Ist der Gummibaum giftig?

Ist der Gummibaum giftig?

Blatt vom GummibaumDer Gummibaum wird als gering giftig eingestuft. Vor allem die Blätter enthalten ein Gift, allerdings kein starkes. Die Giftigkeit anderer Pflanzenteile ist noch nicht ganz geklärt.

Meist tritt nur eine leichte Schleimhautreizung auf, wenn man mit dem Gummibaumsaft in Berührung kommt. Bei Hautkontakt mit Gummibaum führt dies zu Hautirritationen, das sind aber nur allergische Reaktionen. Es reicht, die betroffene Stelle abzuwaschen. Wenn man den Saft verzehrt, kann das zu Magen-Darm-Verstimmungen und Erbrechen führen. Da Gummibaumblätter nicht schmecken, beißen Kinder maximal einmal

hinein um zu sehen, wie so etwas schmeckt. Kaum merken sie den Geschmack, wird in der Regel alles wieder ausgespuckt.

Sollten Vergiftungserscheinungen auftreten,  gibt man Tee oder handwarmes Wasser zu trinken und evtl. Kohletabletten.

Bei Tieren ist es wiederum so, dass sie stärker auf die Giftstoffe reagieren, aber auch sie müssen einige Blätter futtern, um zu erkranken. Meist kommt es nur zu leichten Magenverstimmungen und manchmal zu Erbrechen. Die Tiere merken sich meist schnell, dass sie diese Pflanzen nicht fressen dürfen, sonst geht es ihnen schlecht. Der erste Versuch ist meist auch der letzte.

Trotzdem ist der Gummibaum in vielen Haushalten zu sehen. Das ist vor allem der ansprechenden Optik zu verdanken, die zahlreiche Mitglieder dieser Pflanzenfamilie mitbringen. Der Gummibaum gehört zur Familie der Maulbeergewächse und ist weiterhin unter dem Namen Ficus oder Feigenbaum bekannt. Zur Gattung Ficus zählen mehr als 800 Arten. Darunter sind Bäume ebenso zu finden wie Kletterpflanzen und Sträucher. Im heimischen Wohnzimmer sind unter anderem
  • Ficus elastica robusta (großblättrig Art, wird in Deutschland unter dem Namen Gummibaum gehandelt),
  • Ficus benjamina (kleinblättrige Art mit verschiedenen Blattfarben),
  • Ficus pumila (Kletterpflanze), 
  • Ficus benghalensis (baumartiges Gewächs, welches im Topf bis zu drei Meter hoch werden kann),
  • Ficus lyrata (bis zu 40 cm lange Blätter mit einer Höhe bis zu 1,5 Meter im Topf) und 
  • Ficus palmeri (einzige Halbstrauchart mit sukkulentem Stamm und
    dunkelgrünen Blättern)
anzutreffen.  Jede Art hat unterschiedliche Ansprüche, geht es um Pflege, Standort und Vermehrung.
So fühlt sich der Gummibaum fernab seiner Heimat wohl

Allen Gummibaumarten gemein ist das Umtopfen im Zwei-Jahres-Rhythmus. Als Lebensgrundlage dient ein mit Humus und Lauberde angereichertes Substrat. Von April bis September ist reichliches Gießen erforderlich. An heißen Tagen kann die Gabe von Wasser sogar täglich notwendig sein. Ein Großteil der Arten stammt zwar aus tropischen Gebieten, dennoch hat jeder Gummibaum seine eigenen Vorlieben, was den Standort betrifft. Ficus benjamina und Ficus elastica mögen es hell und sonnig, wobei beim Ficus elastica zu beachten ist, dass die Temperatur nicht über 24 °C steigen sollte. Ficus pumila gedeiht als Kletterpflanze im Schatten von Bäumen und möchte daher keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Eine ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit kann in den Sommermonaten durch einen Untersetzer mit feuchtem Kies unterstützt werden. Zudem ist die regelmäßige Gabe von stickstoffhaltigem Dünger während der Wachstumsphase empfehlenswert. Auch im Herbst und Winter hält man die Erde feucht, Staunässe darf allerdings nicht entstehen. Die ideale Temperatur für die Überwinterung liegt bei etwa 18 °C. Bis zu 15 °C verträgt der Gummibaum problemlos, darunter sollte die Temperatur aber nicht fallen. Sommers wie winters freut sich die Pflanze über ein Besprühen mit Wasser.

Aus eins

mach zwei - die Vermehrung des Gummibaums


Ein gut gedeihender Gummibaum in seiner ganzen Pracht lässt schnell den Wunsch aufkommen, einen zweiten zu besitzen. Nichts leichter als das! Ein gesundes Exemplar kann problemlos vermehrt werden. Die Arten, die große, feste Blätter besitzen (Ficus elastica, Ficus benghalensis), entstehen aus Blattstecklingen, die man gemeinsam mit einem Stück Rinde von der Mutterpflanze abschneidet. Nachdem die austretende Milch über Nacht getrocknet ist, kommt der Steckling in ein Gemisch aus Torf und Sand - zu jeweils gleichen Teilen - und wird mit einem stützenden Stab versehen. An einem leicht schattigen Standort, einer Temperatur von 24 °C und mit viel Wasser wächst der Steckling in den nächsten acht Wochen zu einer Pflanze mit eigenen Wurzeln heran. Haben sich die Wurzeln gebildet, wird der Steckling umgetopft und fortan wie oben bereits beschrieben gepflegt. Die Vermehrung der Kriech- und Kletterarten geht noch leichter. Sie geschieht durch das sogenannte Absenken. Hierfür wird ein Trieb vorsichtig Richtung Erde gebogen und bis zum Blattansatz darin eingegraben. Nach der Bildung von Wurzeln wird der Spross von der Mutterpflanze getrennt und in einen eigenen Topf gesetzt. An strauchigen und halbstrauchigen Arten werden zehn bis 15 cm lange Kopfstecklinge abgeschnitten, die anschließend ebenso wie Blattstecklinge behandelt werden.