Tomatenpflanzen mit Problem

  • Ersteller des Themas hobby66
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H

hobby66

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Hallo,
seit 14 Tagen sind die Tomaten der Sorten Previa und Vitella eingepflanzt. Sie stehen in einem Folienhaus, welches ich bei den schwankenden Wetterverhältnissen (Sonne, Starkregen, Sturm) bestmöglich geschlossen bzw bei besserem Wetter geöffnet hatte.
Jetzt stelle ich bei beiden Sorten kleine weiße Punkte auf den Blättern fest (das Foto zeigt es drastischer als es ist; es sind nur einzelne kleine Punkte, nicht das ganze Blatt verfärbt)
Meine Frage : soll das ein Pilz sein, obwohl die Pflanzen resistent sein sollten (vor allem nach dieser kurzen Zeit)?
Was empfehlen die Tomaten-Experten?
Vielen Dank für einen Rat
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  • Tubi

    Tubi

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    Bewegen sie die Punkte? Sieht mir aus wie die Häute von Blattläusen. Hast Du einen Obstbaum in der Nähe der Pflanzen stehen?
     
    H

    hobby66

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    Vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
    Ein Apfelbaum ist ca 5 m entfernt - was hat das auf sich?
    Die Punkte lassen sich meist abwischen, aber nicht so leicht.
     
    Tubi

    Tubi

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    Schau mal, ob auf dem Apfelbaum Blattläuse sitzen.
     
  • H

    hobby66

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    Der Baum ist in Nachbars Garten. Krappeltierchen konnte ich nicht feststellen.
     
  • Sunfreak

    Sunfreak

    Moderator
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    Ich kann leider nicht ausmachen, was das für Punkte sind. Hab spontan jetzt keine Idee dazu.

    Aber eins will ich klären...

    Meine Frage : soll das ein Pilz sein, obwohl die Pflanzen resistent sein sollten (vor allem nach dieser kurzen Zeit)?
    Nun, beide Hybridsorten haben eine eingebaute Resistenz gegen die Braunfäule. Folgendes sollte man dazu wissen:
    • Persönlich mag ich den Begriff "Toleranz" lieber als "Resistenz". Denn es erweckt einen falschen Eindruck. Trotz eingebauter "Resistenz" können solche Sorten die Braunfäule bekommen. Sie sind gegenüber dieser Krankheit nur widerstandsfähiger. Will heißen: Sie bekommen den Pilz garnicht (im günstigsten Fall) oder aber eben später (als Sorten ohne Toleranz), vielleicht aber auch nur weniger stark. Dass eine Pflanze mit eingebauter Toleranz an Braunfäule stirbt, ist jedoch immer möglich. Zumindest dann, wenn der Sommer Mist ist und entsprechend viele Sporen in der Luft sind.
    • Beide Hybriden sind bekannt für ihre Toleranz gegen die Braunfäule. Bei Pötschke steht, dass die Previa noch gegen "andere Pilzkrankheiten" resistent (= tolerant) sei. Welche das sind, steht da nicht. Wichtig zu wissen: Eine Sorte kann immer nur gegen die Krankheiten resistent/tolerant sein, die in der Züchtung der Sorte berücksichtigt worden ist. Beide Sorten sind dabei wohl kaum gegen alle Pilzkrankheiten resistent oder tolerant. Diese Sorten können daher auch andere Pilzkrankheiten bekommen, obgleich natürlich die Braunfäule die schlimmste und gefürchteste Krankheit ist.
    Das Wissen sollte man einfach im Hinterkopf behalten und entsprechend in der Pflege der Pflanze berücksichtigen (nicht zu eng pflanzen, ausgeizen, Regenschutz (sofern möglich), ...).

    Aber ich wills nicht schlecht reden - solche Sorten sind definitiv ein Baustein in die richtige Richtung, wenn man Probleme mit der Braunfäule hat.

    Pilzerkrankung glaub ich jedoch nicht anhand des Fotos. Ist auch noch bissl früh für die Jahreszeit...

    Grüßle, Michi
     
  • H

    hobby66

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    Hallo Sunfreak,
    vielen Dank für Deine Information. War mir sehr hilfreich unabhängig vom anstehenden Problem - man lernt nie aus.
     
    Tubi

    Tubi

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    Dann sitzen die an anderen Pflanzen. Wenn ich richtig liege. Ich schau nachher nochmal am Monitor.
     
