Rasenmassaker 2014

T

Thally

Neuling
Hallo,

ich hoffe, ihr könnt mir helfen!
Mein Problem ist ein wenig komplizierter... mein Mann und ich sind im Juli 2012 in eine neue Wohnung (Neubau) mit 170 m² Eigengarten gezogen. Bis auf ein kleines Stück liegt der Rasen den ganzen Tag von Sonnenaufgang bis 16 Uhr in voller ungehemmter Sonneneinstrahlung! Anfangs war von der Genossenschaft geplant, Rasen anzusähen. Aus Zeitgründen wurde dann jedoch ein Rollrasen verlegt. Uns hat es nicht gestört, sieht ja dann recht schnell schön saftig grün aus... dachten wir...
Problem Nr. 1: Wir haben beobachtet, dass sie den Rasen auf den praktisch unvorbehandelten Boden legten, der schon da war (also auf Bauschutterde):
Den Anhang 412597 betrachten

Das sah damals so aus:

Den Anhang 412602 betrachten

Dort wo zuvor ein Bagger in unserem Garten stand, haben wir heute noch zwei paralelle Kuhlen (angeblich senkt sich das mit dem Schnee... hahaha). Als er Stück für Stück austrocknete, fragten wir bei der Genossenschaft nach. Man erklärte uns, dass alles richtig gelaufen sei und der Rasen 14 Tage zum anwachsen braucht. Im darauffolgenden Frühling war er an manchen Stellen noch immer nicht angewachsen und man konnte teilweise den Rasenteppich hochheben... wir haben gegossen... gedüngt... gemäht... und so weiter... nichts hat geholfen. Vertikutieren wollten wir nicht (haben beobachtet, wie unser Nachbar seinen damit vernichtet hat) und wir hatten auch Angst, nachdem der Rasen teilweise nicht angewachsen ist, dass wir ihn völlig erledigen.
Ein anderer Nachbar hat den Kampf schon aufgegeben und selbst neu angesäht, inklusive neuer Erde, umwälzen etc... für knapp 1000 Euro... das wollen wir ehrlich gesagt nicht so voreilig investieren.
Die Erde ist so lehmig, das man mit einem Spaten kaum durchkommt, in den tiefen Lagen (bei ca. 20cm) ist sie so feucht, dass sich die Nässe staut, oben nimmt sie kaum Wasser auf bzw. es dürfte alles verdampfen, bevor es absickert.
Wir haben in Hitzeperioden zu kämpfen, dass der Rasen nicht austrocknet. Sobald es über 26°c hat, wird der Garten zur Steppe.



Im ersten Jahr hatten wir den schönsten Garten der Nachbarschaft, weil wir ihn ordentlich bewässert haben, die Nachbarn waren da geiziger mit dem Wasser.
Im zweiten Jahr dann das Rasensterben... Plötzlich wurde alles grau und braun, großflächige Trockenheit. Wir haben brav gedüngt, das erste Mal im März, dann Sommer und Herbst. Allerdings haben wir keinen Herbstdünger verwendet, weil der Winter so warm war (November hatten wir immer noch 20°c). Schnee blieb ganz aus. War wahrscheinlich unser erster Fehler
Dann unser zweiter gravierender Fehler... im Frühling hab ich den falschen Dünger erwischt... den für den Herbst... Das Gras wuchs wie zu erwarten so gut wie gar nicht. Wir warteten, bis der Dünger weg war und haben nochmal mit einem Frühlingsdrünger für strapazierten Rasen gedüngt. Es sprießte zuerst toll und wir waren glücklich, dann aber kam die erste Hitze und damit wars vorbei. Von da an absolute Trockenheit und der Rasen wurde braun, teilweise richtig große Stellen. Haben dann fleißig gegossen und als es nicht besser wurde, noch mehr. Waren dann schon bei 30 Min in der Früh und am Abend... Katastrophe!
Ein Nachbar meinte, es wäre zuviel, der Rasen stirbt ab wegen Nässe, also haben wir nur noch 20-30 Min Abends gegossen, Ergebnis immer noch dasselbe. Oben ist der Rasen völlig ausgetrocknet, unter der Grasnarbe aber leicht feucht, also eigentlich net schlimm.
Achja Fehler Nr. 3: Unser Garten wurde kurzfristig von stark gechlorten Poolwasser strapaziert (lief aus). Das war am nächsten Morgen schon ganz verdampft/versickert und es sah nicht danach aus, als würden sich Pfützen sammeln, aber das könnte doch auch die Wurzeln schädigen oder?!
Wir haben sehr mit Löwenzahn und anderem Unkraut zu kämpfen, Pilze oder Moos eigentlich bis jetzt gar nicht gehabt. Auch sind mir keine Schädlinge aufgefallen.
Gemäht wird einmal die Woche, Höhe wenn es kühler ist: 4 cm, in Hitzezeiten 6cm (unser Rasenmäher hat leider nur 2/4/6cm Auswahl).
Das interessante ist... Das Stück, das nicht den ganzen Tag in der Sonne ist, ist unser Glanzstück, dort grünt es saftig, dass es ein Traum ist. Nur der Hauptteil des Gartens, der bis 16 Uhr in voller Sonne liegt, trocknet hilflos aus.

