Tomaten-Samen: Ruhephase notwendig?

Sunfreak

Sunfreak

Moderator
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Die F2-Generation meiner Tomatenzüchtung ist fertisch!

Ich hab mal so eine doofe Frage:

Die erste Tomate ist reif. Ich würde deshalb die Frucht...​
  1. ... ernten​
  2. ... aufschneiden​
  3. ... Samen rauspulen​
  4. ... Rest futtern​
  5. ... Samen in Erde versenken​
... aber: Geht das!? Oder brauchen die Samen eine Ruhephase!? :schimpf:

Grüßle, Michi :d​
 
  • B

    Blackbird

    Guest
    interessante Frage...

    Das müßte funktionieren wenn du den umhüllenden Glibberschutz gut entfernst...

    Erinner dich an die Bilder der Tomaten die schon Sämlinge insich haben, da funktioniert das auch weil der Schutz irgendwie weg oder zuwenig war....

    Probier es mal aus das du welche gleich in die Erde versenkst, und welche so ca 14 Tage trocknen läßt...
     
    Anna Gertraud

    Anna Gertraud

    Mitglied
    Hallo

    Hab auch schon mal von frischen Tomaten den Samen rausgenommen
    und in die Erde gesteckt .
    Die sind alle gekeimt .

    Die Pflänzchen hab ich dann weiterverschenkt .

    LG Anna Gertraud
     
    Ofi53

    Ofi53

    Mitglied
    Grüßle, Michi :d[/LEFT][/QUOTE]
    Halloli,
    letztes Jahr habe ich die Samen immer vergoren. Das heißt ich habe sie rausgekratzt und mit etwas Wasser in einem Gläschen mit Deckel ein paar Tage warm gestellt und öfters umgeschüttelt. Wenn der Inhalt leicht säuerlich riecht und die Samen am Boden liegen, ist es Zeit sie auf einem Sieb gut auszuspülen, und danach auf einem Kaffeefilterpapier trocknen zu lassen. Dieses Verfahren soll helfen, daß die Samen länger lagerungsfähig sein sollen.

    Gruß OFI​
     
  • Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Gut, ich werde die Samen einfach mal gewinnen & einen Moment später wieder aussäen. ;)

    Letztens habe ich ein paar schrumplige Tomatenfrüchte entdeckt. Beides gelbe Früchte. Die eine sah aus wie ein Herz. Die andere wie eine Zitrone. Der Neugierde wegen musste ich diese Tomaten unter Beschlag nehmen. Prompt habe ich Samen gewonnen. Wobei ich von jeder Frucht ein Samenkorn fand, bei dem ein 'Schwänzchen' rausguckte, also in der Frucht ein Samenkorn zu keimen begann. Die hab ich gleich mal versenkt. Der Rest getrocknet. Zwei Tage später schauten prompt die Keimlinge raus.

    Die Keimlinge muss ich ja jetzt nicht fotographieren, oder!? Ich denke es ist allgemein bekannt wie Tomatenkeimlinge aussehen. Zumindest geh ich mal davon aus. Aber ich habe von den Früchten Fotos gemacht:


    Gelbe Herzförmige


    Gelbe Zitronenförmige

    Grüßle, Michi :cool:
     
  • Mikamama

    Mikamama

    Mitglied
    Endlich mal ein Thema zu dem ich auch meine Erfahrung sagen kann, sonst frage ich ja eher.;) Also ich hab einfach mal experimentiert:

    Habe im Supermarkt Kumatos gesehen und für interessant befunden. Und so ganz kleine Mini-Tomätchen, die hatte ich bei einer Feier für die Deko, die waren köstlich. Also zack ran und Samen rausmachen. Bei der Minitomate ging das ganz einfach, die hatte ja auch Mini-Samen, auf Krepp geschmiert, abgekratzt, rein in die Erde. Nach 4 Tagen, tolle Keinlinge, sind jetzt mittlerweile total kräftig.

    Bei der Kumato wollte ich den Glibber ordentlich abmachen, dabei ist so eine Art "Hülle" vom Samenkorn abgegangen. Dann hab ich das systematisch so gemacht und den Samen praktisch rausgedrückt aus der Schale.

    Rein in die Erde - ebenfalls nach 4 Tagen super Keimlinge. Keimrate: 100 % !

