Fassadenbegrünung - Vorteile, Nachteile und geeignete Pflanzen

Fassadenbegrünung - Vorteile, Nachteile und geeignete Pflanzen Kletterhortensien klettern selbst hohe Fassaden hinaufDie Fassadenbegrünung ist eine Art der Bauwerksbegrünung, die an geeigneten Fassaden zum größten Teil geplant und kontrolliert wird. Geeignete Rankhilfen können dabei die Schling- und Kletterpflanzen in der geplanten Richtung lenken und halten.

Die Fassadenbegrünung dient dem Schutz oder der Verschönerung von Bauwerken. Hierbei muss positiv hervorgehoben werden, dass sich die bauphysikalische, stadtökologische und lufthygienische Wirkung im Umfeld dieser Baubegrünung deutlich verbessert hat. Die differenzierten Begrünungen werden in

bodengebunden oder fassadengebunden unterschieden.

Unterschiedliche Begrünungen

Gartenmauern, Gerüste, Zäune und Fassaden werden gerne mit Kletter- bzw. Rankpflanzen begrünt. Zu den beliebtesten Pflanzen hierbei zählen Efeu, Trompetenwinde, Kletterhortensie, Wilder Wein und Clematis. Die ersten drei sind selbstklimmende Pflanzen, die mit Haftorganen, Haftwurzeln, an der Mauer hochklettern. Beim Wilden Wein sind die angepassten Parthenocissus-Arten mit Haftscheiben versehen, sodass sie ebenfalls an der Mauer hochklettern können. Alle diese Pflanzen verfügen über ein schnelles Wachstum und haben meist nur dünne Stämme, die lediglich für die Versorgung gedacht sind. Schlingpflanzen sind Gerüstkletterpflanzen und benötigen ein Gestell oder Gerüst. Sie bilden ein Greiforgan und umschlingen oder verzweigen sich, um sich einzuhaken. So muss das Gerüst gewissen Ansprüchen gerecht werden.

Beide Systeme gehören in die Unterkategorie: Bodengebunden, denn sie haben einen Direktbewuchs vom Boden aus. Wandgebundene Systeme werden immer beliebter, benötigen aber eine spezielle Bewässerung. Differenzierte Unterkonstruktionen mit unterschiedlichen Wassertanks müssen geschaffen werden. Hierzu dienen kaschierte Taschen, Konstruktionen aus Kunststoff, die mit Wolle gefüllt sind oder substratgefüllte Aluminiumkassetten. Gegenüber den bodengebundenen Systemen sind diese Arten jedoch aufwendiger und es entstehen höhere Materialkosten. Auch die Folgekosten wie die Versorgung mit Nährstoffen, Pflege oder Bewässerung ist pflegeintensiver und mit erheblichen Kosten verbunden. Lediglich die Flexibilität und die optische Wirkung sind große Vorteile und im Zuge der Energiebilanz wird eine Wärmestrahlung abgehalten und durch die Wasserverdampfung ein Kälteeffekt geschaffen.

Wicken benötigen eine Rankhilfe, um an Fassaden zu kletternAnsprüche an die Fassadenbepflanzung

Spezielle Begrünungstechniken sichern die Grundansprüche der Fassadenbegrünung an Licht, Klima, Wasser und eventuell den Boden. Diese Ansprüche bestehen das ganze Jahr über und sollten vor der Auswahl der geeigneten Pflanzen berücksichtigt werden. Ferner ist die differenzierte Klettertechnik bei der Begrünung zu bedenken. Muss eine Rank- und Kletterhilfe geschaffen werden oder klettert die Pflanze selbstständig? Bei der Beantwortung dieser Frage grenzt sich die Auswahl der Pflanzen zur Begrünung schon deutlich ein. Bodengebundene Pflanzen können an nahezu jedem Ort gesetzt werden. Besonders edel wirkt eine Begrünung mit Kletterrosen, die jedoch pflegeaufwendiger sind als anderer Bewuchs. Wilder Wein benötigt kaum Pflege und rankt sich munter und schnell in die Höhe.

