Ist Bambus giftig?

Bambus - Ist er giftig? Bambus hat raffinierte Schutzmechanismen gegen Schädlinge entwickeltBambus in seinen unterschiedlichen Arten ist - das darf man mit Fug und Recht behaupten - ein echter Hingucker. Ganz gleich, ob Phyllostachys, Fargesien und viele mehr: Bambus gehört einfach in jeden Garten.

Wichtige Fakten zum Bambus

Haben Sie auch schon gehört, dass Bambus giftig sei? Dann wird Sie Folgendes interessieren:
  • Es sind keineswegs alle Bambusarten giftig, sondern nur ein Teil. Dabei sind die toxischen Stoffe insbesondere in

    den Samen der Pflanzen enthalten.
  • In gewisser Weise eine Art Schutzvorrichtung von Mutter Natur, denn Fakt ist, dass Vögel bekanntlich Samen lieben.
  • Aber auch Ratten, Mäuse und anderes Getier machen sich nur allzu gerne über das "Innenleben" von Bambus her.
Zu berücksichtigen ist, dass viele Bambusarten erst nach einem Zeitraum von etwa 20 bis 30 Jahren zum ersten (und meist auch zum einzigen) Mal blühen, und quasi unmittelbar danach absterben. Bei anderen Sorten nimmt dieser Zyklus, wie man heute weiß, sage und schreibe rund 150 Jahre in Anspruch. Mit der Konsequenz, dass nach dem Absterben eine große Menge an Samen freigegeben wird, die nicht selten im Eiltempo von hungrigen Mäulern weggefressen werden. Um eben dieser Form der "Vernichtung" und somit der Verhinderung der Fortpflanzung effizient entgegenzuwirken, hat sich die Natur etwas "einfallen" lassen: Sie hat die Samen einiger Bambusarten mit toxischen Stoffen versehen, sodass diese von den Tieren des Waldes "links liegengelassen" werden - und somit das Überleben der Pflanzenart gesichert ist.

Im Rahmen unterschiedlicher Studien fand man heraus, dass bestimmte Bambusarten Cyanide enthalten, also die gefährliche Blausäure, die - in größeren Mengen verzehrt - durchaus zum Tod führen kann. So enthalten manche Bambussprossen gar bis zu 700 Milligramm des Toxins. Wissenswert ist, dass erst
eine Menge von rund 70 Gramm Bambussprossen für den Menschen tödliche Folgen haben könnte. Viridiglaucescens, Bissetii und viele weitere bekannte Bambusarten sind jedoch ungiftig und können somit getrost daheim verbleiben.

Die Schutzfunktionen aus dem "Schatzkästchen" von Mutter Natur mit Blick auf Bambus sind unter anderem:
  • toxische Inhaltsstoffe im Samen
  • Samen sind nicht zum Verzehr geeignet durch einen besonders üblen Geschmack
  • Samen können in sich verkapselt, also nur schwer zugänglich sein
Bambus ist für Haustiere ungefährlichBambus und Haustiere

Hunde- und Katzenbesitzer, die im Besitz von Bambuspflanzen sind, können demgemäß "aufatmen". Selbst wenn der Bambus auf ihrer Fensterbank oder in ihrem Wintergarten giftig wäre, so hätte dies für die Haustiere in der Regel keinen Nachteil. Schließlich "riechen" es Hund, Katze, Maus und Co., wenn etwas mit ihrem "Futter" nicht stimmt. Also lassen sie von vornherein die Pfoten von der Pflanze. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie die kostbare Bambuspflanze daheim, die vielleicht keine giftigen Samen enthält, nicht "anknabbern" würden.

Im Übrigen gibt es mit Blick auf den beliebten Bambus sogar verschiedene Sorten, die mit Rhizomen "ausgestattet" sind, die sogar auf dem Essgeschirr des Menschen landen können, sind diese doch zum Teil durchaus gar als eine Delikatesse - und nicht eben billig - bekannt.

Wissenswertes über Bambus in Kürze
  • Bambus ist in der Regel nicht giftig. Es gibt unheimlich

    viele Sorten, darunter sind aber nur wenige, die als Giftpflanzen eingestuft werden müssten. Was giftig ist, sind die rohen Bambussprossen. Sie enthalten cyanogene Glykoside. In einem Kilogramm Bambussprossen können bis zu 8 Gramm Blausäure freigesetzt werden. Das wichtigste Glykosid der Bambussprossen ist Dhurrin.

  • Glykoside sind Moleküle. Ein Molekülteil ist dabei mit einem oder mehreren Zuckermolekülen verbunden. Cyanogene Glycoside selbst sind nicht giftig. Erst durch die Spaltung des Moleküls wird Blausäure freigesetzt. Diese Blausäure ist giftig. Sie greift in den Stoffwechsel ein. Sie legt den Energiestoffwechsel nach kurzer Zeit lahm. Die Wirkung ist ähnlich wie bei Kohlenmonoxid.

  • Dhurrin wiederum ist ein cyanogenes Glycosid, was die Pflanzen bilden, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Bei einer Verletzung der Pflanze wird die Blausäure freigesetzt.
Was kann man präventiv tun? Bei Bambussprossen hilft es, sie etwas zu kochen. Zwei Minuten reichen im Allgemeinen, dann sind die Sprossen noch schön bissfest. Sprossen in Gläsern und Dosen, wie man sie überall zu kaufen bekommt, haben diese Prozedur schon hinter sich. Sie können ungekocht für Salate und ähnliches verwendet werden. Wer ganz sicher gehen möchte, dass sein Bambus keine giftigen oder reizauslösenden Stoffe enthält, sollte sich an einen Experten wenden. Wichtig ist, den exakten Namen der Pflanze zu kennen, denn es gibt so viele verschiedene Sorten.