kompletter Wein hat falschen Mehltau

B

Barbara2019

Neuling
Liebes Forum,
ich habe einen recht wilden Schrebergarten übernommen und bin selber noch recht grün hinter den Ohren, was die Gärtnerei betrifft. Den falschen Mehltau konnte ich allerdings an meinen beiden Rebstöcken zweifelsfrei feststellen. In sämtlichen Tips heisst es: Befallene Pflanzenteile abschneiden. Das beträfe in meinem Fall alle Triebe beider Rebstöcke. Das erscheint mir etwas heftig.
Andererseits stehen meine Rebstöcke in direktem Kontakt zu Nachbars Rebstöcken. Und ich möchte nicht, dass sich der Pilz auf seinen gesunden Wein überträgt.
Ich bin also etwas ratlos, was ich tun soll. Alle Triebe abschneiden? Oder Nachbars Wein anstecken?
Tragen tun meine Reben nur etwa 5 vertrocknete, unappetitlich aussehende Trauben. Die wären also kein Verlust.
Vielleicht könnt ihr mir eure Gedanken dazu mitteilen?
Viele Grüsse
Barbara
 
  • billymoppel

    billymoppel

    Foren-Urgestein
    ehrliche meinung?
    wenn es wirklich falscher mehltau ist (blattunterseite) wirst du das nicht in den griff bekommen.
    falscher mt ist so ziemlich das übelste was gibt und der grund, warum selbst im bio-weinbau sowas höllisches wie kupferspritzung erlaubt ist.

    fazit: wein roden und pilzresistente sorten anpflanzen.
    ja, das ist die methode brechstange - aber im anbau für den eigenverzehr gibt es keine gründe, pilzanfällige sorten zu tolerieren - es gibt genug, was schmeckt, ertragreich ist und keinen falschen mt bekommt.
    eine anfällige rebe wird das immer wieder bekommen - und ich als nachbar wäre auch nicht beglückt.
    denn selbst wenn ich eine pilzfeste sorte habe, hat dieses eine restrisiko - und je höher der befallsdruck....

    und schon in zwei, drei jahren hast du wieder einen anständigen stock, wo was dran hängt, ersterträge ja meist schon im pflanzjahr, wenn man bissl geld für eine entwickelte rebe in die hand nimmt.
     
    S

    Sandor 2

    Mitglied
    Was wären denn pilzresistente Sorten Deiner Meinung nach?
     
    billymoppel

    billymoppel

    Foren-Urgestein
    nun ja, zu pi-wi sorten hilft google ausreichend - es wäre müßig, alle züchtungen und kreuzungen der letzten 80 jahre aufzuführen.
    ich selbst habe muscat bleu als hausrebe und im garten phönix und regent. letzterer als tafeltraube ungeeignet.
    seit vielen jahren mitten im weinbau auch nur ohne einen hauch echten mt., von falschem nicht zu reden
    am neuaustrieb vielleicht paar rebpockenmilben - und damit hören die probleme auch schon auf.
    besonders die hausrebe ist erheblichem streß (vor allem durch extreme trockenheit hier im regenschatten des harzes) ausgesetzt, sie kann wegen der versiegelung der straße durch baumaßnahmen vor drei jahren weder gegossen noch gedüngt werden und kommt nicht mehr in den genuß von oberflächenwasser

    nach heutigem kenntnisstand würde ich von rotbeerigen sorten aber abraten - wegen der kirschessigfliege.
    bei uns ist sie jedenfalls angekommen.

    @Barbara2019

    allenfalls könntest du einen extremen rückschnitt vornehmen - wirklich extrem. die rebe ist ja vermutlich auch lange nicht gut geschnitten worden und würde eh einen neuaufbau benötigen.
    das problem am falschen mt ist, dass die sporen überall überdauern.
     
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