Ungras, Unkraut oder einfach nur Poa? - Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr

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secretdanny

Neuling
Hallo zusammen,

nachdem ich nun schon seit einigen Wochen still und heimlich in diesem sehr informativen Forum als Gast mitgelesen habe, möchte ich mich nun selbst einmal an die Community wenden und von diesem geballten "Schwarmwissen" hier profitieren.

Nach unserem Hauskauf im Frühjahr 2018 habe ich mich als erstes um den Garten gekümmert und diesen einmal komplett "resettet". Im August 2018 konnte ich dann endlich die lang ersehnte Eurogreen Rasenmischung "Rasana Super" ausbringen. Diese setzt sich wie folgt zusammen (Quelle: Eurogreen Produktseite)

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Nachdem endlich alles angegangen war, wurde die Fläche grundsätzlich nur mit dem Gardena Handspindelmäher gemäht und das Schnittgut - so gut es mit der Gardena Auffangkorb-Fehlkonstruktion geht - aufgefangen und bewusst nicht liegen gelassen. Laut Hersteller sollte im Folgejahr der Anlage nicht vertikutiert werden. Hieran habe ich mich natürlich gehalten. Gedüngt wurde grundsätzlich alle 6-8 Wochen gem. Herstellerempfehlung. Im Sommer 2019 erfolgte die erste Unkrautvernichtung mit Düngung (Kombiprodukt), im Sommer die Düngung mit dem NPK Dünger (Olympa P65), im Herbst die Ausbringung des Herbsdüngers. Soweit so gut. Das Ergebnis konnte sich - wie ich meine - stets sehen lassen. Hier einmal ein Bild der Fläche aus dem Spätsommer 2019:

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Im März 2020 erfolgte dann die erste Vertikutierung und die anschließende NPK Düngung (Olympia P65). Ab da an geht nun mein Leidensweg los. Seither machen sich sehr auffällige Gräser / Horste breit, die wir zunächst einmal manuell / punktuell gezupft haben. Ich hielt sie erst für Hirse, dann für Honiggras. Gemäht wird seit ein paar Wochen (grundsätzlich wird alle 2-3 Tage auf 22-25 mm gemäht) mit dem lang ersehnten Swardman Edwin 2.1 Benziner, da der Handsichelmäher auf Dauer doch sehr anstregend auf der Fläche (ca. 275 m2) war.

Nach dem ersten Lüften der Fläche zeigte sich dann das wahre Ausmaß dieser Gewächse, die über die kleinen Zinken aus der Narbe nach oben gezogen wurden. Dann gestern schließlich die zweite Lüftung (nach 4 Wochen) und das wirklich erschreckende Ergebnis (siehe Bilder unten). Nach der ersten Lüftung und den ersten kritischen Blicken auf die Fläche habe ich direkt einmal eine Bodenanalyse machen lassen, um zu sehen, welches Nährstoffungleichgewicht hier evenuelle Ungräser begünstigt und war von einem sauren pH-Wert ausgegangen. Aber dieser sieht soweit okay ist. Einzig an Kalium mangelt es. Hier schaue ich gerade nach dem passenden Dünger, der zugleich einen niederigen Phosphor-Anteil hat.

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Seit Tagen lese ich mich nun durch Foren, Blogbeiträge, schaue endlose Youtube-Videos und versuche anhand von Bildabgleichen zu bestimmen, was genau sich hier in der Fläche breit gemacht hat und inzwischen sehr "invaisv" ist. Inzwischen verzweifle ich schon fast und sehe den Wald allem Anschein nach vor lauter Bäumen nicht mehr bzw. den Rasen vor lauter Stängeln ...
Handelt es sich hierbei vielleicht um eine poa-Art? Ich lande immer wieder bei Bildern der poa supina, die sich ja laut Hersteller ab dem zweiten Jahr ausbreitet und sehr dominant wird. Da dies aber ein sehr anspruchsvolles Gras ist, kann ich mir aktuell nicht wirklich vorstellen, dass die poa supina dieser dominante Vertreter auf der Fläche ist.

Ich würde mich daher sehr freuen, wenn von euch einmal jemand einen Blick auf die Bilder werfen könnte bzw. eine Idee hat, worum es sich hierbei tatsächlich handelt. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf den Austausch mit euch.

Viele Grüße aus dem schönen Weserbergland


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  • Wasserlinse

    Wasserlinse

    Moderator
    Mitarbeiter
    Herzliches Beileid. Hättest du doch bloss das Vertikutieren gelassen... Damit hat alles begonnen.

    Es hätte vollkommen gereicht, mit einem Belüfter über den Rasen zu fahren, wenn überhaupt.

    Ich empfehle für die Zukunft: Vertikutierer verkaufen (am besten an ein Fussballstadion), ausser er hat auch eine Funktion als Belüfter, die du einstellen kannst, alle 4 - 6 Wochen düngen, da du nicht mulchst und mässig, dann aber gründlich wässerst.

