(Bild: pixelio.de Claudia Hautumm) Wer auf ungebeiztes und chemisch unbehandeltes Saatgut Wert legt, kann dessen Widerstandsfähigkeit gegen Bakterien und Pilze sowie die Keimfähigkeit durch ein Kräuterbad stärken. Je nach dem um welche Samen es sich handelt sind unterschiedliche Kräuterbäder oder auch ein Bad aus Molke oder Milch empfehlenswert.
Bereits altrömische Gärtner sollen das Saatgut von Gurken, Melonen und anderen Arten der Kürbisfamilie vor dem Aussäen in Milch gebadet haben. Verschiedene Gemüse- und Sommerblumensamen gibt man in ein Baldrianbad. Diesem Bad sind die Samen von Lauch, Tomaten, Paprika, Zucchini und Zwiebeln zugeneigt.
Für ein Kamillenbad gibt man zwei Teelöffel Kamillenblüten in eine Tasse Wasser und lässt es etwa zwölf Stunden einweichen. In dieses “Badewasser” kann man dann die Samen von Erbsen, Feuerbohnen, Linsen, Lupinen, Puffbohnen und Wicken für eine Stunde einweichen. Kresse sollte man nicht baden, weil sie zusammenklebt. Hier kann es nützlich sein die Samen nach der Aussaat in der Saatkiste mit Kamillenextrakt zu besprengen.
Kartoffelknollen sollen resistenter gegen Pilzkrankheiten sein, wenn man sie vor dem Auslegen in einer Brühe aus Schachtelhalm badet.
Auch Meerrettich und Knoblauch können als biologisches Saatgutfungizid verwendet werden. Dazu zerkleinert man jeweils 100 Gramm von einem der beiden Früchte und übergießt die Masse mit lauwarmen Wasser und lässt es drei bis vier Stunden stehen ehe man es abseiht. Mit diesem Sud kann das Saatgut von Gurken, Tomaten, Ringelblumen, Rittersporn und vielen mehr behandelt werden.
Zahlreichen Gemüse-Samen bekommt aber auch ein Bad in einer Kräuter-Mischung aus Baldrian-Blüten, Brennnessel, Eichenrinde, Kamille, Löwenzahn und Schafgarbe. Je nach Größe und Dicke der Samenschalen dauert das Bad unterschiedlich lang. Während Kohl, Meerrettich, Radies und Rettich nur eine viertel Stunde im Bad bleiben brauchen, lässt man Chicor ƒ ©e, Dill, Endivie, Fenchel, Mangold, Petersilie, ‚ Porree, Rote Bete, Schnittlauch, Salat, Schwarzwurzel und Spinat etwa ein Stunde baden. Möhre und Sellerie können sogar 90 Minuten in dem Kräuterbad bleiben.
Nach dem Baden legt man die Samen auf ein Baumwoll-, Lein- oder Papiertuch zum Trocknen. Es empfiehlt sich die so behandelten Samen innerhalb eines Tages auszusäen.

Eure Kommentare
Leider keine Kommentare.