Wandgebundene Pflanzen sind im Allgemeinen eher pflegeaufwendig und werden über die unterschiedlichen Konstruktionen versorgt. Optisch werten beide Systeme ein Haus auf, besonders, wenn es sich um ein altes oder älteres Haus mit einer weniger schönen Fassade handelt. Im Bereich Energiebilanz kann sich eine immergrüne Kletterpflanze auf einer schattigen Wand oder der Fassade mit dem meisten Niederschlag positiv, auf der Sonnenseite eher negativ auswirken. Aus diesem Grund ist auch dies bei der Fassadenbegrünung zu bedenken.

Pflege der Fassadenbegrünung

Ein gewisses Maß an Pflege, wie die Anwuchs-

und Erhaltungspflege ist bei jeder Art der Begrünung nötig. Mindestens einmal im Jahr sollte ein Pflegegang mit Düngemitteln, Beschnitt und Untersuchung nach Schädlingen oder
Krankheiten erfolgen. Dies ist natürlich abhängig von der Art der Begrünung und dem Standort. Unter Umständen sind auch mehrere Pflegeeinheiten nötig, was maßgeblich ebenso von der Höhe der Bepflanzung abhängt. Eine optimierte Technik und die richtige Wahl der Pflanzen sind deshalb besonders wichtig. Ideale Pflanzmonate zur Begrünung sind März und April oder Oktober und November.

Efeu ist der Klassiker unter den FassadengewächsenBodengebundene Pflanzen gehören 40 bis 50 cm tief in den Boden, der mit Kompost angereichert ist. Gut wässern und die entstehenden Triebe mit einer Rankhilfe auf den Weg zur Fassade bringen. In jedem Frühjahr empfiehlt sich eine Kompost-Düngung und nur bei lang anhaltender Trockenheit muss nachgegossen werden. Ein etwaiger Beschnitt, wie zum Beispiel um Fenster, Türen, Dach oder Leitungen freizuhalten, sollte im Frühjahr erfolgen.

Pflanzen zur bodengebundenen Fassadenbegrünung und ihre Eigenschaften

Für die Ost- und Westwände einer Fassade:
  • Hopfen - schnell wachsend bis zu einer Höhe von 4 bis 8 m - Schlingpflanze mit interessanten Früchten - benötigt Kletterhilfe
  • Geißblatt - mittelstarker Wuchs bis 15 m Höhe - Schlingpflanze mit duftenden Blüten - benötigt Kletterhilfe
  • Waldrebe - schneller Wuchs bis 10 m Höhe - Blattstielranker - benötigt Kletterhilfe
  • Spalierobst z. B. Weintraube - mittelstarker Wuchs bis 10 m Höhe - Ranker mit essbaren Trauben - benötigt Kletterhilfe.
Für die Südwände der Fassade:
  • Wilder Wein - mittelstarker Wuchs bis zu 8 bis 15 m Höhe - Ranker oder Selbstklimmer mit roter Herbstfärbung
  • Kletterrose - mittelstarker Wuchs bis zu einer Höhe von 5 m - Schlingpflanze mit duftenden Blüten - Kletterhilfe nötig
  • Knöterich - schnell wachsend bis zu einer Höhe von 15 m - stark wuchernde Schlingpflanze - benötigt Kletterhilfe
  • Clematis-Arten - je nach Sorte von schwachem bis starkem Wachstum bis zu einer Höhe von 3 bis 4 m - je nach Sorte empfindliche bis robuste Rankpflanze mit unterschiedlichen Blüten - benötigt Kletterhilfe
  • echter Wein - verliert im Herbst sein Laub und lässt die Wintersonne die Hauswand erwärmen
  • Feuerbohne - schnell wachsend bis zu einer Höhe von 4 m - Schlingpflanze mit weißen, gelben oder roten Blüten - benötigt Kletterhilfe.
Für die Ost- und Nordwände der Fassade:
  • Schatten liebender Efeu - schützt vor Feuchtigkeit und Auskühlung - langsamer Wuchs bis zu einer Höhe von 25 m - immergrüner Selbstklimmer
Je nach Art der Fassadenbegrünung sind unterschiedliche Rank- und Kletterpflanzen zu wählen. Sie verschönern ältere oder alte Fassaden und sorgen für eine bauphysikalische, stadtökologische und lufthygienische Wirkung im Umfeld. Bei den Arten der Begrünung wird in bodengebundene und fassadengebundene Begrünungspflanzen unterschieden. Je nach Art sind diese mehr oder weniger pflegeintensiv und wachsen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Bei beiden Varianten sollte die Fassade keine Schäden aufweisen und für einige Pflanzen sind Kletterhilfen notwendig. Die Wahl der richtigen Pflanze hängt mit dem Geschmack des Hobbygärtners und besonders vom Standort ab.

