Ist der Drachenbaum giftig für Menschen und Haustiere?

DrachenbaumDie Heimat der Drachenbäume (Dracaena) ist Afrika. Die Pflanzengattung umfasst weltweit ca. 60 Arten, die als Bäume oder Sträucher wachsen. Der botanische Gattungsname wird vom griechischen Wort drákaina abgeleitet, das so viel wie weiblicher Drache bedeutet. Als Zimmerpflanzen werden meist Dracaena marginata, Dracaena fragrans oder Dracaena deremensis oder andere Sorten angeboten. Die Sorte Dracaena draco (kanarischer Drachenbaum) wird sehr groß und daher gern als Kübelpflanze gehalten. Drachenbäume enthalten Saponine, die für Haustiere giftig und für Menschen relativ ungiftig sind.

Wirkung

auf Tiere

Die Pflanzensäfte des Drachenbaumes beinhalten Gifte, vor allem Saponine, die die Schleimhäute der Tiere reizen und zur Zerstörung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) führen können, wenn sie in die Blutbahn gelangen (Quelle: Habermehl, G., Ziemer, P.: Mitteleuropäische Giftpflanzen und ihre Wirkstoffe, Springer Verlag). Eine Vergiftung mit Saponinen kann zu Speicheln, Zahnfleischentzündungen, Durchfall und Erbrechen führen. Es wurden schon Blutungen und Bewegungsstörungen festgestellt, wenn die Vergiftung nicht sofort behandelt wird. Da die Pflanzengiftstoffe auch auf das zentrale Nervensystem wirken, können sie zu Kreislaufstörungen und Krämpfen führen. Je nach Menge, die aufgenommen wurde, kann eine Vergiftung auch tödlich ausgehen. Wenn ein Tier allerdings nur einmal ganz kurz an einem Drachenbaum knabbert, muss das noch keine schwerwiegenden Folgen haben. Dennoch sollten Sie sehr vorsichtig sein und Ihr Haustier schützen!

Wirkung auf den Menschen

Für Menschen sind die Pflanzensäfte von Drachenbäumen weitestgehend ungefährlich, da die enthaltenden Saponine im Verdauungstrakt des Menschen schlecht resorbiert werden. Wegen der Saponine schmecken die Blätter der Pflanzen sehr bitter. Deshalb kosten auch Kinder nur einmal kurz davon. Sie spucken die Pflanzenteile meist sofort wieder aus und essen dann nicht weiter. Sollten doch mehr Pflanzenteile gegessen werden, kann es bei Kindern sowie Erwachsenen zu Durchfällen und Erbrechen kommen. Bei Babys und Kleinkindern ist dennoch Vorsicht geboten! Ebenso bei Asthmakranken.

Reaktionen bei Asthmakranken und Allergikern:

Bisher scheint es noch nicht wissenschaftlich belegt zu sein, aber Drachenbäume können die Symptome bei Asthmaerkrankungen und Allergien verstärken. Zumindest den Aussagen betroffener Allergiker und Asthmatiker zufolge, die in verschiedenen Internetcommunitys zu diesem Thema ihre Probleme schildern und Hilfe suchen. Ihren Aussagen zufolge gelangen die Allergene meist durch Einatmen in den Körper. Wird die von den Pflanzensäften der Drachenbäume verschmutzte Luft eingeatmet, kann es aufgrund der enthaltenen Saponine zu Reizungen der Atemwege kommen. Denn Allergiker und Asthmatiker sind in diesem Bereich sehr empfindlich. Auch ein Entstauben der Drachenbäume in Verbindung mit sehr trockener Luft kann das Risiko von starken Reaktionen auf die Pflanzen erhöhen. Asthmakranke sind besonders stark gefährdet, da das Einatmen der Ausdünstungen der Drachenbäume bereits nach wenigen Sekunden zur Blockade in der Atemmuskulatur führen kann. In engen Räumen tritt die Reaktion schneller auf.

Tipp: Da auch die Möglichkeit besteht, dass die Ausdünstungen der Pflanze durch Ritzen und Schlüsselloch von einem Raum in einen anderen Raum gelangen können, sollten schwer Asthmakranke die gesamte Wohnung meiden, in der sich ein oder mehrere Drachenbäume befinden.


Reaktionen bei Menschen ohne asthmatische Erkrankung:

Die Ausdünstungen der Drachenbäume können auch bei einigen Menschen, die nicht an Asthma leiden, zu Unwohlsein und Atemnot führen. Die Betroffenen empfinden die Luft im Raum mit

Drachenbäumen als stickig und müssen sofort die Fenster öffnen. Weitere Nebenwirkungen, die Betroffene häufig beschreiben, sind Schweißausbrüche, trockene oder fettige Haut, je nach körperlicher Konstitution.

