Schluss mit Schmierseife, Neem und Hexengebräu

heiteck

heiteck

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... das frage ich mich tatsächlich - gerade erst wieder beim lesen des aktuellen Threads_ https://www.hausgarten.net/gartenforum/threads/blattlaeuse-hilfe-meine-blumen.81711/

Und auch als ich neulich Läuse am Schneeball durch Abschneiden von Trieben bekämpft habe, hatte ich mich gefragt: Bekämpfe ich die Nützlinge dadurch gleich mit? ... Das gilt übrigens auch für das Abspritzen mit scharfem Wasserstrahl.

Hole ich mir, wenn ich Nützlinge kaufe, möglicherweise Nebiota in den Garten bzw. die Region?

Müsste ich als Biogärtner nicht eigentlich auf das Fördern einer nützlingsfreundlichen Umgebung und kurzfristig auch das Eingehen von Pflanzen in Kauf nehmen?

Was meint Ihr?
 
  • Pyromella

    Pyromella

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    Ein schwieriges Thema.

    Ich empfinde Maßnahmen wie extrem befallene Pflanzenteile abschneiden, Läuse mit den Fingern abstreifen oder mit klarem Wasser abspühlen als akzeptabel. Vielleicht, weil ich da exakt sehe, was ich welchem Tier tu. Da zieht vielleicht jemand anderes eine andere Grenze.

    So lange sie in relativ kleiner Menge unterwegs sind, würde ich mich auch mit Läusen arangieren, die Meisen haben schließlich auch Hunger.

    Ja, es kann die ein oder andere Pflanze sogar mal eingehen. Aber das wird ein seltener Fall sein. Wenn ich mir den Garten meines Vaters ansehe, in dem sich schon lange ein biologisches Gleichgewicht einpendeln konnte und den Nützlingen viel Raum und Möglichkeiten gelassen werden, dann haben auch dort mal Pflanzen Läuse, oder ein Zweig einen Pilz usw, aber im Großen und Ganzen ist es selten so extrem, dass die Pflanze deshalb eingeht.

    Klar, die Ernte ist geringer, wenn das Reh die Endivien abweidet, die Wühlmäuse von unten die Möhren anbeißen und die Schnecken von oben die frisch gekeimten Erbsen abraspeln. Aber bisher ist immer genug für die Menschen übrig geblieben.

    Und wie formulierte eine Bekannte so schön, als sie von meinem Vater einen Kopfsalat geschenkt bekam und genau in dem Moment eine Schnecke aus dem Salat schaute, als dieser den Besitzer wechselte: "Wenn der Schnecke der Salat bekommen ist, dann wird er mir auch nicht schaden."
    Sie wird die angefressenen Stellen abgeschnitten haben, und der Rest war wirklich gut.

    Nützlinge kaufen - da würde ich darauf achten, dass sie in begrenztem Raum bleiben und auf einheimische Arten achten. Also keine Larven vom asiatischen Marienkäfer, als Beispiel.

    Raubmilben auf meinem abgegrenzten Balkon, von dem sie nicht wegkönnen, halte ich für vertretbar.

    Ich bin gespannt, wie andere das sehen, und wo wer seine Grenze zieht. Es ist ja keine rein wissenschaftlich zu beantwortende Frage, es ist zum Teil auch eine moralische Frage.

    Danke für diesen Thread, heiteck.
     
    Fini

    Fini

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    Ich war letztes Jahr knapp dann die chemische Keule in meinen Garten zu schwingen ....

    Als der ganze Hühnerstall voll war von Milben und das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ..

    wenn beim Eiersammeln die Viecher die Beine hochkrabbeln und die Hände .. da grausts mich einfach voll ..
    Die Hühner hatten schon ganz blasse Kämme und ich bin dem Viehzeugs nicht Herr geworden ....

    Hab dann den ganzen Stall ausgeräumt, mit Öl eingeschmiert nochmals drübergekalkt und die Hühner mit Kiselgur eingepudert (ich weiß es ist nicht sehr gesundheitsfördernd .. es war aber noch das geringste Übel) ...

    Wieoft hab ich nach Chemie gegoogelt ...

    Insekticid 2000 hab ich dann doch in den kleinen Stall gesprüht, wo erst heuer wieder Tiere eingezogen sind.

    Es war ne Mordsarbeit für eine ganze Woche ...

    schließlich waren wir dann Milbenfrei ....

    CITPulver hätts in einer Stunde getan ...

    Mit dem ganzen Viehzeugs sonst arrangier ich mich schon, was mich aber sehr nervt sind die Pilze .. wenn der sich mal ausbreitet ist alles kaputt, die Lilien, die Zwetschge, die Birne, die Tomaten, die Kartoffeln ....
    natürliche Fungizide wirken fast nicht ....

    was ich hier gelesen hab, hab ich jetzt mal angewendet und zwar versuch ich jetzt die Pflanze zu stärken ...

    bin gespannt was EM heuer so bewirkt, ich benutze es jetzt das erste Mal, was ich aber schon sagen kann ist, dass ich noch keinen einzigen Kartoffelkäfer getroffen hab ... ich weiß jetz nicht ob das gut oder schlecht ist ...
     
    elis

    elis

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    Hallo Fini !

