dann allerdings für locker zwei Wochen (oder mehr) nicht neu ansäen, sondern die Zeit nutzen die Wildkräuter (die sind immer schneller als der Rasen) regelmäßig zu zupfen und erst wenn diese einigermaßen dezimiert wurden die Fläche begradigen, ggf. sanden und dann neu einsäen... dabei unbedingt einen Starterdünger verwenden.

    Die dann natürlich erneut wieder mit auflaufenden Wildkräuter auf jeden Fall am aussamen hindern und wenn der Rasen wieder betretbar ist, zupfen.

    Und die Pfkege des Rasens (düngen, mähen, wässern) immer, die gesamte Vegetationsperiode, durchziehen.

    Rasen ist nun einmal eine empfindliche Monokultur die so von der Natur nicht vorgesehen ist und macht von daher sehr viel Arbeit...
     
    P

    Pluto

    Mitglied
    Meine erste Überlegung war nun, dass ich die ganze Fläche maschinell umgrabe – aber das würde wiederum das Wachstum der Quecke fördern, oder?
    Die Rhizome der Quecke treiben auch als wenige Zentimeter lange Stücke wieder aus. Das wären zwar anfangs schwächere Pflanzen, aber viel zahlreichere. Da wäre es zielfördernder die Pflanzen vorsichtig auszugraben und die Ausläufer zu verfolgen. So habe ich einmal Giersch aus einem Gemüsebeet entfernt.

    Auf den Bildern glaube ich Kriechenden Hahnenfuß, Weißklee und Ackerwinde zu entdecken. Alles schwer entfernbar.
    • Rasen nochmal aerifizieren
    • 10 kg Sand drauf
    • Muttererde großflächig verteilen, sodass überall eine dünne Schicht drauf ist
    • Rasensamen aufbringen
    • Eine dünne Schicht Blumenerde aufbringen (Schritt 3 & diesen habe ich aus YouTube – macht das Sinn?)
    • Regelmäßig wässern
    • Kalkreich düngen
    Was sagt ihr zu dem Plan?
    Spitzwegerich, Quecke und Ackerwinde werden aus den Wurzeln wieder austreiben, auch durch Erde und Rasen hindurch.

    Da Herbizide nicht in Frage kommen und der Boden auch noch aufgearbeitet werden muss, käme noch der Austausch des gesamten Bodens in Betracht. Oberste 20, besser 30 cm abtragen und 8 bzw. 12 m³ Mutterboden anliefern lassen. Kostet aber ein paar Hundert Euro und Unkräuter können sich auch in der neuen Erde verstecken.

    Wäre es mein Garten, würde ich wohl die harte Tour wählen, und den Boden durchsieben, wobei ich gleich Sand untermischen würde. Ich wäre damit aber vermutlich über 50 Stunden beschäftigt.
     
  • T

    top_gun_de

    Guest
    Wenn Du Selektivherbizide nehmen willst, dann hast Du zwei Varianten:

    Anicon Ultra, wird vom Hersteller auch im Saatjahr empfohlen. Das einzige mir bekannte Rasenmittel, das nicht auf die üblichen vier Verdächtigen enthält.

    Banvel Quattro hat besagten Hinweis, auf den üblichen Grösern (lolium Perenne, Poa Pratensis, Festuca) passiert aber nichts.

    ich würde erst die Mittel anwenden und dann ca. 2-3 Tage später nachsäen. Dann ist Platz wenn sie keimen.

    Quecke bin ich losgeworden durch Ausreißen der Horste bei feuchtem Boden. Mag sein dass die Wurzeln austreiben können, aber die Keimlinge sind in Konkurrenz zum sonstigen Bewuchs. Auf Beeten ist das anders, da haben sie Platz.
     
    R

    Rasenfreund BW

    Neuling
    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.

