Giftige Pflanzen - Giftpflanzen im Überblick

Giftige Pflanzen - Giftpflanzen im Überblick Goldregen sieht schön aus, täuscht aber über seine Giftigkeit hinwegEfeu, Goldregen oder die Gartenbohne, sie haben in den heimischen Gärten einen fixen Platz, doch wissen die wenigsten, dass es sich hier um teilweise hochgiftige Pflanzen handelt. Besonders irritierend ist die Tatsache, dass die grünen Pflanzenteile einiger Gemüsesorten oder der Verzehr von Arten im rohen Zustand ebenfalls zu Vergiftungserscheinungen führen können.

Durch das Wissen über giftige Pflanzen im Garten wird vorsichtiger mit diesen Pflanzen umgegangen und

Unfälle können vermieden werden. Da es kaum einen Garten gibt, wo keine giftige Pflanze zu finden ist, sollte man auch Bescheid wissen, was bei einer Vergiftung durch Pflanzen zu tun ist. Dieses Wissen kann nicht nur für den Menschen lebensrettend sein, sondern auch für Haustiere, die diese Pflanzen anknabbern können.

Giftige Schönheiten

Zu den giftigsten aber auch häufigsten Blumen in heimischen Gärten gehört der Blaue Eisenhut. Die Staude gibt es mittlerweile auch in anderen Farben wie in Weiß oder Rosa. Sie sind jedoch nicht minder giftig, dennoch sind sie ein fixer Bestandteil von Staudenbeeten oder zieren Vorgärten. Der Goldregen ist ebenfalls in vielen Gärten zu finden. In der Blüte Zeit ist der Baum, der mehrere Meter erreichen kann, bildet er lange hängende Blütentrauben aus, die in hellem Gelb leuchten. Eine dekorative Blühpflanze im Frühling ist auch das Maiglöckchen. Das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose werden gerne mit dem schmackhaften Bärlauch verwechselt, da sich die Blätter sehr ähnlich sehen.

Obwohl der Bärlauch ein Wildgemüse ist, wird er immer häufiger zur Kultivierung für den Garten angeboten. Sind Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose in einem Garten beheimatet, sollte der Bärlauch möglichst weit weg von den Giftpflanzen stehen, um die Verwechslungsgefahr zu minimieren. Hübsch, aber auch giftig sind der Rhododendron und der Oleander. Teilweise sind die Blumen und Büsche nur schwach giftig, können in größeren Mengen aber ebenfalls Vergiftungserscheinungen hervorrufen und bei beeinträchtigten Personen schwerwiegende Probleme verursachen und sogar zum Tod führen. Stark giftige Pflanzen wie das Maiglöckchen, die Herbstzeitlose oder der Blaue Eisenhut können bereits in geringen Mengen zum Tod führen.

Giftig und essbar?

Nicht nur Blühpflanzen, die in unseren Gärten zu finden sind, können giftig sein, sondern auch Gemüse und Früchte, die jedoch nachdem sie gänzlich ausgereift oder verkocht wurden können vorher giftig sein. Dazu gehören beispielsweise:
  • Schwarzer Holunder gehört zu den giftigen PflanzenHolunderbeeren
  • Gartenbohne
  • Tomate
  • Kartoffel
Kartoffel und Tomate gehören beide zu den Nachtschattengewächsen, die sehr giftig sind. Die Stauden enthalten sehr viel Solanin, das zu starker Übelkeit führen kann und bei einer starken Unverträglichkeit sogar zum Tode. Erst die ausgereiften Tomaten bzw. Kartoffelknollen enthalten kein Solanin mehr. Kartoffeln, die bei Tageslicht gelagert werden, fangen ebenfalls an wieder grün zu werden und bilden denn wieder Solanin aus. Daher sollten Kartoffeln vorzugsweise dunkel gelagert und Knollen mit grünen Stellen nicht mehr verzehrt werden. Vielfach werden grüne Tomaten eingelegt oder daraus Marmelade gemacht. Durch das Erwärmen wird ein Teil des Solanins zerstört, weshalb normale Mengen problemlos
verzehrt werden können. Zu häufig sollten jedoch grüne verarbeitete Tomaten nicht konsumiert werden.

Ähnlich ist

es bei der Gartenbohne, die ebenfalls durch das Kochen erst genießbar ist. Sie enthält Lektin, das für den Menschen aber auch für Tiere giftig ist. Deshalb besteht meist keine Gefahr, dass ältere Bohnenpflanzen von Schnecken angefressen werden. Solang die Pflanzen jedoch noch jung sind und sie erst die giftige Substanz ausbilden müssen, sollten sie vor Schneckenfraß geschützt werden.

