Ist Buchsbaum giftig für Menschen und Haustiere?

BuchsbaumBuchsbaum in den Gärten und Vorgärten oder im Kübel kultiviert auf Terrasse oder Balkon kommt in hiesigen Breitengraden öfters vor. Doch ganz ungefährlich ist die immergrüne Pflanze leider nicht, denn die Blüten und die junge Rinde enthalten Giftstoffe. Werden diese über den Mund aufgenommen, können sie gefährlich werden. Daher sind gerade kleine Kinder und Haustiere gefährdet, wenn Pflanzenteile in den Mund genommen werden. Bei erwachsenen Personen ist die Gefahr jedoch relativ gering, denn das alleinige Anfassen führt nicht zu einer Vergiftung.


/>Merkmale Buchsbaum

Der Buchsbaum ist eine immergrüne, in der Zeit von März bis Mai blühende Pflanze. Er wird in der Regel als solitärer Busch oder Baum sowie als Heckenpflanze in den heimischen Gärten, häufig auf den hiesigen Friedhöfen sowie auch in angelegten Parks und Grünflächen kultiviert. An den folgenden Merkmalen wird er erkannt:
  • kann bis zu vier Meter hoch werden
  • gelbe, kleine Blüten
  • Blätter sind eiförmig und ledrig
  • im Herbst entwickeln sich die kleinen, schwarzbraunen Früchte
Giftige Pflanzenteile

Vor allem die junge Rinde sowie die Blüten eines Buchsbaumes sind giftig. Aber auch die Blätter und die Stängel beinhalten das Gift, so dass er in allen Teilen hochgiftig ist. Gerade der Cocktail aus den verschiedenen Giften, die der Buchsbaum in sich hat, macht ihn so gefährlich, vor allem für Kinder oder Haustiere, die gerne einmal die Blätter oder Blüten in den Mund nehmen. Werden diese in den Mund genommenen Pflanzenteile dann geschluckt, muss sofort gehandelt werden. in der Pflanze gibt es bis zu 70 verschiedene Alkaloide, gerade auch die folgenden Gifte wurden im Buchsbaum gefunden:
  • Buxanin
  • Buxtanin
  • Buxaltin
  • Buxpsiin
  • sowie der Hauptwirkstoff Buxin
Kinder schützen

Oft sind Buchsbäume auch in den nahegelegenen Parks und auf Friedhöfen zu finden. Daher sollte jeder, der kleine Kinder hat, diese auch auf Spaziergängen oder auf dem Spielplatz immer im Auge haben. Denn gerade die Kleinsten haben Spaß daran und denken sich nichts dabei, die Blätter und Blüten von Pflanzen zum Beispiel für ein Koch-Spiel im Sandkasten zu nutzen. Schnell nehmen sie dabei auch das ein oder andere Stück in den Mund und schlucken es im schlechtesten Fall hinunter. Daher ist nicht nur für alle Eltern und andere Aufsichtspersonen Vorsicht geboten, wenn sich ein Buchsbaum im eigenen Garten befindet, auch außerhalb der heimischen Gefilde können diese für die Kinder gefährlich werden. Daher sollte auf Folgendes geachtet werden:
  • wer kleine Kinder hat, sollte auf Buchsbäume im Garten verzichten
  • auf Terrasse oder Balkon im Kübel kultivierte Pflanzen so hoch anbringen, dass die Kinder gar nicht erst danach greifen können
  • bei einem Besuch auf einem Friedhof die Kinder immer in der Nähe haben, hier stehen viel Buchsbäume
  • im Park oder auf dem Spielplatz den Blick schweifen lassen, ob sich Buchsbäume in direkter Spielnähe befinden
  • älteren Kindern kann erklärt werden, welche Pflanzen giftig für sie sind und welche nicht
  • auch kleinere Kinder können
    bereits anhand von Postern spielerisch lernen, welche Pflanzen sie nicht anfassen sollten
  • wird ein neuer Garten angelegt, diesen kindgerecht gestalten
  • alle Pflanzen, die Gifte enthalten könnten, werden beim Anbauen vermieden
Tipp: Kinder sollten schon frühzeitig bei einem Ausflug in die Natur oder beim Betrachten des eigenen Gartens auf die eventuellen Gefahren aufmerksam gemacht werden, die von den einzelnen Pflanzen ausgehen können. Dennoch müssen

die Eltern auf die Kinder aufpassen, je kleiner sie sind.


