Wie präpariert man einen Zweig Feigenbaum zu Steckling?

Pflanzrella

Pflanzrella

Neuling
Hallo liebe Garten-Community,
ich bin ziemlich neu hier auf diesem Gebiet, deshalb entschuldigt falls irgendwas nicht stimmen sollte.
Meine Mutter war letztens mit ihrem Freund in Italien (genauer gesagt: auf Elba), wo wir ein Haus besitzen (sind nicht reich, nur ein Erbstück).
Da wir dort auch früher gerne waren, wusste ich, dass dort im Garten ein toller Feigenbaum wuchs.
Ich bat sie also mir einen Ableger mit zubringen, dies stellte sich aber als schwierig heraus, weshalb sie gestern anstatt mit einem Ableger, mit ein paar Feigenbaumzweigen dahergekommen ist und so fest davon überzeugt war, dass ich daraus Stecklinge machen kann, aus denen dann Wurzeln wachsen. Habe einen gewissen Ruf in der Familie, aus jedem noch so kleinen Kern, eine Pflanze ziehen zu können, was natürlich nicht stimmt. Da Pflanzen Lebewesen sind und dementsprechend auch nach Lust und Laune keimen und nicht, weil ich es will.
Ich hoffe ihr versteht das nicht falsch, ich will selber unbedingt daraus einen Feigenbaum machen und nicht weil meine Mutter davon überzeugt ist!
Meine Frage also: Wie schneide ich jetzt die Zweiglein zurecht mit einer 99 prozentigen Garantie, dass daraus was wächst?
Das hat sich gereimt! :D
Oder soll ich sie im Wasser erst einmal ziehen?
Mich würde es sehr interessieren und toll wäre es, heute noch eine Antwort zu bekommen, da ich in der nächsten Zeit etwas eingeschränkter bin.
Alles Liebe,
Pflanzrella 🌺
 

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  • Pyromella

    Pyromella

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    Hallo Pflanzrella, willkommen im Forum.


    @00Moni00 könnte da vielleicht helfen. Ich meine zumindest, dass sie schon Feigen aus Stecklingen gezogen hat.

    Liebe Grüße, Pyromella
     
    00Moni00

    00Moni00

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    Ja habe ich...
    Die Stecklinge sollten verholzte Triebe sein, ca. 10cm lang und ich ziehe die immer im Wasser vor, da sehe ich wann die Stecklinge wurzeln haben - dann werden sie einesetzt in Erde.
    Klappt fast immer-
    DSC00936.JPG DSC01092.JPG DSC04599.png

    DSC09109.png DSC02218.JPG
     
    P

    Platero

    Mitglied
    Dass Stecklinge bewurzeln ist nicht das Problem. Das Problem ist die Herkunft des Stecklingsmaterials.

    Südlich der Alpen werden Feigen von der Feigengallwespe befruchtet. Sie sind auf dieses Insekt angewiesen, um Früchte anzusetzen, ohne Gallwespe keine Feigen.
    Nur leider gibt es die Wespe bei uns nicht. Feigenbäume von Stecklingen aus dem Süden werden bei uns keine Früchte tragen.

    Feigenbäume, die in Deutschland angebaut werden sind selbstfruchtend, brauchen also keine Bestäubungspartner.
    Ausserdem sind die hiesigen Sorten extra auf frostverträglichkeit selektioniert.

    Ein Italienmitbringsel hat also schlechte Chancen einen Winter zu überleben (ausser im Topf gezogen und Indoor überwintert) und wird zum "Dank" nie Früchte bringen.
     
