Goldfruchtpalme - Dypsis lutescens Palmen wachsen in der Natur an ganz verschiedenen Standorten. Sie wachsen fast in allen warmen Klimazonen, im Regenwald, in Oasen, am Meer oder im Gebirge. Genau so unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse an Sonne, Luftfeuchtigkeit, Pflanzsubstrat und Überwinterung. Der richtigen Palmenerde wird eine ganz besondere Bedeutung beigemessen. Das richtige Substrat beeinflusst nicht nur das Wachstum, sondern auch die richtige Ausbildung der Palmenwedel und deren Farbe. Neben handelsüblich erhältlichen Mischungen kann gute Palmenerde auch ohne viel Mühe selbst gemischt
werden.

Erde aus dem Handel

Fertig gekaufte Palmenerde enthält in den meisten Fällen Gartenerde und Torf. Nicht nur, dass der Abbau von Torf umweltschädlich ist, auch besitzt fertige Palmenerde nicht die richtige Nährstoffkombination für das Wachstum von Palmen. Fertig abgepackte Palmenerde muss durch die Zugabe von Sand, Lehm sowie mit Perlite oder Blähton zur Durchlüftung ergänzt werden. Fertig abgepackter Torf oder Humus ohne jegliche Zusätze eignet sich ganz und gar nicht als Palmenerde. Das Substrat sackt nach dem Gießen extrem zusammen. Die Wurzeln werden nicht mehr ausreichend belüftet. Die Pflanze stirbt ab oder kümmert dahin.

Die richtige Kombination für Palmen

Palmen benötigen vom ph-Wert ein leicht saures Substrat, außer einigen Ausnahmen. Ein ph-Wert um fünf ist besonders günstig. Die Erde sollte zudem durchlässig sein, da die meisten Palmen eher an Trockenheit als an Staunässe gewöhnt sind. Zudem sollte das Substrat Wasser speichern können und die benötigten Nährstoffe aufweisen. Palmen benötigen vor allem Silikate zum Zellaufbau. Des weiteren sind Magnesium, Eisen und Mangan wichtig. Alle diese Nährstoffe sind in einem phosphorarmen Volldünger enthalten, können aber auch über die Erde durch organische  Stoffe zugeführt werden.

Wie wird das Substrat sauer?

Durch die Beigabe von Torf rutscht der ph-Wert des Pflanzsubstrates ins saure Milieu. Aufgrund der problematischen Wirkung des Torfabbaus auf die Umwelt kann mit den torffreien Ergänzungsmitteln Coir Kokosfaser oder Kokohum die gleiche Wirkung erzielt werden.

Essentielle Bestanteile des Pflanzsubstrates für Palmen sind:
  • Gartenerde
  • Kompost, mindestens zwei Jahre alt
  • Torf oder Koskoserde
  • Perlite oder Tongranulat zur Auflockerung
  • Sand
  •  etwas grober Kies
  • Lehm
Drachenbaum - Dracaena deremensisStaunässe ist neben Frost der größte Feind von Palmen in unseren Breiten. Deshalb darf am Topfboden eine Drainageschicht aus grobem Kies nicht vergessen werden!

Das Mischungsverhältnis

Palmenerde besteht zu zwei Dritteln aus Gartenerde und aus einem Drittel groben Sand oder Lavakies. Für Palmen, die ein feuchtes Milieu bevorzugen, wird der Anteil der Zusatzstoffe an Lehm und Perlite erhöht, damit eine gute Durchlässigkeit gewährleistet wird. Palmen die eher im trockenen Milieu gedeihen, bekommen in ihr Pflanzsubstrat weniger Erde, sondern mehr Füllstoffe wie Perlite und Blähton. Sand oder Quarzsplit liefern wichtige Nährstoffe. Für die Nährstoffversorgung ist ein Anteil organischer Dünger wie Guano oder Hornspäne günstig.

Tipp: Rund 30 Prozent des Anteils sollten mineralisch sein.

