Wie oft kann ich fräsen?

T

Tomatenmann

Mitglied
Hallo, ich habe mir einen Einachser mit Fräse, Pflug und Federzinkenkultivator angeschafft. Der Anbau beschränkt sich auf Kartoffeln, Gemüse und Wildblumenwiese.

Im letzten Jahr hatte ich mir bereits eine Motorhake geliehen, welche den Boden sehr gut "durchwühlt" hatte. Jetzt lese ich häufiger, dass zu viel Fräsen (Prinzip ist für mich das gleiche) nicht gut sein soll, da es die Bodenstruktur zerstört und wenn ich sehe, wie sandig der Boden von dem aussieht, von dem ich die Motorhake hatte, bin ich nun unsicher.

Sollte man lieber ein Jahr auf das Fräsen verzichten und eher pflügen und grubbern oder sogar erst alle drei Jahre wieder fräsen?

Was meint ihr?
 
  • Golden Lotus

    Golden Lotus

    Foren-Urgestein
    @Tomatenmann
    Am besten garnicht fräsen, nur den Boden vorsichtig lockern, durch das fräsen wird alles im Boden kaputt gemacht , die ganzen Lebewesen die sich angesiedelt haben die den Boden wertvoll machen , werden zerstört, im Herbst Mulchen, Unkraut durch lockern Entfernen, und im gesamten Jahr mit allem was anfällt zwischen den pflanzen Mulchen, fräsen ist echt unnötig
     
    Tubi

    Tubi

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    Hallo, ich habe mir einen Einachser mit Fräse, Pflug und Federzinkenkultivator angeschafft. Der Anbau beschränkt sich auf Kartoffeln, Gemüse und Wildblumenwiese.

    Im letzten Jahr hatte ich mir bereits eine Motorhake geliehen, welche den Boden sehr gut "durchwühlt" hatte. Jetzt lese ich häufiger, dass zu viel Fräsen (Prinzip ist für mich das gleiche) nicht gut sein soll, da es die Bodenstruktur zerstört und wenn ich sehe, wie sandig der Boden von dem aussieht, von dem ich die Motorhake hatte, bin ich nun unsicher.

    Sollte man lieber ein Jahr auf das Fräsen verzichten und eher pflügen und grubbern oder sogar erst alle drei Jahre wieder fräsen?

    Was meint ihr?
    Wie groß ist denn das zu bearbeitende Stück Land?
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    @Golden Lotus

    Danke, doch den Boden nur zu lockern oder umzugraben kann ich mir bei kleinen Flächen sehr gut vorstellen, ab einer bestimmten Größe dann eher nicht mehr.

    @Tubi

    Wenn alles bewirtschaftet wird, 600qm, Tendenz steigend.
     
  • G

    Galileo

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    Hi @Tomatenmann

    Generell ziehen sich die Bodenlebewesen in der vegetationarmen Zeit und besonders im Winter in tiefere Erdschichten zurück.
    Mit der Einachsfräse kommst Du nicht tiefer als 20 max. 25 cm.
    Der mögliche Schaden für die krabbelnde Bodenfauna ist also eher klein und für die bakterielle garnicht, besonders im Winter.
    Bei der genannten Fläche hast auch wenig Alternativen.
    Ich kenne nicht den Zustand Deines Feldes.
    Vielleicht langt einmal pflügen, anschliesend Unkraut mechanisch entfernen und dann fräsen.
    In Zukunft einmal die abgeernten Pflanzenteile unterfräsen, im Spätherbst pflügen und den Rest der Frostgare überlassen.
     
  • Tubi

    Tubi

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    @Golden Lotus

    Danke, doch den Boden nur zu lockern oder umzugraben kann ich mir bei kleinen Flächen sehr gut vorstellen, ab einer bestimmten Größe dann eher nicht mehr.

