Rotdorn schneiden?

Elkevogel

Elkevogel

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Vor einigen Jahren haben wir für den Garteneingang sehr spontan einen sehr stark reduzierten Rotdorn-Hochstamm im Baumarkt gekauft.
Wir hatten schon eine Weile Ausschau nach etwas vergleichbarem gehalten: hoch, schmal, naturnah, pflegeleicht
Dieser Plan ist aufgegangen - der Baum ist pflegeleicht (keine Probleme mit Lehm, Vollsonne, Trockenheit) und er wächst strack nach oben.
So strack, dass da wohl mal die Schere/Säge angesetzt werden sollte:)
Seht selber und sagt mir doch bitte, wo genau ich schneiden sollte.
2021-02-06 Rotdorn schneiden3.JPG 2021-02-06 Rotdorn schneiden2.JPG 2021-02-06 Rotdorn schneiden1.JPG 2021-02-06 Rotdorn schneiden4.JPG

Im 2.Bild lässt sich mein Problem wohl am besten erkennen: vom Stamm aus wächst ein Ast schräg nach oben und mitten in die Krone rein.
Ich denke, der muss auf jeden Fall komplett weg?
Passt aber dann noch die "Symmetrie"? Oder ist das egal? Verwächst sich das?
Und sollte die Krone ausgelichtet werden?

Ahnungslose und dankbare Grüße vom
Elkevogel
 
  • Conya

    Conya

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    Also grundsätzlich ist dem Baum die Symetrie schnuppe und der Ast stört bestenfalls Deinen Sinn für Ästhetik, Rotdorn ist jedoch schnittverträglich so lange man nicht zu sehr an ihm herumsäbelt.
    Dennoch würde ich in Ruhe überlegen ob der Ast wirklich weichen muss, er ist ja doch schon etwas dicker und der Schnitt hinterlässt eine größere Wunde.
    Und in der Krone würde ich schon mal rein gar nichts wegschneiden, ist schließlich kein Apfelbaum.
    Aber es kommen bestimmt noch andere Wortmeldungen mit anderen Ansichten, da bleibt noch genug Zeit für Entscheidungen.

    LG Conya
     
    elis

    elis

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    Hallo Elkevogel !

    Ich würde auch nicht daran rumschneiden. Der Rotdorn neigt zur Pilzkrankheit Feuerbrand. Dann muß man den Baum ganz roden, die Krankheit ist auch meldepflichtig. Die Krankheitszeichen sind braune Blätter schon ganz zeitig im Juli-August, die dann ganz zeitig abfallen Wenn Du dem Baum Wunden machst, kann die Krankheit schneller zuschlagen. Ich selber hatte 2 Rotdornbäume, links und rechts vom Eingangsweg. Habe mir vor vielen Jahren mein Haus gekauft, die waren schon da. Die mußten wir schon vor langer Zeit roden. Ich beobachte oft in der Stadt, das sie manchmal Rotdornbäume als Straßenbäume pflanzen. Schau mir an, wie lange sie dann leben, aber es dauert oft nicht mal 5 Jahre, dann kommt die Krankheit. Das ist so schade, sie sind so schöne kleine Bäume, die Blüte ist so wunderbar, aber die Feuerbrandgefahr ist scheinbar so groß. Weiß nicht warum.

    lg. elis
     
    G

    Galileo

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    Im 2.Bild lässt sich mein Problem wohl am besten erkennen: vom Stamm aus wächst ein Ast schräg nach oben und mitten in die Krone rein.
    Ich denke, der muss auf jeden Fall komplett weg?
    Passt aber dann noch die "Symmetrie"? Oder ist das egal? Verwächst sich das?
    Und sollte die Krone ausgelichtet werden?
    Ahnungslose und dankbare Grüße vom
    Elkevogel
    Moin moin Elkevogel,

    solange keine Äste aneinander reiben und sich Wunden scheuern, ist es vom Baumpflegerischen her, nicht notwendig einen Cratecus zu schneiden.
    Anders ist es mit dem ästhetischem Empfingen, wie schon geschrieben.
    Ich würde den, in die Krone wachsenden Stämmling komplett stammnah entfernen und die Wunde 1 x überstreichen.
    Der Cratecus gehört, neben vielen anderen, zu den Feuerbrand-Wirtspflanzen, steht da aber nicht an erster Stelle.
    Dieser Eindruck ist nur entstanden, weil früher oft Straßenzüge mit diesen schönen Blüten-Bäumen bepflanzt waren und ein Absterben von jedem wahrgenommen werden konnte.