    Ich werde mal abwarten und sehen wie sich die Pflanzen nun weiter entwickeln, aber ich kann nur sagen: Es klappt Bestens!
     
  • Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Sooo... Heute nun wurde die erste Tomate des Jahres geerntet:


    Es handelt sich hier um eine 'Tomaccio'. Die Samen in dieser Frucht sind in der Filialgeneration 2 (F2). Ziel ist die Züchtung einer samenfeste Sorte aus dieser Hybride.​

    Die Mutterpflanze wurde aus anderen Tomaccio-Pflanzen als die beste, mit den besten Eigenschaften ausgewählt (selektiert). Die Pflanzen mussten vorab einen extremen Belastungstest überstehen. Diese Mutterpflanze war die einzige, die der Braunfäule und anderen Krankheiten, direkter Regen, Trockenheit (es wurde nie gegossen!), leichten Frost (- 2 °C) und Schnee trotzte und dabei ein Jahr (volle 365 Tage!) in einem 13er Töpfchen ohne Düngergaben vor sich sich hinöden musste. Das gelang mir zuvor mit noch keiner Tomate!​


    Die Frucht viel deshalb nicht besonders groß aus: Da die mittlerweile 2-jährige Pflanze durch diese Belastung noch stark geschwächt ist kam die Fruchtgröße auf einen Durchmesser von lediglich 1,5 cm. Der Geschmack war sehr ansprechend süß-fruchtig mit Wildtomaten-Charakter. Süßer als andere Tomaten desselben Typs. Der Geschmack hielt sich viele Minuten nach dem Essen.​


    Die Frucht neben einem Tomaten-Keimling

    Natürlich wurde vor dem Essen die Samen entnommen. Und die haben es in sich. Da steckt geballte Power durch die Eigenschaften der Mutterpflanze.​


    Die aufgeschnittene Frucht

    Obwohl die Pflanze selber noch geschwächt wirkt sind die gewonnenen Samen von guter Qualität. Kein einziges taubes Samenkorn! Alle recht gleichmäßig in der Größe. Und dabei trotz der geringen Fruchtgröße absolut nicht zu klein geraten! Seht selbst:​


    Die Samen sind nun fertig. Der keimhemmende Glibber ist entfernt. Und nach euren Erfahrungen sofort Aussaat-ready!​

    Grüßle, Michi :cool:
     
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    Mariaschwarz

    Mariaschwarz

    Foren-Urgestein
    Guten Morgen, Michi
    und schon wieder bin ich extrem beeindruckt. Wie machst Du das bloß?
     
    S

    Schmid, Anneliese

    Guest
    Hallo Michi,
    jetzt siehst selbst, daß dies meine absolute "Lieblingstomate" ist...
    LG Anneliese, die sich jetzt auch noch eine neue Tomacciopflanze kaufen muß, um die F2 mit der F1 zu bestäuben...
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    @ Maria

    Hihi... Danke... Werde ja schon so rot wie meine Tomate... :grins:

    @ Anneliese

    Hmm... Ja, ich bräuchte auch die F1. Um die F2 mit der F1 zu vergleichen. Aber Bauhaus hatte letztens noch keine...

    Grüßle, Michi :eek:
     
  • S

    Schmid, Anneliese

    Guest
    Hallo Michi,
    ich schau heute abend im Heidenheimer Bauhaus, soll ich Dir eine miteinkaufen, wenn es die gibt?
    LG Anneliese
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Nö, brauchste normal nicht. Aber herzlichen Dank für Dein Mitdenken. Wir haben hier ja in Aalen auch ein Bauhaus. Ich schätze mal dass die Tomaccio (wie auch die Serie 'Gemüselust / Historische Tomaten') erst so Mitte Mai eintreffen, obwohl das Bauhaus ja die ersten Tomaten im Angebot hat. Abwarten.

    Letztens hatte ich zumindest noch keine gesehen. Aber ich konnte auch nicht wirklich die Tomaten anschauen. Ich war in Eile.

    Ansonsten sorry... Konnte erst jetzt den Post hier von Dir lesen und somit nicht bescheid geben. Bin unter der Woche in Schwäbisch Gmünd und komme deshalb frühestens 22 Uhr Abends wieder nach Hause.

    Grüßle, Michi :?
     