    @Tubi

    Wenn alles bewirtschaftet wird, 600qm, Tendenz steigend.
    Vielleicht kannst Du da noch mehr mit Gründüngung arbeiten, die den Boden ja auch lockert. Aber Kartoffeln sind ja wahrscheinlich eh nicht so anspruchsvoll an die Lockerheit des Bodens.
     
  • T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Vielleicht kannst Du da noch mehr mit Gründüngung arbeiten, die den Boden ja auch lockert. Aber Kartoffeln sind ja wahrscheinlich eh nicht so anspruchsvoll an die Lockerheit des Bodens.
    Ja das wollte ich sowieso machen, mit Mist und Gründüngung. Wie sieht es eigentlich mit der Bearbeitung Pflügen mit anschließendem Federzinkengrubbern aus? Ist das evtl. schonender?
     
    der allgäuer

    der allgäuer

    Mitglied
    hab schon einige male gehört, dass pflügen nicht so toll ist, da die obere humusschicht nach unten befördert wird.
    viele landwirte machen das deshalb nicht mehr.
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    hab schon einige male gehört, dass pflügen nicht so toll ist, da die obere humusschicht nach unten befördert wird.
    viele landwirte machen das deshalb nicht mehr.
    Ja gut, aber macht man das beim Umgraben nicht ebenfalls? Wenn man sich anschaut, wie alt das Pflügen ist(glaube 800 v.Chr.) kann ich mir nicht vorstellen, dass es da jetzt plötzlich neue Erkenntnisse gibt. Viel wichtiger wäre zu wissen, wann das Maß voll ist und man alternativ eine andere Bearbeitungsmethode nehmen muss.
     
    der allgäuer

    der allgäuer

    Mitglied
    solltest gelegentlich z.b. "unser land" und ähnliche sendungen anschauen.
    800 v. Chr. und jetzt ist bei dir plötzlich, nun ja.................
     
  • Pyromella

    Pyromella

    Foren-Urgestein
    Ja gut, aber macht man das beim Umgraben nicht ebenfalls? Wenn man sich anschaut, wie alt das Pflügen ist(glaube 800 v.Chr.) kann ich mir nicht vorstellen, dass es da jetzt plötzlich neue Erkenntnisse gibt. Viel wichtiger wäre zu wissen, wann das Maß voll ist und man alternativ eine andere Bearbeitungsmethode nehmen muss.
    Nein, die Erkenntnisse sind nicht plötzlich aufgetaucht, sie setzen sich nur erst langsam durch - aber inzwischen sieht man auf den Feldern der Landwirte kaum noch Äcker über den Winter umgebrochen, um auf die Frostgare zu warten. Fast überall ist für den Winter Gründünger gesät oder das Wintergetreide steht auf den Feldern. Beides fördert die Humusschicht und verhindert auf jeden Fall die Erosion, die sonst bei Trockenheit durch Wind und bei Nässe durch Ausschwämmen stattfindet.
    Früher hat man da nicht so drauf geachtet, aber wer einmal auf großen Äckern beobachtet hat, wie der Wind den fruchtbaren Humus wegträgt, wird schon nachdenklich. Auch der Anblick, wenn nach einem Starkregen der Humus weggespült wird, ist nicht das, was sich Landwirte oder Gärtner wünschen. Daraus folgt, dass man eben nicht umgräbt und die Fläche offen der Witterung aussetzt, sondern dass man, wo es eben möglich ist, nur lockert und dann mit Gründünger / Zwischensaaten den Boden schützt oder bei kleineren Flächen mit Mulch schützt, bis die Flächen wieder genutzt werden.

    Übrigens, wenn du auf die uralte Tradition des Pflügens blickst, dann schau mal wie wenig tief so ein alter Pflug kam und wie tief ein moderner Pflug ins Erdreich kommt. Da ist ein massiver Unterschied.
     