Was sind Saponine?

Der Pflanzensaft des Drachenbaumes enthält vor allem Saponine in hoher Konzentration. Diese Stoffe sind eine Untergruppe der Glykoside und zählen zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Sie besitzen die Eigenschaft, beim Schütteln mit wässrigen Lösungen Schaum zu bilden. Kastanien und Seifenkraut besitzen besonders viele Saponine. Ähnlich wie Seife bestehen sie aus fettlöslichen und wasserlöslichen Molekülen. Sapo ist lateinisch und bedeutet so viel wie Seife. Saponine sind demnach waschaktive Substanzen, die vor allem in ökologischen Waschmitteln verwendet werden. Jedoch enthalten auch kosmetische Produkte Saponine. Der Vollständigkeit halber muss folgende Eigenschaft mit genannt werden: In sehr geringen Mengen sollen Saponine heilsam sein. Sie kommen auch in manchen Gemüsesorten vor. Auch in Medikamenten werden sie beigemischt. Haustiere können sich dennoch an Saponinen vergiften, wie oben beschrieben!

Vorbeugemaßnahmen für Tiere

Hunde verfügen zwar über einen natürlichen Instinkt, der sie davor bewahrt an giftigen Pflanzen zu fressen, jedoch können neugierige Welpen und Junghunde oder auch erwachsene Hunde dennoch an den Drachenbäumen fressen. Vor allem knabbern Hunde, denen es sehr langweilig in der Wohnung ist, sehr gern einmal an Pflanzen. Ebenso ergeht es Katzen und anderen Haustieren, deren Spieltrieb stark ausgeprägt ist. Sprechen Sie ein klares Nein aus oder einen anderen Befehl für Nein, den das Tier schon kennt. Setzen Sie das Tier von der Pflanze weg, sodass es lernt, dass es nicht an den Drachenbaum darf. Notfalls räumen Sie den Drachenbaum und andere für Tiere giftige Zimmerpflanzen ganz aus Ihrer Wohnung.

Tipp: Bestrafen Sie Ihr Tier aber nicht, weil es daran gefressen hat. Sondern trainieren Sie Ihrem Tier an, was es darf und was nicht. Denn mit Bestrafungen wird nichts erreicht!

Abwechslung gegen Langeweile:

Bieten Sie Ihren Tieren Abwechslung, egal, ob es sich dabei um einen Hund, eine Katze oder ein Kaninchen handelt, das frei in der Wohnung gehalten wird. Dazu gehört auch, dass Sie sich mit ihnen beschäftigen und nicht nur Spielzeug hinlegen, mit denen sie spielen können. Langeweile verführt häufig dazu, an Pflanzen zu knabbern, vor allem, wenn das Tier sonst schon alles andere in der Wohnung oder im Wintergarten kennt. Stellen Sie den Tieren etwas Katzengras zur Verfügung. Es hilft der Verdauung und lenkt von den Pflanzen in der Wohnung ab.  

Bei Verdacht auf Vergiftung

Die Symptome bei Vergiftungen mit Drachenbäumen ähneln sich mit den Vergiftungserscheinungen anderer Pflanzen. Sie äußern sich meist in Schlappheit, Erbrechen, Durchfall, Schaum im Mund, Krämpfen, Fieber und Benommenheit. Sollten Sie einen Verdacht haben, dass sich Ihr Haustier mit einem Drachenbaum vergiftet hat, so suchen Sie sofort Ihren Tierarzt auf oder rufen den tierärztlichen Notdienst an. Geben Sie dem Arzt genau an, welche Pflanzen neben den Drachenbäumen noch in Ihrer Wohnung stehen.

Fazit

Während Drachenbäume für Menschen nicht so giftig sind, außer für Asthmatiker und Allergiker, können sich Tiere mit den Pflanzensäften der Drachenbäume vergiften. Je nach zu sich genommener Menge sind die Vergiftungssymptome unterschiedlich stark ausgeprägt. Ebenso sind die Symptome abhängig von der körperlichen Verfassung Ihres Tieres und ob es sich um ein erwachsenes oder junges Tier handelt. Schützen Sie Ihre Tiere vor Drachenbäumen und bringen ihnen bei, dass sie nicht an ihnen fressen dürfen. Um ganz sicher zu gehen, stellen Sie die Pflanzen lieber an einen anderen Ort oder verbannen sie ganz aus Ihrer Wohnung. Kinder, Babys, Asthmatiker und Allergiker sollten ebenso vor Drachenbäumen geschützt werden.