Kräuselkrankheit beim Pfirsichbaum - Krankheiten

blattkrankheit3_flDer Pfirsichbaum erfreut uns mit seinen leckeren Früchten und auch mit einer wunderschönen Blüte. Die Pfirsichkultur ist aber nicht ganz einfach. In Bezug auf Standort, Erziehung und Pflege hat er ziemliche Ansprüche.

Die Kräuselkrankheit tritt bei Pfirsichbäumen recht häufig auf.

Besonders oft kommt sie bei den saftigeren und aromatischeren gelbfleischigen Sorten vor. Sie befällt ebenfalls Mandel-, Aprikosen- und Nektarinenbäume. Die Kräuselkrankheit ist die bedeutendste Pilzerkrankung dieser Obstart.

Schadbild

Die Kräuselkrankheit ist leicht zu erkennen. Die Blätter des Baumes rollen sich ein,

sind gekräuselt. Im späteren Stadium können sich die Blätter wachsartig verdicken. Schon bald nach dem Austrieb erkennt man an den Blättern des Baumes weißlichgrün oder karminrot verfärbte, brüchige Auftreibungen. Die Verfärbung ist abhängig von der Pfirsichsorte. Erkennbar ist ein weißlicher Flaum, der sich meist an der Blattoberfläche zeigt, gelegentlich aber auch an der Unterseite. Die Blätter vertrocknen und fallen einfach ab. Die Bäume können völlig kahl werden. Die jungen Früchte werden abgestoßen. Zwar bleibt der Neuaustrieb (Johannistrieb) gesund, aber die Früchte leiden trotzdem an mangelnder Ernährung. Das liegt am Blattverlust. Auch werden für das folgende Jahr weniger wahre Fruchttriebe gebildet. Wenn man Pech hat, treten auch noch Frostschäden und Gummifluss gehäuft auf. Wird der Pfirsichbaum mehrere Jahre hintereinander befallen, kann er absterben.

Ursache

Die Ursache der Kräuselkrankheit beim Pfirsich ist ein Pilz mit Namen Taphrina deformans. Er überwintert bereits auf dem Baum, als Geflecht auf den Knospenschuppen und der Rinde. Schon bevor die Knospen aufbrechen entstehen Sprosszellen. Sie gelangen durch Niederschläge auf die sich öffnenden Knospen. Der Schmarotzer dringt in das zarte Blattgewebe ein und bewirkt krankhafte, verfärbte Wucherungen. Je öfter es bei Knospenausbruch regnet, um so stärker tritt die Krankheit auf. Ist das Blatt einmal infiziert, wuchert der Pilz im Blattgewebe und deformiert die Blätter.

Später zeigt sich auf den Blättern ein weißlicher Belag. Dieser besteht aus feinen, schlauchförmigen Organen, in denen Sporen gebildet werden. Diese werden etwa Ende Mai ausgeschleudert. Der Wind
verbreitet sie. So werden benachbarte Bäume befallen. Die Sporen keimen und überwintern auf diesem Baum. Somit ist der Entwicklungszyklus abgeschlossen.

Vorbeugung

Man sollte vor einer Neupflanzung intensiv nach Pfirsichsorten suchen, die nicht so empfindlich sind. Weißfleischige Sorten sind oft weniger anfällig. Außerdem können ein sachgemäßer Rückschnitt, Verjüngung und Auslichtung für eine Befallsreduzierung sorgen.  Ist der Pilz schon auf dem Baum, helfen Auslichtung und die Beseitigung befallener Triebe und Blätter den Befallsdruck. Diese Maßnahmen müssen bis Mitte Mai abgeschlossen sein.

pflanzenschutz_flZur Stärkung der Abwehrkräfte des Baumes bietet sich ein biologisches Pflanzenstärkungsmittel an. Obst-Pilzschutzmittel werden gesprüht, oft schon im Januar. Die gesamte Krone ist zu besprühen. Man muss dies mehrmals wiederholen, immer im Abstand von zwei bis drei Wochen. Vor der ersten Behandlung sind die Fruchtmumien und die verkrüppelten Triebspitzen zu entfernen. Diese müssen entsorgt werden, nicht auf den Kompost geben.

Ein idealer Standort kann ebenfalls seinen Teil dazu beitragen, dass der Pilz nicht auftritt. Der Pfirsichbaum benötigt einen sonnigen und luftigen Standort. Außerdem sollte die Krone nicht zu dicht sein, damit Blätter nach Regenfällen schnell abtrocknen können. Eine maßvolle Düngung, entweder mit

organischem oder mineralischen Langzeitdünger erhöht ebenfalls die Widerstandskraft des Baumes.

Bekämpfung

Viele Mittel zur Bekämpfung sind für den Haus- und Kleingartengebrauch nicht zugelassen. Es gibt aber Mittel zur Vorbeugung. Wenn man also in diesem Jahr einen Befall mit dem Pilz festgestellt hat, muss man im darauf folgenden Jahr vorbeugend mit einem Fungizid behandeln. Alle empfohlenen Mittel dienen lediglich als Belagschutz auf den Knospen. Für einen Erfolg ist der richtige Zeitpunkt ausschlaggebend. Der ist bevor sich die Knospenschuppen lockern, also schon, wenn diese sichtbar anschwellen. Meist kann man dies nur mit einer Lupe beobachten. Oft ist das schon der Fall, wenn erstmals Temperaturen über 10 ˚C erreicht werden. Das kann auch im Dezember sein. Schwierig wird es, den richtigen Zeitpunkt für die Spritzung zu finden, wenn das Wetter sehr wechselhaft ist, wenn kurzen Erwärmungen Abkühlungen folgen.  Dann kommt der Sporenversand ins Stocken, um später wieder von vorn zu beginnen. Die Spritzung sollte unbedingt nach 10 Tagen wiederholt werden!

Oft werden zur Behandlung der Kräuselkrankheit Kupferpräparate verwendet. Diese Spritzungen sollten etwa 3 Wochen vor dem Austrieb durchgeführt. Es kann dabei zu Verbrennungen kommen, da einige Pfirsichsorten kupferempfindlich sind. Die Spritzung sollte also ab etwa Mitte Februar ausgeführt werden. Oft wird empfohlen, bereits einmal im Herbst, nach dem Laubfall zu spritzen und das dann Mitte Februar zu wiederholen.