    Golden Lotus

    Golden Lotus

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    @Pyromella
    Du hast das sehr gut beschrieben,
    da braucht man nix mehr hinzu fügen.
    Es ist wirklich richtig, nicht zu graben und zu pflügen,
    ich merke es an meinem Garten,
    er lebt richtig, er atmet:love:
     
    Joes

    Joes

    Mitglied
    Ich lockere auch nur mit dem Sauzahn auf. Gibt aber schon ein paar "harte" Ecken,
    wo ich dann eben mit dem Spaten die Sache mal umdrehe oder mit der Grabgabel
    einsteche und etwas rüttle. Ist nicht alles gleich.
     
    Conya

    Conya

    Foren-Urgestein
    In meinem Garten wird weder gefräst noch umgegraben, aber die Beetflächen werden grundsätzlich mit Mistkompost und Laub abgedeckt, so finde ich jetzt im Frühjahr einen lebendigen lockeren Boden vor wo sich nur hier und da ein unerwünschtes Beikraut eingeschlichen hat was leicht zu entfernen ist. Den wertvollen Humus über Kopf zu drehen ist unsinnig und wenn die Beete über Winter abgedeckt sind bleiben auch die kleinen Helferlein in den oberen Schichten aktiv. Sie können auch nur dort überleben, werden sie beim pflügen oder fräsen samt dem Humus untergewühlt sterben sie ab und es dauert seine Zeit bis sich das Biosystem neu entwickelt hat. Ein Boden der nicht solchen gravierenden Bearbeitungsmaßnahmen unterzogen wird trocknet auch nicht aus und säuft in nassen Zeiten nicht ab.

    Auch hier wandelt sich die Landwirtschaft, seit einigen Jahren gibt es immer mehr Landwirte die nicht mehr pflügen, teilweise auch gar keinen Pflug mehr besitzen, bestenfalls wird der Boden noch oberflächlig (wenige Zentimeter) angelockert. Die Ackerflächen bleiben über Winter so liegen wie sie nach der Ernte sind, da könnten die Landwirte mehr tun indem sie die Flächen verstärkt abdecken, z. B. mittels Mulchen der Ernterückstände, aber das lernen sie schon noch :grinsend:
    Unsere eigenen Ackerflächen haben seit 47 Jahren keinen Pflug und keine Fräse mehr gesehen und es sind ausnahmslos Sandböden, dennoch kommen wir fast vollständig ohne Bewässerung aus, nur in sehr langen Trockenphasen wie in den Jahren 2018/19 mussten wir ein wenig nachhelfen, 2020 nur zweimal, in Jahren mit durchschnittlichen Niederschlagswerten wird gar nicht bewässert.

    LG Conya
     
    Frau B aus C

    Frau B aus C

    Foren-Urgestein
    Pflügen ist in der Erwerbslandwirtschaft auch eine Kostenfrage. Dieselkosten, Maschinenkosten, Reparaturkosten, Lohnkosten. Eine pfluglose Bestellung ist schon günstiger und oft bodenschonender. Geht aber nicht in jedem Fall.
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    OK, und was wäre, wenn man mit der Fräse nur 2-3 cm tief geht?
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Also wenn ihr den Boden nur lockert, rupft
    In meinem Garten wird weder gefräst noch umgegraben, aber die Beetflächen werden grundsätzlich mit Mistkompost und Laub abgedeckt, so finde ich jetzt im Frühjahr einen lebendigen lockeren Boden vor wo sich nur hier und da ein unerwünschtes Beikraut eingeschlichen hat was leicht zu entfernen ist. Den wertvollen Humus über Kopf zu drehen ist unsinnig und wenn die Beete über Winter abgedeckt sind bleiben auch die kleinen Helferlein in den oberen Schichten aktiv. Sie können auch nur dort überleben, werden sie beim pflügen oder fräsen samt dem Humus untergewühlt sterben sie ab und es dauert seine Zeit bis sich das Biosystem neu entwickelt hat. Ein Boden der nicht solchen gravierenden Bearbeitungsmaßnahmen unterzogen wird trocknet auch nicht aus und säuft in nassen Zeiten nicht ab.

