Weide mit Kätzchen schneiden - wann?

Elkevogel

Elkevogel

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Hallo ihr Lieben und Wissenden,

2016 haben wir ja eine Wildhecke gepflanzt und eine Weide aus dem bestellten Sortiment ist am Bach gelandet, da ihr der Standort in der Hecke wohl nicht feucht genug gewesen wäre.
Es müsste die Reifweide ( Salix daphnoides ) sein. Sicher bin ich aber nicht und es ist vermutlich auch egal um welche Sorte es sich handelt. Sie gedeiht jedenfalls prächtig, ist mehrere Meter hoch und schiebt jedes Jahr massenhaft Kätzchen zur Freude der Bienen und Hummeln.

Mein Problem:
Weiden sollen ja eigentlich vor dem Austrieb (im Februar) geschnitten werden.
Aber was, wenn die Kätzchen ewig dran hängen und erst verschwinden, wenn das Laub schon fast voll ausgetrieben hat?
Die Weide hier hätte einen Rückschnitt dringend nötig, aber ich bringe es irgendwie nicht fertig, dem Kleingetier das Futter vor der Nase wegzuschneiden :oops:
Ab 01.03. ist eigentlich Verbot für größere Schnittmaßnahmen - aber in der Weide und auch direkt angrenzend wird sicher nicht gebrütet. Gilt das Schnittverbot dann auch? Ist ja Privatgarten.

Wann soll ich schneiden?
Am liebsten würde ich sie komplett auf den Stock setzen.
Alternativ würde ich aber auch 2020 eine Hälfte kappen und 2021 den Rest.
Was meint ihr?

Danke und liebe Grüße
Elkevogel

PS: aus dem Schnittgut wird auf jeden Fall Nachwuchs gezogen:cool:. Ein Bild von dem Monstrum könnte ich morgen machen.
Möchte evt. jemand Triebe für die Anzucht haben nachdem ich geschnitten habe? Dann bitte PN schicken.
 
  • Wasserlinse

    Wasserlinse

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    Jetzt schwirren Biene & Co. noch nicht herum. Du kannst also sicher jetzt oder auch bis Ende Februar schneiden. Ich würde sie aber auch nur zur Hälfte auf den Stock setzen.

    Interesse an Trieben habe ich, da wir für unsere Schule gerne Bienennahrung anbieten wollen. Ich werde dir daher eine PN schicken. :freundlich:
     
    Zuletzt bearbeitet:
    wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Mitglied
    Damit du den Bienchen und Co nicht die gesamte Frühfutterquelle nimmst: schneid doch einfach nur einzelne Äste zurück - im nächsten Jahr dann die andern usw.

    (Mach ich mit Sträuchern auch so, die ich nicht komplett auf Stock setzen will;-) )
     
    Biggi13

    Biggi13

    Mitglied
    Grundsätzlich dürfen Hecken, Gehölze, Bäume ab dem 1. März nicht mehr geschnitten werden - und das gilt auch für Privatgärten. Ausnahmen werden nur erteilt, wenn die Standsicherheit bedroht ist.

    Weiden treiben sehr schnell aus, ich würde sie jetzt schneiden, bzw. auf den Stock setzen. Um sicher zu gehen, dass die Blüte nicht verloren geht, nur die Hälfte schneiden, wie schon vorgeschlagen.
     
  • F

    feiveline

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    Es ist zwar erlaubt Weiden bis zum 28.02. zu schneiden, es gibt allerdings auch Stimmen, dass man Weiden entweder im Herbst oder (in dem Jahr) garnicht schneiden sollte.

    Grund ist, dass die Kätzchen mit die erste greifbare Nahrung für Insekten (hier auch besonders Königinnen von Hummeln etc., die viel Energie benötigen) sind.
    Diese dann wegzuschneiden wäre für einen naturnahen Garten mehr als kontraproduktiv...
     
  • Okolyt

    Okolyt

    Moderator
    Mitarbeiter
    Grundsätzlich dürfen Hecken, Gehölze, Bäume ab dem 1. März nicht mehr geschnitten werden - und das gilt auch für Privatgärten.
    Das ist jetzt aber etwas irreführend und so nicht richtig.
    Hecken, Gebüsche und Gehölze dürfen in NRW dann nicht abgeschnitten oder auf Stock gesetzt werden.
    Form- und Pflegeschnitte sind nach dem 01. März selbstverständlich erlaubt.....
     
  • wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Mitglied
    Ich find generell "auf Stock setzen" mit die schlimmste Methode; ist für mich Hausmeisterschnitt hoch 4 oder noch schlimmer.
    Mach ich nur, wenn ich eine totale Verjüngung brauche, was aber bei entsprechender Pflege kaum anfällt.
     