Haustiere schützen

Auch die Haustiere müssen vor dem giftigen Buchsbaum geschützt werden. So sollten Katzen und Hunde nicht in die Nähe der Pflanze gelangen. Aber auch die kleineren Käfigtiere, wie Hasen oder Meerschweinchen knabbern gerne an allen Pflanzen und könnten so auch die giftigen Blätter des Buchsbaumes erwischen. Daher ist auch hier äußerste Vorsicht geboten und es können folgende Maßnahmen getroffen werden:
  • sind Hunde oder Katzen im Garten frei unterwegs, sollte der Buchsbaum hoch und weitläufig eingezäunt werden
  • bei Katzen ist zudem noch darauf zu achten, dass es sich hierbei um einen Schutz handelt, an dem diese nicht hochklettern können
  • Kaninchen, Meerschweinchen und andere Käfigtiere nur in ein Außengehege lassen, das weit entfernt von den giftigen Pflanzen aufgestellt wurde
Tipp: Da gerade auch die Blüten und die hieraus resultieren Früchte besonders giftig sind, muss in der Zeit von April bis Mai und September bis Oktober verstärkt aufgepasst werden

Vergiftungssymptome bei Mensch und Tier

Wenn Kinder, Haustiere oder auch erwachsene Personen Teile des giftigen Buchsbaums in den Mund genommen und eventuell sogar geschluckt haben, dann können sich, je nach Menge des aufgenommen Gifts, die folgenden Vergiftungserscheinungen zeigen:
  • Übelkeit, Durchfall und Erbrechen
  • Schwindelgefühle
  • Krämpfe, eventuell mit Lähmungen einhergehend
  • Zittern
  • Blutdruckabfall der in einem Kreislaufkollaps enden kann
  • je nach Aufnahme der Menge an Gift, kann dieses im schlimmsten Fall zum Tod führen
  • hier sind zuerst die kleineren Tiere, dann die Kinder um zum Schluss die Erwachsenen gefährdet
  • denn die aufgenommene Menge steht auch immer im Verhältnis zur Größe und Gewicht
Tipp: Wer feststellt, dass sein Kind oder das Haustier von den giftigen Teilen gegessen oder gefressen hat, sollte nicht gleich in Panik verfallen. Meist sind die Mengen so gering, dass sich nur ein paar Symptome zeigen die nach einiger Zeit wieder verschwinden, da der Körper die Gifte von selbst wieder abbaut.

Erste Maßnahmen

Wurde bei einem Mensch oder Haustier eine Vergiftung festgestellt und klar erkannt, dass diese vom Buchsbaum kommt, dann kann hier als erste Maßnahme medizinische Kohle verabreicht werden, die die Giftstoffe im Magen bindet. Wer sich nicht sicher ist, wie schlimm die Vergiftung ist, sollte sich jedoch keinesfalls scheuen, die Notrufnummer 112 für Menschen oder auch den örtlichen Tiernotruf zu wählen. Auch wenn die aufgenommene Menge des Gifts nicht lebensbedrohlich war, gibt dies Sicherheit.

Tipp: Die "Informationszentrale gegen Vergiftungen" der Uni-Klinik Bochum meldet auf ihrer Informationsseite, dass es über schwere Vergiftungen von Pflanzenteilen des Buchsbaums bei Erwachsenen und Menschen keine Berichte gibt. Das heißt, schwere Vergiftungen gar mit Todesfolge sind bei Menschen weder bekannt noch vorgekommen.

Fazit

Wer einen oder mehrere Buchsbäume im Garten hat, sollte nun nicht gleich in Panik verfallen, da dieser schädlich für Mensch oder Tier sein sollte. Denn bei den entsprechenden Maßnahmen, wie zum Beispiel einer Einzäunung oder der Aufklärung über giftige Pflanzen bei Kindern wird der anmutige, immergrüne Busch auch im eigenen Garten nicht zu einer Gefahr. Doch wer eine Familie mit Kindern und Haustieren hat, sollte eventuell darüber nachdenken, den Garten Kind- und haustiergerecht zu gestalten und bei der Anlage eines neuen Gartens auf giftige Pflanzen aller Art zu verzichten.