Wieviel kostet eine Wärmepumpe - hat wer Erfahrungen?

Naturalio

Naturalio

Mitglied
#1
Muss mal in die Runde fragen ob es denn mit der Thematik auch schon Erfahrene Häuselbauer hier gibt?
Unsere Situation ist folgende, dass wir schön langsam einfach ans Hausbauen denken weil wir einfach in den letzten Jahren durchaus etwas geld ansparen konnten und die Schwieges werden auch ihren Teil dazusteuern und so nimmt unser Vorhaben dann wirklich mehr und mehr Gestalt an. Wir haben uns auch schon nach Baugründen umgesehen und sind in Oberösterreich fündig geworden, da kommt meine Liebe her, da haben wir etwas gefunden in einer Gegend, die uns sehr gut gefällt auch wo der Baugrund auch leistbar ist.
Jetzt kommen halt schön langsam die ersten Überlegungen, wie und was man bauen möchte und eine sehr zentrale Frage die offen steht ist die einer Heizung bzw. eines Heizungssystems. Jetzt sind wir auch schon mal über wärmepumpen gestolpert haben aber im familiären Kreis niemanden der Erfahrungen hat und prinzipiell finden wie die Idee schon spannend. Darum die Frage - wie würdet ihr die Unterschiede zu anderen Heizsystemen sehen und wie waren da eure Erlebnisse, auch was einbau und so betrifft?
 
  • A

    ameise

    Neuling
    #2
    Ich kann dir nur die Erfahrung weitergeben die mein Bruder bei seiner Baustelle hat, da er gerade sein eigenes Haus baut und sich auch für eine Wärmepumpe entschieden hat. Vorweg kann ich dir nur sagen, dass es da keinen genauen Richtwert gibt, da es ja verschiedene Arten von Wärmepumpen gibt, sprich man nimmt die Energie entweder von der Luft, der Erde oder auch des Grundwasser. Dabei muss schon in der Planungsphase ein Installateur sich den Grund genau anschauen und auch die Jahresarbeitszahl festlegen. Die sollte bei 4 oder höher liegen. Dh, für zB 1kWh an Strom für die Wärmepumpe wird 3kWh an Wärme dem Haus zugefügt. Erst ab einer Arbeitszahl von ca. 4 ist es auch rentabel....das kann dir aber keiner hier genau sagen, da es ja abhängig von der Lage ist. Mein Bruder hat die Wärmepumpe von Vaillant und ich kann mich erinnern, dass er auch von Anfang an eine Wärmepumpe haben wollte da es ja bei einem Neubau auch viel einfacher zu installieren ist. Aber natürlich hat er das auch mit dem Installateur genau planen müssen. Hast du eine Idee welche Form von Energiequelle du da im Auge hast?
     
    Naturalio

    Naturalio

    Mitglied
    #3
    Man könnte ja so wie ich denn das verstanden habe drei Varianten nützen oder? Das wäre nämlich auch nochmals meine Frage gewesen, wie man denn wirklich entscheiden kann, was besser in Frage kommt, oder gibt es autmoatische Ausschlüsse von gewissen Lösungen? Ich fände ja grundsätzlich die Variante mittels Luft sehr interessant, habe auch schon mal zumindest von außen solche Geräte gesehen und fände das auch nicht störend vor dem Haus. Da schliesst sich denn aber auch gleich noch eine weitere Frage an: wie laut sind denn diese?
     