    Okolyt

    Okolyt

    Moderator
    Mitarbeiter
    Mit meinem Sommerflieder mache ich das jedes Jahr...... :whistle:
     
    wilde Gärtnerin

    wilde Gärtnerin

    Mitglied
    Ja, das ist was anderes. Mach ich auch fast immer, aber, weils mir doch nicht so gut gefällt: auch mal mit 1 -2 Jahren Pause. Tut der Blüte nichts.... Ist auch so ein bisschen. Empfehlung, muss aber nicht sein :eek:
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Es ist zwar erlaubt Weiden bis zum 28.02. zu schneiden, es gibt allerdings auch Stimmen, dass man Weiden entweder im Herbst oder (in dem Jahr) garnicht schneiden sollte.

    Grund ist, dass die Kätzchen mit die erste greifbare Nahrung für Insekten (hier auch besonders Königinnen von Hummeln etc., die viel Energie benötigen) sind.
    Diese dann wegzuschneiden wäre für einen naturnahen Garten mehr als kontraproduktiv...
    Hallo Feiveline,
    genau das ist der Grund meiner Frage:
    Ob ich im Herbst oder jetzt schneide ist doch eigentlich egal - Schnitt bedeutet Kätzchen als Nahrung sind weg!
    Also was tun?
    Da die Weide definitiv gekappt werden muss:
    lieber jetzt vor dem Austrieb der Kätzchen oder
    doch erst Ende Februar, wenn schon gekostet werden konnte?

    @Wasserlinse
    das bekommen wir hin. Ich antworte Dir:paar:

    LG
    Elkevogel
     
  • Wasserlinse

    Wasserlinse

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    Es heisst, blühende Weiden stehen unter Naturschutz, weil man dann den Bienen ihre Nahrungsgrundlage wegnimmt.

    Leuchtet auch irgendwie ein: Sie haben dem Bienenstock gemeldet, dass da feines Happi happi ist und wenn sie alle daher geschwirrt kommen, ist es weg.

    Von daher würde ich jetzt schneiden, bevor sie unter Naturschutz stehen. Du schneidest ja nicht alles?
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    OK,
    ich denke, dann werde ich bei nächster Gelegenheit der Weide an den Kragen gehen und die dicksten sowie längsten Äste rausschneiden.
    Aus den dickeren Teilstücken werde ich Nachwuchs stecken; die dünnen Spitzen werden sich als geflochtene Beetbegrenzung gut eignen.
     
    F

    feiveline

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    Also wenn, dann jetzt sofort.... da viele Kätzchen an den Enden der Äste entstehen, würde ich einige „erwachsene“ Äste ganz stehen lassen und diese (einzelnen!) Äste dann nach der Blüte herausnehmen.
    Außerdem können dann ggf. sogar noch „neue“ Kätzchen entstehen, denn noch hat ja kein Saftfluss eingesetzt.

    Das Verbot bezieht sich ja auf die Blütezeit (bei Weiden) und eine Rodung bzw. totales „auf den Stock setzen“. Form- und Pflegeschnitte sind das ganze Jahr erlaubt.

    Dass Du vorher guckst ob da Nester o.ä. drin sind, setze ich bei Dir jetzt einfach mal voraus...
     
    Chrisel

    Chrisel

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    @Elkevogel
    ich habe gerade die neuste Ausgabe von kraut&rüben vor mir liegen. Darin ist ein sehr großer Bericht über Weiden.
    Vielleicht besorgst du dir die Zeitschrift und liest den Artikel.
     
    F

    feiveline

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    @Chrisel, ich könnte den Bericht ggf. auch einstellen bzw. per Mail an @Elkevogel übersenden... hab die „Kraut und Rüben“ auch seit Jahren abonniert..
     
    Chrisel

    Chrisel

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    @feiveline , das kannst du gerne machen.
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Hallo Chrisel und Feiveline,
    ist der Bericht in der Februarausgabe?
    Dann besorge ich mir die.
    Falls noch Januar, wäre ich über eine Kopie per Mail sehr dankbar.

    Danke und LG
    Elke
     
    Chrisel

    Chrisel

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    Er ist in der Februar Ausgabe.
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Dann kaufe ich sie spätestens Freitag.
    Danke für den Hinweis an euch beide :paar:
    LG
    Elke
     
    F

    feiveline

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    Wenn Du sie nicht mehr bekommen solltest schick mir eine PN mit Deiner Mail-Adresse, dann scanne ich die Seiten ein und schick sie Dir...
     
    Chrisel

    Chrisel

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    Dieses ist eigentlich der wichtigste Artikel in dem ganzen Bericht.

    Weiden sind nicht nur beliebter Rast- und Ruheplatz für Waldohreulen, sie zählen nach Eichen zu den wichtigsten Insekten - Gehölzen.