    Auch hier wandelt sich die Landwirtschaft, seit einigen Jahren gibt es immer mehr Landwirte die nicht mehr pflügen, teilweise auch gar keinen Pflug mehr besitzen, bestenfalls wird der Boden noch oberflächlig (wenige Zentimeter) angelockert. Die Ackerflächen bleiben über Winter so liegen wie sie nach der Ernte sind, da könnten die Landwirte mehr tun indem sie die Flächen verstärkt abdecken, z. B. mittels Mulchen der Ernterückstände, aber das lernen sie schon noch :grinsend:
    Unsere eigenen Ackerflächen haben seit 47 Jahren keinen Pflug und keine Fräse mehr gesehen und es sind ausnahmslos Sandböden, dennoch kommen wir fast vollständig ohne Bewässerung aus, nur in sehr langen Trockenphasen wie in den Jahren 2018/19 mussten wir ein wenig nachhelfen, 2020 nur zweimal, in Jahren mit durchschnittlichen Niederschlagswerten wird gar nicht bewässert.

    LG Conya
    Ok, hast du mal Bilder von eurem Acker, wenn der komplett in der Frucht steht, damit man sich ein Bild machen kann?
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Stand bereits oben>600qm, Tendenz steigend.
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    @Tomatenmann
    Am besten garnicht fräsen, nur den Boden vorsichtig lockern, durch das fräsen wird alles im Boden kaputt gemacht , die ganzen Lebewesen die sich angesiedelt haben die den Boden wertvoll machen , werden zerstört, im Herbst Mulchen, Unkraut durch lockern Entfernen, und im gesamten Jahr mit allem was anfällt zwischen den pflanzen Mulchen, fräsen ist echt unnötig
    Auch an dich, kannst du mir bitte ein paar Bilder von deinem Prachtgarten in voller Frucht schicken, damit ich mir ein Bild davon machen kann. Uns geht es hauptsächlich darum, dass wir uns auch davon ernähren können, deshalb sind wir natürlich auf der Suche nach dem optimalen Weg.
     
    Conya

    Conya

    Foren-Urgestein
    Nun ja, wenn man sich überwiegend aus dem eigenen Garten ernähren möchte sollte man erst recht viel Aufmerksamkeit darauf verwenden den Boden zu pflegen... und die rosarote Brille schleunigst wegpacken.
    Wenn der Garten nicht ohnehin schon "rücksichtsvoll" bewirtschaftet wurde braucht es ein paar Jahre bis sich das System eingespielt hat, es wird also immer wieder mal was aus dem Ruder laufen, aber man kann es unterstützen in dem man ausreichend Deckung für Spitzmäuse und Igel liegen lässt, nicht jedes abgefallene Blatt beseitigt, im Herbst Verblühtes stehen und Laub stellenweise liegen lässt weil Insekten dort Winterschutz finden usw.
    Wichtig ist auch nicht immer gleich zum Kampf anzutreten wenn die Rosen mal Blattläuse haben, nur wenn man sich weitgehend raushält können sich auch ausreichend Fressfeinde entwickeln, bei einem extremen Befall reicht denn auch mal der Wasserschlauch oder man streift per Hand welche ab.
    Wieviel Gartenerfahrung hast Du denn, vor allem mit Gemüse, Obst und Kräutern?

    Ok, hast du mal Bilder von eurem Acker, wenn der komplett in der Frucht steht, damit man sich ein Bild machen kann?
    Für solche Bilder ist mein Nachwuchs zuständig, werde da morgen mit der Bitte nerven dass man mir Bildmaterial raussucht, bis dahin wird ein Maisfoto vielleicht reichen. Mais wird von uns als Nahrungs- und Futtermittel genutzt (keine Silage), aber auch als Baumaterial, wer Lust und Zeit hat kann daraus auch Körbe oder Matten flechten.

