Verkieselung
des Mauerwerks selber machen

Wer ein ständig feuchtes Mauerwerk hat, der ist vor Schäden an der Bausubstanz nicht sicher. Die Schäden sind vielseitig, denn neben einem Abplatzen der Mauersteine und Ausblühungen kommt es vor allem zu einer Schimmelbildung, die sich bekanntlich negativ auf die Gesundheit auswirkt.

schimmel4_flEs gilt daher, die Ursachen für das feuchte Mauerwerk auszumachen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, mit denen man die Feuchtigkeit beseitigen kann. Doch das ist in den meisten Fällen gar nicht so einfach, sodass es ratsam ist, einen Fachmann zurate zu ziehen. Er kann die Ursache der Feuchtigkeit schnell ausmachen und die entsprechenden Gegenmaßnahmen empfehlen. Diese kann man dann ebenfalls durch einen Fachmann durchführen lassen oder aber man macht sich selbst an die Arbeit. Das ist zwar nicht bei allen Maßnahmen zur Mauerwerkstrockenlegung möglich, allerdings schon, wenn man eine Verkieselung
des Mauerwerks vornehmen möchte.

Verkieselung
des Mauerwerks – aufwändig aber bewährt


Die Verkieselung ist ein aufwändiges Verfahren, allerdings hat es sich auch schon seit Jahrzehnten bewährt. In der Regel ist es auch das wirtschaftlichste Verfahren, um das Mauerwerk trocken zu legen und die genannten Folgeschäden zu vermeiden.

Bei der Verkieselung
des Mauerwerks handelt es
sich um einen chemisch-physikalischen Vorgang, der in jedem saugfähigen Baumaterial mineralischer Art ablaufen kann. Es ist
einer künstlichen Versteinerung sehr ähnlich. Bei der Verkieselung
des Mauerwerks wird eine flüssige Kieselsäureverbindung so tief wie möglich in die Wand eingebracht. In der Wand verteilt sich diese Verbindung ohne Zwischenräume.

Als besonders effektiv hat sich diese Methode erwiesen, wenn die Kieselsäureverbindung mit Druck über Injektoren in das Mauerwerk eingebracht wird. Hierfür ist es allerdings sehr wichtig, dass das Mauerwerk noch nicht mürbe ist. Anderenfalls würde die Injektion keinen Halt finden und daher nicht dicht genug werden.

Arbeitsablauf bei der Verkieselung
des Mauerwerks


Bevor die Kieselsäureverbindung in die Wand eingebracht werden kann, sind einige Vorarbeiten erforderlich. Dies bezieht sich vor allem auf die Bohrungen für die Injektoren. Sie sollten einen Durchmesser von 20 mm haben und rund 30 Grad schräg nach unten verlaufen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Bohrungen immer in den Stein erfolgen und nicht in die Fugen.

Der Abstand zwischen den einzelnen Bohrungen beträgt zwischen 10 und 15 cm. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass die Bohrungen möglichst tief in die Wand gehen, jedoch ohne diese zu durchbrechen. Im Anschluss muss der Bohrstaub mit einem leistungsfähigen Staubsauger entfernt werden.

An die Injektoren wird ein handelsübliches Drucksprühgerät angeschlossen. Hierzu muss der Behälter zunächst auf 3 bar aufgepumpt werden. Des Weiteren darf das Füllen der Bohrlöcher erst dann beendet werden, wenn der Druck nach 30 Sekunden bei 3 bar konstant bleibt. Ist dies erledigt, kann die Bohrung inklusive der Injektoren einfach mit einem guten Reparaturmörtel verschlossen werden.