Tomaten am Boden oder an der Stange nach oben? Was ist besser?

UweKS57

UweKS57

Mitglied
Hallo an die Tomatenkenner,
ich hatte vor einigen Wochen eine sich selbst gesähte Tomate in meinem Wildblumenbeet.
Ich habe sie rausgerissen.
An dieser Pflanze ist mir aufgefallen, dass sie an ihren Strägen auf einer Länge von min. 60 cm Wurzelaustriebe hatte.

Jetzt habe ich überlegt und frage mich, ob das Tomatenwachsenlassen am Boden mit den zusätzlichen Wurzeln vielleicht mehr Saft in die Tomaten bringt.
Beim Hochbinden mit nur Wachsatum nach oben wird die ganze Pflanze ja nur von einer Wurzel versorgt.

Schade, das Foto habe ich nicht mehr.
 
  • Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    Das geht natürlich auch. Es eine Platzfrage.
    Nein, eigentlch ist es eine Sortenfrage.
     
    Tubi

    Tubi

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    Nein, jede Tomatenpflanze bildet am Stiel Adventivwurzeln, wenn man den mit Erde bedeckt. Du kannst Deine Tomate auch schräg oder kreisförmig einpflanzen, wenn sie das mitmacht. Aber wenn die Blätter im Dreck liegen und es spritzt ständig Wasser und Erde darauf, dann kriegen die auch die in der Erde enthaltenen Pilzsporen ab und werden eher krank. Deshalb werden sie meist hochgebunden oder gestäbt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und häufigem Regen ist es wichtig, das sie luftig stehen und schnell abtrocknen können.
     
  • Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Die Idee ist nicht verkehrt. Würde sich sehr positiv auf die Nährstoff- und Wasserversorgung auswirken. Das Risiko für Blütenendfäule würde minimiert. Vielleicht würde es auch auf eine Ertragssteigerung hinauslaufen.

    Wichtig zu sagen an der Stelle ist: Die Pflanze macht diese oberirdischen Adventivwurzeln "nicht einfach so". Sondern sie macht das, weil das für diese Pflanzenart einfach typisch und charakteristisch ist. Anders formuliert: Diese Anbaumethode wäre die natürlichste der Tomate überhaupt. Das kommt schon ganz nah an das, wie die Urformen der Kulturtomaten in der Wildnis wachsen.

    Nun, aber wenn man in der Argumentationsreihenfolge zuerst die positiven Argumente schildert, ist die logische Konsequenz, dass nun die negativen, aber gewichtigeren Argumente folgen werden oder müssen. Eigentlich ist es eine, auf die ich hinaus will und die hat @Tubi ja schon genannt: Es sind die Pilzkrankheiten!

    Ich hab das schon im großen Stil gemacht im Sinne von Feldtomaten. Die da einfach auf dem Acker herumwachsen. Man kann sich schon denken, dass so in Bodennähe immer irgendwie feucht war. Während Pflanzen in die Höhe viel besser durchlüftbar sind und z.B. nach Regen schnell(er) wieder abtrocknen.

    Effekte waren dann entsprechend Pilzkrankheiten, im Prinzip die drei Klassiker: Alternaria - Botrytis - Phytophthora. Und, aber auch: Fraßschäden durch Schnecken und Feldmäuse! Etwas was man so auch nicht hätte, würde man sie in die Höhe ziehen...

    Grüßle, Michi
     
  • D

    DanielaK

    Mitglied
    Ich habe im Urlaub auch schon Tomaten so auf den Feldern wachsen sehen. Bei uns dürfte das Klima jedoch zu feucht sein und oben bereits genannte Probleme entstehen. Wenn du sie ins GWH so pflanzen würdest, ginge das eher, aber ist eine mords "Platzverschwendung". Zudem müsstest du wohl auch da eine Bewässerung sicherstellen, welche die Blätter nicht nass macht. Eben weil die Tomaten so tolle Wurzelmacher sind, pflanzt man sie ja so tief wie möglich ein um die beste Kombination aus viel Wurzeln und Trockenen Blättern zu erhalten. Wenn du Tomaten selbst ziehst und früh genug dran gehst, kannst du z.B. auch mal versuchen, die Zöglinge 2x umzutopfen bevor sie ins Beet kommen und darauf achten, dass der Topf viel Tiefe hat. Könnte mir vorstellen, dass das einen stattlichen Wurzelballen gibt, wenn du die Pflanzen 2x 'bis zum Hals' in die Erde steckst und dann nochmal beim Einpflanzen. Habs aber noch nie gemacht und weiss nicht, ob ihr das dann irgendwann auch zu bunt würde weil sie ja dann weniger Blätter bilden kann.:unsure:
     
  • Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    Tomaten auf dem Boden, dass ist für Leute, die viel Land haben, einen Versuch wert. Ich würde es sofort tun, aber leider ist mein Land begrenzt.

    Die mir bekannten Sorten, die ich anpflanze, sind Stabtomaten. Und ertragssicher.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich auszahlt , wenn man eine Stabtomate mit ausreichend Abstand pflanzt, regelmäßig ausgeizt und nach 4 bis 5 Blütenständen köpft.
     
    elis

    elis

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    Schau mal der Stekovic in Österreich baut die Tomaten liegend auf dem Feld an. Der ist Nähe der ungarischen Grenze. Da ist ein ganz anderes Klima, heiß und trocken. Da funktioniert das. Aber bei uns hat man keine Chance. Du kannst es ja mal probieren, aber das haben schon mehrere hier probiert und es hat nicht funktioniert. Bei uns ist einfach eine zu hohe Luftfeuchtigkeit.

     
    Taxus Baccata

    Taxus Baccata

    Foren-Urgestein
    Ich habe Tomaten schon ungeplant am Boden kriechend auf der Terrasse angebaut. Unter Dach. Das funktioniert einwandfrei, da wurde nichts krank. Im Freiland auf dem feuchten Erdboden würde ich das bei unserer Witterung aber nicht mehr machen.
     
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