Der Rhabarber (Rheum rhabarbarum) ist eine mehrjährige Pflanze und gilt grundsätzlich als winterhart. Wenngleich der Rhabarber in der Regel ohne jegliches Zutun den Winter überstehen kann, gelten dennoch einige Ausnahmen bei der Überwinterung. Denn insbesondere Pflanzen, welche im Herbst eingesetzt sowie jene, die im Topf kultiviert werden, benötigen etwas Unterstützung in der kalten Jahreszeit. Wie Sie den Rhabarber heil durch die kalte Jahreszeit bringen, erfahren Sie hier!

Ruhephase und Vorbereitung für den Winter

Die Vorbereitung für die Wintermonate beginnt bereits mit der letzten Ernte, welche spätestens Ende Juni stattfindet. Als letztmöglicher Zeitpunkt für die Ernte gilt der 24. Juni, denn dann tritt der sogenannte Johannistrieb ein. Dies ist der zweite Wachstumsschub, in dem der Rhabarber Kraft für den Winter und das Folgejahr sammelt. Im Idealfall erreicht die Pflanze vor der kalten Jahreszeit noch einmal
jene Größe, die sie im Frühling hat.

Wird der Rhabarber allerdings bis in den späten Sommer geerntet, schwächt dies die Pflanze enorm und erschwert somit das Überwintern. Zudem ist es nicht ratsam, den Rhabarber nach dem Juni zu ernten, da der Gehalt an Oxalsäure in den Pflanzenteilen über die Sommermonate zunimmt. Diese wirkt kalziumzehrend, ist schlecht für die Gelenke und fördert Rheuma sowie die Bildung von Nierensteinen. Wird der Rhabarber dennoch im Spätsommer geerntet, sollte auf Folgendes geachtet werden:
  • Rhabarber kann dennoch verzehrt werden
  • um sicherzugehen, sollte der Blattansatz und der Stängel entfernt werden
  • die Oxalsäure kann zudem weitgehend neutralisiert werden
  • hierfür den Rhabarber mit Rahm oder Milch kochen

Kältereiz ist erforderlich für das Wachstum

Der Rhabarber ist eine äußerst robuste und kälteresistente Pflanze. Dies liegt zum einen an dessen äußerst kräftigen Wurzelstöcken und zum anderen an seiner Fähigkeit, Rhizome zu bilden. Denn zu Beginn der kalten Jahreszeit sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und der Rhabarber steckt seine Kraft in die Bildung der Rhizome. Hierbei handelt es sich um mehr oder weniger verdickte Sprossachsen, welche zum Speichern von Nährstoffen dienen.

Damit der Rhabarber im Frühjahr erneut blüht, ist ein Kältereiz (Vernalisation) erforderlich, bei der die Temperaturen über einen Zeitraum von etwa 12 bis 16 Wochen unter 10 Grad liegen. Für ausgewachsene Pflanzen im Gemüsebeet stellen die niedrigen Temperaturen meist kein Problem dar, wohingegen im Herbst angebaute Pflanzen zusätzlich Schutz benötigen.

Frostschutz im Gemüsebeet

Rhabarber im WinterIn der Regel gilt: Im ersten Winter nach der Auspflanzung sollten die Pflanzen geschützt werden. Denn die Jungpflanzen hatten meist nicht genügend Zeit, um ausreichend Wurzeln im Boden auszubreiten und haben somit zu wenig Kraft, um die Wintermonate heil zu überstehen. Daher ist es ratsam, bereits im Herbst etwaige Vorkehrungen für den Winterschutz zu treffen.

Für den Rhabarber haben sich insbesondere natürliche Frostschutzmöglichkeiten bewährt, wie beispielsweise eine Schicht aus Laub oder Stallmist. Zudem haben diese den Vorteil, dass sie die Pflanzen nicht nur vor Frost schützen, sondern zugleich den Boden optimal für das Frühjahr vorbereiten. Im Gemüsebeet wird der Rhabarber daher am besten wie folgt überwintert:

Laub oder Reisig als Frostschutz

Im Herbst steht für viele Hobbygärtner das Zurückschneiden von Stauden und Büschen an. Die abgeschnittenen, dünnen Zweige müssen jedoch nicht entsorgt werden, da sie sich optimal als Frostschutz für das
Gemüsebeet eignen. Zu diesem Zweck wird das Reisig einfach gleichmäßig auf dem Beet verteilt. Alternativ hierfür eignet sich auch das abgefallene Laub von Bäumen, welches auf dem Bodenbereich über den Wurzeln verstreut wird. Dieses hat zudem den Vorteil, dass es für eine ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit sorgt und sich hervorragend als Mulchmaterial eignet.

Denn die Blätter zersetzen sich bis zum Frühjahr und reichern den Boden während des Verrottungsprozesses mit wertvollem Humus an. Außerdem erfreut sich auch die Tierwelt an dem übriggebliebenen Laub, denn insbesondere Igel finden darin einen geschützten Platz zum Überwintern. Wird das Laub als Frostschutz verwendet, gilt es, Folgendes zu beachten:
  • die Laubschicht sollte nicht höher als 5 cm sein
  • da sonst Fäulnisprozesse begünstigt werden
  • zudem ist das Beschweren mit Kompost ratsam
  • denn dadurch wird verhindert, dass das Laub vom Wind weggeweht wird
Tipp: Das Laub von Eiche, Walnuss und Kastanie verrottet nur sehr langsam. Daher ist es ratsam, dieses vor der Verwendung zu häckseln.

