Marillenbaum - pflanzen, schneiden, Pflege

aprikosenbaum2 flMarillen, bei uns meist besser als Aprikosen bekannt, sind ganz besondere Früchte. Vor allem wenn es sich um sonnengereifte Aprikosen aus dem eigenen Garten handelt, die richtig ausreifen konnten und so den vollen Nährstoffgehalt entwickeln konnten.

Den die Aprikosen aus dem Supermarkt nicht immer bieten, die vollreif sehr druckempfindlichen Aprikosen müssen unreif geerntet werden, damit sie den Transport in den Handel schadlos überstehen. Aprikosen haben zwar die Fähigkeit zur Nachreife, sodass Früchte, die beim Kauf hart und geschmacklos sind, mit etwas

Geduld genussreifer werden. Aber auch dann wird die vollreife Marille vom eigenen Marillenbaum mit ihrem Aroma weit vorne liegen, und es gibt noch weitere Argumente zur Anpflanzung des eigenen Marillenbaums:

Gesunde Marillen

Aprikosen sind sehr gesunde Früchte, mit 200 Gramm Aprikosen können Sie einen guten Teil des Tagesbedarfs an Carotin decken. Weiter enthalten sie B-Vitamine wie Niacin, Folsäure und Pantothensäure, das Carotinoid Lycopin und Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium und Eisen. Der häufige Genuss von Marillen ist damit gut für Ihr Blut und Ihre Darmtätigkeit, für Ihre Haut und Ihre Schleimhäute.

Marillen wirken entwässernd und entlasten Herz und Kreislauf, unterstützten die Behandlung von Rheuma und Gicht und helfen beim Abnehmen und bei Bronchitis, und das sind nur einige der positiven Wirkungen, die man ihnen nachsagt. Die Folsäure ist wichtig für Schwangere und für das Wachstum von Kindern, die die zart aromatischen Aprikosen meist lieber essen als andere Obstarten. Besonders wenn die vollreifen Marillen im eigenen Garten einen guten Teil des maximal möglichen Gesamtfruchtzuckergehalts von 16 % ausgebildet haben.

Der richtige Standort für den Marillenbaum

Marillenbäume stammen wahrscheinlich aus dem warmen Armenien und werden heute vor allem in den Mittelmeerstaaten wie Italien und Spanien und in der Türkei angebaut, sie lieben Wärme. Es gibt zahlreiche nördlicher gelegene Anbaugebiete, meist geschützte Täler mit ausgesprochen mildem Klima. Wenn Sie Marillenbäume in noch rauerem Klima als in diesen Anbaugebieten (niederösterreichische Wachau, burgenländischer Kittsee, Südtiroler Vinschgau) pflanzen möchten, brauchen sie besonderen Schutz. Denn die Aprikosenbäume legen im Winter nur eine sehr kurze Ruhepause ein, sie treiben sehr früh aus und leiden deshalb unter Spätfrösten.

Ist die Region nicht sicher vor späten Frösten, hat es sich bewährt, den Marillenbaum an einen nach Nordosten geneigten Hang zu pflanzen. An einem solchen Standort wird er im Vorfrühling noch wenig von der Sonne bestrahlt und treibt deshalb erst aus, wenn die Zeit der Spätfröste vorbei ist. Auf jeden Fall gehört der Marillenbaum nicht an den Ort im Garten, wo die Kaltluft sich sammelt, sondern an den klimatisch freundlichsten Platz. Wenn Sie weder in einem warmen Tal wohnen noch einen Nordosthang zur Verfügung haben, müssen Sie auf andere Art den Austrieb verzögern. Sie können dem Marillenbaum z. B. einen Standort geben, an dem er nur morgens und vormittags Sonne bekommt, dann wird er ebenfalls später
austreiben.

aprikosen flMarillenbäume pflanzen

Marillenbäume brauchen einen leichten, am besten sandigen Boden. Wenn Ihr Boden lehmige Anteile aufweist, sollten Sie unterhalb des Wurzelballens eine Drainage aus Grobkies oder Schotter einbringen, die den Boden wasserdurchlässig

macht. Wenn das Wasser zu langsam abfließt, werden die Wurzeln des Marillenbaums geschädigt, deshalb wird ein Marillenbaum in einem sehr lehmigen oder tonigen Boden wahrscheinlich nach einiger Zeit absterben.

