Hallo,
bevor ich die Bilder poste, es gibt immer mehrere Meinungen/Ansichten. Ich kann und werde nur meine Meinung kundtun, als Hobby-Obstbauer mit genügend Obstbäumen und damit verbundenen Schnittaufwand, erlaube ich mir, meine Meinung kund zu tun. Warum ich das vorweg schreibe? Nun, weil die Schnittmaßnahme einigen hier als zu krass erscheinen wird (denk ich mal), weil die beiden Birnenbäumchen bis dato noch keinen Schnitt erfahren haben dürften, weil es sich m.M. nach um Halbstämme handelt, welche den Erziehungsschnitt noch nicht hinter sich haben.
Ich konnte sicherlich nicht alle Zweige genau sehen, habe nach besten gut Dünken "Geschnippelt"
Leider fehlt die Angabe der Sorte, da nicht alle Birnensorten zwangsläufug "in die Höhe schiessen".
Ich gehe davon aus, dass es Halbstämme sind und Du sie nicht zu hoch werden lassen möchtest, wobei ich mein, gute 4m Höhe wirst Du ihnen gönnen sollen.
Beim ersten, den größeren Baum, bin ich anderer Meinung und würde die Kronenspitze neu anlegen. Wobei ich mal erwähnen möchte, dass man an dem Foto schön sieht, wie die Kronenspitze sich Kerzengerade den Weg nach oben bahnt, egal wie! Also, ich würd die Spitze abwerfen, wie auf der Skizze zu ersehen ist, und die neue Spitze auf ein zur Kronenspitze hin zeigendes Auge zurückschneiden. Hoffe ich habe ein´s getroffen, Foto ist nicht so ganz scharf. Die Leit und Seitenäste auf ein nach aussen gerichtetes Auge zurückschneiden. Den mit grünem Pfeil markierten Zweig ungefähr in Höhe der gestrichelten Linie ebenfalls auf ein nach aussen gerichtetes Auge abwerfen.
Auch beim zweiten Baum würd ich die Spitze neu anlegen und wie abgebildet die Äste abwerfen.
Was stark geschnitten wird, wächst auch stark Leider wahr, je mehr Du schnippelst, um so mehr Neutriebe (Wasserschösser) wirst du bekommen. Ziel ist es, langfristig eine ausgewogene Schnittführung zu erreichen! Darum sind die Erziehungsschnittmaßnahmen zu Beginn so wichtig. Mit Bedacht schneiden, in Zukunft. Nun aber wirst Du erst einmal mächtig abwerfen müssen.
Steile Triebe wachsen stärker und blühen weniger, flache Triebe blühen mehr und wachsen weniger Darum auf waagerechte Äste ableiten, denn Blüten bedeuten Früchte, logo.
Vegetatives Triebwachstum und generatives Fruchtwachstum stehen in umgekehrt proportionalem Verhältnis zueinander Je mehr Kraft der Baum für das eigene Wachstum aufwendet umso weniger wird in das Obst "investiert". Entscheide, was Du möchtest! Bei jungen Bäumen würd ich in den ersten 2-3 Jahren die Früchte ausgeizen, um das gesamte Wachstum anzuregen, insbesondere auch des Wurzelballens. Danach gezielt lenken.
4 alte Bauernregeln (ja, ich weiß,
DAS ist nicht die legendäre O.....Schnitttechnik, aber es ist noch kein Bauer verhungert), vielleicht hilft es dem einen oder anderen, sich auf einfache Art und Weise zu behelfen.
1. Alles was sich reibt, nach innen wächst, sich verdeckt oder krank ist, kommt weg.
2. Tust Du am Baum zu wenig lichten, tut er nach oben sich verdichten. Lässt Du oben zu viel stehen, wird der untere Teil zu Grunde gehen
3. Fruchtholz wird nicht abgeschnitten, sonst musst Du um Früchte bitten.
4. Kahlflächen an Bäumen sagen immer, mach bald einen Rückschnitt, sonst wird es schlimmer.
Genug Zündstoff?

Wollt ich nicht
Liebe Grüße