    LG Conya

    CIMG2228.JPG
     
    der allgäuer

    der allgäuer

    Mitglied
    mais ist alles andere als gut für den boden.
    er hält keinen humus, und bei starkregen schwimmt dieser davon.
     
    Conya

    Conya

    Foren-Urgestein
    Wenn Mais auf großen Flächen ohne Fruchtfolge angebaut wird ist das sicher keine gute Lösung, wobei das auch für Getreide oder Hackfrüchte gilt. Bei uns wird Mais lediglich für den Eigenbedarf in geringer Menge angebaut, genauer gesagt auf ca. 500 m² und mit Lücken für Zwischenfrüchte wie Bohnen, Tomaten, Kürbis, Melonen und auch so manche experimentelle Anbauaktionen muss er ertragen, mein Nachwuchs ist da durchaus kreativ veranlagt.

    LG Conya
     
    Gartentomate

    Gartentomate

    Mitglied
    Man sollte schon unterscheiden, ob es sich um Gartenbeete oder Felder handelt. Mit zunehmender Größe wird man da wohl immer Kompromissse eingehen müssen. Auf youtube gibt es den Selbstversorgerkanal, der bestellt auch große Flächen, ohne Maschineneinsatz meiner Meinung nach kaum machbar.
    Daß dadurch der 'Boden versandet, kann ich mir nicht vorstellen. auch bei der maschinellen Bodenbearbeitung kann ja organisches Material (Mist, Gründüngung...) zur Bodenverbesserung eingearbeitet werden.
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Habe hier ein schönes Video gefunden:


    Sehenswert ab 1:45 Minute

    Zitat:

    "Der traditionelle Pflug macht reinen Tisch und gilt bei vielen Biobauern als Ersatz für Herbizide."
    Wenn Mais auf großen Flächen ohne Fruchtfolge angebaut wird ist das sicher keine gute Lösung, wobei das auch für Getreide oder Hackfrüchte gilt. Bei uns wird Mais lediglich für den Eigenbedarf in geringer Menge angebaut, genauer gesagt auf ca. 500 m² und mit Lücken für Zwischenfrüchte wie Bohnen, Tomaten, Kürbis, Melonen und auch so manche experimentelle Anbauaktionen muss er ertragen, mein Nachwuchs ist da durchaus kreativ veranlagt.

    LG Conya
    Ok, und ihr lockert seit 47 Jahren quasi auf 500qm+ den Boden nur leicht mit einem Spaten und das Unkraut jätet ihr mit der Hand?
     
    M

    mahatari

    Foren-Urgestein
    Ich denke, ich bin zu alt für solche Diskussionen....ich grabe nicht mehr, weil es keinen Bauern mehr bei uns gibt, der mir im Herbst eine Fuhre Mist in den Garten bringt....Den Mist habe ich früher in 1/3 des Gartens untergegraben...was glaubt ihr, was sich da trotz des fürchterlichen Grabens für nette Lebewesen (sichtbare und unsichtbare) angesiedelt haben....das lockt kein Sauzahn an...und auf zusätzlichen Dünger konnte man getrost verzichten...
    Außerdem schaffe ich das körperlich nicht mehr...und meine Kinder wohnen weit weg in der Stadt und kaufen Biogemüse...
    Meine Erfahrungen, auch die aus der Kindheit vom Bauernhof mit Misthaufen, Pferden, Kühen und vielem anderen Getier gehen in der Familie verloren.
    Dafür gibt es ja jetzt genug neue Weisheiten im Internet........ich lese da doch lieber mal in meinem 100 Jahre alten Gartenbuch nach...
    1645777435749-jpg.702743


    1645777435762-jpg.702744


    Ich hoffe, das Urheberrecht ist hier abgelaufen, sonst lösche ich wieder🤔
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Dafür gibt es ja jetzt genug neue Weisheiten im Internet........ich lese da doch lieber mal in meinem 100 Jahre alten Gartenbuch nach...
    Ja genau so sehe ich das auch. Es scheint, dass bei einigen Kleingärtnern, die im Endeffekt auch nur im Supermarkt einkaufen und an der direkten Nahrungskette der mit bis zu 20 Tonen schweren Schlepper erwirtschafteten Lebensmittel hängen, beim Thema Pflug und Fräse in der Eigenversorgung die rote Lampe angeht.