  • Pflanzrella

    Pflanzrella

    Neuling
    Vielen Dank!
    Du hast also die Blätter abgemacht, die Knospen aber dran behalten.
    Dachte aber eigentlich, dass man die Knospen entfernen muss, damit die Pflanze Kraft in die Wurzeln und nicht in die Knospe steckt…
     
  • Pflanzrella

    Pflanzrella

    Neuling
    Vielen Dank @Platero.
    Das wusste ich nicht…
    Klar ist es schade, dass er keine Früchte tragen wird.
    Aber es geht mir auch weniger um meinen Nutzen von dem Ganzen, sondern um die Tatsache, aus einem Stock, aus einem Kern oder aus etwas Totgeglaubtem wieder neues Leben zu erschaffen. Habe tatsächlich auch einen Blog, wo ich genau aus solchen Sachen wieder etwas ziehe.
    Ich werde es versuchen!
    Und selbst wenn es nicht klappt, war es eine wichtige Erfahrung, die ich dadurch sammeln konnte ☺
     
  • 00Moni00

    00Moni00

    Foren-Urgestein
    Vielen Dank!
    Du hast also die Blätter abgemacht, die Knospen aber dran behalten.
    Dachte aber eigentlich, dass man die Knospen entfernen muss, damit die Pflanze Kraft in die Wurzeln und nicht in die Knospe steckt…
    Probiere es auf jeden Fall mit den mitgebrachten Stecklingen aus, im Winter stellst du kleinen Pflänzchen in ein ungeheiztes Zimmer aufs Fensterbrett und im Frühjahr können die dann schon raus in eine geschützte Ecke am Balkon oder Terrasse...
     
    Pflanzrella

    Pflanzrella

    Neuling
    Probiere es auf jeden Fall mit den mitgebrachten Stecklingen aus, im Winter stellst du kleinen Pflänzchen in ein ungeheiztes Zimmer aufs Fensterbrett und im Frühjahr können die dann schon raus in eine geschützte Ecke am Balkon oder Terrasse...
    Ich dachte Stacklinge brauchen es schattig? Also keine Sonne, welche sie bekommen, wenn man sie auf ein Fensterbrett stellt 🤔
     
    Kapernstrauch

    Kapernstrauch

    Mitglied
  • Pflanzrella

    Pflanzrella

    Neuling
    00Moni00

    00Moni00

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    Taxus Baccata

    Taxus Baccata

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    Südlich der Alpen werden Feigen von der Feigengallwespe befruchtet. Sie sind auf dieses Insekt angewiesen, um Früchte anzusetzen, ohne Gallwespe keine Feigen.
    Nur leider gibt es die Wespe bei uns nicht. Feigenbäume von Stecklingen aus dem Süden werden bei uns keine Früchte tragen.
    Und es gibt keine Möglichkeit, diese Pflanzen anders zu befruchten..? Ggf. mit einer zweiten Feige und Pinsel?

    @Pflanzrella Herzlich Willkommen und gutes Gelingen für die Stecklinge. Berichte doch zu gegebener Zeit ob der Versuch mit @00Moni00's Anleitung erfolgreich war. :)
     
    P

    Platero

    Mitglied
    Und es gibt keine Möglichkeit, diese Pflanzen anders zu befruchten..? Ggf. mit einer zweiten Feige und Pinsel?
    Nein, gibt es nicht, da Feigen keine Blüten im herkömmlichen Sinne haben. Das, was ich "Blüte" genannt habe, liegt im Inneren der Fruchtanlage, von Aussen weder sichtbar, noch zugänglich. Die Gallwespe kriecht da rein, deswegen kann ihre Arbeit auch nicht von anderen Insekten übernommen werden, oder von Hand simuliert werden.
     
    Pflanzrella

    Pflanzrella

    Neuling
    Und es gibt keine Möglichkeit, diese Pflanzen anders zu befruchten..? Ggf. mit einer zweiten Feige und Pinsel?

    @Pflanzrella Herzlich Willkommen und gutes Gelingen für die Stecklinge. Berichte doch zu gegebener Zeit ob der Versuch mit @00Moni00's Anleitung erfolgreich war. :)
    Danke für das Wilommenheißen!
    Hatte mir das mit dem Pinsel tatsächlich auch überlegt, da ich dies bei meiner Melone auch gemacht habe, also Pollen von der männlichen Blüte mit einem Pinsel auf die weibliche, damit diese Früchte bekommt, was dann auch schlussendlich geklappt hat.

