Wieviel Druckverlust

C

Caberra

Mitglied
Hallo Leute,
ich brauche eure Hilfe, da ich aktuell nicht weiterkomme. Ich plane aktuell meine Gartenbewässerung.
Habe einen Brunnen und ein Grundfos MQ45 Hauswasserwerk.
Die Pumpe fördert 3272Liter pro Stunde. (laut Test: 10l in 11s)
Für meine Bewässerung benötige ich mehrere Kreisläufe. Ein Kreislauf ist 55m von der Pumpe entfernt. Wie kann ich herausfinden, ob der Druck auch in 55m Entfernung noch ausreichend ist?
 
  • T

    top_gun_de

    Guest
    Hallo Caberra,

    zunächst einmal ist die Frage, welcher dynamische Druck hinter der Pumpe herrscht. Trenne dich bitte einmal von der Gardenamethode. Die funktioniert nur im Verkaufsgespräch im Baumarkt, nicht aber um eine gleichmäßige Bewässerung zu planen.

    Du musst zunächst die Wassermenge kennen, die dein größter Kreis benötigt, das ist die Designwassermenge. Weiter musst Du wissen, wieviel Druck die Regner brauchen.

    Schlage hierauf 0,7 Bar drauf, als Arbeitshypothese für den Verlust durch Filter, Ventile, Verrohrung.

    Nun brauchst Du 2m PE-Rohr, einen Kugelhahn und ein T-Stück, an das ein Manometer angeschlossen wird.

    Du schließt 1m PE-Rohr an die Pumpe an, dann kommt das T-Stück mit Manometer, dann 50cm PE-Rohr, dann der Hahn und noch mal 50cm PE-Rohr.

    Du schaltest die Pumpe an und drehst den Kugelhahn soweit auf, dass dein Design-Wasserdruck im Manometer angezeigt wird.

    Jetzt kannst Du mit einem Eimer messen, wieviel Wasser deine Pumpe liefert. Passt die Menge zu deinem größten Kreis? Wenn nein, dann kannst Du eine stärkere Pumpe kaufen oder noch einmal an's Reißbrett gehen.

    Am Schluss berechnest Du den tatsächlichen Druckverlust. Der setzt sich wie folgt zusammen:

    - Druckverlust Wasserfilter: Den findest Du beim Filterhersteller. Die geben den Druckverlust abhängig von der Fördermenge an. Nimm wieder den Wasserverbrauch deines größten Kreises.
    - Druckverlust Ventil: Geht genauso, nimm die Tabelle vom Ventilhersteller.
    - Druckverlust Leitung: Dafür gibt es hinten im Hunter-Produktkatalog (als PDF zu bekommen) viele Tabellen. Je nachdem ob Du mit 25mm-PE oder 32mm-PE arbeiten willst, nimmst Du die richtige Tabelle. Auch hier wird die Tabelle den Druckverlust wieder nach Durchflussmenge ausweisen.

    Der Hunterkatalog ist hier zu haben:


    Beispiel mit 1500l bei 1"-Rohren, sagen wir deine Rohre sind bis Ende des Kreises 70m lang (55m Zuleitung plus 15m bis letzter Regner)

    Bei einem Irritech-Y-Filter würdest Du auf deren Webseite ca. 0,1 Bar Verlust für den Filter finden.

    Bei einem Hunter PGV-101 oder Rain Bird DVF-100 verlierst Du am Ventil auch ca. 0,1 Bar.

    Ein 32mm-PE-Rohr (Innen 1") schaust Du in die Tabelle Seite 228 und siehst, dass auf 100m 0,28 Bar verloren gehen, auf 70m dann 0,28/100*70=0,196 Bar.

    Summe: 0,1 + 0,1 + 0,196 = 0,396 Bar.

    Mit 25mm-Rohr (3/4") ist die Rechnung deutlich schlechter: Auf 70m verlierst Du bei 1500l dann 0,84/100*70=0,588 Bar, über alles dann: 0,1+0,1+0,588=0,788 Bar.

    Die drei Verluste rechnest Du zusammen.

    Theoretisch musst Du noch Druckverluste für Fittinge und Swing-Joint (die Verbindung vom Rohr zum Regner) berechnen. Bei normalgroßen Regnern kann man das mit 10% des Leitungsverlustes ansetzen, oder galant unter den Tisch fallen lassen.

    Soweit? :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
    C

    Caberra

    Mitglied
    Hallo Top Gun,

    danke für die ausführlichen Informationen.