    Ab einer bestimmten Größe geht es schlecht ohne Maschinen und wie bereits beschrieben, muss da wohl ein Kompromiss gefunden werden. Ich denke auch darüber nach, evtl. den Standort über einen noch längeren Zeitraum zu wechseln und in dieser Zeit Blühpflanzen für Insekten und Gründüngung anzubauen, was wir im Grunde genommen ja bereits schon so praktizieren.
     
    S

    SebDob

    Foren-Urgestein
    Bei einigen Gärten hier wird scheinbar gar nichts gemacht. Die Gründe lassen wir aussen vor. Ich Fräse auch. Ich stell mich nicht mit dem Spaten hin.

    Wo sehe ich jetzt eine Antwort? Ich würde mit der Fräse nach der Ernte grün Düngung, Blätter etc zum zersetzen Unterfräsen. Dann hast du wieder Lebewesen im Boden und bekommst natürliche Düngung in den Boden. Um was anderes geht's ja nicht. Vllt alle paar Jahre eine Bodenanalyse. Dann siehst du ob du richtig liegst.
     
    Kappesbuur

    Kappesbuur

    Mitglied
    Hi Tomatenmann! Bei mir wird die Anbaufläche komplett alle 4-5 Jahre vom Bauern gepflügt und gefräst,
    um den Boden wieder tief zu lockern, tiefer als ich das von Hand oder mit meinen
    kleinen Geräten schaffe. Nebenbei müssen alle Mäuse einmal ausziehen.

    Dazwischen die Jahre ist die Bodenbearbeitung ein Mix aus Umgraben, wenig fräsen und viel hacken.
    Das Hacken geschieht von Hand und mit Honda Motorhacke, zum Fräsen habe ich eine Agria 2100.
    Da sollte man noch unterscheiden, fräsen ist wesentlich feiner und meiner Meinung nach
    nur nötig bei Aussaaten. Aber selbst da reicht mir meist das "Gehackte", also ein zwei mal
    mit der Motorhacke, nicht der Fräse, drüber. Das ist grober, reicht aber definitiv für Jungpflanzen,
    oder auch robustere Aussaaten. Ansonste mulchen und Kompost, tolle Ergänzungen,
    ersetzen aber nicht die Bodenbearbeitung.

    Wünsche dir viel Erfolg dieses Jahr beim Gärtnern!

    Mal ein paar Bilder von einigen Beeten, das erste kurz nachdem der Bauer pflügen war,
    das andere nach ein paar Jahren ohne Pflug.

    Acker02.JPG

    BILD3217.JPG
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Hi Tomatenmann! Bei mir wird die Anbaufläche komplett alle 4-5 Jahre vom Bauern gepflügt und gefräst,
    um den Boden wieder tief zu lockern, tiefer als ich das von Hand oder mit meinen
    kleinen Geräten schaffe. Nebenbei müssen alle Mäuse einmal ausziehen.

    Dazwischen die Jahre ist die Bodenbearbeitung ein Mix aus Umgraben, wenig fräsen und viel hacken.
    Das Hacken geschieht von Hand und mit Honda Motorhacke, zum Fräsen habe ich eine Agria 2100.
    Da sollte man noch unterscheiden, fräsen ist wesentlich feiner und meiner Meinung nach
    nur nötig bei Aussaaten. Aber selbst da reicht mir meist das "Gehackte", also ein zwei mal
    mit der Motorhacke, nicht der Fräse, drüber. Das ist grober, reicht aber definitiv für Jungpflanzen,
    oder auch robustere Aussaaten. Ansonste mulchen und Kompost, tolle Ergänzungen,
    ersetzen aber nicht die Bodenbearbeitung.