    M

    MBQ79

    Mitglied
    Mich würde mal interresieren was dieses F1; F2 immer bedeutet!
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Das F steht für Filialgeneration. Das sind Angaben (F1, F2, F3, ...), mit denen ein Züchter arbeitet. Ich will jetzt nicht mit viel Theorie daher kommen - dafür gibt es Wikipedia & Co. - stattdessen versuche ich ein praktisches Beispiel:

    Kreuzt man Tomate A mit Tomate B miteinander so spricht man von ihren Nachkommen die F1-Generation. Die Nachkommen der F1 ist die F2-Generation. Die Nachkommen der F2 ist die F3-Generation. Und so weiter.

    Solche Bezeichnungen sind erforderlich, weil mit einer alleinigen Kreuzung keine neue Sorte entstanden ist. Da kommt es zu Aufspaltungen und anderen Geschichten. Der Züchter muss selektieren, stabilisieren, einkreuzen, und, und, und. Der Weg zu einer neuen Sorte ist aufwendig und dauert viele Jahre.

    Der Gärtner kommt häufig mit sogenannten F1-Hybriden in Kontakt. Hier nutzt man die sog. Hybridzucht bei der man den Heterosis-Effekt ausnutzt. Dadurch sind diese Hybridsorten wüchsiger, ertragreicher & robuster. Der größte Nachteil dieser Hybridsorten ist der, dass die Erbinformationen nicht stabil sind. Es verliert sich der Heterosis-Effekt und es kommt zu Aufspaltungen - es gehen Eigenschaften verloren (beispielsweise Krankheitsresistenzen) und stattdessen treten andere (unerwünschte) Eigenschaften zum Vorschein. Dadurch ist es nicht lohnenswert selbst Samen von Hybridpflanzen zu nehmen. Es lässt sich allerdings (mit viel Aufwand & Wissen) aus einer Hybridsorte eine samenfeste Sorte züchten.

    Grüßle, Michi :)
     
    M

    MBQ79

    Mitglied
    Wenn ich mehr platz auf meinem Balkon hätte würde ich sowas echt anfangen. klingt sehr interressant und spannend für den Gärtner... aber da der balkon zu klein und der Gemeinschaftsgarten auch nicht dafür geeignet ist (habe da schon eine riesige Kräuterschnecke hingestellt)... na ja irgendwann kauf ich noch einen richtigen garten dazu!

    Aber Danke für die kurze Info mal. Hätte nicht gedacht das es überhaupt möglich ist für ottonormal Tommigärtner so was zu machen...
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    So die Tomaccio F2 ist nun unter der Erde! :)

    Insgesamt sind 8x Samen unter der Erde.
     
    E

    Eur0

    Mitglied
    gibts ein update zum thema?
    ganz gespannt erwarte!!!
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Na-ja, in sofern, dass keine Ruhephase notwendig ist. Der Samen keimt sofort.

    Grüßle, Michi :D
     
    E

    Eur0

    Mitglied
    sorry, ist zwar nicht das eröffnungsthema, aber ich meinte im bezug auf deine Tomaccio F2.

    fg* Eur0
     
    Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
    Mitarbeiter
    Im Moment stehen die Pflanzen nach wie vor in den kleinen 5er Anzucht-Töpfchen. Ich hatte dieses Jahr zahlreiche andere Hybridsorten im Anbau, die aufgrund interessanter Eigenschaften mein Interesse mehr geweckt haben als die Tomaccio F1. Mein Interesse eine Hybridsorte zu dehybridisieren liegt daher mehr bei anderen Hybridsorten. Außerdem arbeitet ja die 30 km von mir entfernte Anneliese selbst an einer samenfesten Tomaccio. Diese F2-Pflanzen stehen bei mir im Abstand zu 6½ cm. Bekommen volle rotz Regen ab und sind nährstoffmäßig völlig unterversorgt. Ohne Braunfäule, da im Windschatten. Aber sollte sich einer dieser Pflanzen als besonders hervorragend zeigen, trotz der widrigen Kulturführung, werde ich diese Pflanze an die Fensterbank holen und dort das Tomaccio-Projekt fortsetzen. Ansonsten konzentriere ich mich nächstes Jahr auf andere Züchtungsprojekte.

    Grüßle, Michi :)
     
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