    100%ig habe ich es zwar nicht verstanden...werde es jetzt mal Schritt für Schritt durcharbeiten und einen Zwischenstand geben.
    Welchen Durchmesser muss das PE-Rohr haben? 3/4"?
    Wieviel Bar sollte das Manometer haben?

    Gruß
    Caberra
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Das Manometer hat typisch einen Messbereich von 6 oder 10 Bar. :)

    Deine geplanten Regner brauchen für optimale Funktion (Einhaltung der Reichweite, saubere Wasserverteilung über die Reichweite) einen vom Hersteller vorgegebenen Druck. Meist sind das 2,8 oder 3,1 Bar. Wenn Du auf die z.B. 2,8 Bar eines Hunter MP Rotator noch 0,7 Bar für geschätzte Druckverluste aufrechnest, dann müssen aus der Pumpe 3,5 Bar kommen. Du drehst den Hahn also soweit auf, dass 3,5 Bar angezeigt werden und misst dann deine Wassermenge.

    Dann weißt Du, wieviel Wasser deine Pumpe tatsächlich beim nötigen Arbeitsdruck fördert. Das Ergebnis wird dich vermutlich desillusionieren. Aber: Wenn Du jetzt mit Phantasiewerten planst und später der Druck nicht wie erwartet ist, heißt das: Teuer nachrüsten oder nachträglich die Kreise ändern.
     
  • C

    Caberra

    Mitglied
    Jetzt habe ich es verstanden 👍🏻
    Werde mir ein 1 Zoll PE Rohr+die anderen Komponenten holen und den Test starten. Melde mich ✌🏻
     
    Zuletzt bearbeitet:
  • T

    top_gun_de

    Guest
    Ich sehe gerade: Das mit dem Durchmesser des PE-Rohres habe ich nicht beantwortet.

    Bei PE gilt: 1"=32mm. PE-Rohre werden nach dem Außendurchmesser angegeben. 1" PE hat außen 32mm, innen 26mm.

    Andere Rohre/Schläuche werden nach Innendurchmesser angegeben, d.h. der nutzbare Innendurchmesser beträgt dort mind. 25,4mm.
     
  • C

    Caberra

    Mitglied
    Ich werde heute Nachmittag den Test mit dem 32-er PE Rohr durchführen und mich wieder melden.
    Folgendes Problem habe ich noch: die Pumpe sitzt aktuell im Grubenschacht der Garage. Da sollte sie auch bleiben. Von dort aus gehen sechs 25mm PE Rohre durch 2 Wände nach aussen.
    Da ich ja jetzt gelernt habe, dass ich mit den 25mm Rohren einen höheren Druckverlust habe, muss ich das ganze wohl aufstemmen und ändern 🙄
     

    Anhänge

    T

    top_gun_de

    Guest
    Nein, musst Du nicht. Der Druckverlust "über alles" ist eine Summe der Druckverluste über die Teilstrecken. 2m 25er-Rohr machen nicht viel aus, wenn es dahinter mit 32er-Rohr weitergeht. Die Messung machst Du dann am Ende der eingemauerten Leitung. Und: Falls Du mit deiner Pumpe auf ein Wasserbudget von 1000l oder weniger kommst, dann ist auch der Druckverlust von 25er-Rohr gering.

    Wenn man sich die Tabellen im Hunterkatalog anschaut: Beim 25er-Rohr ist ein Knick in der Kurve zwischenn 1000 und 1500l/h, bei 32er-Rohr um die 2500l/h.

    Gruß,

    Detlev
     
    C

    Caberra

    Mitglied
    So, habe den Test durchgeführt.
    Hat 32s gedauert, bis der 10l Eimer bei 3,5bar gefüllt war.
    Bin also bei 1125l/h. Reicht das? 🤔

    Kleiner Nachtrag: von Pumpe bis weit entferntester Versenkregner, sind es max. 55m
     
    Zuletzt bearbeitet:
    T

    top_gun_de

    Guest
    Das reicht für eine Bewässerung, wenn Du die einzelnen Zonen unter ca. 1000l/h hältst. Ein normaler Regner verbraucht im Bereich von 100-800l/h, wobei die üblichen Eckregner mit 90° Spritzwinkel je nach Baureihe von 150-200l/h liegen, ein 180°-Regner entsprechend bei 300-400. Mit 1000l/h kann man also eine vernünftige Beregnung bauen. Um das abzuschätzen: Mit 1000l/h schaffst Du bei den üblichen Regnern mit 10-13mm/h Niederschlagsrate eine Fläche von 80-100qm am Stück. Für 300qm Rasenfläche wären das also 3-4 Zonen, und damit auch 3-4h für eine komplette Bewässerung.