Bei großen Palmen wird der
Anteil von Gartenerde im Pflanzsubstrat erhöht, damit die kopflastigen Palmen mehr Halt bekommen. Ältere Palmen können auch nur in Gartenerde eingepflanzt werden.

Rezepte für Palmenerdemischungen

Palmen aus Trockengebieten

  • 50 Prozent Blumenerde oder Kokoserde
  • 20 Prozent Drainage
  • 20 Prozent Lehm oder Ton
  • 10 Prozent Quarzsand

Palmen aus feuchten Gebieten

  • 70 Prozent Blumenerde oder Kokoserde
  • 5 Prozent Lehm oder Ton
  • 15 Prozent Drainage
  • 10 Prozent Quarzsand

Eine Mischung Anzuchterde für Palmen

Um die Samen zum Keimen zu bringen genügt neben einem warmen und feuchten Klima ein Pflanzsubstrat aus Sand, Torfstreu (wahlweise Kokoserde) und Blumenerde.

Tipp: Ist das Pflänzchen gewachsen, dann wird es für besseren Halt in reichhaltigere Erde umgesetzt.

Spezielle Ansprüche an das Pflanzsubstrat

  • Bergpalme: Lehmiges Substrat
  • Dattelpalmen: gute Drainage, ein Gemisch aus Erde, Sand und Blähton
  • Drachenbaum: humushaltige Erde mit einem hohen Anteil Kompost
  • Hanfpalme: sehr gute Drainage, Substrat aus Kompost, Torf, Humus, Sand
  • Livingstonia: leicht sauer und wasserdurchlässig
  • Madagaskar Palme: Pflanzsubstrat mit viel Lehm
  • Palmfarn: humushaltige Erde
  • Phoenix: ein PH-Wert von 6 aus Erde, Sand und Kompost, auf eine gute Drainage achten
  • Priesterpalme: humushaltiger Boden
  • Schraubenbaum: lockeres humoses Substrat
  • Schusterpalme: normale Pflanzenerde, keine Staunässe
  • Yucca: mineralreiches Substrat mit guter Drainage

Wenn möglich auf Torf verzichten

Yucca palme - PalmlilieTorf speichert als Pflanzsubstratzugabe Wasser und lockert die Erde auf. Das gleiche Ergebnis kann auch durch torffreie Erde wie Kokoserde erreicht werden. Kokoserde besteht aus zerkleinerten Fasern der Kokosnusspalme. Für eine gute Durchlässigkeit sorgen kleingehäckselte Kokosnusschalen, die bei der Herstellung der Kokoserde unter die untergemischt wurden. Wird Kokoserde statt Torf in Palmenerde verwendet, dann braucht die Pflanze weniger gegossen zu werden. Kokoserde ist ein enormer Wasserspeicher und kann ein Vielfaches ihres Gewichtes an Wasser speichern.

Umtopfen

Palmen werden im Frühjahr umgetopft. Besonders dann, wenn die Wurzeln aus dem Pflanzloch herauswachsen, sollte ein größeres Pflanzgefäß gewählt werden. Die fleischigen Wurzeln dürfen beim Umtopfen nicht beschädigt werden. Bevor die selbst gemischte Palmenerde eingefüllt wird, wird eine Drainageschicht eingebracht.

Häufige Fragen

Wie lautet die Grundformel für die richtige Mischung Palmenerde?
  • Von jeder Hauptzutat wird rund ein Drittel verwendet.
Was zeichnet selbst gemischte Palmenerde aus?
  • Mit einer selbst hergestellten Mischung kann auf die individuellen Bedürfnisse verschiedener Palmenarten eingegangen werden.
Warum soll ich die Mischung selber machen?
  • Selbst gemacht ist preisgünstiger als gekaufte Erde.
Wo bekomme ich die Zutaten für meine Mischung?
  • Die einzelnen Komponenten sind in jedem Baumarkt erhältlich.
Wann werden Palmen überhaupt umgetopft?
  • Jungpflanzen werden nach rund sechs Monaten, ältere Pflanzen aller zwei bis drei Jahre umgetopft.