Ist die Grünlilie giftig für Menschen und Haustiere?

GrünlilieDie Grünlilie ist eine Art der aus der Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae). Heimisch ist sie in Südafrika und in unseren Innenräumen beliebt seit 1850. Ihre dekorativ nach unten hängenden Ableger verleiten so manche Haustiere dazu, damit zu spielen und daran zu knabbern. Die Giftigkeit von Pflanzen ist für jedes Haustier und den Menschen unterschiedlich zu bewerten. Als geschätzter Schadstofffilter für Innenräume ist die Bekömmlichkeit der Grünlilie differenziert zu bewerten.

Giftigkeit

Von den Giftzentralen in Deutschland wird die Grünlilie

grundsätzlich als ungiftig eingestuft. Das gilt sowohl für die Wildform als auch für die gezüchteten Sorten. Eine kritische Dosis ist nicht vorhanden, heißt es weiter. Wird eine größere Menge verzehrt, kann es zu Übelkeit, Brechreiz sowie Magen-Darmbeschwerden kommen. Abhilfe schafft dann eine hohe Flüssigkeitszufuhr. Bei großen Mengen und heftigen Reaktionen ggf. Kohletabletten verabreichen. Soweit die offizielle Seite. Wie wir wissen, reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf ein und dieselbe Substanz. Kleinkinder noch einmal anders. Bei Haustieren das Gleiche: Hund, Katze, Schildkröte oder Vögel, nicht alle vertragen ein und dieselben Substanzen gleichermaßen. Ein genauer Blick auf die individuellen Verträglichkeiten lohnt sich also in jedem Fall.

Substanzen

Die Grünlilie enthält in ihren Pflanzenteilen unterschiedliche Substanzen. Während die Blätter und Triebe weitestgehend als unbedenklich gelten, enthalten die Samen Saponine. In gewissen Mengen können diese bei Mensch und Tier die Magenschleimhaut reizen. Die Samen werden nur selten ausgebildet bei den Zimmer-Grünlilien. Sie werden als schwach toxisch ausgewiesen. Die Blütezeit ist sehr kurz, irgendwann von Mai bis Juni. Hinter der Blüte bildet sich ein kleiner, heller Beutel indem sich wenige, sehr kleine, schwarze Samen befinden. Die darin enthaltenen Saponine dienen den Samen zum Schutz vor Pilzkrankheiten. Weder eine besondere Giftigkeit noch eine Heilwirkung wurde bisher wissenschaftlich festgestellt. Bei aller Ungiftigkeit darf man nicht vergessen, dass die Grünlilie Schadstoffe aus der Luft filtert. Sie reichert diese Schadstoffe in ihren Blättern an. Steht sie also in Räumen, in denen viel geraucht wird oder toxische Stoffe aus Möbeln oder Anstrichen in der Luft sind, erhöht sich damit auch ihre Toxizität.

Menschen

Durch reinen Kontakt mit der Pflanze werden Menschen nicht ernsthaft Schaden nehmen. Unbeaufsichtigte Kleinkinder könnten an den herunterhängenden Trieben Gefallen finden und sie in den Mund nehmen. Doch solange nicht größere Mengen davon zerkaut und geschluckt werden, wird es kaum zu Vergiftungserscheinungen kommen können. Sowohl der Kontakt, als auch der Verzehr kann für Menschen als grundsätzlich unbedenklich eingestuft werden. Eine Ausnahme bilden die Samen, die sich nach der Blüte bilden. In größeren Mengen verzehrt, kann es zu leichten Vergiftungserscheinungen bis zu einer Magenschleimhautentzündung kommen.