    Feuerbrand, diese Bakterienkrankheit wird auch über offene Wunden übertragen, aber in 1. Linie finden die Bakterien über die Blüten (wie auch bei Monilia) Eintritt in die Pflanze.

    Zur Sicherheit, Schnittwerkzeuge vorher desinfizieren und auch den Ast- und Stammbereich des geplanten Schnittes.

    viel Erfolg wünscht Galileo
     
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  • Elkevogel

    Elkevogel

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    Hallo,
    ich danke euch :love:

    Vorerst werde ich nicht schneiden.
    Die Optik/Symmetrie ist mir eigentlich egal - ich mag auch krumm und schief.

    solange keine Äste aneinander reiben und sich Wunden scheuern, ist es vom Baumpflegerischen her, nicht notwendig einen Cratecus zu schneiden.
    Inwieweit da schon in der Krone Schaden entstanden ist oder bald entstehen könnte, muss ich mit Leiter gucken - dafür ist mir der Bodenzustand aber aktuell zu unsicher (Teichlandschaft:confused:).
    In der Zwischenzeit frage ich Opa Nachbar, ob er mir so eine Portion Baumwachs abgeben kann. Ich weiß, dass er sowas hat (für seine Obstbaum-Veredelungen).
    Welches Mittel wäre ansonsten empfehlenswert?
    Lange Haltbarkeit wäre gut - brauchen werde ich es sicher nur sehr selten.
     
  • G

    Galileo

    Mitglied
    Welches Mittel wäre ansonsten empfehlenswert?
    Lange Haltbarkeit wäre gut - brauchen werde ich es sicher nur sehr selten.
    Ich hab immer eins mit Funkizid da, das nehm ich für alles.
    Doch Uhu, Patex usw, geht zur Not auch mal. Hauptsache die Schnittwunde ist nach dem Sauberbürsten sofort überstrichen, bevor Bakterien oder Sporen drauf kommen...
     
  • Rentner

    Rentner

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    Ich empfehle (auch aus eigener Erfahrung) eher die Vorgehensweise von Alex Shigo (dem Vater der modernen Baumpflege).

    Auszug:

    "Wundverschlussmittel, die wie eine Haut auf die Schnittstelle aufgetragen werden, unterstützen das Wachstum pathogener Keime und hemmen den natürlichen Wundverschluss und die Selbstheilung der Gehölze."

    (Tree Pruning , ISBN 3878150334)
     
    G

    Galileo

    Mitglied
    Ich empfehle (auch aus eigener Erfahrung) eher die Vorgehensweise von Alex Shigo (dem Vater der modernen Baumpflege).

    Auszug:

    "Wundverschlussmittel, die wie eine Haut auf die Schnittstelle aufgetragen werden, unterstützen das Wachstum pathogener Keime und hemmen den natürlichen Wundverschluss und die Selbstheilung der Gehölze."