Die aus dem Pflanzloch ausgehobene Erde wird nur mit reifem Kompost vermischt, schon auf mineralischen Dünger könnte der frisch gepflanzte Baum empfindlich reagieren. Gepflanzt wird im Frühjahr, sofort nach dem Pflanzen sollte die Pflanzstelle gut angegossen werden, anschließt hilft eine Abdeckung mit schwarzer Folie oder Mulch, die Feuchtigkeit zu halten und den Boden zu erwärmen.

Empfehlenswerte Marillensorten und Pflege der Marillenbäume

Bewährte Marillensorten sind ...
  • die “Ungarische Beste” und die “Klosterneuburger”, die beide erst spät reifen und durch kontinuierliche Fruchtbildung eine lange Ernte ermöglichen.
  • In sehr milden Lagen können auch früher reifende Sorten wie “Goldrich” und “Bergeron” gepflanzt werden.
  • Ebenfalls bewährt hat sich der Kauf von Marillenbäumen, die auf einer schwach wachsenden Unterlage veredelt wurden. Sie wachsen langsamer und bleiben auch insgesamt kleiner, was die Pflege erheblich erleichtert.
Denn Marillenbäume tragen besonders in Frostjahren die Früchte an den einjährigen Kurztrieben, von denen Sie möglichst viele erhalten, wenn Sie sich kleine kegelförmige Bäume mit einer großen Kronenoberfläche heranziehen. Ansonsten muss der Marillenbaum bei Trockenheit gewässert werden, zur Pflege gehört dann noch in allen Lagen, in denen die Marillen möglichst spät austreiben sollten, das Weißeln. So wird das Anstreichen des Stammes und der starken Äste mit Baumanstrichfarbe oder Kalk bezeichnet. Sie verhindern damit eine zu frühe Erwärmung des Baumes, die die Blüten zu früh treiben lassen würde.

Marillenbaum schneiden

Wie jeder Baum bekommt auch die Aprikose einen Pflanzschnitt, um das Gleichgewicht zwischen den durch den Transport geschädigten Wurzeln und den oberirdischen Teilen der Pflanze wieder herzustellen. Je stärker die Wurzel geschädigt wurden, desto mehr sollte oben weggenommen werden, damit die verbliebenen Wurzeln es schaffen, das vorhandene Astwerk zu versorgen. Wenn Sie im Frühjahr gepflanzt haben, schneiden Sie andererseits aber auch kurz vor dem Austrieb, wenn Sie sehr viel schneiden, würden Sie viele dünne Triebe hervorlocken, deshalb sollte der Schnitt so zurückhaltend wie möglich bleiben.

aprikosenbaum flDer normale Baumschnitt einer Marille sollte nach den neuesten Erkenntnissen grundsätzlich in der Wachstumszeit erfolgen, da Marillen bei einem Schnitt im Winter Mühe haben, die Wundstellen abzuriegeln. Heute wird sogar die Meinung vertreten, dass jedes Steinobst generell im Winter nicht geschnitten werden soll, weil es verschiedene Krankheiten gibt, die die Bäume im Winter über die Schnittstellen leichter angreifen können.

Wie andere Steinobstsorten (Kirschen, Pfirsiche) sollten Marillenbäume möglichst gleich nach der Ernte geschnitten werden. Es geht darum, alle dicht wachsenden Äste im Kroneninneren zu entfernen, die kein Licht in den Baum lassen. Außerdem werden alle lang wachsenden Triebe eingekürzt, im Ganzen sollte ein gleichmäßiger Aufbau der Krone gefördert werden.

Nach neuesten Erkenntnissen sollte auch darauf verzichtet werden, die Schnittwunden mit Wundverschlussmittel zu versorgen. Unter dieser Verschlussschicht sammelt sich Wasser, das schlecht verdunsten kann, in einem solchen Klima siedeln sich gerne und schnell Holz zerstörende Pilze an. Besser bewährt hat es sich, auf gerade und saubere Schnitte zu achten bzw. diese nachzuschneiden, sie bleiben dann offen und werden in der Vegetationsphase schnell von Kallusmasse verschlossen.