Mirabellenbaum richtig schneiden - eine Anleitung

Erntereife Mirabellen am BaumZu beneiden sind die Gärtner, die einen Mirabellenbaum im Garten haben und mit den wunderbaren Mirabellen Kuchen backen, Konfitüre und Chutney herstellen können.

Damit der Mirabellenbaum viele gut ausgereifte Mirabellen trägt, braucht er möglichst von Anfang an den richtigen Schnitt:

Wann muss ein Mirabellenbaum beschnitten werden?

Im Gegensatz zum immer noch üblichen Winterschnitt der Kernobstbäume wird von den Experten schon sehr lange empfohlen, Steinobst im Winter überhaupt nicht zu schneiden. Verschiedene Pilzkrankheiten verbreiten sich

nämlich vor allem in den Wintermonaten und haben dann leichten Zugriff auf den durch den Schnitt geschwächten Baum. Die Marille sollte vielmehr möglichst kurz nach der Ernte geschnitten werden, wenn die Wundverschlussmechanismen optimal arbeiten.

Mirabellenbaum richtig schneiden

Wenn der Mirabellenbaum noch jung ist, dient der Schnitt in erster Linie der Ausbildung einer Wuchs fördernden Form. Der junge Baum soll aufrecht und kräftig wachsen und eine ausgeglichene Krone mit der richtigen Anzahl gut positionierter Leitäste ausbilden. Deshalb wird die junge Mirabelle schon sehr früh in einer Weise beschnitten, dass sich der Stamm gleichmäßig und aufrecht nach oben entwickelt, diese entscheidende Längsachse dürfen Sie auf keinen Fall versehentlich abschneiden.
  • An den Seiten werden einige Seitenäste dazu auserkoren, die Leitäste zu werden. Das sind Äste, die in möglichst regelmäßigen Abständen vom Stamm abzweigen - am besten jeweils mehrere Äste auf einer Höhe. Sie sollen sich kräftig entwickeln und zur Basis der fruchttragenden Äste werden.
  • Diese Leitäste sollten nie selbst durch einen Schnitt verletzt werden. Sie sollten lediglich alle von ihnen ausgehenden Triebe entfernen, die falsch wachsen. Das sind zunächst alle Triebe, die nach innen wachsen und dann alle Triebe, die sich sehr eng neben einem anderen Trieb entwickeln wollen.
  • Insgesamt soll sich der Baum nicht zu dicht verzweigen, dann würden die einzelnen Äste und damit auch die Blätter, die für die Fotosynthese zuständig sind, zu wenig Licht bekommen. Sie können das Aufwärtsstreben der Krone auch insgesamt etwas einkürzen, damit der gesamte Mirabellenbaum nicht zu groß wird, so können Sie jeden Ast bei der Ernte gut erreichen.
Bei vielen Ästen reicht eine normale Gartenschere aus, um sie
sauber abzuschneiden, wenn einzelne Äste schon sehr dick geworden sind, sollten Sie sie mit einer Stichsäge ans Werk gehen. Wenn Sie sägen müssen, erfolgt das in einem schrägen Schnitt, der kurz hinter einer Abzweigung angesetzt werden sollte.

Dieser regelmäßige Schnitt bestimmt also die grundsätzliche Form und die Höhe des Baumes, wobei bei jedem einzelnen Durchgang gut überlegt werden sollte, ob mehr oder weniger stark beschnitten wird.
  • Auf keinen Fall sollte der Baum zu dicht zuwachsen! Die jährliche Ausdünnung sollte dafür sorgen, dass bis in das Innere der Krone immer Licht und Luft kommen, auch wenn der Baum in voller Belaubung steht.
  • Sie sollten auch darauf achten, dass die untersten Zweige ebenfalls noch genug Licht abbekommen und nicht von den oberen Zweigen beschattet werden.
  • Selbstverständlich werden bei jeder Schnittmaßnahme alle Zweige entfernt, die abgestorben oder krank sind. Dies beugt dann auch einer weiteren Verbreitung einer Krankheit vor.
  • Und nicht zuletzt hilft der Schnitt dabei, Früchte hoher Qualität zu erhalten, da jedes Übermaß an Blüten und Früchten eingedämmt wird.
Gezieltes Auslichten eines MirabellenbaumsVerjüngungsschnitt

eines Mirabellenbaumes


Wenn Sie es mit einem Mirabellenbaum zu tun haben, der nicht fortlaufend von solchen regelmäßigen Schnittmaßnahmen profitieren durfte, ist Ihr Baum möglicherweise völlig aus der Form geraten und/oder viel zu dicht geworden. Solch lange Zeit vernachlässigte Bäume brauchen einen radikalen Schnitt, der sie wieder “zu Atem kommen lässt”. Der ganze Obstbaum wird also deutlich zurückgeschnitten und dabei gründlich ausgelichtet.
  1. Zuerst legen Sie dann fest, welche Äste einer möglichst idealtypischen Ausbildung der Leitäste entsprechen. Diese Äste sollten erhalten bleiben.
  2. Störende dickere Äste müssen entfernt werden - wie oben beschrieben mit einem schrägen Schnitt.
  3. Sie sollten diese Äste nicht direkt am Stamm absägen, sondern zunächst weiter außen zuerst von oben und dann etwas näher am Stamm auch von unten etwa ein Drittel einsägen, dann wird der Ast an dieser Sägestelle von selbst abbrechen. Sie können mit dem Schnitt ungefähr bestimmen, wo er landen wird und empfindliche Gehölze etwas schützen, indem Sie eine Decke auslegen.
  4. Wenn das Hauptgewicht beseitigt ist, können Sie den Aststumpf ganz in Ruhe sehr nah am Stamm abschneiden, mehr als ein Wulst sollte nicht mehr zu sehen sein. So können Sie sicher sein, dass an dieser Stelle nichts mehr austreibt.
Auch in Bezug auf die kleineren Äste gehen Sie nach dem Plan vor: Möglichst viel von dem wegzunehmen, das einer idealen Baumgestalt im Wege ist. Natürlich muss ein solcher Radikalschnitt alle Seiten des Baumes gleichmäßig berücksichtigen. Sie dürfen deshalb auch einen Baum, der über den Gartenzaun wächst, nicht einfach auf der zum Nachbarn überstehenden Seite kappen. Das könnte seine innere Statik so sehr beeinträchtigen, so dass er einfach umfällt.

Wunden verschließen?

Nach heute herrschender Ansicht ist es nicht notwendig, die Schnittfläche mit einem Wundverschlussmittel zu bedecken, sondern für den Baum eher hinderlich. Der Baum hat eigene Mittel, die Wunden zu verschließen, bei denen die Gefahr eines Pilzbefalls längst nicht so groß sein soll wie bei der Abdeckung mit Wundverschlussmitteln, unter denen sich recht schnell Pilze ansiedeln.