    Das hört sich möglich an, aber warum versteifst Du Dich so sehr auf Kalk? Hast Du mal eine Bodenprobe untersuchen lassen die ergab, dass Du kalken solltest?
    Hab mich da auf Wasserlinse bezogen. Wenn der Spitzwegerich eine Zeigerpflanze für kalkarmen Boden ist, würde ich ihn so zusätzlich bekämpfen.


    Ansonsten... Wildkräuter kommen immer da wo es „freie“ Flächen gibt, egal ob durchs ausgraben, durchs vertikutieren oder durch die Giftspritze.
    Das heißt ich sollte mich nicht allein auf die Unkrautbekämpfung, sondern auf die Stärkung des Rasens fokussieren? Inwiefern ist das sinnvoll wenn ich davon ausgehe, dass das Unkraut dem Rasen die Nährstoffe entzieht und beim Düngen mitgedüngt wird?


    Viele Grüße
    Rasenfreund BW
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Ganz einfach: Unkraut hat einen geringeren Nährstoffbedarf und wächst auch auf mageren Böden. Das findet ohnehin was es braucht. Deshalb haben diese Pflanzen auch die Möglichkeit, einen unterversorgten Rasen zu verdrängen.

    Einen geringen Unkrautbefall kann Rasen deshalb bei intensiver Düngung selbst verdrängen, insbesondere bei Moos geht das sehr gut. Bei starkem Befall musst Du selbst Platz schaffen, mechanisch oder chemisch.
     
    R

    Rasenfreund BW

    Neuling
    Hallo top_gun_de,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Habe den Rasen heute gemäht und wie Wasserlinse es empfohlen hat ordentlich gekalkt.

    Der nächste Schritt ist dann das Düngen. Habe bei Obi extra einen Dünger der auch gegen Unkraut helfen soll gekauft.

    Wieviel Wochen soll ich bis zur nächsten Düngung warten?


    Viele Grüße
    Rasenfreund BW
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Moderator
    Mitarbeiter
    In der Regel wartet man dann ca. 4 - 6 Wochen. Wenn es viel regnet, 4 Wochen, sonst eher 6 Wochen.
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Der nächste Schritt ist dann das Düngen. Habe bei Obi extra einen Dünger der auch gegen Unkraut helfen soll gekauft.
    Den hätte ich auch nicht genommen, aber aus anderen Gründen: Da sind vier Wirkstoffe drin, die auf das Unkraut über die Blattmasse wirken müssen, nicht über die Wurzel. Die Wirkung von Dicamba, Mecoprop, 2,4-D und MCPA ist verschwendet, wenn diese Stoffe den Boden erreichen. Sie sind trotz der Darbietung von Feiveline für Menschen und Säugetiere ungiftig, aber man sollte sie nur so einsetzen dass sie in möglichst geringer Menge die optimale Wirkung entfalten. Das ist als Spritzlösung (WeedEx, Banvel Quattro, Loredo Quattro - alle die gleichen Wirkstoffe mit anderem Aufkleber) der Fall. Die Düngervariante ist in ihrer Wirkungslosigkeit immerhin scheinbar bequem in der Anwendung, und das lassen sich die Hersteller gut bezahlen. Ich schreibe bewusst scheinbar, denn für eine gute Wirkung müssten folgende Umstände gegeben sein:

    1.) Die Blätter sind nass, so dass die Körner am Unkraut haften statt durchzufallen
    2.) 12-24h nach der Ausbringung muss dann doch ein ergiebiger Regen fallen, damit der Dünger aufgelöst wird.

    In Praxis hast Du jetzt eine teure Packung Dünger gekauft.

    Für Haustiere ist das kein Problem, in der Landwirtschaft darfst Du sogar 14 Tage nach der Anwendung offiziell Milchvieh wieder auf die Weide bringen. Den Kühen würde es früher schon gut gehen, aber die Stoffe könnten über das Gras in die Milch gelangen. Und da sind wir heute alle berechtigt sensibilisiert.

