RosenBonsai II

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Wil

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Moin moin,

erstmal eine kurze Vorstellung:

Der Name Wil ist eine Abkürzung meines Namens, den es leider hier schon gab.

Etwas älter bin ich schon, wohne in der Nordheide mit meiner Freundin in einem kleinen Häuschen mit noch einem kleineren Grundstück.

Mit Bonsai beschäftige ich mich schon seit über 30 Jahren. Wegen dem kleinen Grundstück habe ich mich 2009 entschlossen, mich ganz auf RosenBonsai zu konzentrieren. Bis auf ein paar Jungpflanzen habe ich nur noch einen alten Juniperus rigida und eine noch ältere Birkengruppe in Floßform. Ansonsten nur noch RosenBonsai aller Alterklassen - von 1jährig bis über 60 Jahre alt.

Hier mal 2 Rohpflanzen: Passende Schalen sind schon in Auftrag

1. Multiflora Hybride - ca. 35 Jahre - Das geschnitzte war ehemals die Edelrose, die leider verstorben ist. Ausgetrieben hat dann die Unterlage.

2. Auch eine Rose, bei der sich die Unterlage durchgesetzt hat - ca. 30 Jahre alt. Die genaue Art weiß ich noch nicht, da ich noch keine Blüte gesehen habe.

Die Altersangaben sind recht genau, weil diese alten Rosen aus aufgelösten Hausgärten stammen. Die Besitzer konnten mir immer recht genaus das Pflanzdatum nennen.

Wil
 

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  • W

    Wil

    Mitglied
    Es gibt 3 Möglichkeiten, aus einer Rose einen Bonsai zu gestalten:

    I. veredelte Rose
    II. wurzelechte Rose
    III. alte Gartenrose

    Zu I: Hierfür kann jede Rose, die im Frühjahr in jedem Gartencenter etc. als Containerpflanzen angeboten werden. Interessant ist natürlich das, was in der Erde steckt. Nähmlich die Unterlage. Heute wird größtenteils auf R. laxa veredelt, was ganz toll ist, denn R. laxa hat meistens eine super Wurzel.
    Die Rose wird in einen größeren Container umgetopft, wobei man die Wurzel etwas mehr aus der Erde ragen läßt. Sie soll ja später einmal der Stamm werden. Die Triebe werden auf 2 Augen zurückgeschnitten. Düngen nicht vergessen. So läßt man die Rose gut 4-6 Wochen wachsen, bis unten die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen. Fördern kann man das Wurzelwachstum nach unten, indem man den Container entweder zu 1/3 in Torf setzt oder auf eine wasserspeichernde Matte stellt. Wildtriebe aus der Erde oder Wurzel müssen sofort entfernt werden, weil sie der eigentlichen Rose die Kraft nehmen. Die Rose wird in dieser Zeit weiter treiben. Diese neuen Triebe immer auf 2-3 Blattpaar zurückschneiden.
    Sobald die Wurzeln unten rauswachsen, wird die Rose vorsichtig aus dem Topf genommen, es kommt etwas Erde in den Topf, die Rose wieder einsetzen und die überschüssige Erde oden entfernen. Dies kann man in einem Jahr gut 3 mal machen, danach sollte die Rose erst einmal einen kompakten Wurzelballen entwickeln.
    Man läßt die Rose nun auch komplett durchtreiben, denn mehr Blattwerk fördert die Wurzelbildung. Außerdem sieht man eventuell die ersten Blüten.
    Sicherste Überwinterung ist ein Einlassen in den Gartenboden bis zu den ersten Blättern. Die Veredelungsstelle sollte gut 10 cm unter der Erde sein. Es kann auch frostfrei überwintert werden, aber wir wollen ja eine abgehärtete Rose haben.
    Im nächsten Jahr wird der Vorgang wiederholt, bis die Wurzel/Stamm nur noch gut 1/4 in der Erde ist. Nun setzt man die Rose erstmalig in eine flache Schale. Vorläufiges Substrat: 1/3 Torf, 1/3 Feiner Sand, 1/3 Ton- oder Lehmgranulat. Ich mische zu diesem Zeitpunkt immer einen 6-Monats-Dünger mit be. Einmal richtig durchtreiebn lassen bis zur ersten Blüte. Danach wieder bis auf 2 Blätter zurückschneiden. Nun wird auch ein wenig auf die Kronenform Rücksicht genommen.
    Rosen haben leider die Angewohnheit, nicht das zu machen, was man gerne hätte. Sie treiben so wie sie möchten, nicht wie sie sollen. Deshalb immer 2 Augen/Blätter stehen lassen.
    Ach, noch etwas: Rosen niemals drahten, nur schneiden zur Formgebung oder spannen.

