Boskop Samen - Haltbarkeit

C

Christian08

Neuling
Hallo zusammen - ich habe eine recht simple, kurze Frage - Wie lange halten bei durchschnittlichen bis optimalen Bedingungen Samen von Boskop Apfelbaumen ihre keimfähigkeit?

Hoffe ich habe es einigermaßen verständlich formuliert.

Ich wollte aus dem Garten meines Vaters für meinen eigenen Garten später ein paar Samen sammeln und hoffen dass ich dadurch später ebenfalls einen Boskop Apfelbaum ziehen kann.

Das wäre eine Art Erinnerung an ihn...

Kann man sowas pauschal beantworten?

Grüße
Christian
 
  • Wasserlinse

    Wasserlinse

    Foren-Urgestein
    Hallo. Finde ich eine schöne Idee. Allerdings wirst du aus Samen keine echten Boskoop ziehen können, denn das wird ein Wildling, der bestenfalls kleine mehr oder weniger geniessbare Äpfel bekommen wird, das allerdings kann noch Jahre dauern.

    Wenn du den gleichen Boskoop wie dein Vater haben willst, musst du einen Reiser vom Baum deines Vaters auf eine Unterlage veredeln.
     
    D

    Desperado

    Mitglied
    Da Äpfel selbststeril sind und immer eine zweite Sorte als Befruchter benötigen, wirst Du bei der generativen Vermehrung über Apfelkerne nie die Muttersorte erhalten sondern immer nur eine Kreuzung mit der pollenspendenden Befruchtersorte.
    Du kannst also eine Apfelsorte nur vegetativ vermehren über einen Edelreis oder auch nur ein Auge davon. Aber die Sorte Boskoop hat eigentlich jede Baumschule im Sortiment, weshalb ich da jetzt auch keine großen Experimente machen würde, zumal Du wahrscheinlich eh keine passende Unterlage hast.

    Der Boskoop passt aber auch nicht in jedes Klima. Hier bei uns im trocken-warmen Taubertal (Weinbauregion) funktioniert er nicht besonders gut, weil er mit Trockenheit und Temperaturen, die schon mal an die 40°C heranreichen können, nicht klarkommt. Da darf ich nach einem Sommer wie diesem immer sehr viel Totholz rausschneiden. Außerdem sind die Äpfel jedes Mal so stark berostet und rissig, dass von der Grundfarbe schon gar nichts mehr zu sehen ist. Solche Äpfel könnte ich nie im Leben vermarkten. Und die Sorte neigt auch ganz stark zu Stippe und hält sich dann auch nicht lang.
    Im Gegensatz dazu strotzt der Brettacher nur so vor Vitalität, auch wenn das nur ein Mostapfel ist
     
    C

    carot

    Mitglied
    Hallo Christian,

    zur Frage kann ich auch nur mutmaßen. Die Samen sollten nicht trocken, sondern leicht feucht (nicht nass) und kühl gelagert werden. Trocknen sie aus, verlieren sie nach und nach ihre Keimfähigkeit. Das ist ein allgemeiner Hinweis, da ich mit Apfelsamen keine praktischen Erfahrungen habe.

    Die Samen werden bei dieser Lagerung aber wahrscheinlich nach nur wenigen Monaten anfangen zu keimen. Sie benötigen zur Keimung vorher eine Art Winterruhe, das nennt sich Stratifikation. Wenn die Samen wie oben beschrieben gelagert werden, baut sich die Keimhemmung in wenigen Monaten ab und die Samen werden anfangen zu keimen.

    Wie die anderen Antwortersteller schon schrieben, wirst Du gerade bei Boskoop-Samen eine völlig neue unbekannte Sorte erhalten. Deshalb wäre auch mein Tipp: Besorge Dir Edelreiser des Baumes Deines Vaters (jetzt oder auch etwas später im Januar-Februar wäre eine gute Zeit dafür) und veredele diesen Reiser auf eine neue Unterlage oder lasse von einem Bekannten oder einer Baumschule eine Auftragsveredelung durchführen. So erhälst Du eine genaue Kopie (ein Klon) des Baumes Deines Vaters. Wähle am besten keine schwachwüchsige Unterlage, da Du vermutlich einen langlebigeren Baum möchtest. Ich denke die Unterlagen M111 oder M106 wären gute Kompromisse in Sachen Wuchsstärke und Endgröße. Es sind mittelstark wachsende Unterlagen. Soll es ein wirklich langlebiger und großer Apfelbaum werden, bieten sich Sämlingsunterlagen an.

    VG
    carot
     
  • Wasserlinse

    Wasserlinse

    Foren-Urgestein
    Ob Christian das wohl noch liest? Er war am 13. August da und hat einen einzigen Beitrag verfasst...
     
  • Top Bottom