grüne BlattläuseVerbreitet, gefürchtet und immer wieder mit starken Waffen bekämpft - Blattläuse gehören zu den unbeliebtesten Schädlingen des Hobbygärtners. Die grünen, grauen, braunen oder gelben Sauger, die zwischen drei und sieben Zentimeter großwerden, lieben den Pflanzensaft bestimmter heimischer Gewächse. Anhaltender Befall führt schließlich zu Honigtauausscheidungen, verkümmerten Triebspitzen und verkrüppelten Blüten. Um die lästigen Schädlinge, die vor allem schwache und kranke Pflanzen befallen, erfolgreich bekämpfen zu können, stehen zahlreiche wirksame Mittel zur Verfügung.

Blattläuse erfolgreiche bekämpfen - Vorüberlegungen

Die Wahl eines geeigneten Mittels gegen Blattläuse sollte grundsätzlich sehr sorgfältig erfolgen, da bestimmte Ausgangskriterien beachtet werden müssen. Hierzu gehören folgende Fragen:
  • Handelt es sich um eine ganzjährige oder um eine temporäre Zimmerpflanze?
  • Soll eine dekorative Zimmerpflanze oder eine Genusspfanze behandelt
    werden?
  • Wie weit ist der Befall bereits fortgeschritten?
Besonders zu berücksichtigen ist die Standortfrage; vor allem Pflanzen, die während der warmen Jahreszeit auf dem Balkon oder der Terrasse stehen und nur in den Wintermonaten ins Haus geholt werden, tragen ein hohes Risiko in sich. Die Umgewöhnung an die klimatischen Bedingungen im Haus lassen die Pflanze anfälliger und schwächer werden. Zudem sorgen trockene Heizungsluft und die Nähe zu anderen Pflanzen für ein höheres Risiko und gute Bedingungen für Blattläuse. Wenn die Pflanze bereits von einigen wenigen Exemplaren befallen ist, breiten sich die Läuse zudem in der neuen Umgebung explosionsartig aus.

Daher gilt: Vor dem Umzug einer Freipflanze in das Winterquartier muss eine sorgfältige Begutachtung der einzelnen Blätter und Triebe erfolgen. Notfalls sollte die Pflanze noch einige Tage im Freien belassen werden, um kleinere Blattlauspopulationen zu bekämpfen. Vor dem Umzug muss das Gewächs schädlingsfrei sein. Daneben ist zu berücksichtigen, ob es sich um eine Zier- oder eine Genusspfanze handelt, denn zu den Zimmerpflanzen gehören durchaus auch einige Arten, die Früchte oder essbare Blätter hervorbringen.

Hierzu gehören beispielsweise:
  • verschiedene Chili-Arten (insbesondere Sibirischer Hauspaprika)
  • Zitronen- oder Mandarinenbäume
  • Zitronenkraut
  • Stevia
Handelt es sich um eine essbare Zimmerpflanze, darf die Behandlung grundsätzlich nur mit Hilfe mechanischer Bekämpfung (z. B. Absammeln der Läuse, Verwendung von Gelbstickern) oder durch den Einsatz biologischer Mittel erfolgen. Bei allen anderen Zimmerpflanzen dürfen hingegen auch chemische Präparate zum Einsatz kommen. Im Gewächshaus und im Freiland durchaus bewährt, ist der Einsatz bestimmter Nützlinge (zum Beispiel Marienkäfer) im Haus jedoch nicht empfehlenswert; die Vermehrung solcher Arten ist in geschlossenen Räumen schlecht möglich, so dass Nützlinge vorwiegend in Gewächshäusern oder im Freiland eingesetzt werden.

