Edelpflaume (Reneklode) - Pflege, Schneiden, Krankheiten

pflaumen_flRenekloden sind eine Unterart der Pflaumen. Es sind mittelgroße Früchte, ähnlich groß wie Pflaumen, meist etwas kleiner und nahezu rund, mit einer Kerbe durchzogen. Die Fruchtfarben können unterschiedlich sein, so zwischen Grün, über Gelb bis zu Rotgrün.

Das Fruchtfleisch dieser Edelpflaumen ist fest und grünlich-weiß. Den Stein im Inneren kann man meist nur schwer lösen. Das Aroma der Renekloden ist süß und leicht würzig, sie sind erfrischend saftig. Renekloden enthalten viel Vitamine und Mineralien und manchmal auch eine Menge Eisen.

Die Edelpflaumen

stammen aus Frankreich, wo es auch heute noch viele Anbaugebiete gibt. Auch in Deutschen Gärten gibt es wieder verstärkt Reneklodenbäume. Renekloden werden nur zwischen Juli und August geerntet. Die Früchte sind also nur kurze Zeit erhältlich. Wer einen eigenen Baum hat, darf den Erntezeitpunkt nicht verpassen.

Renekloden schmecken am besten frisch vom Baum. Man kann aber auch leckere Konfitüren, Kompott  und Mus aus ihnen machen und nicht zu vergessen vorzügliche Renekloden-Schnäpse. Besonders beliebte Reneklodensorten sind ΄Graf Althans Reneklode΄, ΄Grosse Grüne Reneklode΄ und ΄Ouillins Reneklode΄. Für den Hausgarten geeignet sind halbstämmige oder viertelstämmige Baumformen. Auch Buschbaumformen sind erhältlich. Auf alle Fälle gilt die Faustregel: Je kleiner ein Zwetschgen- oder Reneklodenbaum,  desto schneller trägt er Früchte. Aber: Je kürzer sein Baumstamm, desto geringer ist seine Lebenserwartung.

Standort für Edelpflaumen

Die Edelpflaume ist recht anspruchslos, wenn es um den Standort geht. Ideal ist ein warmer, sonniger und etwas windgeschützter Platz. Die Renekloden entwickeln an sonnigen Süd- oder Westwänden den besten Geschmack. Frostsenken sind als Standort zu vermeiden, da die Bäume meist zeitig blühen und auch der gesamte Baum nicht absolut frostsicher ist.

Pflanzsubstrat

Gut für Renekloden ist ein recht schwerer, tonhaltiger Lehmboden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 6,5. Ist er zu sauer, stellt man ihn mit kohlesaurem Kalk auf einen günstigeren Wert ein. Der Boden sollte etwas feucht und nährstoffreich sein. Gepflanzt wird ab dem Spätherbst bis etwa zum Frühjahrsbeginn, natürlich nur an einem frostfreien Tag.

Düngen

Renekloden benötigen nur wenig Stickstoff. Es reicht, alle zwei bis drei Jahre mit einem Volldünger für zusätzliche Nährstoffe zu sorgen.

Edelpflaume schneiden

Reneklodenbäume sollten ausgedünnt werden. Spröde Zweige schneidet man heraus.
Manche Äste können unter der Fruchtlast abbrechen. Um einen unnötigen Früchteverlust zu vermeiden, wird bei einem recht üppigen Fruchtbehang ab dem Frühsommer ausgelichtet. Im Laufe des Sommers kann man noch etwas mehr ausdünnen. Äste mit vielen Früchten daran sollte man Abstützen, damit sie nicht abbrechen können. Das bedeutet eine große Wunde für den Baum. Das verursacht Stress und außerdem können über diese offenen Wunden Keime eindringen.

Wichtig ist, dass die Schnittwunden glatt sind, damit keine Krankheitskeime oder Pilze eindringen können. Die Werkzeuge zum Schneiden müssen dementsprechend scharf und sauber sein.schnitt-ast2_fl

Man schneidet die Renekloden im zeitigen Frühjahr, solange die Äste noch nicht im Saft stehen. Die Frostperiode sollte beendet sein. Bei Frost darf nicht geschnitten werden, sonst kann die Wundheilung verzögert oder behindert werden. Die Edelpflaume kann aber auch im Sommer geschnitten werden. Junge Bäume schneidet man in den ersten Jahren nach Pflanzung jeweils um

ein Drittel zurück.

Ältere Bäume sollten drei bis vier Hauptäste haben. Alle anderen schneidet man weg. Etwa alle zwei Jahre bekommt der Baum einen so genannten Erhaltungsschnitt. Dabei werden die vom Stamm aufschießenden jungen Triebe abgeschnitten. So bleibt die Krone offen.

Krankheiten

Renekloden können von der Scharka-Krankheit befallen werden, die bei Steinobst öfter vorkommt. Der Erreger ist ein winziger Virus, von dem vier Stämme bekannt sind. Die einzelnen Stämme weisen verschieden Symptome auf. Auch die Ausprägung kann unterschiedlich sein. Bei Pflaumen und Renekloden bilden sich im Frühjahr auf den Blättern hellolivgrüne bis olivgrüne Ringe. Diese können sich zu schwarzen Punkten aus abgestorbenem Gewebe entwickeln.  An den Früchten bilden sich Einsenkungen. Diese können pockennarbig bis lilienförmig sein. Das Fruchtfleisch nimmt an diesen Stellen eine rötliche Farbe und gummiartige Konsistenz an. Viele Früchte fallen vorzeitig ab. Blattläuse fungieren als Überträger dieses Virus. Sie nehmen den Erreger an einem infizierten Baum auf und verbreiten ihn. Der Virus und die Symptome können nicht direkt bekämpft werden. Man kann aber die Ausbreitung verhindern, indem man die Läuse bekämpft, die infizierten Gehölze rodet, virusfreie Unterlagen verwendet und nur wenig virusanfällige oder resistente Sorten verwendet.

Ebenfalls tritt die Monilia-Spitzendürre auf. Es handelt sich um eine häufige Pilzerkrankung bei Obstbäumen. Der kommende Befall ist schon im Frühjahr an Mandelbäumen und Forsythien zu erkennen. Bei diesen beiden handelt es sich um so genannte Zeigerpflanzen. Die Pilzsporen machen sich an ihnen zu schaffen. Wenn feuchtkühle Witterung beginnt, beginnen die Pilzsporen zu keimen und breiten sich aus. Man muss welkende und/oder schon abgestorbene Triebspitzen als Infektionsherde regelmäßig herausschneiden.  Befallene Zweige werden bis 20 cm ins gesunde Holz herausgeschnitten. Der Abfall darf nicht auf Kompost oder in den Häcksler.  Durch geeignete Schnittmaßnahmen ist für eine lichte Krone zu sorgen. Nur so kann sich Feuchtigkeit nicht halten. Gegebenenfalls können Pflanzenschutzmittel verwendet werden.