    Du kannst mit einer größeren Pumpe natürlich die Leistung beim Designdruck erhöhen, bei großen Flächen wird das sinnvoll. Dann musst Du aber auch wissen, was dein Brunnen wirklich dauerhaft verträgt. Für die üblichen Spülbrunnen in 2"-Technik gilt etwa 600-800l pro Meter Filterstrecke. Man kann mehr pumpen, aber der Brunnen wird dann binnen weniger Jahre verockern. Weißt Du, wie dein Brunnen gebaut ist?

    Gruß,

    Detlev
     
  • C

    Caberra

    Mitglied
    Ich hatte mich am Wochenende mal mit dem Hunter-Katalog beschäftigt.
    Da ich ja jetzt meine Durchflussmenge kenne, könnte ich, wenn ich es richtig verstanden habe (laut Katalog Seite 66), 10 Pro Sprays mit der Düse 8A 90° verwenden, da diese zusammen 1000l/h Durchfluss haben.
    Richtig?
    Ich werde jetzt mal einen Plan erstellen, wo sich Rasenfläche, Beete sowie die Regner befinden und es hier mal posten.

    Zu dem Brunnen kann ich nicht viel sagen. Er wäre wohl 10m tief. Den hatte der Vorbesitzer vor 5 Jahren selbst gebohrt.
    Da ist ein blaues Rohr DN100 sowie ein blaues DN50 Rohr drin. Zwischen den Rohren sind kleine Steine. Warum auch immer…
    Wasser habe ich bei 3,5m. Bis jetzt hatte ich noch keine Probleme mit dem Brunnen.
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Der Brunnen klingt erst einmal sehr sachverständig angelegt - das lese ich so, dass das innere DN50-Rohr die Filterstrecke nach unten bringt, und das DN100-Rohr eine umliegende Kiesschüttung beherbergt. Innerhalb der Kiesschüttung bildet sich eine strukturierte Sedimentschichtung aus dem Sand und Ton, den das Wasser mitbringt. So erreicht man auch in schwierigen Grundwasserschichten eine brauchbare Sandfreiheit. Schade ist, nur, dass innen dann bloß DN50 als Nutzstrecke übrig bleibt. Bei einem so aufwändig gebauten Brunnen hätte ich aber mit den 1000l/h keine Bedenken.

    Die Sprühdüsen sind Bewässerungsobjekte mit kurzer Reichweite und hoher Niederschlagsrate. Auch diese Sprühdüsen sind für eine gleichmäßige Bewässerung auf Kopf-zu-Kopf angewiesen. Wenn die z.B. 3m Wurfweite haben, muss nach 3m auch schon die nächste Düse kommen, das wird eine Menge Zeug das in die Erde muss. Ich werfe mal alternativ den allseits beliebten MP Rotator in den Raum. Braucht 2,8 Bar, Du hast bei 3,5 Bar Designdruck also noch 0,7 Bar Budget für Leitungs-, Ventil- und Filterverlust.
     
    C

    Caberra

    Mitglied
    Aktuell plane ich die Bewässerung hauptsächlich mit den Pro Spray Regnern für Rasen und Beete sowie unterschiedlichen Düsen.
    Jetzt habe ich noch einen Bereich von 0,3x6m. Kann ich an einen Wasserkreislauf, an dem sich ausschließlich Pro Spray Regner befinden, zusätzlich noch Mircosprüher anschließen?
     
    C

    Caberra

    Mitglied
    Deine gestrige Nachricht habe ich eben erst gelesen. Sorry.
    Werde mich morgen früh mit deiner Antwort mal beschäftigen. Danke schon mal
     
    C

    Caberra

    Mitglied
    Der MP Rotator ist in meinem Fall wahrscheinlich die beste Option.
    Ich habe mal meine Bewässerung mit dem ProSprays ausgelegt und festgestellt, dass mit 6 Wasserkreise dafür überhaupt nicht reichen.
    Ich werde mal eine Zeichnung mit dem MP Rotator erstellen.
     
    C

    Caberra

    Mitglied
    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem MP Rotator und dem MP Rotator Ecke? 🤔
    Beide können doch im Eckbereich installiert werden und berieseln, bei 90‘ auch diesen Bereich
     
    T

    top_gun_de

    Guest
    Der Corner braucht keinen Nachbarn der zurückspritzt. Und seine Niederschlagsrate ist leider doppelt so hoch wie die der normalen Rotatoren.
     
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