Hunde und Katzen

alt="Grünlilie" class="img-responsive" style="margin-bottom: 6px; margin-left: 6px; float: right;" height="225" width="300" />Nicht alles, was für den Menschen ungiftig ist, passt auch für die lieben Vierbeiner. Doch in diesem Fall sind gelegentliche Knabbereien an der Grünlilie für Hunde sowie für Katzen ebenfalls unbedenklich. Hunde werden von selbst nicht allzu häufig auf die Idee kommen, über die Zimmerpflanzen herzufallen. Katzen reagieren da schon anders. Katzen reagieren auf gewisse Substanzen häufig anders als wir Menschen oder auch Hunde. Außerdem lieben es gerade die Stubentiger an Zimmerpflanzen herumzuknabbern. Aus toxikologischer

Sicht ist der gelegentliche Genuss einiger Pflanzenteile der Grünlinie für die Vierbeiner unbedenklich. Eher noch verletzen sie sich dabei an den scharfen Kanten der Blätter. Doch auch Katzen sind Individuen. So kann es bei besonders sensiblen oder kranken Tieren zu unerwünschten Nebenwirkungen nach dem Genuss dieser Blätter kommen. Stellt man fest, dass die Katze ungewöhnlich oft und viel an der Grünlilie herumknabbert, sollte man Einhalt gebieten. Ist die Katze kein Freigänger fehlt es vielleicht an bekömmlichen Grün, wie zum Beispiel Katzengras? In Räumen, in denen die Grünlilie harte Arbeit als Luftfilter zu leisten hat, sollte das Knabbern daran ganz unterbunden werden. Besonders Katzen können auf die abgespeicherten toxischen Substanzen empfindlich reagieren, wenn es auch nicht tödlich für sie ist.

Vögel

Vögel scheinen die Grünlilie zu mögen. Wenn möglich, picken sie oft und gern davon. In diesem Falle muss die Grünlilie frei von gefilterten Schadstoffen aus der Raumluft sein. Ob sich die Samen negativ auf die Gesundheit von Vögeln auswirken, ist nicht bekannt. Lediglich bei einem Verzehr größerer Mengen, über einen langen Zeitraum hinweg, könnte es zu Leberschäden bei Vögeln kommen. Das heißt, so ganz uneingeschränkt sollte man den Vögeln die Grünlilie nicht als Futterpflanze zur Verfügung stellen.

Kleintiere

Bei Kleintieren wird die Grünlilie immer wieder gern als Futter für die Kleinsäuger eingesetzt. Unter anderem wird sie von Chinchillas, Kaninchen und Meerschweinchen gern gefressen. Zudem ist die Pflanze auch einfach zu vermehren. Dennoch ist die Grünlilie nicht gerade eine Empfehlung als ausgewiesene Futterpflanze. Immerhin muss man die Blüte überwachen und dafür Sorge tragen, dass die Erde nicht schimmelt. Kurz gesagt, im Bereich Gemüse und Kräuter finden sich ganz bestimmt Pflanzen die unbedenklicher bzw. sogar besonders gesund sind für Kleintiere.

Terrarien

Als Pflanze für Terrarien wird auch die Grünlilie, als ursprünglich exotische Pflanze aus warmen Regionen, angeboten. Sie gilt allgemein als unbedenklich für Schildkröte, Leguan und Co.  

GrünlilieWichtige Hinweise

Für Menschen, Vierbeiner, Kleintiere und Vögel lässt sich also festhalten. Die Grünlilie ist gesundheitlich unbedenklich, wenn:
  • Die Raumluft nicht durch Rauchen oder andere Schadstoffe belastet ist *
  • die Pflanzen nicht mit chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel behandelt wurden
  • die Blüten vor der Samenbildung entfernt werden
* Steht die Grünlilie, quasi als Luftfilter in Räumen mit Formaldehyd behandelten Möbeln, mit PVC Belägen oder toxischen Wandfarben und Klebern, darf sie auf keinen Fall als Futter- oder Knabberpflanze zum Einsatz kommen. Die Empfehlungen und Aussagen müssen nicht uneingeschränkt für alle Menschen und Tiere zutreffen. Im Einzelfall kann es immer besonders empfindliche oder allergische Reaktionen geben, die nicht explizit aufgeführt werden können, bzw. noch nicht wissenschaftlich untersucht wurden.

Fazit

Grundsätzlich kann die Grünlilie also ohne Bedenken jedes Zimmer dekorativ begrünen. Gelegentliches Knabbern, egal von wem, führt nicht zu Vergiftungserscheinungen. Für den Einsatz als Futterpflanze müssen oben beschriebene Bedingungen erfüllt sein. Dennoch gibt es, ganz bestimmt auch für Kleintiere und Vögel, Futterpflanzen, die besser für sie geeignet sind als die Grünlilie.