Ist Oleander giftig?

Ist Oleander giftig? Oleander BlütenSo schön wie Oleander blüht, so giftig ist die Pflanze auch. Er gehört zu den Hundsgiftgewächsen. Bei ihm sind alle Pflanzenteile giftig. Es reichen schon wenige Blätter, um einen Menschen zu töten. Auch sind Vergiftungen bekannt, die durch Grillspieße aus Oleanderzweigen hervorgerufen wurden. Das Fleisch wurde auf die Spieße gesteckt und der Verzehr dieser Stücke war sehr ungesund.

Oleander enthält Glykosid Oleandrin, ein Gift, welches das Herz angreift. Es bewirkt Kopfschmerzen, Übelkeit und Krämpfe. Bei hohen Dosen können Herzrhythmusstörungen und

Blockierungen der Erregungsleitung am Herzen auftreten.  Dies kann zum Herzstillstand und so zum Tod führen.

Oleander ist extrem bitter. Man kostet mal, aber da es nicht schmeckt, wird kaum jemand einen zweiten Versuch wagen. Gerade Kinder mögen bittere Sachen nicht.

Bei Vergiftungserscheinungen sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Inzwischen sollte der Magen entleert werden, jedoch nur, wenn der Vergiftete bei Bewusstsein ist.

Oleander im TopfHäufiger als innere Vergiftungen kommt es zu äußerlichen. Hautreizungen sind keine Seltenheit, wenn man die Pflanze berührt. Sollte gar Saft der Pflanze in eine offene Wunde gelangen, kann das zu starken Reizungen führen. Beim Hantieren mit einem Oleander sollte man Gartenhandschuhe tragen, da geht man auf Nummer sicher.

Oleander wird aber auch in der Medizin verwendet, vor allem homöopathisch. In standardisierter Zubereitung ist Oleander ein gutes Heilmittel gegen Herzinsuffizienz.

Homöopathisch wird er gegen Herzbeschwerden, bei Verdauungs- und Hautproblemen eingesetzt. Man sollte aber nicht selbst herumexperimentieren, das kann bös ins Auge gehen.

Der optimale Standort für den Oleander

Der Oleanderbusch liebt die reichhaltige Sonne sowie einen sehr warmen jedoch regengeschützten Standort. Er muss zudem regelmäßig gegossen werden, sodass er keinesfalls speziell während seiner Blüte austrocknet. Dies gilt im Besonderen für Oleanderpflanzen in Kübelhaltung. In der Freilandhaltung kann Oleander in Maßen Trockenheit vertragen, wenn er bereits vollkommen angewachsen ist. Werden in unseren Breiten
Oleanderpflanzen lediglich während des Sommers im Outdoorbereich gepflanzt, sind diese reichhaltig mit Wasser zu versorgen. Er bevorzugt normalen Gartenboden beziehungsweise handelsübliche Blumenerde im Kübel. Hierbei kann es sich um neutrales, saures oder alkalisches (kalkhaltiges) Substrat handeln. Oleander sollte relativ häufig gedüngt werden. Die einfachste Lösung ist ungefähr alle 7 bis 14 Tage normalen Flüssigdünger zu verwenden.

Oleander benötigt stets einen regelmäßigen Schnitt

Ohne regelmäßigen Schnitt verkahlt der Oleander und muss mittels eines radikalen Rückschnitts verjüngt werden, wodurch er allerdings über einen längeren Zeitraum äußerst verunstaltet aussieht. Da ein Oleanderbusch ähnlich der Hortensie am Vorjahresholz blüht, darf er im Frühjahr keinesfalls radikal zurückgeschnitten werden, weil die Blüte ansonsten für das aktuelle Jahr ausfällt. Anstatt des Rückschnitts wird er idealerweise von Beginn an einmal während des Gartenjahrs mäßig ausgelichtet. Wichtig ist dabei nur so minimal zu schneiden, dass der Schnitt kaum zu sehen ist. Blütenstände werden erstmals nach zweimaliger Blütezeit entfernt! Wie es beim Auslichten üblich ist, darf ganzjährig geschnitten werden, da lediglich Störendes entfernt wird (alte Triebe direkt über dem Boden abschneiden, kahle Triebe sowie die, welche die Wuchsform beeinträchtigen wie beispielsweise hängende oder sich kreuzende Triebe).

Ein Radikalschnitt im alten Holz des Oleanders

Oleander treibt nach

einem Rückschnitt aus dem Wurzelstock wie auch aus den schlafenden Augen aus. Über lange Zeit vernachlässigte und somit verkahlte Oleanderbüsche oder zu große Gewächse können deshalb eher radikal ausgedünnt werden. Dabei bleiben normalerweise nur 3 bis 5 junge sowie kräftige und gut verteilte Triebe erhalten. Diese werden ungefähr handhoch, auf etwa 10 bis 20 Zentimeter gekürzt. Sogenannte "Kleiderhaken" (Stummel) dürfen daran nicht stehenbleiben. Da der Oleanderbusch praktisch jeglichen Schnitt verträgt, ist es nicht möglich wesentliche Fehler zu begehen, als dass der Oleander während eines Sommers keine Blüten trägt.

Oleander rotIm Mittelmeerbereich wird er oftmals auch als Baum großgezogen und kann meistens aus Zeitgründen nicht ausgelichtet werden. Er wird anstatt dessen spätestens wenn die Blüte nach einigen Jahren vergeht, ähnlich dem Vorgehen wie bei Linde oder Platane, gekappt.

Die Überwinterung und Vermehrung des Oleanders

Um Stecklinge zu gewinnen, können der Einfachheit wegen Triebe des Rückschnitts verwendet werden. Sie treiben im Idealfall in Erde Wurzenl, können jedoch auch im Wasser auswurzeln. Vor der alljährlichen Überwinterung darf der Oleander so lange wie möglich im Außenbereich bleiben (winterfest bis zu minus 5 Grad Celsius) und ebenso wieder früh im Jahr (eventuell April) rausgestellt werden. Der Oleanderbusch gehört den wenigen Pflanzen an, welche nach dem Winter direkt in die Sonne dürfen, ohne eine Verbrennung zu erleiden. Überwintern soll er hell sowie kühl (etwa 5 bis 15 Grad Celsius). Es sollte öfter gelüftet werden und eine ausreichende Luftfeuchte vorherrschen. Bei Schildläusen muss sofort reagiert werden. Der Oleander bekommt wenig Wasser, darf jedoch nicht austrocknen oder gedüngt werden.