    A

    ameise

    Neuling
    #4
    Ja genau, das sind "grob" drei Varianten wobei man bei den Sole-Wärmepumpen (Energie wird vom Erdreich aufgenommen) noch zwischen Tiefenbohrung und Erdkollektoren unterscheiden sollte. Bei der Tiefenbohrung wird bis zu 100m tief gebohrt, da die Temperatur unten höher ist und über das Jahr konstant bleibt. Aber abhängig von der Lage ist vielleicht eine Tiefenbohrung nicht möglich oder nur teilweise bis zu einer gewissen Tiefe...das, wie gesagt, hängt von der Lage und Beschaffenheit des Baugrundes ab. Wenn ihr eine Luftwärmepumpe haben wollt, dann habt ihr sowieso nicht dieses Problem. Von den Kosten her ist die Luftwärmepumpe (verglichen zu den anderen) die billigere Variante. Jedoch haben alle Systeme ihre Vor- und Nachteile. Zu den Geräuschen: Das habe ich auch meinen Bruder gefragt und da haben wir auch ein längeres Gespräch gehabt weil es mich auch sehr interessiert hat. Bei den Vaillant Geräten ist es so, dass die einen sehr großen Ventilator haben und dadurch die Drehzahl niedriger ist womit das Geräuschniveau niedrig ist. Außerdem ist der Kompressor abgekapselt in der Inneneinheit und somit ist der Geräuschpegel noch viel niedriger als bei anderen Pumpen die den Kompressor draußen haben. Ansonsten beschwert sich gleich mal der ein oder andere Nachbar. Das sollte man natürlich beachten, da es ja auch um ein gemütliches Zusammenwohnen geht. ;-)
     
  • Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    #5
    Meine Tochter ist 2012 eingezogen und hat eine Luft-Wärmepumpe mit Solar auf dem Dach.
    Kosten kann ich Dir nicht sagen.
    Aber die Unterhaltung ist nicht billig. Sie zahlt zwischen 1.500 und 2000 € für Strom (obwohl der Strom für Wärmepumpe wohl billiger ist).
    Da bin ich mit 600 € für Gas für 130 m² im Mittelhaus bedeutend billiger.
     
  • Naturalio

    Naturalio

    Mitglied
    #6
    Danke dir, ich werde mir das wohl wirklich mal genauer ansehen beim Hersteller und denke da nochmals genau überlegen was für eine Variante denn besser passen würde - ich finde bisher auch die Luftpumpe sehr spannend, das braucht auch sicher nicht so viel Platz und liesse sich auch gut hinter dem Haus einplanen und klar muss man zusehen, dass an genügend Abstand zum Nachbarn hat, aber das versteht sich ja von selbst bzw mussja auch nach Regelungen ablaufen.
    Sag Frau B - und wie ist dann das Heizgefühl iim Haus drinnen, hat deine Tochter da was gesagt, also empfindet sies als angenehm und unproblematisch?
    Noch eine Frage - wie oft muss man denn eine Wärmepumpe warten lassen? Auch jährlich?
     
