Gartenbrunnen selber bauen - So geht's! 

Der Traum eines Gärtners dürfte der grundstückseigene Brunnen sein, besonders wenn man dabei die derzeitigen Leitungswasserpreise berücksichtigt. Wann immer man das kostbare Nass braucht, wird es vom Grundwasser hochgepumpt.

brunnen6_flZunächst steht jedoch ein Besuch bei der Gemeindeverwaltung an, um zu erfahren, welche Vorschriften zu beachten sind und ob ein Brunnenbau bei der Wasserbehörde angezeigt werden muss. Vielleicht gibt es die Möglichkeit,
dort gleich in Erfahrung zu bringen, wie tief das Grundwasser an der zum Brunnenbau vorgesehenen Stelle liegt.

Gartenbrunnen selber bauen – die Bohrung

Gibt die kommunale Behörde grünes Licht, sollte zunächst sichergestellt sein, dass sich innerhalb des Bohrbereichs keine Leitungen befinden. Idealerweise liegt das Grundwasser bei 7 bis 8 m Tiefe, dann wird es weder mit einer Schwengelpumpe noch mit einer elektrischen Pumpe Probleme geben. Die Gemeindeverwaltung weiß in der Regel die Bodenbeschaffenheit vor Ort. Vielleicht besitzt sogar ein Nachbar Erfahrung mit dem Bohren eines Brunnens auf seinem Grundstück.

Die Bohrung kann man von einer Fachfirma ausführen lassen oder selbst übernehmen. Motorisierte Bohrgeräte stellen Fachbetriebe leihweise zur Verfügung, denn die Anschaffung wird sich für den einmaligen Privatgebrauch nicht lohnen. Für einen Handbohrer ist ein kräftezehrender Arbeitseinsatz nötig. Ist die nötige Tiefe erreicht, können die einzelnen Rohre mit dem Rammfilter in der entsprechenden Länge zusammengeschraubt und in den Schacht gebracht werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein Schlagbrunnen. Hier werden Metallrohre mit einer vorderen Spitze ins Erdreich getrieben. 

Gartenbrunnen selber bauen – die Gestaltung 

Mit einer Schwengelpumpe und mit einem Anschluss für eine motorisierte Pumpe ausgestattet, ist für den nutzbringenden Effekt eines Gartenbrunnens zwar Genüge getan, viel ansprechender wird die Anlage jedoch mit einer zusätzlichen dekorativen Gestaltung. Als Auffangbecken für das Wasser eignet sich ein ausgehöhlter Baumstamm oder ein Trog aus Naturstein. Sandstein oder Granitbassins aus einem Stück gibt es in Steinmetzbetrieben.

Wer möchte, kann sich aus Steinen oder aus Holz einen Gartenbrunnen selber bauen. Die Form, die Höhe und die Ausmaße können dabei ganz individuell nach persönlichem Geschmack gewählt werden. Zur Abdichtung des Brunnenbeckens eignet sich Zement- oder Kunstharzputz. Als Elemente für das Mauern kommen Bruchstücke und gehauene Natursteine oder Klinkersteine in Frage, die mit Mörtel fest miteinander verbunden werden. Für soliden Stand sorgt ein Fundament aus Beton. 

Die Brunneneinfassung kann auch aus Holz bestehen, eventuell mit großem Maurerbottich als Wasserauffangbehälter. Mit waagerecht angebrachten Latten wird der Gartenbrunnen nicht rund, sondern erhält eine 6- oder 8-eckige Form. Die obere Kante erhält gleichfalls eine Holzverkleidung. Der Handel bietet komplette Bausätze an, das erspart das
Zurechtsägen.

brunnenbohren_dieter1Gartenbrunnen – Vorteile

Wenn der Gartenbrunnen nicht nur dem Dekorationszweck dient, sondern tatsächlich Grundwasser aus dem Boden befördert, bringt das für den Gartenbesitzer erhebliche Vorteile:
  • Für das Gießen von Blumen und Gemüse muss kein teures Leitungswasser verwendet werden. Das macht sich bei der Wasserabrechnung überaus positiv bemerkbar.
  • Grundwasser ist weicher als Leitungswasser und somit für die Pflanzen verträglicher. 
  • Mit integrierter Motorpumpe steht einem vollelektronischem Bewässerungssystem nichts im Wege, was eine erhebliche Zeiteinsparung beim Gießen des Gartens bedeutet.
Gartenbrunnen – Nachteile

Ein funktionstüchtiger Gartenbrunnen ist für jeden Gartenbesitzer eigentlich nur als überaus positiv zu bewerten. Bis jedoch der Brunnen endlich in Gebrauch genommen werden kann, bedarf es so mancher Anstrengung:
  • Das Abklären, ob eine Erlaubnis benötigt wird, erfordert Behördengänge.
  • Ein Gartenbrunnen will wohlüberlegt geplant sein. Ideenfindung nimmt immer viel Zeit in Anspruch. 
  • Der Bau eines Gartenbrunnens ist mit erheblichen Kosten verbunden, besonders wenn eine Firma den Auftrag zur Ausführung erhält. Im Eigenbau wird zwar Geld gespart, aber für die Bohrung und das Material zur Gestaltung fällt trotzdem noch ein beachtlicher Betrag an. 
  • Das Bohren eines Brunnenschachtes bedeutet Kraftaufwand, besonders wenn kein motorisierter Brunnenbohrer zum Einsatz kommt. 
  • Die Brunnenanlage muss jeden Herbst winterfest gemacht werden. 
Gartenbrunnen selber bauen – Preise

Übernimmt das Bohren eine Firma, belaufen sich die Kosten auf etwa 1.200 Euro, normale Begebenheiten vorausgesetzt. Das benötigte Rohr kommt auf ca. 250,--, eine Schwengelpumpe mit Fuß kostet etwa 150 Euro und eine Motorpumpe ca. 120 Euro. Für den dekorativen Teil muss man je nach Material dann auch noch mit 200 bis 1.500 Euro rechnen oder sogar mit noch mehr. Ein einfacher Holztrog kann für ca. 100 Euro erworben werden. 

Händler
  • Die Ausrüstung zum Brunnenbau liefert der Fachhandel oder
  • www.erdbohrer-brunnenbau.de.
  • Otto-Versand bietet verschiedene Bausätze an, vorrangig aus Holz.
  • Baumärkte führen das Material für den Eigenbau, vor allem das nötige Holz.
  • Für Steinbrunnen sind Steinmetzbetriebe die perfekten Ansprechpartner.

Zusammenfassung

Ein hauseigener Brunnen, der nicht nur der Zier dient, sondern auch tatsächlich Wasser aus der Tiefe liefert, ist mit hohem Aufwand und erheblichen Anschaffungskosten verbunden, die sich jedoch durch das gesparte Leitungswasser wieder amortisieren. 

Übrigens:

Bei einem Rundbrunnen kann die Schwengelpumpe auch in der Mitte stehen. In nostalgischer Ausführung harmonieren dazu gehauene Natursteine hervorragend.