Hi Lauren!
Michi, darf ich dir drei Fragen stellen?
Klar...
- Wenn ich die Samen im Warmen + Hellen zum Keimen gebracht habe und die Pflänzchen ein Stück gewachsen sind - kann ich sie dann nach einer kleinen Weile hell + etwas kühler (also so bei ca. 15°C) stellen? Oder wäre das fürs Wachstum eher schädlich?
Nein, etwas niedrigere Temperaturen sind keinesfalls schädlich für die Pflanzen. Im Gegenteil: Mit jedem Grad weniger wachsen die Pflanzen gesünder heran. Das liegt daran, dass um diese Jahreszeit an fasst jeder Fensterbank akuter Lichtmangel herrscht. So hell sie uns diese auch erscheinen mag.
Bei normaler Zimmertemperatur stellen die kleinen Pflänzlein auch ordentliche Anforderungen an das Lichtangebot. Wenn dann nicht ausreichend Licht zur Verfügung steht, dann wachsen sie schnell in die Höhe. Immer auf der Suche nach mehr Licht. Das reicht von einem unnatürlichen, leicht ungesundes, aber noch tolerierbares Pflanzenwachstum bis hin zum klassischen äußerst schädlichem Geilwuchs.
Um so niedriger die Temperaturen, um so niedriger stellen die Pflanzen die Anforderungen an das Licht. Da die Temperatur zwar niedriger liegt, wachsen die Pflanzen langsamer heran. Dafür aber gesünder, schön gedrungen und kompakt im Wuchs. So wie eine Pflanze in der Natur ohne Lichtmangel heranwachsen würde. Pflänzlein in der Qualität wie vom Profi-Gärtner können dann das Ergebnis sein.
Ich persönlich arbeite mit Pflanzenlampen, damit hat sich für mich persönlich das Lichtproblem erledigt. An einer Fensterbank mit nur natürlichem Sonnenlicht würde ich so arbeiten: Samen aussäen. Keimen lassen bei 20 bis 24 °C. Und sobald sich die Keimlinge zeigen, sofort kühler stellen (und natürlich nach wie vor so hell wie möglich). Gleich zu Beginn ihres Lebens ist die Gefahr für die Tomaten geilwüchsig zu werden am Höchsten. Denn sie haben eben nur ihre beiden Keimblätter zur Verfügung um damit Licht aufnehmen zu können. Außerdem sind meist zu Beginn der Anzucht die Sonne (sofern sie überhaupt scheint) noch nicht kräftig. Später, wenn die Pflanzen etwas größer sind, z.B. wenn nach dem Umtopfen in größere Töpfe der Platz auf den kühl-hellen Fensterbänken nicht mehr reicht, kann man die Anzucht dann auch auf wärmere Fensterbänke ausweiten. Die Sonne ist bis dahin dann auch kräftiger.
- Wachsen die Pflanzen schneller, wenn man sie schon ganz klein (10-15 cm) gleich in den richtigen großen Kübel pflanzt..?
(Bisher habe ich es nämlich meistens so gemacht, dass ich "schrittweise vergrößert" habe, und jedesmal haben die Pflanzen dann einen ordentlichen Schub getan.)
Ich habe auch schon Tomaten direkt in einen großen Kübel gesät. Sie wachsen dann kontinuierlich durch und werden nicht mehr durch einen zu kleinen Topf im Wachstum gehindert.
Sofern du das irgendwie managen kannst spricht nichts dagegen recht früh mit den entgültigen Kübeln zu arbeiten. Ist aber nicht zwingend vom Vorteil, man bekommt es eigentlich auch ganz gut ohne hin, sprich dass man sie rechtzeitig umtopft, bevor sie einen Wachstumsstopp hinlegen. Aber vom Nachteil, für die Pflanze selbst, ist es auch nicht.
Und zu guter letzt: Kann eine frühe Blüte grundsätzlich auch an der Sorten liegen - also, ob es eine frühe oder späte ist? Oder bezieht sich das früh und spät wirklich ausschließlich auf die Reifezeit der Tomate?
Also die Reifezeit der Frucht selbst ist der Hauptfaktor. Aber es gibt schon auch Unterschiede bei der Blüte. Sprich Sorten die frühzeitiger mit dem Blühen beginnen, als andere. Auch gibt es jungfernfrüchtige Sorte, welche nicht erst die Bestäubung abwarten, um mit dem Fruchtwachstum beginnen zu können, sondern die das bereits ohne tun. Diese beginnen mit dem Fruchtwachstum bereits an diesem Tage, an dem die Blüte zum ersten Mal aufblüht. Kurios, was!?
Grüßle, Michi :?