Wissenswertes zur Fassadenbegrünung in Kürze

Zur Fassadenbegrünung eignen sich nicht nur Kletterpflanzen, die am Haus empor ranken, entweder an Rankhilfen oder sich mit ihren Wurzeln am Mauerwerk festhalten. Bei entsprechender Architektur kommen dafür auch Pflanzen infrage, die höher hinaus wachsen und gleichzeitig das Dach begrünen. Für die unterschiedlichen Pflanzen benötigt man unterschiedliche Rankhilfen. Sei es nun aus Drahtseil oder aus Holz oder gar ein ganzes und stabiles Spalier.

Blauregen eignet sich perfekt zur FassadenbegrünungUnterscheiden kann man einjährige und mehrjährige Pflanzen. Einjährige Kletterpflanzen sind wegen der langen Blütenpracht beliebt und weil man der Fassade durch ein Wechseln auch immer wieder ein anderes Outfit gegeben kann. Der Nachteil jedoch ist, dass sie jedes Jahr aufs Neue gekauft oder selber aus Sämereien gezogen werden müssen. Oft werden sie auch in einem Kübel kultiviert, der dann die mobile Einheit für das nächste Jahr darstellt. Eine andere Position, eine andere Fassadenbegrünung.
  • Einjährige Pflanzen
... zur Fassadenbegrünung sind z.B. die Glockenreben. Sie wachsen sehr rasch und bis zu sechs Meter im Jahr. Sie sind zudem in der Lage, dicht und hoch die Fassade zu bewachsen. Die Blüte ist weiß, weinrot oder lila, je nach Sorte und sie blüht voll von August bis in den Oktober hinein. Die Schönranke hat nicht so ein dichtes Blattwerk wie die Glockenrebe, dafür blüht sie in einem Farbspektrum von Gelb, Rosa bis hin zu Orange und Rot, und auch viel länger, denn sie schafft es von Juni/Juli bis hin zum Frost Blüten zu bilden.
  • Winden und Wicken
... sind ebenfalls eine große Familie und lieben es, genau wie die Feuerbohne an einer einfachen Schnur empor zu ranken. Clematis, schwarzäugiger Susanne, Hopfen, Winterjasmin, Geißblatt, Passionsblume, sie schaffen es, bei guter Witterung zum Teil auch mehrjährig, jedoch sterben sie im Winter ab und treiben im folgenden Frühjahr wieder aus.
  • Mehrjährige Pflanzen,
... die sich zu Fassadenbegrünung eignen, gibt es auch unzählige. Weit verbreitet und vorne an, bekannt wie ein bunter Hund, das Efeu. Es wird als flächendeckende und immegrüne Fassadenbegrünung sehr geschätzt. Dieselben Eigenschaften bietet die Kletterhortensie, jedoch blüht sie zusätzlich und verbreitet einen aparten Duft. Knöterich, Blauregen, Wein, Wildreben, Kletterrosen, alles mehrjährige Pflanzen die sich immer größter Beliebtheit erfreuen.
  • Spalierobst
... ist auch eine Möglichkeit die Fassade zu begrünen. Hier sollte man jedoch den hohen Pflegeaufwand bedenken, man kann sich bei diesem Projekt nicht einfach zurücklehnen und sich über das Zuranken freuen.