    Tubi

    Tubi

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    So, habe nochmal geschaut. Ich bleibe dabei. Das kannst Du vernachlässigen. Aber kontrolliere regelmäßig, ob nicht auch grüne Blattläuse zu finden sind!
     
    H

    hobby66

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    Wie sieht es aus mit Milben? Ich kenne deren Erscheinigungsform nicht; könnte so etwas auch möglich sein?
     
  • Tubi

    Tubi

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    Gibt es irgendwelche Schäden, Saugspuren? Wenn Du Dir unsicher bist, leg ein Blatt unter Mikroskop und schaue, ob es krabbelt. M. E. brauchst keine Sorgen zu machen,
     
    Pyromella

    Pyromella

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    Bei Spinnmilben müsstest du Saugspuren sehen - und wenn du dir die Blattunterseite mit Mikroskop oder Lupe ansiehst, solltest du die Tierchen auch sehen können. Es würde mich sehr stark wundern, wenn du fündig würdest.

    Keine Idee, was die weißen Pünktchen sind, aber ich bin auch Tubis Ansicht, dass du dir keine Sorgen machen musst.
     
    Tubi

    Tubi

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    Ich hatte das auch schon an meinen Tomaten. Allerdings kamen die Blattläuse selbst dann auch. Das Ganze habe ich mir paar Jahre angeschaut und dann der danebenstehenden Reineklode den Garaus gemacht.
     
    Zuletzt bearbeitet:
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    Desperado

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    @Sunfreak
    Die Begriffe Toleranz und Resistenz darf man nicht gleichsetzen. Eine Resistenz beruht auf einem eingekreuzten Resistenzgen, z.B. das mlo-Resistenz in der Gerste, die - falls dieses Gen in ihrem Genom enthalten ist - gegen einen bestimmten Mehltaustamm resistent ist, oder die Rlm7-Phomaresistenz im Raps.
    Wenn die Resistenz allerdings nur auf einem Gen beruht, kann ein mutierter Erreger diese mit der Zeit durchbrechen.

    Gegen die Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule bzw. Braunfäule) gibt es in unseren Kultursorten allerdings keine effektiven Resistenzgene. Die gibt es nur in einigen wenigen Wildformen, wo sich aber eine Einkreuzung nicht lohnt, weil dadurch Ertrag und Qualität stark darunter leiden. Nicht vergessen darf man dabei auch, dass die Wildformen von Kartoffel und Tomate viele Giftstoffe (Alkaloide) produzieren. Eine Resistenzübertragung ohne die positiven Eigenschaften einer Zuchtsorte zu zerstören, funktioniert daher nur mit Hilfe der Gentechnik.

    Was der Handel dem Verbraucher als "resistente Sorten" verkauft, sind in Wahrheit nur Sorten mit einer etwas besseren Widerstandsfähigkeit (Toleranz) gegen diese gefährliche Krankheit. Das heißt, die Krankheit verbreitet sich etwas langsamer, so dass Dir bei einem starken Befall noch ausreichend Zeit bleibt, ein geeignetes Fungizid zu spritzen, bevor diese Krankheit den Blattapparat völlig zerstört.

    P.S.: Ich tippe übrigens auch auf Spinnmilben. Die verbreiten sich im feucht-warmen Mileu des Gewächshaus' recht stark. Im Freiland hat man damit eigentlich keine Probleme.
    Was helfen soll - ich hab's noch nicht ausprobiert - ist ein Rapsöl-Wasser-Gemisch mit nem Tropfen Spüli als Emulgator
     
    Tubi

    Tubi

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    Sind Spinnmilben so groß? Ich hatte noch nie welche an Pflanzen. Und müssten die Blätter dann nicht anders aussehen? Ich finde sie sehen recht vital aus.
     
    Pyromella

    Pyromella

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    Rapsöl-Wasser usw gegen Spinnmilben hilft nicht wirklich. Und von Spinnmilben befallene Blätter sehen definitiv anders aus, glaubt jemanden, der fast jedes Jahr Ärger mit den Viechern hat. Die Milben sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge eher erahnt als sieht, eine Lupe ist hilfreich oder die Vergrößerung vom Fotoapparat, wenn man kein Mikroskop hat.

    Falls doch mal Spinnmilben auftauchen, so haben wir hier Mittel, die helfen gesamelt:
     
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