1. Erstmaßnahme: Abbrausen der Pflanze

Befindet sich der Blattlaus-Befall noch im Anfangsstadium, ist es oftmals ausreichend, das Gewächs mit Wasser zu behandeln; durch den Wasserstrahl fallen die Blattläuse von dem Gewächs herab. Handelt es sich um kleine Pflanzen, können die befallenen Pflanzenteile mit Wasser besprüht werden. Größere Exemplare werden am besten unter die Dusche gestellt und gründlich abgebraust. Es hat sich bewährt, die Pflanze schräg zu halten und die Blätter aus verschiedenen Winkeln aus abzuspritzen, um vor allem die Blattunterseiten und die Blattachseln zu erreichen; hier sitzen erfahrungsgemäß die meisten Schädlinge. Um die Erde zu schützen, wird eine Plastiktüte auf das Substrat gelegt und über den Topf gestülpt.
schwarze Blattläuse
Vorsicht: Nicht jede Pflanze ist für das Abbrausen unter der Dusche geeignet; insbesondere filigrane Gewächse mit zarten Blättern können bei dieser Behandlung leicht Schaden nehmen.

2. Mechanisches Absammeln bei geringem Befall

Treten an der Pflanze nur vereinzelt Blattläuse auf, können diese auch mit Hilfe mechanischer Behandlung entfernt werden:
  • einfaches Absammeln
  • Abstreifen mit einem Pinsel
  • Behandlung mit einem Föhn
Bei der Behandlung mit einem Föhn wird dieser schräg gehalten; die Läuse werden durch die heiße Luft von den Blättern abgeblasen oder springen von der Pflanze. Vorsicht: Auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Föhn und Pflanze ist unbedingt zu achten; die heiße Luft könnte den Blättern der Gewächse schaden. Außerdem gilt zu bedenken, dass die Blattläuse bei dieser Maßnahme nicht abgetötet werden. Es hat sich deshalb bewährt, vor der Bekämpfung Nachbarpflanzen vom Fensterbrett zu entfernen.

3. Für geflügelte Läuse: Einsatz von Gelbstickern

Häufig ist es bei der Bekämpfung von Blattläusen nicht möglich, das Fensterbrett komplett freizuräumen und alle Nachbarpflanzen zu entfernen. Um die benachbarten Gewächse dennoch zu schützen, können Gelbsticker zum Einsatz kommen. Vor allem geflügelte Varianten der Läuse bleiben an den Tafeln kleben und verhindern auf diese Weise eine weitere Ausbreitung. Aber auch flügelfreie Exemplare werden von dem
gelben Farbton der Sticker angezogen - sofern sich diese in erreichbarer Nähe befinden. Die Schädlinge bleiben an den Gelbstickern kleben und verenden.

4. Für Genusspflanzen: Bekämpfung mit Brennnesselsud

Wenn es sich um eine Zierpflanze handelt, die essbare Anteile enthält, hat es sich bewährt, im Kampf gegen die Blattläuse Mittel auf Pflanzenbasis einzusetzen. Besonders wirksam ist in diesem Zusammenhang Brennnesselsud, der nach folgendem Rezept hergestellt werden kann:
  • 1. 100g Brennnesseln werden mit einem Liter Wasser versetzt.
  • 2. Die Mischung wird gekocht und anschließend wieder abgekühlt.
  • 3. Die Blätter werden 2 Tage im Wasser gelassen.
  • 4. Anschließend werden die Brennnesseln durch ein Sieb gegeben.
  • 5. Der Sud wird in eine Spritzflasche gefüllt.
Die Pflanze wird mit der Lösung besprüht, bis sie tropfnass ist. Die Inhaltsstoffe der Brennnessel vertreiben nicht nur die Blattläuse, sondern stärken auch die Abwehrkräfte der Pflanze. Um die Wirkung zu erhöhen, sollten immer frische Blätter zum Einsatz kommen.

Tipp: Die Herstellung von Brennnesselsud geht mit einer starken Geruchsbelästigung einher. Es hat sich deshalb bewährt, diese im Freien herzustellen.

