Pikieren von Pflanzen und Gemüse


Pikieren von PflanzenPikieren -frz. Sämlinge verpflanzen. Pikieren sollte man, um die Pflanzen zu vereinzeln und Ihnen dadurch mehr Platz zum Wachsen zu geben.

Sobald nach den Keimblättern die ersten Blättchen erscheinen, kann man Sie mit einem Pikierstab vorsichtig aus der Erde nehmen und Sie in vorbereitete Töpfe, die mit Blumenerde oder Pflanzerde gefüllt sind, einsetzen.

Man nimmt dazu wieder den Pikierstab und macht ein kleines Loch in den mit Erde gefüllten Topf, dann fasst man das Pflänzchen an den Keimblättern

und steckt es behutsam in die Vertiefung und drückt langsam die Erde um das Pflänzchen fest.

Anfeuchten und an einem hellen, warmen Platz stellen!

Blumen-, Salat und Gemüsepflanzen kann man alles pikieren.
Radieschen, Tomaten, Rettich, Karotten oder Gelbe Rüben, Spinat und Mangold sollte man an Ort und Stelle aussäen und falls sie zu dicht gesät sind, nur die Reihen etwas auslichten.

Durch das pikieren, das Vereinzeln der Pflänzchen wird gewährleistet, das sie alle genügend Nährstoffe erhalten und sich die Pflanzen gut entwickeln können.
Worauf ist zu achten?
  • Schwache, kleine oder kränklich aussehende Jungpflanzen werden entfernt. Dabei muss man darauf achten, die anderen nicht zu verletzen!
  • Ideal zum Arbeiten ist ein Pikierstab, aber es reicht auch ein anderer kleiner, sehr dünner Stab
  • Die
    kleinen Wurzeln der Jungpflanzen lassen sich leichter aus feuchter Erde ziehen, deshalb vor dem Pikieren befeuchten!
  • Nicht in der Sonne pikieren, das stresst die Pflanzen zusätzlich.
  • Besser sind kühle Temoeraturen!
  • Die kleinen Pflanzen sind sehr empfindlich. Am besten ohne Handschuhe arbeiten, dann hat man mehr Gefühl in den Händen!
  • Wenn man die kleinen Wurzeln um ca. 1/3 einkürzt (sehr vorsichtig), wird das Wachstum angeregt.
  • Wurzeln dürfen nicht gebogen sein, das behindert das Wachstum.
  • Die Jungpflanzen vorsichtig andrücken und leicht angießen!
  • Die Pflänzchen nicht der Sonne aussetzen, das überleben sie oft nicht!
Gemüsepflanzen nach dem Pikieren setzen
  • Porree, Feldsalat, Schwarzwurzel, Radieschen im Anstand von zwei Fingerdicken pflanzen
  • Spinat, Kerbel, Möhren, Sauerampfer, Zwiebeln im Abstand von drei Fingerdicken setzen
  • Mais und Kopfsalat eine handbreit auseinander pflanzen
Tipp

In Räumen vorgezogene Gemüsepflanzen sollten langsam an das raue Gartenleben gewöhnt werden. Am besten man härtet sie ab, bevor sie ins Freiland ausgepflanzt werden. Nachts ist es oft noch empfindlich kalt, das kann Schäden verursachen. Besser ist, die Pflänzchen am Tag nach draußen zu bringen und nachts wieder hereinzuholen. Das macht man ca. eine Woche so. Dann sind sie abgehärtet.

Ähnliche Zwecke erfüllt ein so genannter „kalter Kasten“. Man nutzt einen Holzrahmen mit einer Glasscheibe darauf. Da hinein kommen die Pflanzen vor dem Setzen. Untertags lässt man den Kasten offen und in der Nacht wird er geschlossen. So spart man sich das rein- und raustragen.
Pikieren von MöhrenAbgehärtete Pflanzen wachsen oft gedrungener, sind standfester und kältetolerenter. Sie wachsen meist zügiger. Der so genannte Freilandschock bleibt ihnen erspart.

Kohlsorten wie Kohlrabi und Kraut, aber auch Kräuter reicht meist auch eine Vliesabdeckung zum Schutz. Sie müssen nicht unbedingt abgehärtet werden.

Persönliche Meinung vom Autor

Kräuter habe ich schon in Töpfe ausgesät, den Samen streue ich etwas dichter in den mit Aussaaterde gefüllten Topf

und stelle Sie wieder an einen hellen, warmen Ort. Anfeuchten nicht vergessen. Aussaaterde nehme ich, weil Kräutersamen besser in magerer und nicht mit Dünger gemischter Erde keimen. Nachdem dann die Kräuter kräftig gewachsen sind und ca.10cm hoch sind, nehme ich Sie aus dem Topf, vielleicht teilen - wenn Sie zu buschig sind und pflanze Sie ins Freiland oder auch in einen anderen größeren Topf mit guter Pflanzerde.