Blumensamen selbst gewinnen und lagern - so geht's!

AkeleiBlumensamen lassen sich aus nahezu jeder sortenreinen Blume oder Staude gewinnen, dieses Vorgehen ist speziell bei kurzlebigen Sorten interessant, die nur ein- oder zweijährig gedeihen. Zu den Vorteilen der Samengewinnung gehört vor allem der Kostenfaktor, außerdem weiß der Gärtner, dass diese Sorte im eigenen Garten oder in Pflanzgefäßen gut gewachsen ist. Das Ergebnis sind Jungpflanzen, die sowohl an den Boden, das Klima als auch an den Standort hervorragend angepasst sind. Beim Ernten von Samen spielt speziell deren Reife eine wichtige Rolle.

/>
Samenernte

Der wichtigste Punkt bei der Ernte von Samen ist deren Reifegrad, dies ist dann der Fall, wenn die Samen kurz vor dem Abfallen sind. Ein weiterer ausschlaggebender Faktor für die Ernte ist das Wetter, regnerische und windige Tage sind nicht dafür geeignet, speziell bei ganz feinen Samen. Nach dem Ernten sind die Samen anfänglich in einem luftdurchlässigen Behältnis aufzubewahren, damit direkt der Trocknungsprozess beginnen kann. In Plastiktüten oder anderen, luftdicht verschlossenen Aufbewahrungsmöglichkeiten können diese schnell anfangen zu schimmeln. Die meisten Samenstände sind problemlos zu ernten und lassen sich ganz einfach ausschütteln.
  • Bei den meisten Sorten ist der Herbst der richtige Erntezeitpunkt
  • Nur komplett ausgereifte Samen ernten
  • Ideal für die Ernte sind trockene, warme und windstille Tage
  • Zuerst in Briefumschlägen oder kleinen Papiertüten lagern
  • Papiertüte oder Umschlag vorsichtig über den Samenstand stülpen, umdrehen und ausschütteln
  • Verblühte und ausgereifte Samenstände mit scharfem Messer oder Gartenschere abschneiden
  • Danach in Papiertüten sammeln
  • Verbliebene Blütenteile stets entfernen, um Schimmelbildung vorzubeugen
  • Samen wenn möglich am Stängel belassen
Tipp: Besonders üppig blühende und ausgefallen schöne Exemplare während der Blütezeit markieren, um bei der Ernte die Favoriten zu bevorzugen.

Trockenprozess

LupinenDas Saatgut ist stets trocken zu lagern, je trockener, desto besser ist die Keimfähigkeit. Auf diese Weise bleibt die Keimfähigkeit auch viel länger erhalten. Feuchtes Saatgut schimmelt schnell und ist im Anschluss für das Anpflanzen nicht mehr zu gebrauchen. Für den Trockenprozess sind helle Räume mit viel Sonne nicht geeignet, da sich hier die Keimfähigkeit der geernteten Samen verschlechtert. Selbst die sanfte Herbstsonne ist teilweise noch zu intensiv und sollte deshalb gemieden werden. Zu empfehlen ist es, den Erntezeitpunkt zu vermerken, selbst
gewonnene Blumensamen sind bei richtiger Lagerung etwa 3 Jahre haltbar.
  • Nach der Ernte auf Tüchern, Papier, Zeitungspapier oder Küchenkrepp ausbreiten
  • Für das Trocknen einen warmen und luftigen Platz ohne direkte Sonnenbestrahlung aussuchen
  • Nach einigen Tagen ist das Trocknen abgeschlossen
  • Ideale Lagergefäße: Einkochgläser mit Gummidichtungen und Bügelverschluss
  • Alternativ sind auch größere Gläser mit Drehverschluss oder alte Filmdosen zu gebrauchen
  • In den Gefäßen lassen sich mehrere Samentüten platzsparend lagern
  • Luftdichter Gefäße schützen die Samen vor den Schwankungen bei der Luftfeuchtigkeit
  • Einsatz von lebensmitteltauglichem Silika-Gel beschleunigt den Trockenprozess
Tipp: Das Beschriften der gewonnen Samen nicht vergessen, damit in den kommenden Jahren noch klar ersichtlich ist, was in den jeweiligen Behältern aufbewahrt wird.

Lagerort & Temperatur

Die Samen sind stets kühl zu lagern, darüber hinaus sind kurzfristige und extreme Schwankungen bei den Temperaturen zu vermeiden. Die Keimfähigkeit leidet unter zu starkem Lichteinfluss, deshalb sollte das Saatgut an einem dunklen Ort gelagert werden.
  • Papiertütchen mit Samen unbedingt dunkel, trocken und kühl lagern
  • Lagertemperaturen zwischen 0°-10° C sind optimal
  • Samen in dunklen Schränken in ungeheizten

    Fluren oder im trockenen Keller aufbewahren
  • Langfristige Lagerung im Tiefkühlschrank möglich, bei -18° C mehr als zehn Jahre haltbar
  • Komplett getrocknete Samen vor dem Tiefkühlen in Vakuumbeutel einschweißen
Was sind Samen?

Als Samen bezeichnet man die Diaspore der Samenpflanzen. Der Samen besteht aus einer Samenschale, die man auch Testa nennt und dem Embryo. Viele Samen haben auch ein so genanntes Nährgewebe. Der Samen, beispielsweise einer Blume, enthält somit alle Anlagen, um unter günstigen Keimungsbedingungen zu einer neuen Pflanze heran zuwachsen.

Samen entstehen, wenn eine in den Samenanlagen sitzende Eizelle durch eine generative Zelle eines Pollenkorns befruchtet worden ist. Durch die so genannte mitotische Zellteilung entsteht aus der so befruchteten Eizelle, die man Zygote nennt, ein pflanzlicher Embryo. Dieser wächst aber nicht weiter. Er wird vielmehr durch teilweise Austrocknung in einer Art vorläufiger Wartestellung gehalten. Pflanzt man schließlich Blumensamen in Erde ein und führt man dem Samen Wasser zu, beginnt sie zu keimen.

Blumensamen kann man entweder kaufen oder aber auch selbst herstellen. Am Beispiel der Sommerazaleen, die man auch Godetia oder Atlasblume nennt, wird nachstehend das selber Herstellen von Blumensamen erläutert.

Im September sind die Samen bei den Sommerazaleen reif. Obwohl an den Pflanzen immer noch Sommerazaleen-Blüten nachkommen, sind schon seit einiger Zeit Samenstände dran. Nachdem die Blüten abgeblüht sind, fallen die Blätter ab und die Sommerazaleen-Samenkapseln werden braun und öffnen sich von oben her. Zu diesem Zeitpunkt kann man anfangen die Samenkapseln abzupflücken.

Die Blumensamen müssen anschließend gut getrocknet werden. Danach kann man sie für den Winter gut verpacken. Am besten ist es, wenn man sie an einem trockenen luftigen Platz auf saugfähigem Papier nachreifen und trocknen lässt. Man sollte sie nicht der immer noch zum Teil prallen Herbstsonne aussetzen. Das schwächt die Keimkraft nämlich erheblich. Anschließend sollte man den so gewonnen Blumensamen in kleine Tüten oder aber in Streichholzschachteln füllen. Für die anschließende Aufbewahrung an einem kühlen trockenen und dunklen Ort bis zur Aussaat des Samens, eignen sich auch leere Filmdosen von Kleinbildfilmen oder aber leere 1-Portion-Eisbecher mit Deckel.