Momentan sieht er so aus:

Den Anhang 412598 betrachtenDen Anhang 412599 betrachtenDen Anhang 412600 betrachtenDen Anhang 412601 betrachten

Inzwischen sind wir völlig ratlos. Gießen wir zu viel? Zu wenig? Ist der Rasen zu lang? Der Boden völlig daneben? Wo liegt unser Fehler in der Pflege? Wir sind echt am Ende... ich weiß es ist schwer, von der Ferne Diagnosen zu stellen, aber vielleicht hat ja jemand hier Vorchläge/Ideen/Ähnliche Probleme...
Achja zuletzt gedüngt hab ich vor ca. einer Woche.


Danke schon mal im Vorhinein für die Hilfe!!!
 
  • Rasenmaster

    Rasenmaster

    Mitglied
    Bilderloses Rasenmassaker 2014

    Hallo Thally,

    vielen Dank für die ausführliche Schilderung Deines Problems. Nicht viele machen sich die Mühe und beschreiben so ausführlich. Doch alle Worte reichen nicht, wenn es auch Bilder dazu gibt. Leider stellen sich bei mir im Forum die Fotos nicht dar. Es werden nur Anhänge gezeigt, die ins Nichts führen. Also noch mal schauen, woran es liegt. Entweder im Nachbearbeiten des Artikels diese Fotos nachreichen oder in einem neuen Beitrag beifügen.

    Oder hab ich nur das Problem, dass die Fotos nicht sichtbar sind?

    Gruss der Rasenmaster
     
    Fjäril

    Fjäril

    Mitglied
    Ich kann die Bilder auch nicht sehen, aber für mein Kommentar macht das nichts.

    Hej Thally!

    Ich habe jahrelang versucht auf Lehmboden einen Rasen zu haben. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Es geht nicht. Die Wurzeln sterben im Lehm ab, wenn es dauerhaft feucht ist, im Herbst kann ich bis auf ein paar Büschel das Gras einfach vom Boden abziehen, als Filz, der nur in sich selbst verwurzelt ist. Und das ist kein Rollrasen, er wurde ursprünglich gesät, auf gelockertem Untergrund, der sich bald wieder verfestigte, wie das bei Lehmboden halt so ist.

    Wenn ich das alles am Anfang gewusst hätte, hätte ich den Bagger kommen lassen und den Lehmboden abtragen, dann ordentliche Erde drauf .. .. jetzt ist es zu spät und ich mach was anderes als Rasen .. ..

    Ich denke, der Rollrasen könnte genauso gut auf Beton liegen, die Wurzeln können nicht rein in den Lehm bzw. sterben dort bald ab. Wo es schattig ist, mag es gehen .. ..

    Liebe Grüße
    Fjäril
     
  • T

    Thally

    Neuling
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    Sieht mans nun?
     
  • N

    niwashi

    Guest
    na mal abgesehen davon , dass die Verlegung mangelhaft war (oder wollt ihr ein Buckelpistentraining machen?), hege ich primär die Vermutung, dass der Lehmboden einfach nur zu stark durch Baumaschinen verdichtet wurde ... da würde nur eine fachgerechte "Reparatur" Abhilfe schaffen.

    n.
     
    T

    Thally

    Neuling
    @ Fjäri:

    Ja, das hatte ich eh schon vermutet. Im Internet hab ich schon ähnliches gelesen. Dennoch hatte ich die Hoffnung, dass es eine Lösung gibt.

    Das Prob: Theoretisch müsste unsere Genossenschaft den Rasen erneuern (bei einer Nachbarin die lang genug genervt hat, wurde genau das getan), ABER der Bauträger, der für das ganze verantwortlich ist, ist inzwischen in Insolvenz... Wir müssten das ganze wahrscheinlich weiß Gott wie lange mit dem Insolvenzverwalter ausstreiten und ich weiß net, ob da viel passiert. Die Forderung für die Grünflächensanierung wird von unserem selbstgewählten Hausmeister bis Ende des Jahres eingebracht, aber bis das ein Ergebnis bringt hab ich wahrscheinlich Wüste im Vorgarten :/
     
    T

    Thally

    Neuling
    @niwashi:

    Damals wurde praktisch keine Bodenvorbereitung gemacht. An einem Tag stand im Garten noch der Bagger und am nächsten Morgen haben sie den Rasen drauf verlegt. Also richtige Erde oder Sand etc hat der Rasen wohl noch nie gesehen.