    Bild aus 2012: Fundrose " Alari ", ca, 12 Jahre, cremeweiße Blüten das ganze Jahr
     

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    R

    Rentner

    Guest
    Vielen Dank für die umfassende und anschauliche Beschreibung.
    Ich habe übrigens sehr gute Erfahrungen mit mineralischen Substraten sammeln können. Diesen mische ich neben Holzkohle entweder Torf oder Kokosfasern zu. Den Röschen scheint es zu gefallen.

    Die Alari ist ein Traum. Die Schale betont den Auftritt der Pflanze in einer klaren aber dennoch zurückhaltenden Form und Farbgebung.

    Blüten, Laub, Holz und sogar das Substrat findet man farblich dezent dargestellt wieder.
    Sehr schön!
     
    W

    Wil

    Mitglied
    Moin Pit,

    wenn es hier den Rahmen nicht sprengt, es kommen noch zwei Anleitungen plus eine Pflegeanleitung.

    Ich bin fast ganz weg von Akadama. Nehme schon seit über 3 Jahren in der jeweiligen Mischung Torf, feinen Sand, meine eigene Komposterde und Tongranulat.

    Die Alari ist in diesem Jahr nach der ersten Blüte, Blattschnitt und Rückschnitt in eine andere Schale gekommen - Bilder werden noch gemacht.

    Das Problem für viele, auch alte Bonsaileute, ist der, das sie nicht über den Schalenrand schauen. :)Es muß nicht immer eine Bonsaischale sein. Die Alari steht in einer alten Tonschale aus den Niederlanden. Man muß nur mit offenen Augen über die Flohmärkte gehen. Dort findet man wunderschöne alte Schalen und Töpfe. Viele haben keine Abzugslöcher, aber das kann man ja ändern.

    Bis später, muß raus zum wässern

    Wil

    Bilder:
    1. Eine 9 Jahre alte Fundrose, die sich seit 3 Jahren weigert, kürzere Blüttenstiele zu bekommen. Und sie läßt sich bisher nicht wurzelecht vermehren. Allein die einzelnen Blüten trotzen stärksten Sonnenschein und halten fast 3 Wochen
    2. Eine alte Schale vom Flohmarkt
     

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  • R

    Rentner

    Guest
    ..., es kommen noch zwei Anleitungen plus eine Pflegeanleitung.
    Unbedingt, unbedingt

    Ich nehme es auch nur noch selten. Das Zeug ist nicht frostfest, zerfällt und betoniert einem die Schalen zu.