    Wünsche dir viel Erfolg dieses Jahr beim Gärtnern!

    Mal ein paar Bilder von einigen Beeten, das erste kurz nachdem der Bauer pflügen war,
    das andere nach ein paar Jahren ohne Pflug.

    Den Anhang 702765 betrachten

    Den Anhang 702764 betrachten
    Danke, das ist mal eine Aussage! Ich überlege gerade, ob man bei der Agria einen ähnlichen Effekt hinbekommen könnte, wenn du meinst, dass hacken für die Bodenlockerung wegen der gröberen Struktur von Vorteil ist. Vielleicht könnte man dazu ein paar Messer abbauen oder man geht mit einer höheren Geschwindigkeit drüber.

    Ich bekam gerade von einem Bauern tatsächlich den Tipp, nach dem Pflügen einfach nur ein paar Zentimeter für die Saatvorbereitung zu fräsen. Für das Aufreißen der Flugsohle oder wenn nicht ganz so tief möglich, der groben Krume, sollte sich der Federzinkengrubber hervorragend machen.

    Wichtig ist wohl auch, dass man beispielsweise bei Fräsen sehen muss, ob man Unkraut zu verzeichnen hat, welches sich durch Wurzeln verbreitet. Wenn man die damit verteilt, wäre das sehr schlecht. Auch hier sollte man lieber mit Grubber oder Egge das Unkraut herausarbeiten.
     
    G

    Galileo

    Foren-Urgestein
    Conya

    Conya

    Foren-Urgestein
    Ok, und ihr lockert seit 47 Jahren quasi auf 500qm+ den Boden nur leicht mit einem Spaten und das Unkraut jätet ihr mit der Hand?
    Aktuell sind es 500 m², Tendenz steigend... es waren mal 2500 m², wurde reduziert nachdem mein Vater schwer krank wurde und starb, aber jetzt haben wir beschlossen wieder aufzustocken.
    Unkraut wird und wurde per Hand beseitigt, also da wo es stört, allerdings wird nicht "Jagd" auf jeden einzelnen Grashalm gemacht und es wächst relativ wenig unerwünschtes Grünzeug wenn der Boden konstant bewachsen oder anderweitig bedeckt ist. Unbepflanzte Flächen werden mit Mistkompost, Laub, manchmal auch mit alten Strohresten usw. abgedeckt, dadurch haben die kleinen Helferlein immer was zu tun und der Boden bleibt locker, der Spaten muss daher nicht zum Auflockern genutzt werden.
    Tatsächlich gibt es bei uns auch einen Pflug und er kommt auch zum Einsatz, zum Anhäufeln von Kartoffeln kann er sehr hilfreich sein, nur hängen wir statt Trecker ein Pferd davor.

    Bis ich Bilder einstellen kann wird es etwas dauern und ich bitte das zu entschuldigen. Wie bereits erwähnt ist dafür mein Nachwuchs zuständig und der ist aus aktuellem Anlass auf dem Weg Richtung Ukraine, aber ich werde nachliefern so wie es möglich ist.

    LG Conya
     
    T

    Tomatenmann

    Mitglied
    Aktuell sind es 500 m², Tendenz steigend... es waren mal 2500 m², wurde reduziert nachdem mein Vater schwer krank wurde und starb, aber jetzt haben wir beschlossen wieder aufzustocken.
    Unkraut wird und wurde per Hand beseitigt, also da wo es stört, allerdings wird nicht "Jagd" auf jeden einzelnen Grashalm gemacht und es wächst relativ wenig unerwünschtes Grünzeug wenn der Boden konstant bewachsen oder anderweitig bedeckt ist. Unbepflanzte Flächen werden mit Mistkompost, Laub, manchmal auch mit alten Strohresten usw. abgedeckt, dadurch haben die kleinen Helferlein immer was zu tun und der Boden bleibt locker, der Spaten muss daher nicht zum Auflockern genutzt werden.
    Tatsächlich gibt es bei uns auch einen Pflug und er kommt auch zum Einsatz, zum Anhäufeln von Kartoffeln kann er sehr hilfreich sein, nur hängen wir statt Trecker ein Pferd davor.