  • punticek

    punticek

    Mitglied
    #7
    wp ist im Regelfall Wartungsfrei. Hab selbst seit ungefähr 10 Jahren eine Luft-WP. Sie hat den Nachteil, daß sie bei fallenden Außentemperaturen ineffizienter wird, d.h. sie verbrät Energie ohne genügend Wärme zu liefern. Der Wirkungsgrad sinkt. Sie ist interessant bis ca. +4 Grad Celsius Außentemperatur. Die Kältemittel können zwar tiefer auch noch arbeiten, aber der Verdampfer vereist, bzw. friert komplett zu. (z.B. bei anhaltenden Nebel)
    und muß dann durch das erhitzte Wasser über das Kältemittel abgetaut werden (d.h. der Gesamtwirkungsgrad sinkt damit weiter ab) wohne aber im Fichtelgebirge, dort ist es relativ lange kalt. Wenn neu gebaut wird, der Boden also noch nicht bepflanzt, rentiert sich, die Erde einen ca. dreiviertel Meter tief abzutragen und dort die "Wärmeschlangen" zu legen. danach wieder abdecken und normal weiterbauen, das hat den Vorteil, daß keine Genehmigung benötigt wird. Dieser Typ arbeitet auch bei Frost, benötigt aber rel. viel Fläche. (schätz mal so 500qm) kommt aber auf den Wärmekoeffizienten der verlegten Rohre an. WP- mit Tiefenbohrung-> genehmigungspflichtig, da ev. Wasserführende Schichten durchbohrt werden müssen. (werden häufig als "Brunnen" im Garten deklariert. Hab hetzt ein neues Verfahren im Ferseher gesehen, schräge Erdbohrungen, von einer Zentralstelle neben dem Haus (ca. 2m Durchmesser) unter das Haus, in den Garten etc. dabei ist die Bohrtiefe nur ca. 5..7m also genehmigungsfrei, darf aber das eigene Grundstück nicht verlassen. hat damals ca. 10.000 Euro gekostet, +Pumpe, +Kessel+Steuerung.
    Die Luft WP benötigt wie alle WP einen geeigneten Kessel mit 750 ..1000l Wasser, diese Kessel besitzen zusätzlich einen Einschraubheizkörper falls die WP wegen Ineffizienz abschaltet. Ich habe meine 4KW WP, thermischer Faktor bei +20 Grad ca. 3,9..4 bei +10 Grad aber deutlich geringer. (Heizstrom beim EVU beantragen!) mit der vorhanden Ölheizung gekoppelt. Ab +8 Grad läuft die WP (bis ca. +4Grad) dann wird sie von der 'Olheizung abgelöst. Über der Grenze in Tschechien (ca. 10km entfernt) kenn ich zwei Neubauhäuser, die haben die Erdschlangen verlegt ... dort funtioniert die Pumpe das ganze Jahr störungsfrei, hat ca. 6 oder 8 kW Anschlußwert . Zu den Kosten: da der Energiepreis der Stromversorger an das Öl gekoppelt ist.. aber im Prinzip keinen so starken Schwankungen unterworfen ist, Verbrauch ca. 2600kWh im Jahr für ein Zweifamilienhaus und ca. 1200..1500L Heizöl, bei automatischer Absenkung über der Zeit und der Außentemperatur.
    Meine Anlage ist selbgebaut, incl der elektronischen Steuerung. Für die kauf-WP muß man ca. 10..15000 Euro rechnen (nur das Kälteaggregat ohne Zubehör hat mich schon 6000 Euro gekostet) dazu den geeigneten Kessel mit besonders dicken Rohren(>= 22mm Durchmesser, damit die WP auch arbeiten kann). Wie schon gesagt, die Anlage läuft seit über 10 Jahren, die WP braucht nur Wartung wenn Kühlmittel ausgehen sollte, oder irgend ein Schalter am Kältemittelkreislauf undicht ist. Hoffe, ich konnte dir etwas helfen bei deinem Problem.

    lg
    punticek
     
    Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    #8
    Du fragst nach dem Wärmegefühl.
    Meine Tochter hat Luftwärmepumpe und Fußbodenheizung.
    Und dann hat sie viele große Fenster zur Sonnenseite.
    Das Wärmegefühl: einfach nur sehr, sehr gut. Das ganze Haus überall gleichmäßig angenehm warm. Geht nicht besser. Kein Vergleich zu Heizkörpern. Aber das ist eben Fußbodenheizung (hat wahrscheinlich nicht viel mit Wärmepumpe zu tun).
    Aber eben sehr teuer in der Unterhaltung (hohe Stromkosten wenn es kalt ist).

    Frage: hast Du Gas anliegen? Eine Gasheizung ist nicht teurer, wahrscheinlich billiger.

    Und Schornstein nicht vergessen.

    Wenn ich noch mal jung wäre, würde ich darauf achten, dass man mit dem Haus unabhängig ist.
    Was ist, wenn es mal 3 Tage keinen Strom und Gas gibt?
    Da hat man kein Wasser und die Stube bleibt kalt. Und Essen kann man auch nicht kochen.
     
    Frau B aus C

    Frau B aus C

    Mitglied
    #9
    Habe mich mal mit einem Heizungsbauer über das Thema Luftwärmepumpe unterhalten. Er meinte, dass die Luftwärmepumpen technisch noch nicht ausgereift seien. Nach den Erfahrungen/Problemen, von denen meine Tochter berichtet, kann das so sein.
     
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