    Das Problem für viele, auch alte Bonsaileute, ist der, das sie nicht über den Schalenrand schauen. :)
    Es gibt auch viele alte Rosenleute, die einfach stehengeblieben sind und neue Wege und Möglichkeiten einfach nicht akzeptieren wollen.
    Da überzeugen nicht einmal aussagekräftige Beweise. :grins:
     
  • W

    Wil

    Mitglied
    Zur Pflege von RosenBonsai:

    RosenBonsai können entweder in der Schale frostfrei bei max. plus 5° überwintert werden oder ohne Schale im Freiland. Wichtig: Rosen brauchen keine Minustemperaturen um zu blühen.
    Bei Überwinterung im Freiland wird der Bonsai aus der Schale genommen und an einer geschützten Stelle im Freiland / Garten eingeschlagen. Und zwar bis zu den ersten Blättern. Nicht vorher zurück schneiden, da Rosen immer etwas zurückfrieren. Erst wieder eintopfen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Wenn Sie früher umtopfen wollen, dann danach eine frostfreie Aufstellung.
    Bei frostfreier Überwinterung ist ein heller, luftiger Standort wichtig. Die Temperaturen sollten 5° plus nicht übersteigen, da die Rose sonst anfängt zu treiben. Es ist auf Läuse und weiße Fliege zu achten. Vorbeugend können Gelbtafeln ausgelegt werden.
    Im Frühjahr sollte ein leichter Wurzelschnitt ( ca. 1/3 ) erfolgen und in frische Erde ( 1/3 feiner Sand, 1/3 Torf, 1/3 Komposterde und ein wenig Ton-, Lava- oder Lehmgranulat ) topfen. Eine gleichzeitige Beimischung von 6Monatsdünger ist empfehlenswert, da dadurch die RosenBonsai an wärmeren Wintertagen, wo sie auch Nährstoffe braucht, versorgt wird. Außerdem tauche ich meine RosenBonsai in den Sommermonaten ca. alle 3-4 Wochen in eine leichte Flüssigdüngerlösung.
    Verblühtes sollte sofort entfernt werden; und wenn alle Blüten von dem Blühzweigen weg sind, auf 1 - 2 Blätter zurückschneiden. Wassertriebe sofort entfernen. Diese erkennt man daran, dass sie dicker sind und sehr schnell wachsen. Nach der Blüte und auch zwischendurch unter Berücksichtigung der Formgebung zurück schneiden. Wenn 2 Blätter stehen bleiben sollen, direkt unterhalb des 3. Blattes schneiden. Rosen trocknen an den Schnittstellen etwas mehr zurück als andere Bäume. Bei zu großen Blättern kann auch ein Blattschnitt erfolgen; dabei bleibt der Blattstiel aber stehen. Bei Rosen brauchen aber, im Gegensatz zu anderen Bäumen oder Sträuchern, nicht alle Blätter entfernt werden, um den neuen Austrieb zu fördern, sondern nur die Großen, die zur Größe des RosenBonsai unnatürlich aussehen. Es kann natürlich auch ein kompletter Blattschnitt erfolgen, nach gut 8-12 Tagen, je nach Witterung, erfolgt der neue Austrieb.
    Bewährt hat sich bei mir ein 6Monatsdünger, den ich beim Umpflanzen gleich mit unter das Substrat mische. Gleichzeitig tauche ich auch noch während der Sommermonate mit einer leichten Flüssigdüngerlösung.

    Es kann bei warmer, feuchter Luft gelegentlich Mehltaubefall auftreten. Es gibt mittlerweile im Handel schon einige gute Bioprodukte, die vorbeugend oder bei Befall gespritzt werden können. Blätter mit Sternrusstaubefall und Rosenrost sollten auf jeden Fall sofort entfernt und ( nicht im Komposter ) entsorgt werden.

    Meine Rosenbonsai stehen alle auf einer wasserspeichernden Matte, ich gieße je nach Größe morgens, mittags, abends und nach Bedarf.

    Ich wünsche viel Spaß mit den Rosenbonsai´s.:)
     

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  • W

    Wil

    Mitglied
    Hallo,

    ich habe die Pflegeanleitung schon mal vorgezogen.

    Ich beantworte gerne Fragen zu:

    - RosenBonsai
    - Rosen
    - Bonsai ( außer Koniferen, Azaleen )
    - winterharte Kakteen, Agaven, Yucca
    - Kräuter
    ... einfach fragen ... :)
     
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