    Leider kenne ich mich viel zu wenig mit den verschiedenen Grassorten aus, kann dir also nix zu den oben gezeigten Gräsern sagen.
     
    P

    Pluto

    Mitglied
    Hinsichtlich der der Grasart auf den Bilden kann ich dich größtenteils beruhigen. Es handelt sich um Poa supina. Aber auf dem mit "image2" betitelten Bild sind Blüten zu erkennen, die Poa supina jetzt nicht mehr treiben sollte. Das ist wahrscheinlich Poa annua und sollte entfernt werden, es sei denn das Bild ist vom April oder Anfang Mai.

    Was das Vertikutieren und Lüften betrifft, allerdings aus der Not heraus abgestorbenes Gras zu entfernen, hatte ich ähnliche Probleme. Siehe mein Beitrag vom September 2018: Rasenfläche mit Poa supina vertikutieren

    Da mir hier niemand Informationen darüber lieferte, habe ich beim Hersteller der Rasenmischung angerufen und auch dort nur den Hinweis erhalten, dass Supina-Rasen regelmäßig vertikutiert werden sollte. Soviel zu den Experten.

    Selbst beim Durchharken wurden die Ausläufer von Supina herausgezogen. Deshalb habe ich in Zukunft darauf verzichtet.
     
    S

    secretdanny

    Neuling
    Hallo ihr zwei,

    habt vielen Dank für euer Feedback. Dass es sich tatsächlich um poa supina handelt beruhigt mich natürlich ungemein und zeugt natürlich von der erfolgreichen Pflege. Dennoch wundert es mich schon etwas, dass die supina so plötzlich und ungezügelt zu treiben beginnt.

    Von der poa annua habe ich tatsächlich nur kleine, vereinzelte Nester, die ich derzeit aussteche oder manuell zupfe. Insbesondere die Blüten entferne ich derzeit gezielt manuell. Auch hier war der Swardman wohl die richtige Wahl, da das Schnittgut zu 98% im Korb aufgefangen wird. Beim Gardena Spindelmäher (trotz Korb) ging immer massiv etwas daneben, wodurch natürlich auch die Blüten der unerwünschten poa annua großzügig verteilt werden.

    Zwischenzeitlich habe ich aber schon den schwerwiegenden Fehler gefunden: ich habe recht früh im März nach den ersten Sonnentagen vertikutiert, ohne vorher gedüngt und die Gräser damit gestärkt zu zu haben. Die Düngung (Olympia Plus 65) habe ich direkt nach dem Vertikutieren vorgenommen.

    Da ich beim Swardman sowohl die Vertikutierkasette (in der Aktion umsonst dazu bekommen) als auch die Lüfterkasette habe, werde ich wohl - sofern nötig - im Herbst düngen und nachsäen, bis dahin aber alle 4 Wochen schonend lüften. Zudem werde ich die Schnitthöhe auf 25 bis 30 mm hoch korrigieren, da die 22 mm insgesamt wohl zu kurz sind. Hier laufe ich Gefahr, den Pflegeaufwand in die Höhe zu treiben als auch Unkräutern einen besseren Weg in die Fläche zu ebnen.

    Aber noch einmal zurück zur poa supina: ich hatte seinerzeit gelesen, dass diese mitunter mehrere Jahre braucht, um sich durchzusetzen. Dann ging das ja jetzt doch recht flott.
    Und: ist es denn normal, dass nach dem schonenden Lüften solch übermäßig lange Triebe aus der Narbe gezogen werden? Beim nächsten Mal werde ich dann wohl erst lüften und dann direkt im Anschluss mähen?
     
  • P

    Pluto

    Mitglied
    Aber noch einmal zurück zur poa supina: ich hatte seinerzeit gelesen, dass diese mitunter mehrere Jahre braucht, um sich durchzusetzen. Dann ging das ja jetzt doch recht flott.
    Die Frage ist, wie man Durchsetzen definiert. Noch scheinen im deinem Rasen die anderen Grasarten in der Überzahl vorhanden zu sein. Poa Supina fällt aufgrund der helleren Farbe und der langen Ausläufer besonders auf. Irgendwann besteht der Rasen aus fast nichts anderem mehr. Hierwar das nach etwa 2 Jahren der Fall, aber ich hatte auch noch zusätzlich pure Poa supina Samen dazu gemischt.
    Und: ist es denn normal, dass nach dem schonenden Lüften solch übermäßig lange Triebe aus der Narbe gezogen werden? Beim nächsten Mal werde ich dann wohl erst lüften und dann direkt im Anschluss mähen?
    Leider habe ich keinen Lüfter, aber wie ich schrieb, passierte es auch beim Durchharken. Das liegt wohl daran, dass die Ausläufer noch nicht angewurzelt sind. Aber selbst nach dem Anwurzeln bilden sich neue Ausläufer. Weil ich dafür leider auch keine Lösung gefunden habe, lass ich es halt. Die anderen Rasenflächen kosten mich schon viel zu viel Zeit.
     
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