5. Biologische Mittel: Lösungen auf Ölbasis

Bei stärkerem Befall von Blattläusen kann die Pflanze mit Spritzlösungen auf Ölbasis behandelt werden. Das hierfür häufig verwendete Raps- oder Niemöl überzieht die Schädlinge mit einem Ölfilm und lässt diese anschließend ersticken. Für die Herstellung der Öllösung werden insgesamt fünf Liter Wasser mit 90ml des gewählten Öls vermengt; die Lösung wird anschließend in eine Spritzflasche gegeben.
grüne Blattläuse
Bei der Behandlung der Pflanze ist unbedingt darauf zu achten, dass alle Stellen an den Blattunterseiten sorgfältig benetzt werden - denn hier sitzen die meisten Läuse. Bei der Anwendung ist außerdem zu bedenken, dass Ölpräparate vorwiegend gegen die Schädlingslarven wirken. Der Effekt tritt daher verzögert ein und die Anwendung muss wiederholt werden. Zusätzlich sollten bei der Anwendung folgende Hinweise beachtet werden:
  • Die Behandlung erfolgt am besten im Freien.
  • Vor allem dickblättrige Pflanzen profitieren von der Anwendung.
  • Dünnblättrige Pflanzen neigen zum Verkleben, daher vorsichtig einsetzen
  • Bei großflächigem Einsatz Pflanze anschließend abspülen

6. Preisgünstige Schädlingsbekämpfung: Kaliseifenlösung

Zu den Klassikern unter den Anti-Blattlaus-Mitteln gehört die typische Seifenlösung, die besonders preisgünstig herzustellen ist. Zum Einsatz kommen sowohl unparfürmierte Kernseifen als auch Schmierseife ohne Zusatzstoffe. Experten raten hingegen von dem Einsatz klassischer Seifen mit synthetischen Inhaltsstoffen ab, da diese den Pflanzen schaden können.

Für die Herstellung der Seifenlösung nimmt der Hobbygärtner einen Liter Wasser, das mit einem Esslöffel Schmierseife versetzt wird. Um die Wirkung zu verstärken, hilft zusätzlich ein Spritzer Spiritus. Die fertige Lösung wird anschließend in eine Spritzflasche gefüllt und dann verabreicht. Vor der Behandlung ist das Gewächs sorgfältig abzudecken; die Lösung sollte keinesfalls in die Erde gelangen. Schutz bietet hier eine über den Substratrand gestülpte Plastiktüte. Nach dem Verabreichen der Lösung sollten folgende Punkte beachtet werden:
  • Lösung gut abtrocknen lassen
  • Pflanze für zwei bis drei Tage an einen hellen Platz stellen
  • Blätter mit Hilfe von Wasser von den abgestorbenen Schädlingen befreien
  • beständige Schädlingskontrolle in den Folgetagen
  • eventuell erneuter Einsatz der Seifenlösung

7. Chemische Mittel bei hartnäckigem Befall

Handelt es sich bei der Pflanze, die behandelt werden soll, um ein reines Ziergewächs, können auch chemische Mittel zur Bekämpfung zum Einsatz kommen. Auf Pyrethrum basierende Pflanzenschutzmittel gehören in diesem Zusammenhang zu den Klassikern; es handelt sich um ein stark wirksames Schädlingsbekämpfungsmittel, das jedoch in kurzer Zeit abgebaut wird. Als typisches Kontaktgift wirkt die Substanz nur äußerlich auf den Schädling - und wird nicht von der Pflanze aufgenommen. Auf diese Weise kann eine Schädigung des Gewächses minimiert werden.
schwarze Blattläuse
Zur Bekämpfung der Blattläuse benetzt der Hobbygärtner die befallenen Pflanzenteile mit dem Kontaktgift. Auch wenn auf der Oberseite noch keine Läuse zu sehen sind, müssen diese unbedingt mitbehandelt werden - manchmal sind die Eier noch nicht gut zu sehen. Beim Einsatz von Pyrethrum sind zusätzlich folgende Aspekte zu beachten:
  • bei der Anwendung sind Handschuhe zu tragen
  • Dosierung genau beachten
  • Anwendung nach 7-9 Tagen wiederholen
Egal, für welches Schädlingsbekämpfungsmittel man sich entscheidet - wichtig ist ein gutes Durchhaltevermögen bei der Bekämpfung von Blattläusen. Es handelt sich um außerordentlich hartnäckige Schädlinge, die immer wieder kommen und sich auch wechselnden Begebenheiten anpassen. Doch wer seine Pflanzen regelmäßig untersucht und schon beim geringsten Befall zu Gegenmaßnahmen greift, wird den Befall mit den genannten Mitteln gut in den Griff bekommen.