Apfelkrankheiten - Krankheiten am Apfelbaum

apfelbaum-faeule_flApfelbäume finden sich in vielen Gärten. Der Anbau ist aber gar nicht so einfach, wenn man sie nicht nur zur Zierde haben möchte, sondern auch Äpfel ernten will. Viele Krankheiten und Schädlinge bedrohen die Bäume und ihre Früchte.

Außer diesen können Schäden auch durch Wind-, Schneebruch, durch Hagelschlag oder extreme Spätfröste entstehen.

Pilzerkrankungen
  • Apfelschorf  - Schorfflecken sind ungefährlich. Es ist ein optischer Makel. Auf den Geschmack hat der Pilz keinen Einfluss. Er tritt häufig nach längerem Regen auf. Spritzungen sind aufwändig und unnötig.
  • Mehltau

    – führt zu vermindertem Austrieb, reduzierter Laub- und Blütenentwicklung und zu kleineren Früchten. Beim Kauf auf resistente Sorten achten, dann kann man sich diese Erkrankung sparen.
  • Kragenfäule – die von einer Phytophthora-Art befallenen Bäume verlieren ihre Wuchskraft. Der Jahrestrieb bleibt oft aus, die Blätter werden chlorotisch, verfärben sich rötlich und fallen ab. Früchte bleiben klein und verfärben sich. Innerhalb von zwei bis drei Jahren stirbt der Baum. Bei jungen Bäumen geht es schneller. Der Pilz wird durch Feuchtigkeit und Nässe im Boden gefördert. Gegen den Pilz kann man vorbeugen, indem man widerstandsfähige Sorten auswählt, Verletzungen an den Veredlungsstellen vermeidet, das Fallobst entfernt und die Baumscheibe mit Mulch oder Kompost abdeckt.  Ist die Krankheit ausgebrochen, werden Befallstellen ausgeschnitten und mit Wundwachs verschlossen. Bei starkem Befall sollten die Bäume gefällt werden.
  • Obstbaumkrebs – ist eine Pilzinfektion von Rinde und Holz. Der Erreger ist ein Pustelpilz, der über Wunden (z.B. Schnittwunden) eindringt. Die Rindenbereiche verfärben sich orange oder braun, werden trocken und rissig. Es bilden sich kugelig-rötliche Sporenlager. Das Stück Stamm wird zerstört. Bei jungen Bäumen kann der gesamte Stamm betroffen sein. Es kann sich auch eine Geschwulst bilden. Außer zur Infektion von Trieben kann es auch zu einer Fruchtfäule kommen. Man sollte stets wenig anfällige Sorten anpflanzen und eine übermäßige Stickstoffversorgung vermeiden,
    um der Krankheit vorzubeugen. Bei Befall sollten befallene Teile herausgeschnitten werden. Bereits vorhandene Wunden können mit Spritzungen abgeschirmt werden.
  • Fäulnispilze – treten auf, wenn Früchte zu dicht hängen, verletzt sind, z.B. durch Wespenfraß oder verschimmelte Fruchtmumien. Eine Verbreitung kann verhindert werden, indem befallenes Obst umgehend entfernt wird.
Andere Erkrankungenmehltau_fl

Feuerbrand – wird durch ein Bakterium ausgelöst und befällt vor allem Kernobstarten. Die Krankheit breitet sich enorm schnell aus. Der Mensch ist dabei nicht in Gefahr. Das Bakterium wird durch Insekten, Kleinsäuger, Vögel, den Menschen und Wind verbreitet. Der Erreger dringt durch natürliche Eintrittspforten oder Verletzungen ein. Besonders in der Blütezeit ist der Baum gefährdet. Blätter und Blüten welken am Blattstiel und das sehr plötzlich. Sie werden schwarz.  Die Triebspitzen krümmen sich nach unten. Der Baum sieht wie verbrannt aus. Junge Pflanzen sterben innerhalb weniger Wochen ab. Bei älteren dauert es einige Jahre, aber auch sie sterben. Die Krankheit ist meldepflichtig! Oft müssen befallene Bäume gerodet werden. Zur Vorbeugung kann ein Antibiotikum eingesetzt werden. Der Einsatz ist allerdings umstritten. In Deutschland werden in der Landwirtschaft stattdessen Hefen verwendet.
  • Apfelmosaikvirus – wird durch ein Virus verursacht, welches meist durch Veredlungsmaterial übertragen wird. Man erkennt den Virus an gelblichen bis weißen Flecken oder mosaikartigen Sprenklungen. Die Krankheit beginnt an einigen wenigen Trieben, breitet sich aber recht schnell auf

    den gesamten Baum aus. Die Krankheit ist selten und führt zu reduziertem Triebwachstum und Ertragseinbußen. Eine Bekämpfung ist nicht möglich. Von befallenen Bäumen dürfen keine Edelreiser für die Anzucht neuer oder das Veredeln älterer Bäume geschnitten werden.
  • Apfeltriebsucht – eine durch Phytoplasmen verursachte Krankheit. Man erkennt sie an so genannten Hexenbesen und vergrößerten, gezahnten Nebenblättern. Außerdem können Kleinfruchtigkeit, gestauchte Triebe, eine Nachblüte und Rotlaubigkeit auftreten. Um vorzubeugen sollte man widerstandsfähige Sorten auswählen. Die Krankheit kann nicht direkt bekämpft werden. Die Ausbreitung der Krankheit muss verhindert werden.
Fazit

Apfelbäume können von vielen Schädlingen heimgesucht werden. Auch gibt es zahlreiche Krankheiten, welche die Bäume befallen können. Die beste Hilfe dagegen bieten ein idealer Standort, passende Pflanzsubstrate und eine gute Pflege. Wichtig ist auch ein regelmäßiger und möglichst fachkundiger Schnitt.