    Du wirst jetzt sicher den Hinweis auf die laut Gefahrenhinweisen (gilt für gewerbliche Anwender, die regelmäßige Exposition haben) fällige persönliche Schutzausrüstung bekommen. Die steht da bei allem drin was wirksamer als destilliertes Wasser ist. Landwirtschaftliches Personal das auf dem Düngersprüher fährt muss ohnehin persönliche Schutzausrüstung gestellt bekommen, und dann schreibt jeder kluge Hersteller auf Raten seiner Anwälte rein dass die auch benutzt werden soll. Wenn Du dann bei der Spalte "Verhalten beim versehentlichen Verschlucken" ankommst, stellst Du fest dass dort steht "suchen Sie einen Arzt auf falls Sie Beschwerden haben". Nix Auspumpen, nix neutralisieren.
     
    R

    Rasenfreund BW

    Neuling
    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten.

    In der Regel wartet man dann ca. 4 - 6 Wochen. Wenn es viel regnet, 4 Wochen, sonst eher 6 Wochen.
    Alles klar, dann nehme ich mal die goldene Mitte.

    Das hätte ich persönlich jetzt unterlassen oder kommen bei Dir keine Wildtiere wie Igel o.ä. auf die Fläche? Oder willst Du sie nicht haben?
    Auch keine Kinder die im Garten spielen möchten?
    Wildtiere habe ich bisher noch nicht gesichtet, Kinder kommen mir auch nicht auf den heiligen Rasen. ;)

    Ich schreibe bewusst scheinbar, denn für eine gute Wirkung müssten folgende Umstände gegeben sein:

    1.) Die Blätter sind nass, so dass die Körner am Unkraut haften statt durchzufallen
    2.) 12-24h nach der Ausbringung muss dann doch ein ergiebiger Regen fallen, damit der Dünger aufgelöst wird.

    In Praxis hast Du jetzt eine teure Packung Dünger gekauft.
    Also soll ich den Rasen vor und nach Ausbringen des Düngers ordentlich wässern, damit er gescheit aufgenommen wird?
    Wäre in Wasser auflösen und mit der Gießkanne aufbringen eine sinnvolle Alternative?


    Viele Grüße
    Rasenfreund BW
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

    Moderator
    Mitarbeiter
    Also soll ich den Rasen vor und nach Ausbringen des Düngers ordentlich wässern, damit er gescheit aufgenommen wird?
    Wäre in Wasser auflösen und mit der Gießkanne aufbringen eine sinnvolle Alternative?


    Viele Grüße
    Rasenfreund BW
    Vor dem ausbringen wässern und feucht machen, ausbringen und dann - wie @top_gun_de schreibt - ca. 24 Stunden danach ordentlich wässern.

    Ich würde es nicht im Wasser auflösen. Ist zu umständlich.
     
    Zuletzt bearbeitet:
    T

    top_gun_de

    Guest
    Wenn Du es in Wasser auflöst, wird es dennoch im Erdreich landen, nur minimal auf den Blättern. Auf feuchter Blattmasse per Streuer verteilen ist immer noch die beste Methode.

    Vorher muss nicht viel Wasser drauf, die Pflanzen müssen nur feucht werden.

    Wie gesagt: Die maximale Wirkung entfalten die Wirkstoffe mit der Spritze. Alles andere ist mehr Shareholder value.
     
    R

    Rasenfreund BW

    Neuling
    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten.

    @top_gun_de : Wie würdest du es dann taktisch sinnvoll angehen?

    -5 Tage nach dem Mähen Unkrautvernichter per Gießkanne/Zerstäuber aufbringen
    -X Wochen warten, dann nochmal vertikutieren und neu säen?

    Habe nach dem Vertikutieren einen Vertikutier-Mix aufgebracht und teilweise neu gesät. Der Rasen könnte dann in Mitleidenschaft gezogen werden oder?


    Viele Grüße
    Rasenfreund BW
     
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