Stallmist als Frostschutz

Stallmist eignet sich nicht nur als Düngemittel, sondern dient dem Gemüsebeet auch als eine Art Heizung in den Wintermonaten. Denn beim Verrotten des Stallmistes entsteht Wärme, die alle im Boden vorhandene Pflanzen vor dem Erfrieren schützt. Insbesondere Pferdemist hat sich als Wärmepaket für das Beet bewährt, es eignet sich jedoch auch Kuh- oder Kaninchenmist hierfür. Bei der Verwendung von trockenem Stallmist als Frostschutz gilt es, Folgendes zu beachten:
  • Stallmist auf dem Beet verteilen
  • die Schicht sollte etwa 10 cm stark sein
  • bei Bedarf den Stallmist mit etwas Erde bedecken
  • die oberirdischen Pflanzenteile sollten nicht mit dem Mist in Berührung kommen
  • die übriggebliebenen Rhabarberteile können problemlos abgeschnitten werden

Schutz im Topf

Wenngleich die Rhabarberpflanzen meist im Freiland angebaut werden, eignen sie sich ebenso für die Kultur im Kübel. Im Gegensatz zu den Freilandpflanzen müssen die im Topf kultivierten Gewächse jedoch immer vor dem Frost geschützt werden. Denn im Freiland sind die Pflanzenwurzeln von dem dicken Gartenboden umgeben, welcher als natürlicher Frostschutz dient. Im Topf hingegen fehlt dieser Schutzmantel, weshalb es notwendig ist, die Behälter dementsprechend zu isolieren.
Rhabarber überwintern
Zunächst sollten die Gefäße auf einen schützenden Untergrund gestellt werden, wie beispielsweise auf ein Holzbrett oder auf eine Styroporplatte. Zusätzlich ist es ratsam, die Pflanzen auf einen schattigen Platz zu stellen, damit sie nicht den starken Temperaturschwankungen von Tag und Nacht ausgesetzt sind. Für die Isolierung der Behälter haben sich zudem folgende Methoden bewährt:

Luftpolsterfolie

Die Luftpolsterfolie hat kleine Noppen, weshalb sie auch Noppenfolie genannt wird. Die Folie ist luftundurchlässig, wodurch sie sich hervorragend zur Isolierung von Kübeln oder Töpfen eignet. Aufgrund dessen sollten die Pflanzen allerdings nicht direkt mit der Folie umwickelt werden, da die Feuchtigkeit im Inneren sonst nicht entweichen kann. Bei der Verwendung einer Luftpolsterfolie gilt es, Folgendes zu beachten:
  • vor dem Isolieren die Pflanzen gut bewässern
  • die Folie möglichst mehrlagig und eng um den Topf wickeln
  • die Folie ist UV- und witterungsbeständig
  • und wiederverwendbar
Tipp: Die Luftpolsterfolie lässt sich problemlos unter einem Jutesack oder einem Juteübertopf optisch versteckt werden.

Jutesack

Eine weitere Möglichkeit, um die Wurzelballen in den Töpfen vor Frost zu schützen, stellt die Verwendung von Jutesäcken dar. Diese werden wie die Luftpolsterfolie einfach um die Behälter gewickelt. Der dekorative Aspekt der Jutesäcke ist ebenfalls erwähnenswert, denn diese werden in den unterschiedlichsten Färbungen angeboten. Die Jutesäcke zeichnen sich zudem durch folgende Aspekte aus:
  • wasserdurchlässig
  • luft- und lichtdurchlässig
  • wärmedämmend
  • sehr robust
Tipp: Um die Pflanzen optimal vor dem Frost zu schützen, sollte zunächst eine Luftpolsterfolie als Isolationsschicht um den Topf gewickelt werden, ehe der Jutesack darübergestülpt wird.

Kokosmatten

Eine umweltfreundliche Alternative, um den Rhabarber vor dem Frost zu schützen, stellen die Kokosmatten dar. Hierbei handelt es sich um ein Naturprodukt, da die Matten zu 100 Prozent aus Kokosfasern bestehen und somit biologisch abbaubar sind. Die Kokosmatten haben zudem den Vorteil, dass sie äußerst dekorativ sind. Diese werden ebenfalls einfach um den Behälter gewickelt und bei Bedarf mit einer Schnur befestigt. Zudem haben die Kokosmatten folgende positive Aspekte:
  • isolierend und wärmedämmend
  • atmungsaktiv und nässebeständig
  • trocknen schnell
  • wiederverwendbar
Fazit
Der Rhabarber ist zwar grundsätzlich winterfest, dennoch sollten insbesondere Jungpflanzen und auf dem Balkon kultivierte Gewächse zusätzlich mit einem Frostschutz versehen werden. Um die Pflanzen optimal auf den Winter vorzubereiten, sollten sie zudem das letzte Mal Ende Juni geerntet werden, damit sie die Ruhephase einlegen und somit Kraft für die Wintermonate und das Frühjahr sammeln
können.