    Du kannst auch Deinen Hühnerstall mit verdünnten EM-aktiv aussprühen und die Hühner. Dann halten sich auch keine Milben mehr. Den Hühnern ins Wasser EM reingeben. Urgesteinsmehl in den Sand mischen, damit sie Staubbäder machen können. Das mögen alles die Milben nicht. Ich weiß von einem großen Bio-Hühnerbetrieb, der so 10.000 Legehennen hatte. Der hat sich eine Sprühanlage in den Stall eingebaut. Die Hühner konnten ja rein und raus wie sie Lust hatten. Aber zu den Zeiten wie die Vernebelungsanlage gelaufen ist, sind alle Hühner schnell in den Stall reingelaufen und haben ihre Flügel ausgebreitet, damit der feine Nebel überall auf das Gefieder konnte. Das war so lustig anzuschauen. Daran sieht man wieder wie gescheit die Tiere sind.
    Freu Dich doch, das kein Kartoffelkäfer da ist, das ist doch gut.

    Zu Thema Läuse, da mache ich erstmal gar nichts, warte ab. Auf einmal sind die Marienkäfer da und die Vögel und ruckzuck sind die Läuse weg. Aber mein Garten ist schon so im Gleichgewicht, arbeite ja schon ca. 15 Jahre mit EM, da hat sich schon ein gutes Milieu eingestellt. Die Probleme die andere haben, die kenne ich schon gar nicht mehr. Vor ein paar Jahren hat der Buchsbaumpilz angefangen, das habe ich auch mit EM in den Griff bekommen. Wenn man gleich mit Chemie kommt, schwächt man die Pflanzen noch mehr und der Teufelskreis beginnt. Das will ich nicht. Das ist wie beim Menschen, wenn das Immunsystem gut ist, wird der Mensch mit Keimen auch besser fertig. Wenn man da gleich mit Antibiotika kommt, wird im Grunde alles noch schlimmer. Bei der Pflanze ist es genau so, wenn man gleich mit Chemie kommt dann geht der Teufelskreis gleich los und dann kommt man nicht mehr so leicht raus.

    lg elis
     
  • Fini

    Fini

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    EM sprüh ich jeden Tag in den Stall ... bindet den Geruch toll, es riecht überhaupt nicht nach Hühnerkacke und wenn ich mal 2 Tage nicht miste auch nicht ... ins Staubbad kommt Kiselgur rein ist feiner als Urgesteinsmehl

    aber gegen die Invasion letztes Jahr hat das alles nichts genützt
     
  • elis

    elis

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    Siehst Du wie gut das funktioniert. Aber jetzt kannst den Stand gut halten mit EM, wenn du das weiter machst.

    lg elis
     
  • Pepino

    Pepino

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    Ich benutze kein EM (nur wenig ab und zu im Dünger)und bei mir ist der Garten auch im Gleichgewicht. Aber mich stört es auch nicht groß, wenn in meinem Garten kurzfristig Läuse auftreten oder eine Pflanze mal eingeht. Das einzige wogegen ich vorgehe, sind Schnecken. Die Häuslesschnecken bekommen eine Flugstunde auf die Nachbarswiese. Nacktschnecken werden abgesammelt und eleminiert. Und glaubt bloß nicht das Märchen, dass Häuslesschnecken lieber Abgestorbenes fressen. Bei mir haben sie 25 Zinien und 15 Chilipflanzen abgefressen.
     
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    Fini

    Fini

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    neee die Häuselschnecken fressen genausogern alle Pflanzen und warten nicht bis die abgestorben sind ... aber ich mag die so sehr ... vor allem die gelbgestreiften
     
    heiteck

    heiteck

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    Danke für Eure Rückmeldungen.

    Also
    • mit oder ohne EM (Da gibt's z.B. lt. aktuelle Kraut&Rüben durchaus unterschiedlieche Erfahrungen.) für ein freundliches Umfeld und "guten" Boden sorgen und auf einen Garten im Gleichgewicht warten.
    • Schnecken absammeln, sammeln, sammeln und "Flugstunde" in Nachbars Garten (?) bzw. an anderer Stelle aussetzen.
    • Giersch: zupfen, graben, mähen, verdrängen, abdecken, zupfen , graben, ...
    Apropos "freundliches Umfeld" am Beispiel unseres verlausten Schneeballs, der zudem auch noch von Käfern zerfressen wird: Der steht - meine ich - wahrscheinlich am falschen Ort. Habe gelesen, dass Schneebälle feuchten lehmige Boden bevorzugen. Bei uns ist der Boden aber sandig und durchlässig. Also: falsche Pflanze am richtigen Ort oder richtige Pflanze am falschen Ort ... Ich hatte schon überlegt - auch weil sie die nebenstehenden Rispenhortensie bedrängen - die Schneebälle durch ungefüllte, Hagebutten-tragende Rosen zu ersetzen. Lt. Schultheis kommen da so einige Gruppen infrage.
     
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