    Rund 2500 Insektenarten profitieren von Weiden.
    Schmetterlinge, Honig - und Wildbienen, Hummeln. Wespen, Schwebfliegen und Käfer leben von und mit ihnen.
    Einige Wildbienenarten haben sich auf Weiden spezialisiert und packen ihren Larvenproviant ausschließlich mit deren Pollen. Diese Kraftnahrung unterstützt auch Honigbienen beim Start in die Brutsaison. Außerdem liefern die Blätter Futter für Raupen von knapp 170 Großschmetterlingen. In den Baumhöhlen von Kopfweiden suchen neben Haselmäusen, Siebenschläfern und Baumfledermäusen auch Steinkäuze Zuflucht. Sie zählen zu den wichtigsten Brutplätzen der stark bedrohten Greifvögel. Der Biber ist ebenfalls auf Weiden angewiesen: Er ernährt sich über acht Monate von Rinde und nutzt das geschälte Holz zum Bauen.

    Ihr seht also: Die Weide ist ein sehr wichtiger Baum.
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Zu Chrisels Auschnitt aus dem Artikel in der Kraut & Rüben:
    Mein Plan für die Steckhölzer:
    Erstmal werden die meisten in einen Kübel gesteckt um Wurzeln zu schlagen. Der Kübel steht schattig am Bach. Das sollte klappen.
    Ein paar davon bekommt @Wasserlinse
    Einen weiteren Teil werde ich am Grundstücksrand direkt am Bach stecken, so dass es dort in wenigen Jahren hoffentlich einen dichten Weidenbewuchs gibt.
    Bisher stehen in der Dorfmitte an 2 Bächen (1 x komplett durch öffentlichen, 1 x einseitig durch privaten Grund) nur noch 2 Weiden einsam und verlassen. Nettes Bienenfutter - mehr nicht.
    2 Weiden am öffentlichen Bachgrundstück sind vor einigen Jahren bei Stürmen gekippt und nicht gerettet/ersetzt worden :( . Der Bauhof hat die Reste entsorgt und fertig.
    Da wir an der Grundstücksgrenze aus der Mauer den Ailanthus altissima/Götterbaum gerodet haben, fehlt uns dort ein bisschen Abgrenzung in Richtung Straße. Und da genau dort die 2 Bäche sich zu einem vereinigen und eingedohlt werden bietet sich ein Weidenwäldchen geradezu an:D
    Und da sich hier ohnehin niemand um die privaten Wiesen kümmert, die an die Bäche grenzen....

    Also wenn, dann jetzt sofort.... da viele Kätzchen an den Enden der Äste entstehen, würde ich einige „erwachsene“ Äste ganz stehen lassen und diese (einzelnen!) Äste dann nach der Blüte herausnehmen.
    ja, so habe ich mir das gedacht: "die dicksten sowie längsten Äste rausschneiden".
    Da bleibt noch einiges an "erwachsenen Ästen" über.
    Vielleicht geht bei den höchsten auch ein Rückschnitt auf ein gute Gabelung, an der ältere Seitentriebe sind. Da muss ich beim Schnitt gucken.
    Ich denke, am Ende wird noch etwa die Hälfte stehenbleiben.
    Davon schneide ich nach der Blüte wieder einen Teil?
    Und den Rest dann im nächsten Jahr?

    LG
    Elkevogel
     
    F

    feiveline

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    Ich würde das was auf jeden Fall noch runter soll im Herbst/Spätherbst runterschneiden, damit Du nächstes Frühjahr nicht wieder in das "Dilemma" mit der Blüte kommst...
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Gestern habe ich angefangen zu schneiden - viele Äste waren leider doch schon zu dick für die Astschere.
    Da muss GöGa mit der Motorsäge dran.
    Fatal ist, dass die - lt. Beitrag in der K&R - kritischen 5 cm Durchmesser bei vielen Ästen an der Basis schon erreicht sind.
    Daher wird eher weiter oben ausgelichtet als teilweise auf den Stock gesetzt und gleich nebenan paar der Schnitthölzer gesteckt, damit Nachwuchs sicher ist.
    Und in Zukunft wird früher auf den Schnitt geachtet!
    Liebe Grüße
    Elkevogel
     
    Chrisel

    Chrisel

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    Das weite oben geschnitten wird, wird die Insekten sehr freuen.
     
    Elkevogel

    Elkevogel

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    Mich auch :D .
    Aber der Rest muss leider doch auch noch wenigsten zur Hälfte ab.
    Und dann bleibt zu hoffen, dass die Weide das überlebt und wenigstens 2021 und 2022 noch austreibt.
    Bis die Stecklinge zu voller Wuchskraft antreten.
    Die in dem Artikel beschriebenen Einfaulungen müssen ja nicht auftreten.
    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!
    LG
     
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