Bräuche rund ums Richtfest

Richtfeste werden schon seit Jahrhunderten gefeiert und gehören sozusagen zur Tradition. Dabei sind es Bauarbeiter und Handwerker, die zum Richtfest für ihre getane Arbeit geehrt werden – sie sind quasi die Hauptpersonen.

hausbau_flJe nach Gegend variieren die Bräuche rund ums Richtfest, aber egal wie das Richtfest gefeiert wird, im Vordergrund steht immer die gelungene Fertigstellung des Hausrohbaus, welcher natürlich gebührend gefeiert werden muss.

Was macht die Bräuche rund ums
Richtfest aus?


Zu einem der ältesten Bräuche gehört der Richtkranz oder auch Richtbaum genannt, der am Dachstuhl befestigt wird. Aber bevor der Richtkranz von den Zimmerleuten in Position gebracht wird, wird er mit bunten Tüchern oder Bändern beschmückt. Ist dieser Schritt getan, folgt der Richtspruch. Dieser ist der Höhepunkt eines jeden Richtfestes und beinhaltet den Dank an die vielen tatkräftigen Mitarbeiter und Bauleute. Schon im frühen Mittelalter galt der Richtspruch als eine Art Gebet und die Bitte um Glück und den Segen Gottes. In der Regel wird der Richtspruch von einem Zimmermann gehalten, welcher anschließend
ein Glas Sekt mit einem passenden Spruch zu Boden wirft oder an der Wand zerklirren lässt. Die daraus entstandenen Scherben stehen für Glück. Und dann wird mit einem Glas Sekt angestoßen und zum Essen geladen.

Ein weiterer Brauch ist es, dass der Bauherr nach dem Richtspruch den letzten
Nagel einschlägt. Und damit dies nicht ganz so einfach wird, spielen ihm die Zimmerleute einen kleinen Streich. Dabei verliert der Hammer seinen Stiel oder der Nagel ist manipuliert, sodass er beim Versuch des Einschlagens zerbricht.

Zu guter Letzt steht bei jedem Richtfeste der Richtschmaus mit rustikalen Speisen und Getränken an, bei dem alle Helfer und Bauarbeiter kräftig zuschlagen können. Schon früher galt der Richtschmaus als Brauch und diente zu seiner Zeit als Lohn für die erbrachte Leistung der Handwerker und Bauleute.

Und wenn das Richtfest langsam dem Ende zugeht, dann ist so mancher Bauherr stolz und glücklich, dass er sich endlich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllt hat und bald sein Eigen nennen
kann.