    Ich nehme an, Nachbearbeitung ist nicht so einfach zu bewerkstelligen oder?
     
    N

    niwashi

    Guest
    1) mit dem Bauträger sprechen und auf Kulanz pochen
    2) fruchtet das nicht, ins Gespräch das Wort "Sachverständiger" einf(l)ießen lassen
    3) bleibt das immer noch ohne Folgen, dann schriftlich um Stellungnahme bitten

    n.
     
  • T

    Thally

    Neuling
    Jo das wird jetzt eh angestrebt, aber das Problem ist... was mach ich bis dahin?
    Gibt es keinerlei Chance mehr, den Rasen zu retten? Oder zu mindestens soweit am Leben zu halten, dass es nicht mehr so sehr nach Armageddon aussieht?
     
    Rasenmaster

    Rasenmaster

    Mitglied
    Insolventer Rasen - Rasenmassaker 2014

    Hallo Thally,

    schön dass es mit den Fotos noch funktioniert hat.
    Im Grunde ist hier im Forum schon alles soweit gut angesprochen worden. Man hat den Rollrasen einfach auf den verdichteten Erdboden aufgetragen. Wie Muttererde sieht Euer Untergrund nicht unbedingt aus. Imposantes Bild wie der Rollrasen fast wie eine Tischdecke auf dem "Bauschutt" abgelegt wurde.

    "Das interessante ist... Das Stück, das nicht den ganzen Tag in der Sonne ist, ist unser Glanzstück, dort grünt es saftig, dass es ein Traum ist. Nur der Hauptteil des Gartens, der bis 16 Uhr in voller Sonne liegt, trocknet hilflos aus."

    Dieses Teilstück zeigt, dass der Rasen kaum oder gar nicht mit dem Untergrund verbunden ist, denn hier reicht das Wasser aus, welches sich in der mit dem Rollrasen gelieferten Tragschicht befindet, um das Gras gedeihen zu lassen.

    Kenne Euer Problem. Habe selbst vor zwei Jahren gebaut. Was einem dann unter Umständen als Muttererde in den Vorgarten gekarrt wird, ist teilweise erschreckend, weil halt gute Erde teuer ist und da hat der fast schon insolvente Baulöwe eben "ein bisschen" gespart.
    Zum Glück hatten wir uns mit dem Polier gut gestellt, so dass er uns die ehemalige Erde vom Fußballplatz eines heimischen Vereins als obere Tragschicht anlieferte. Perfekt für eine neue Rasenanlage. Leicht sandig und kaum mit Unkraut verseucht.
    Was den Schaden betrifft, müsst Ihr schon diesen Mangel entsprechend anzeigen, macht Euch aber im Falle eines Insolvenzverfahrens keine großen Hoffnungen auf Entschädigung/Mängelbeseitigung – Ihr steht ganz am Ende einer meist sehr, sehr langen Schlange.

    Also, was tun?
    Grundsätzlich ist lehmhaltiger Boden nicht so schlimm. Hab selbst eine Rasenfläche, die nach 5 cm der Euren gleicht. Habe aber bei der Rasenanlage vorab die besagten 5 cm mit der ebenso besagten Fußballerde auffüllen lassen. Der Rasen gedeiht prächtig und trocknet nicht so schnell aus.
    Hier scheint es aber so, dass es sich bei dem Untergrund um regelrechten Bauschutt handelt, der dazu noch stark verdichtet ist. – Also eher schwierig...

    Die wohl unaufwendigste Variante wäre ein mehr als gründliches Aerifizieren und das Verfüllen der Löcher mit Sand, so dass die Wurzeln überhaupt eine Chance haben, in die Tiefe zu dringen. Hier würde sich die Kosten für die Ausleihe des Aerifizieres und den Sand auch schnell auf gut 400 - 500 Euro addieren und das Ergebnis ist eher fraglich. Das ändert aber immer noch nichts an der Buckelpiste und der harten Lehmoberfläche, die nur schwerlich neuen Samen und Wasser aufnehmen könnte. Solche Unebenheiten lassen sich nur stufenweise beseitigen. Man kann so ca. 1 bis max. 2cm pro Arbeitsschritt ausgleichen, ohne das vorhandene Gras mit Erde zu ersticken. In diesem Falle könnte daraus eine langwierige Angelegenheit werden... und auch das kostet...
    Ehrlich gesprochen: Wenn Euer Nachbar mit 1.000,00 Euro das Problem in den Griff bekommen hat, dann sprecht ihn an und lasst Euch Telefonnummern geben, denn billiger wird's nicht.

    Gruss der Rasenmaster
     
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