    Bis ich Bilder einstellen kann wird es etwas dauern und ich bitte das zu entschuldigen. Wie bereits erwähnt ist dafür mein Nachwuchs zuständig und der ist aus aktuellem Anlass auf dem Weg Richtung Ukraine, aber ich werde nachliefern so wie es möglich ist.

    LG Conya
    Alles klar, so richtig werde ich jetzt allerdings doch nicht daraus schlau. Oben hattest du noch geschrieben :

    "Den wertvollen Humus über Kopf zu drehen ist unsinnig und wenn die Beete über Winter abgedeckt sind bleiben auch die kleinen Helferlein in den oberen Schichten aktiv. Sie können auch nur dort überleben, werden sie beim pflügen oder fräsen samt dem Humus untergewühlt sterben sie ab und es dauert seine Zeit bis sich das Biosystem neu entwickelt hat......Unsere eigenen Ackerflächen haben seit 47 Jahren keinen Pflug und keine Fräse mehr gesehen"

    Jetzt schreibst du, dass ihr doch einen Pflug habt, womit ihr ja quasi dann doch den wertvollen Humus umdreht.

    Da ihr mal 2500qm hattet und das Unkraut nur mit der Hand jätet> Wie viele Leute wart ihr da und wie viel Zeit wurde darin investiert, ich stelle mir das schon bei 500qm ja sehr schwierig vor?
     
    Conya

    Conya

    Foren-Urgestein
    Es handelt sich um einen uralten Einscharpflug, er stammt noch aus Zeiten als man in der Landwirtschaft mit Pferden gearbeitet hat, damit werden die Kartoffeln angehäufelt, es wird also nur etwas Erde an die Pflanzen geschoben, aber kein Boden tief untergepflügt. Man könnte es auch "per Hand" machen, mit einer Hacke oder so, aber wenn man mehr als 10 m Kartoffeln in Reihe hat geht es mit Pferd und Einscharpflug schneller... und dem Pferd schadet es auch nicht wenn es im Sommerhalbjahr was zu tun hat, nicht nur im Winter zum Holzrücken.

    Hm, die Frage mit der Zeit ist schwierig zu beantworten, eine Person war täglich im Gemüse, hat aber nicht den ganzen Tag dort zu tun gehabt. War nur der tägliche Kontrollgang fällig hat es etwa eine Stunde gedauert, war hoher Arbeitsaufwand nötig, z. B. bei Erntearbeiten konnten auch einige Stunden daraus werden, dann aber auch mit bis zu drei Personen und inklusive Verarbeitung der Ernte. Meistens wurden Erbsen usw. in mehreren Etappen verarbeitet, sie sind ja nicht alle zeitgleich reif, dann wurden an solchen Erntetagen auch noch Möhren, Bohnen, Kohlrabi, Gurken oder sonst was dazu genommen damit man nicht ständig in der Verarbeitung war. Im Winter war denn allerdings deutlich weniger zu tun, was nicht eingefroren, getrocknet oder eingekocht war stand noch draußen im Beet oder war in Erdmieten gelagert.
    Unkraut wurde während der Kontrollgänge oder der Ernte beseitigt, hält man das konsequent ein wächst es auch nicht in Massen nach... wobei auch Unkraut verwertet wurde, so weit möglich in der Küche, sonst als Futter oder Kompost, auch auf eine Einwanderung von Wühlmäusen wurde täglich geachtet.

    LG Conya
     
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