    (Tree Pruning , ISBN 3878150334)
    Kenn ich, gehörte zur Ausbildung, wie auch Malik und andere Autoren. Ich denke nicht, dass da einer die umfassende Weisheit für sich beanspruchen kann.
    Ich habe in 25 Jahren aktiver Baumpflege keine schlechten Erfahrungen mit Wundverschlussmitteln gemacht, die ich selbst oder meine Mitarbeiter aufgetragen hatten.
    Wie bei anderen Handwerken ist die Ausführungsqualität mitentscheidend für den Erfolg.
    "Pinsel" ich über die Schnittfläche, ohne diese zu säubern, ist ein Schaden, durch das eingeschlossene Sägemehl, vorprogrammiert.
    Auch sollte nur Rinde/Kambium und Splintholz bestrichen werden, nie das Kernholz.
    Wiederholen darf man einen "Wundverschluss" auch nicht, weil er dann zu sehr abdichtet, mit den von Dir bzw. Shigo geschilderten Folgen.
    Ich wäge immer Nutzen und Folgen ab - Habe ich eine Wunde an einem Feuerbrand gefährten Cratecus und gibt es in der Umgebung Befall, so überstreiche ich die komplette Wunde. Denn der Befall mit Feurbrand ist wahrscheinlicher, als ein paar "versiegelte" Pilzsporen unter dem Lacbalsam, auf der Wunde.

    Ich habe mir auch nach Jahren, von mir behandelte Wunden angesehen. Im Vergleich zu unbestrichenen sind sie nicht schneller bzw. stärker überwallt, denn das hängt in 1. Linie von der richtigen Schnittführung ab.
    Aber von den behandelten Quitten, Äpfeln, Birnen, Rot- und Weißdornen ist keiner an Feuerbrand erkrankt, obwohl in der Nachbarschaft der Befallsdruck zum Teil recht hoch war.

    Und bei der Obstbaumerziehung kann ich überhaupt nicht auf Wundbehandlung verzichten, sonst trocknen die gekürzten Triebspitzen schneller zurück, als dass sie die Wunde schliessen können.

    Und UHU funktioniert gut :D
    Welches Mittel wäre ansonsten empfehlenswert?
    Lange Haltbarkeit wäre gut - brauchen werde ich es sicher nur sehr selten.
    Veredlungswachs, wie auch UHU ;) lässt keinen Wasserdampf durch - ist bloß Notlösung - besser LacBalsam, gibt es auch in der Tube mit integrierter Auftrag-Bürste, ähnlich wie bei Schuhcreme-Tuben der Schwamm.
    Hält Jahre, sofern frostfrei gelagert.
     
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    Rentner

    Rentner

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    Kenn ich, gehörte zur Ausbildung, wie auch Malik und andere Autoren.
    Malik sagt mir jetzt nichts. Ich kenne aber einen von Malek.
    Ich denke nicht, dass da einer die umfassende Weisheit für sich beanspruchen kann....
    Das wage ich bei einem weltweit anerkannten Fachmann, wie Alex Shigo, energisch zu bezweifeln. Ich denke, der hätte uns beiden noch etliches beibringen können.
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Ihr verunsichert mich zunehmend :D .
    Kurz: bei nächster Gelegenheit greife ich mir Opa Nachbar und bitte ihn um Hilfe.
    Abwarten, was er sagt - nach der Pflanzung habe ich erstmal einen "Anschiss" bekommen: "der Baum kann doch nichts außer nett aussehen; keine Bienenweide, keine Früchte...."
    Ich konnte nur damit kontern, dass ich doch soviel für Bienen, Kleingetier... tue und mal ein Baum, der nur hübsch ist sei doch bitte in Ordnung. Da musste er zustimmen:)
    Aktuell friert es hier und es soll noch deutlich kälter werden. Daher muss die Schneideaktion sowieso noch warten.
    Danke euch ganz herzlich:paar:
    LG
    Elkevogel
     
  • G

    Galileo

    Mitglied
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Heute habe ich den Ast doch abgesägt, denn
    solange keine Äste aneinander reiben und sich Wunden scheuern, ist es vom Baumpflegerischen her, nicht notwendig einen Cratecus zu schneiden.
    es gab scheuernde Stellen und auch Wunden

    Den unteren Teil konnte ich raus ziehen, für den oberen brauche ich eine Leiter.
    Da konnte ich mich zum holen nicht mehr aufraffen* und hole das morgen nach.

    *vorher hatte ich schon etliche Haselnusstämme vom Kleinzeug zum schreddern bzw. fürs private Osterfeuer befreit - die dickeren Haselnussäste brauche ich als Stecken zum Weidenzaun flechten. Und bevor GöGa alles kleinsägt...
     
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