Liguster Atrovirens mit Blattfleckenpilz

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wosik

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Hallo, im Mai wurde bei uns eine Liguster Atrovirens Fertighecke eingepflanzt. Die Hecke ist also schon gleich mit einer Höhe von 2 Meter geliefert worden, dementsprechend auch der stolze Preis. 😉

Leider mussten wir feststellen, dass schon im Sommer die Blätter massenhaft abfielen und die Blätter sich gelb verfärbten. Zusätzlich diese schwarzen Punkte auf den Blättern. Nach meiner Recherche müsste es sich hier um Blattfleckenpilz handeln. Ich habe einige Fotos angehängt, um die Sache zu verdeutlichen. Meine Frage ist nun, wie ich mit dem Problem verfahre bzw. wie ich dafür sorge, dass die Hecke im Frühjahr wieder gesund austreibt. Auch frage ich mich, ob die Hecke in diesem Jahr nochmal zurückgeschnitten werden muss.

Kann mir jemand evtl. Tipps geben, wie ich mich am besten verhalten soll?

Danke vorab...
 

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  • verbus

    verbus

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    Ich nehme an, dass das Umpflanzen bzw. der Standortwechsel die Hecke geschwächt und anfällig für Krankheiten / Pilze gemacht hat.
    In diesem Jahr wirst Du nicht allzu viel für den Liguster tun können. Ein Formschnitt ist jetzt noch okay, aber das war es auch schon. Entferne und entsorge alle Blätter, damit der Pilz sich nicht vermehren kann. Dann würde ich im Februar (auf jeden Fall vor der Brutzeit) einen Radikalschnitt vornehmen, also die Hecke bis zur Hälfte runterkürzen. Und dann immer der selbe Rat: Stärke die Pflanze, indem Du Komposterde u/o Wurmhumus der Erde großzügig beimischst. Im Frühjahr, wenn die Hecke austreibst, kannst du z.B. mit Brennesseljauche, Ackerschachtelhalm oder Algendünger dem gesunden Wachstum nachhelfen.
     
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    wosik

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    Danke für die ausführliche Antwort. Ok, mehr als ein Formschnitt sollte ich vor dem Winter also nicht mehr machen. Schwierig wird das entfernen der Blätter werden, da die sich ja mit der feuchten Erde vermischt haben. Im Prinzip muss ich die alle einzelnd mit der Hand entfernen, mit einem Laubblässer wird das nichts werden. Im Februar dann der Radikalschnitt. Da die Hecke aber zwingend als Sichtschutz dienen soll, wäre eine Kürzung um die Hälfte evtl. etwas zu viel? Weiß nicht wie schnell und stark sie nachwächst...
     
    Wasserlinse

    Wasserlinse

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    Ein Radikalschnitt auf die Hälfte ist vielleicht doch etwas viel. Vorallem wenn man noch einen sogenannten Hausmeister-Schnitt (also einfach waagrecht alles absäbeln) macht. Bei deiner Hecke sieht man bereits deutlich, dass sie auf den obersten 20 cm schön dicht wächst und sich verzweigt, unten aber bereits etwas zu verkahlen beginnt.

    Meine Empfehlung wäre eher, ca. jede dritte Pflanze ca. auf 3/5 runter schneiden, einzelne vielleicht nicht schön gewachsene um die Hälfte kürzen und die restlichen Pflanzen zu 3/4 stehen lassen. Das gibt aber einen waagrechten Abschluss nach oben, dafür eine eher natürlich wirkende Hecke.

    Falls du einen waagrechten Abschluss nach oben haben möchtest, dann musst du allerdings in der Tat schauen, dass die obersten 20 cm, wo die Hecke sich am ehesten verzweigt, gelegentlich zurück geschnitten wird, damit sich tiefer gelegene Augen öffnen und es unten wieder etwas dichter wird.

    Später dann einzelne Pflanzen mal radikal um 2/3kürzen, damit auch tief unten wieder neue Zweige nachwachsen.

    Und der Hecke immer wieder etwas zum futtern (Hornspäne oder Kompost) geben.
     
  • Pyromella

    Pyromella

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    Und wenn Jahre so trocken wie der Sommer 2019 werden: Gießen nicht vergessen!
     
  • verbus

    verbus

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    Wollte maximal bis zur Hälfte schreiben, muss nicht so viel sein.Bei kranken Pflanzen gehe ich - obwohl ich sonst behutsam bin - etwas vehementer vor. Ein gutes Stück runterschneiden ist notwendig, Linserichs Vorschlag oder Anleitung ist sehr genau und gut.
     
  • Rentner

    Rentner

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    ... Ok, mehr als ein Formschnitt sollte ich vor dem Winter also nicht mehr machen. Schwierig wird das entfernen der Blätter werden, da die sich ja mit der feuchten Erde vermischt haben. Im Prinzip muss ich die alle einzelnd mit der Hand entfernen,...
    Mach dir da nicht zu viele Gedanken. Liguster ist eine der robustesten und anspruchslosesten Pflanzen überhaupt.
    Vor 25 Jahren habe ich eine 20 m lange Hecke gepflanzt. Hätte ich da jedes Blatt mit Pilzbefall weggeräumt, wäre ich heute noch nicht fertig. Wenn ich morgen Zeit habe, zeige ich mal ein paar Bilder.
     
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    wosik

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    Danke für Eure ausführlichen Antworten. Ich bin begeistert. ☺

    Ich versuche es mal für mich zusammenzufassen, da ich völlig unerfahren bin was Hecken angeht. Wir haben hier ein Neubau und die Hecke ist wie gesagt als Fertighecke gekauft worden.:

    1. In den nächsten Tagen/Wochen evtl. noch einen Formschnitt machen. Da ich auf einen waagerechten Schnitt wert lege, würde ich dann die oberen 20cm abschneiden.

    2. Die kaputten Blätter könnte man entfernen, muss aber nicht zwingend sein.

    3. Im Februar dann einen ordentlichen Rückschnitt (vielleicht 50cm?).

    4. Im nächsten Jahr dann die Erde mit Kompost vermischen ( wann sollte ich das im nächsten Jahr ca machen?)

    Eine Frage zu den kaputten Blättern noch: Kann ich davon ausgehen, dass im Winter alle kaputten Blätter abfallen werden? Die gesunden könnten ja bei einer Atrovirens theoretisch dran bleiben...
     
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