    Finde es übrigens toll, dass hier mit einer Antwort die Frage nicht gegessen ist, sondern diese immer weiter ausgebaut wird und dies dann dazu führt, dass dann nicht nur eine/r schlauer geworden ist sonder jede/r so seinen kleinen Teil für sich mitnehmen kann.
     
    Pflanzrella

    Pflanzrella

    Neuling
    Nein, gibt es nicht, da Feigen keine Blüten im herkömmlichen Sinne haben. Das, was ich "Blüte" genannt habe, liegt im Inneren der Fruchtanlage, von Aussen weder sichtbar, noch zugänglich. Die Gallwespe kriecht da rein, deswegen kann ihre Arbeit auch nicht von anderen Insekten übernommen werden, oder von Hand simuliert werden.
    @Platero verstehe.
    Heißt also, dass es nicht möglich ist, das diese Pflanze nicht von anderen Insekten und schon gar nicht von Menschenhand befruchtet werden kann.
    Jetzt wäre aber meine Frage: Warum hat sich die Pflanze so entwickelt, dass sie nur von nur einer Insektenart bestäubt werden kann?
    Also ich meine, es wäre doch für sie als Pflanze von größerem Vorteil flexibler zu sein, da sie ja dann eigentlich auch nur von dieser einzigen Art abhängt und wenn es diese Art nicht mehr geben sollte, muss sie auch damit klar kommen und ihr komplettes Leben eigentlich umkrempeln und sich weiter entwickeln, um für andere Arten zugänglich zu werden und somit nicht zu sterben…
     
    P

    Platero

    Mitglied
    Tja, da bin ich überfragt....ist aber gar nicht selten, dass sich Blüten und Bestäuber so aneinander anpassen, dass es zum Schluss eine exclusive "Zweierbeziehung" ist. In den Tropen z..b gibt es Blüten (ich glaube, die heissen Heliconia), die nur von jeweils einer Einzigen Kolibri-Art angeflogen und bestäubt werden können. Der Schnabel des Vogels passt nur und ausschliesslich zu dieser einen Heliconie.
    Wo der Vorteil für die Pflanze dabei ist, weiss ich auch nicht.....

    Von Menschenhand....wenn es dich so sehr interessiert, musst du dich schlau lesen. Wie man erkennt, wann die Blüte im Inneren bestäubungsreif ist, wie man die kleinen Knubbel öffnet, mit was man reingehen könnte ..... oder sich wie gesagt gleich einen Feigenbaum aus einem Steckling ziehen, der das alles nicht braucht, da selbstfertil.....
     
    Zitrönsche

    Zitrönsche

    Mitglied
    Hallo,
    kleine Zwischfrage am Rande... macht es auf den Herbst/Winter überhaupt Sinn, Stecklinge zu ziehen? Die Pflanzen stellen sich bereits auf die Winterruhe ein und ziehen zurück. Meine Logig sagt mir, machs erst im Frühjahr, wenn die Wachstumsperiode losgeht.
    Oder geht es bei Feigen trotzdem?
    Ich habe einen riesen Feigenbusch, der üppig trägt. Letztes Jahr hab ich im Herbst einige Zweige ins Wasser gestellt, um es auch mal zu probieren, aber es gelang so gar nicht. Unser Nachbar, Portugiese, versuchte es letztes Jahr auch, und er hat ne Pflanze rausbekommen. War aber viel früher, als jetzt.

    Durch den vielen Regen bei uns, verkümmern grad alle Früchte und fallen unreif ab :cry:
     
    P

    Platero

    Mitglied
    Im Herbst ist die Vermehrung über Steckhölzer zu bevorzugen, Stecklinge eher im Frühjahr oder Frühsommer.
     
