Das Aufbringen von Strukturputz ist innen an sich sehr einfach, wenn dabei einige Faktoren berücksichtigt werden. Von der Auswahl über das Anmischen bis hin zum Auftragen und Strukturieren des Putzes halten wir praktische Tipps für Selbermacher bereit.

Auswahl

Strukturputze sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Unterschieden werden dabei die folgenden Punkte:

Material
Mineralputze weisen eine hohe Atmungsaktivität auf und begünstigen daher ein angenehmes Raumklima. Zudem sind sie vergleichsweise günstig. Allerdings muss mineralischer Putz angesetzt und angerührt
werden. Dieser Aufwand entfällt bei Silikonharzputzen, da diese bereits fertig in Eimern erhältlich sind. Dafür zeigt sich Silikonharzputz weniger atmungsaktiv und ist etwas teurer.

Körnung
Von der Körnung hängt ab, wie fein oder grob der Putz ist. Feine Putze ergeben eine glattere Oberfläche, während gröbere Putze rustikaler wirken.

Abgetönt
Strukturputz ist bereits abgetönt erhältlich. Diese Varianten sind gut für Wände geeignet, die stärker beansprucht werden. Kratzer fallen weniger auf, da sie nicht weiß erscheinen, sondern die gleiche Farbe wie die Oberfläche aufweisen. Alle Putzvarianten, auch die ungetönten, können jedoch mehrfach überstrichen werden.

Strukturierung - Tipps

Strukturputze bieten eine große Vielfalt an verschiedenen Oberflächenstrukturen. Wellen oder Kreise, gezupft ein ganz eigenes Muster sind möglich. Als Utensilien können unter anderem die folgenden Hilfsmittel verwendet werden:
  • Putzkelle
  • Pinsel
  • Reibebrett
  • Strukturrollen
Anbieter von verschiedenen Putzen zeigen auch an, wie diese strukturiert werden können und was dafür benötigt wird.
Hierbei sollte jedoch nicht nur von den optischen Vorlieben ausgegangen werden, denn die Art der Struktur hat auch eine praktische Bewandtnis. Um die beste Wahl zu treffen, sollten die folgenden Punkte beachtet werden:

Sauberkeit
Tiefe Rillen oder stark herausschauende Spitzen wirken gewissermaßen als Staubfänger und lassen sich nur schwer sauber halten. Auch Spinnenweben können sich schneller in ihnen festsetzen. In Räumen mit einem höheren Staubaufkommen sind daher feinere Strukturen die bessere Wahl.

Verletzungsgefahr
Gerade kleinere Kinder streifen schon einmal mit den
Händen an der Wand entlang, fangen sich ab oder können durch ungeschickte Bewegungen daran streifen. Schauen aus der Struktur Spitzen heraus oder ist die Oberfläche der Wände sehr rau, besteht Verletzungsgefahr.

Schäden
Gezupfte Spitzen neigen bei Beanspruchung und Krafteinwirkungen eher dazu, abzubrechen. In engen Durchgängen oder in anderen Bereichen mit einer stärkeren Beanspruchung würden derartige Strukturen also vergleichsweise schnell sichtbar Schaden nehmen.

Vorbereitung des Untergrunds

Vor allem innen werden die Wände in der Regel nicht vollkommen neu verputzt, sondern der Strukturputz auf eine bereits verputzte Oberfläche aufgetragen. In jedem Fall gelten dabei die gleichen Voraussetzungen, die berücksichtigt werden müssen. Bei diesen handelt es sich um:

Schäden
Risse und Löcher müssen vor dem Verputzen ausgebessert werden, damit der Putz richtig halten kann.

Sauber
Ist die Wand stark verstaubt, befinden sich Spinnenweben darauf oder sind andere Verschmutzungen auf der Oberfläche, sollte sie zunächst gründlich abgesaugt und abgebürstet werden. Sie muss vor dem Verputzen so sauber wie möglich sein, um einen guten Halt zu gewährleisten.

Trocken
Mit Regen ist innen zwar nicht zu rechnen, dennoch können die Wände feucht sein. In Küche, Bad oder Waschküche, Kellerräumen sowie nach dem Ausbessern von Schäden an der Wand sollte daher vor dem Verputzen gründlich gelüftet und gegebenenfalls geheizt werden, um das Abtrocknen der Wände zu begünstigen.

Grundierung
Damit die Strukturputze gut und gleichmäßig halten, sollten die Wände vor dem Verputzen mit einer Grundierung versehen werden. Das ist vor allem bei Wänden entscheidend, die sandig oder stark saugfähig sind. Die gewählte Grundierung sollte nicht nur zur Wand, sondern auch zum ausgesuchten Putz passen.

Putz aufbringen und strukturieren

PutzBeim Verputzen und dem strukturieren wird wie folgt vorgegangen:

1. Der Mineralputz wird mit Wasser angerührt. Je größer die zu verputzende Fläche und je dicker der Putz aufgetragen werden soll, desto fester sollte die Konsistenz des Strukturputzes sein. Für das Anrühren empfiehlt sich der Einsatz eines speziellen Bohrmaschinenaufsatzes. Bei größeren Mengen kann ein Betonmischer verwendet werden. Bei fertigen Silikonharzputzen entfällt dieser Schritt.

2. Mit einer Putzkelle wird der Putz auf die Wand aufgetragen. Dabei sollte die vom Hersteller angegebene Dicke angestrebt werden. In der Regel reichen zwei bis vier Millimeter aus.

3. Die Oberfläche wird zunächst ebenfalls mit der Putzkelle geglättet und geebnet. Dabei sollte immer wieder überprüft werden, ob eine gleichmäßige Dicke erreicht wird.

4. Mit dem gewählten Utensil wird die Oberfläche anschließend strukturiert. Hierbei sollte aber beachtet werden, dass keine zu große Fläche verputzt wird. Anderenfalls wird der Putz zu schnell trocknen und die Struktur kann nicht mehr erfolgreich aufgebracht werden.

Die Geschwindigkeit von Auftrag und Strukturieren ist entscheidend aber auch problematisch, wenn größere Flächen verputzt werden sollen. Es sollte jeweils nur eine so große Fläche verputzt werden, wie in etwa einer Viertelstunde auch strukturiert werden kann. Das ist wiederum potentiell problematisch, weil auf größeren Flächen dadurch jeweils nur Abschnitte bearbeitet werden können und die Übergänge immer wieder aneinander angeglichen werden müssen. Ideal ist es daher, wenn wenigstens zu zweit verputzt und strukturiert
wird.