Zeigerpflanzen - wie wir sie verstehen

Zeigerpflanzen Zeigerpflanzen sind viele verschiedene Pflanzen, die Angaben über Veränderungen des Bodens allein durch die Tatsache machen können, dass sie jeweils nur auf einem besonderen Boden gedeihen. Außerdem gibt es Zeigerpflanzen, die durch ihr Verhalten auf bestimmte Jahreszeiten hinweisen. So steht der Blühbeginn des Schwarzen Holunders für den Beginn des Frühsommers, während das Blühen der Sommerlinde den Vollsommer ankündigt. Wenn man also ein Gartengrundstück erwirbt und dieses landwirtschaftlich nutzen möchte, kann man anhand der dort vorkommenden Pflanzen bereits einschätzen, um welchen Boden es sich handelt. In diesem Zusammenhang kann man auch Erkenntnisse darüber gewinnen,

ob man den Boden düngen muss und welche Nährstoffe dem Boden eventuell zugefügt werden müssen. Außerdem ist das Wissen über die Beschaffenheit des Bodens wichtig, um zu entscheiden, welche Kulturpflanzen dort angebaut werden können.

Auf stickstoffreichem Boden gedeihen die so genannten Nitrophyten, zu denen vor allem auch Ackerhellerkraut, Brennessel, Franzosenkraut, Gänsefuß, Holunder, Kamille und Löwenzahn gehören.  Das sollen allerdings nur einige Vertreter aus dieser Gattung sein.  Zeigerpflanzen, die auf einen stickstoffarmen Boden hindeuten, sind vor allem Ackerfuchsschwanz, Hundskamille und auch Hornkraut.
Auf einen magnesiumreichen Boden können Roter Fingerhut und stinkender Nieswurz hinweisen. Zeigerpflanzen, die einen kaliumreichen Boden anzeigen, sind Bärenklau,
Fuchsschwanz und Melde. Eine Unmenge Zeigerpflanzen deutet auch auf einen kalkhaltigen Boden hin. Dazu gehören Adonisröschen, Ringelblume, Storchschnabel und auch Wolfsmilch. Kalkarmer Boden wird durch Hundskamille, kleiner Sauerampfer und Stiefmütterchen angezeigt.

Derlei Zeigerpflanzen gibt es viele und wenn man sich dafür interessiert, wie der Boden, den man sich gekauft hat, beschaffen ist, kann man diese Zeigerpflanzen mit Hilfe von Pflanzenbestimmungsbüchern oder Internetseiten bestimmen und dann anhand der Pflanzenkennung darauf schließen. Diese Pflanzen sind sehr zuverlässig, weil sie nur auf bestimmten Böden wachsen und gedeihen. Interessant sind die Zeigerpflanzen wohl vor allem auch für Ökobauern, die hauptsächlich auf Natur pur bauen. Auch wenn viele dieser Zeigerpflanzen als Unkraut gelten, muss das nicht heißen, dass diese Pflanzen keine weitere Bedeutung haben. Brennnesseln zum Beispiel haben auch gesundheitsfördernde Stoffe in sich. Viele dieser Unkräuter können tatsächlich verzehrt oder zumindest als Küchenkraut oder in einem Aufgussgetränk verwendet werden.

Auch der Naturschutz baut auf Pflanzenvorkommen. So kann es sein, dass Bauarbeiten verschoben oder verlagert müssen, weil die in Betracht gezogenen Grundstücke durch Pflanzen besiedelt wurden, die vom Aussterben bedroht sind. So kann man auch sehr leicht erkennen, wann man Sumpfland betritt. Trifft man während seiner Wanderung nämlich auf Ackerminze, Schachtelhalm, Sumpfdotterblume oder Zwergglockenblume, weiß man, dass sich Staunässe im Boden befindet. Auf Lehm oder Ton im Boden weisen vor allem Ackerfuchsschwanz, Ackerschachtelhalm, Knöterich und Löwenzahn hin.

Man kann also anhand der Beispiele sehen, dass die Zeigerpflanzen nicht ausschließlich auf eine Bodenbeschaffenheit hinweisen. Es gibt durchaus Pflanzen dieser Gattung, die auf unterschiedlichen Böden gedeihen und somit keine eindeutigen Rückschlüsse zulassen. Daher ist Vorsicht geboten und man sollte sich an mehreren Faktoren orientieren, als nur am vorkommenden Pflanzenbewuchs. Ein sehr gutes Beispiel ist dabei der Löwenzahn, der sowohl auf kalkreichem Boden, bei Staunässe, auf Lehm und auch auf stickstoffreichem Boden gedeiht. Er stellt also relativ geringe Ansprüche an den Boden, beziehungsweise reagiert er nicht überempfindlich.

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