Konstruktiver Holzschutz bei Balkon & Terrasse

Konstruktiver Holzschutz ist Holzschutz, der versucht, mit der Eigenart des Materials so umzugehen, dass möglichst große Beständigkeit bei möglichst geringem Einsatz von Holzschutzmitteln erreicht wird.      

zaun-streichen-holz-sichtschutz_flHolz kann eine sehr lange Lebensdauer erreichen. Das aber nur, wenn es durch die richtigen Maßnahmen, Schutz und Pflege vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahrt wird. Holz wird bedroht durch Nässe und Austrocknung, UV-Strahlung, Pilze, Schädlinge und chemische Belastungen.

Konstruktiver Holzschutz beginnt mit der Materialauswahl

Holz ist unterschiedlich empfindlich gegen Wetterbeeinträchtigungen. Deshalb beginnt ein sinnvoller Holzschutz mit der Auswahl des Materials. Das bedeutet zuerst, Holzarten einzusetzen, die dem Verwendungszweck entsprechen.

Welches Holz für welchen Verwendungszweck geeignet ist, ergibt sich im Zusammenspiel aus Dauerhaftigkeitsklasse und Gefährdungsklasse. Die Dauerhaftigkeitsklasse bestimmt sich nach DIN 68364 und EN 350-2, sie klassifiziert die Eigenresistenz der jeweiligen Holzart gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten. Die Klasse 1 beschreibt sehr dauerhaftes Holz, die Klasse 5 nicht dauerhaftes.

Welche Dauerhaftigkeitsklasse eingesetzt werden sollte, richtet sich dann nach der Gefährdungsklasse. Sie misst die zu erwartende Bewitterungsbeanspruchung und ist je nach Anwendungsbereich in DIN 68800 oder EN 335-1 geregelt. Je höher die Gefährdungsklasse der Bausituation ist, desto höher muss die Dauerhaftigkeitsklasse sein, in die das Holz eingeordnet wurde.

In Bezug auf das Material ist unter dem Gesichtspunkt des
konstruktiven Holzschutzes noch entscheidend, dass das Holz einen ausreichenden Trockenheitsgrad aufweist. Denn eigentlich alle Schädlinge bevorzugen feuchtes Holz, je trockener das Bauholz ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit des Schädlingsbefalls.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Materialauswahl ist unabhängig von den Forderungen des
konstruktiven Holzschutzes die Festigkeit bzw. Tragfähigkeit des Bauholzes.

Baulicher konstruktiver Holzschutz

Die weiteren Maßnahmen gehören zum baulichen Holzschutz, einem Teilgebiet des
konstruktiven Holzschutzes. Hier geht es darum, Niederschläge sofort abzuführen und Staunässe zu vermeiden. Der Bau

von Dachüberständen kann erforderlich sein, gefährdete Stellen sollten dauerhaft abgedeckt werden. Erdkontakt von Holzteilen kann durch Anbringung von Pfostenschuhen vermieden werden. Unter Umständen sollten Entwässerungsebenen aus Kies
zur schnellen Wasserableitung eingeplant werden.

Beachtenswerte Punkte beim
konstruktiven Holzschutz bei Balkon & Terrasse


Bei Terrassenholz oder Holz für den Balkon handelt es sich in der Sprache der DIN EN 335-1 um Holz mit Erdkontakt und Süßwasserkontakt. Solche Außenbauteile, die teilweise oder ganz im Erdreich oder Beton verbaut werden, werden der Gefährdungsklasse 3 zugeordnet. Wenn Sie hier Holz der Dauerhaftigkeitsklasse 1 einsetzen, können Sie auch ohne Verwendung von Holzschutzmitteln auf eine Lebensdauer von über 25 Jahren vertrauen. Holz der Dauerhaftigkeitsklasse 2 wird unter diesen Bedingungen eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren prophezeit.

In Klasse 1 eingestuft werden z.B.:holz-streichen2_fl

  • Afzelia (auch als Doussie bekannt), 
  • Bilinga, 
  • Cumaru, 
  • Greenheart,
  • Ipe (Ironwood), 
  • Maobi, 
  • Padouk, 
  • asiatisches Teak, 
  • Makoré, 
  • Massaranduba 
  • und das erwachsene Kernholz der Robinie. 

Zur Klasse 2 gehören die europäische Eiche und die Edelkastanie, aus dem Ausland kommen Almendrillo, amerikanisches Mahagoni, Bankirai, Bubinga, Garapa, Kapur, Merbau (Borneo Teak), Bongossi (Azobe) und Western Red Cedar (Rotzeder).

Alle anderen Hölzer sind mäßig dauerhaft, wenig dauerhaft oder nicht dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 3 bis 5). Ihre Haltbarkeit beträgt höchstens 15 bis zu unter 5 Jahre. Die Haltbarkeit kann natürlich verlängert werden, wenn das Holz imprägniert wird. Der geeignete Holzschutz für Außen bringt nur so viel Chemie ein, wie unbedingt notwendig ist. Achten Sie auf das RAL-Gütezeichen für Holzschutz, dieses Mittel hat sich einer Überprüfung gestellt. Aber Holzschutz ist eine Menge Arbeit, der Anstrich muss in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden, damit der Schutz gewährleistet ist.

Die Alternative sind kesseldruckimprägnierte Hölzer, die jedoch nur bei einer ordnungsgemäßen vollständigen Imprägnierung gute Dauerhaftigkeit garantieren. Bei der Auswahl des kesseldruckimprägnierten Holzes für die jeweilige Anwendung
sind mehrere Dinge zu beachten.

Wussten Sie schon, dass...

  • der konstruktive Holzschutz auf beeindruckende historische Vorbilder zurückblicken kann? Zum Beispiel unzählige Jahrhunderte alte Fachwerkhäuser. Das älteste Fachwerkhaus Deutschlands ist rund 800 Jahre alt, der älteste Holzbau der Welt stammt aus dem 6. Jahrhundert und ist somit um 1.500 Jahre alt. Er steht in Japan und sieht eher aus wie einige Jahre alt.
  • die Ingenieur-Holzbauten der heutigen Zeit moderne Monumente des
    konstruktiven Holzschutzes sind? Es werden aufsehenerregende Bauten verwirklicht. Ein Beispiel ist das 2004 fertiggestellte neue Elefantenhaus im Kölner Zoo, das mit einem rund 3000 Quadratmeter großen, begrünten Holzdach in kühner Konstruktionsweise überrascht.