Beim Schwarzen Holunder ist ebenfalls die gesamte Staude giftig. Blüten und später die Früchte können jedoch nach der Verarbeitung konsumiert werden. Dazu gehört beispielsweise das Aufkochen im heißen Wasser, wodurch der enthaltene giftige Stoff Sambunigrin neutralisiert wird. Das Einlegen in Alkohol etwa von den Beeren hat die gleiche Wirkung und neutralisiert den giftigen Stoff ebenfalls.

Giftige Wildpflanzen im Garten

Wildpflanzen enthalten viel häufiger giftige Inhaltsstoffe und immer häufiger sind diese wilden Giftpflanzen auch im Garten zu finden. Dazu gehört beispielsweise die Tollkirsche. Sie kann an einem guten Standort eine beachtliche Größe von etwa zwei Metern erreichen und ist im gesamten giftig. Sie bildet zuerst violette Blüten aus, die eher unscheinbar sind und später zu dunkelvioletten bis fast schwarzen runden Früchten ausreifen. Das trügerische und gefährliche an der Tollkirsche ist, dass die Früchte nicht nur schmackhaft aussehen, sondern auch sehr gut schmecken. Eine Vergiftung durch Pflanzen ist eher selten, da überwiegend der Geschmack nicht sehr angenehm ist oder die Pflanzen auf der Zunge scharf sind bzw. ein brennendes Gefühl verspürt wird, wie etwa bei Hahnenfußgewächsen. Eines der beliebtesten Hahnenfußgewächse im Garten ist die Trollblume. Die niedrige Staude bildet, für diese Gattung typisch, gelbe runde Blütenköpfe aus, die besonders im Frühling für einen optischen Blickfang sorgen. Optisch beeindruckend ist auch die Digitalis, bei der es sich ursprünglich auch um eine Wildpflanze handelt. Durch ihren beeindruckenden Wuchs und die wunderschönen Blüten, die bei Bienen und Hummeln sehr beliebt sind, wird sie auch gerne im Garten als dekorative Staude gepflanzt.

Eltern sollten für alle Fälle über Gegenmaßnahmen & -mittel Bescheid wissenRasch reagieren bei Vergiftungen

Dadurch, dass kaum ein Garten ohne giftige Pflanzen zu finden ist, ist es wichtig, dass eine Vergiftung erkannt und rasch reagiert wird. Dies gilt auch wenn für Haustiere, die im Garten frei herumlaufen können, denn für sie können andere Pflanzen giftig sein, wie auch der Mensch wieder andere Pflanzen giftig sind. Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten, da Vergiftungen bereits bei geringen Mengen auftreten können. Zudem können Pflanzen je nach Lage und Standort unterschiedlich starkes Gift ausbilden. Sollte versehentlich eine giftige Staude gegessen worden sein, äußert sich dies meist in Form von Mundtrockenheit, Übelkeit und spätestens, wenn Magenbeschwerden auftauchen oder erbrochen werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wissenswertes zu giftigen Pflanzen in Kürze

In Europa sind unzählige Giftpflanzen zu verzeichnen, allein schon 50 Pflanzengruppen giftiger Pflanzen sind bekannt, so dass man gar nicht sämtliche giftigen Pflanzen aufzählen kann. Zu der Gruppe der giftigen Pflanzen gehören in jedem Fall:
Herbstzeitlose sind eine bekannte, aber unterschätzte Giftpflanze... und viele mehr. Teilweise gehören diese Pflanzen zu der Gruppe der sehr giftigen Pflanzenarten, teilweise sind sie aber auch nur geringfügig giftig. Bereits zwei Früchte der Tollkirsche können für einen kleinen Kinderkörper tödlich wirken, beim Goldregen reichen 3-4 Früchte zur Tötung eines Kindes aus. Es ist daher angebracht, Kinder von solchen Pflanzen stets fernzuhalten. Aber wenn das Kind dann doch einmal Früchte von giftigen Pflanzen verschluckt und Vergiftungsanzeichen zeigt, dies können Übelkeit und Benommenheit seien, sollte das Kind sofort ins Krankenhaus gebracht werden, ist dies nicht möglich, sollte sofort der Notarzt gerufen werden.

Tipps der Redaktion

Ein Hausmittel zur ersten Hilfe bei nicht so giftigen Pflanzen kann Medizinkohle sein. Diese bindet das Gift, so dass es beim nächsten Stuhlgang ausgeschieden werden kann. Bei nicht ganz so giftigen Pflanzen reicht es auch manchmal aus, Wasser ohne Kohlensäure zu trinken, dieses verdünnt das Gift und löst es so von den verschiedenen Schleimhäuten.