    00Moni00

    00Moni00

    Foren-Urgestein
    Hallo,
    kleine Zwischfrage am Rande... macht es auf den Herbst/Winter überhaupt Sinn, Stecklinge zu ziehen? Die Pflanzen stellen sich bereits auf die Winterruhe ein und ziehen zurück. Meine Logig sagt mir, machs erst im Frühjahr, wenn die Wachstumsperiode losgeht.
    Oder geht es bei Feigen trotzdem?
    Ich habe einen riesen Feigenbusch, der üppig trägt. Letztes Jahr hab ich im Herbst einige Zweige ins Wasser gestellt, um es auch mal zu probieren, aber es gelang so gar nicht. Unser Nachbar, Portugiese, versuchte es letztes Jahr auch, und er hat ne Pflanze rausbekommen. War aber viel früher, als jetzt.

    Durch den vielen Regen bei uns, verkümmern grad alle Früchte und fallen unreif ab :cry:
    Stecklinge zu ziehen gelingt bei mir jetzt im Herbst am besten wie man an meinen Bildern oben sehen kann.
    Wenn man es richtig macht klappt das das vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein...
     
    P

    PHe

    Neuling
    Wenn der Steckling schon ein kleiner Baum geworden ist, darf man diesen jetzt im Herbst noch draußen pflanzen oder besser während des Winters noch ins Haus stellen und im Frühjahr in den Garten pflanzen? Was meint Ihr?
     
    P

    Platero

    Mitglied
    Hallo PHe,
    das kommt drauf an....
    definiere "kleiner Baum"..... man sagt, dass die Feigen ihre maximal mögliche Winterhärte erreichen, wenn der Stammumfang ca. 8 cm beträgt, also schon recht dick ist. Die dünneren, neueren Zweige bleiben aber empfindlich und können ggf. zurückfrieren.

    Wo wohnst Du? Winterhärtezone USDA?

    Im Haus überwintern..... jein.
    Selbst wenn die Feige noch klein ist, ist es besser, sie möglichst lange Draussen zu lassen. In eine Wind-und Regengeschützte Ecke nahe der Hauswand rücken und ggf. in besonders kalten Nächten geschützt unterbringen. Eine Garage, Keller (wenn kalt) reicht da vollkommen. Das Notquartier kann auch dunkel sein, die Feige hat ja dann eh keine Blätter mehr.

    Jetzt noch auspflanzen halte ich für keine so gute Idee. Sie hat ja keine Zeit mehr, sich zu etablieren. Und bräuchte dann auch einen Winterschutz aus Laub und Reisig um die Wurzeln.
     
    00Moni00

    00Moni00

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    P

    PHe

    Neuling
    Hallo Platero und 00Moni00,
    :love: ich bedanke mich für Eure super schnellen Rückmeldungen. Das Stämmchen ist so ca. 3 cm und werde es daher, wie Ihr mir geraten habt im Topf belassen und erst später pflanzen und werde in wenn die Tage kälter werden entsprechend schützen. Vielen Dank auch für den Link mit den tollen Tipps.
     
    00Moni00

    00Moni00

    Foren-Urgestein
    Wenn der Steckling schon ein kleiner Baum geworden ist, darf man diesen jetzt im Herbst noch draußen pflanzen oder besser während des Winters noch ins Haus stellen und im Frühjahr in den Garten pflanzen? Was meint Ihr?
    Hallo Platero und 00Moni00,
    :love: ich bedanke mich für Eure super schnellen Rückmeldungen. Das Stämmchen ist so ca. 3 cm und werde es daher, wie Ihr mir geraten habt im Topf belassen und erst später pflanzen und werde in wenn die Tage kälter werden entsprechend schützen. Vielen Dank auch für den Link mit den tollen Tipps.
    Ja - noch klein, daher im Topf lassen und Frostfrei überwintern...
    Muss nicht warm stehen im Haus, hell wäre gut und ab und zu gießen nicht vergessen.
    Wenn das Bäumchen im Frühjahr rausgesetzt wird - dann noch unbedingt im Winter vor Frost schützen - eine Schilfrohrmatte rund um das Bäumchen stellen, mit Laub ausfüllen und oben offen lassen - nur oben auch abdecken wenn Minusgrade angesagt sind, danach kann die Abdeckung oben wieder runter...
    Da kanns ruhig rein regnen oder schneien, nur nicht frieren...
     
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