Nektarinenbaum-Pflege: Schneiden, Überwintern und Pflanzen

obst flNektarinen sind saftig, süß und lecker. Es handelt sich dabei um eine Mutation des Pfirsichs. Da viele Menschen Probleme mit der rauhen Pfirsichhaut haben, sind Nektarinen für sie eine gute Alternative.

Zwar kann man im Sommer Nektarinen kaufen, aber es ist auch schön, sie vom eigenen Baum zu ernten. Allerdings gedeihen die Gehölze nicht überall. Nektarinen stammen aus milden Regionen. Da sie aber nicht ganz so empfindlich wie andere exotischen Pflanzen sind, kann man ruhig einmal die Kultivierung eines Nektarinenbaumes versuchen.

Die Pflanzen sind selbstfruchtend, es genügt also ein Baum, um Früchte zu gewinnen.

Standort für Nektarinenbäume
  • Am ehesten gelingt die Kultivierung im Weinbauklima.
  • Der Standort muss sonnig und windgeschützt liegen.
  • Günstig ist der Stand vor einer warmen Hauswand.
  • Zwergsorten können im Kübel kultiviert werden. Normale Nektarinenbäume werden dafür zu groß, bis 8 Meter hoch.
  • Der beste Standort im Sommer gleicht dem von ausgepflanzten Exemplaren.
Pflanzsubstrat
  • Ideal ist ein kalkarmes, leicht saures, lockeres und durchlässiges Pflanzsubstrat.
  • Bei Kübelhaltung auf die Größe des Gefäßes achten! Es sollte mindestens 30 bis 40 Liter Fassungsvermögen besitzen.
  • Zuviel Kalk im Boden führt zu Chlorose. Die Blätter werden gelb.
Pflanzen
  • Gepflanzt wird im Frühjahr oder im Herbst.
  • Oft werden die Bäume wurzelnackt geliefert. In Baumschulen sind sie fast ausschließlich getopft. Beide Varianten sind nicht schlecht.
  • Das Pflanzloch muss ausreichend groß sein.
  • Die Wurzeln nicht beschädigen!
  • Am besten gleich eine Stütze für den Stamm mit eingraben!
  • Nach dem Pflanzen muss der Nektarinenbaum regelmäßig gegossen
    werden.
Nektarinenbäume gießen und düngen
  • Wasser benötigt der Baum wenig. Gegossen wird nur während lang anhaltender Trockenheit.
  • Günstig ist in diesem Fall, die Baumscheibe mit Mulch abzudecken. So können die Wurzeln nicht austrocknen.
  • Bei Haltung im Kübel Drainageschicht im Topf nicht vergessen und darauf achten, dass keine stehende Nässe gegeben ist. Untersetzer weglassen!
  • Gedüngt wird im Sommer vierzehntägig mit Volldünger.
Schneiden
  • Die ersten beiden Jahre wird nicht geschnitten. Ab dem 3. Jahr wird einmal jährlich geschnitten.
  • Der beste Termin für den Schnitt ist im Herbst. Dann wird lediglich ausgedünnt. Man entfernt besonders große Triebe oberhalb der Triebknospe.
  • Will man dem Baum eine bestimmte Form geben, müssen die Teile entfernt werden, die dem entgegen stehen.
Überwintern
  • Für die Überwinterung ist ein idealer Standort wichtig.
  • Jungen Bäumen sollte man einen Winterschutz geben.
  • Kübelpflanzen nicht warm überwintern, das überleben sie meist nicht. Wichtig ist ein kalter, aber frostfreier Platz. Auch Licht wird ausreichend benötigt.
Vermehren

Einen Nektarinenbaum kann man aus einem Kern ziehen. Der Kern wird vorsichtig aufgeknackt, um an den Samen zu kommen.
Es ist auch möglich, den normalen Kern, ohne aufzuknacken, einzupflanzen.

  • Der Kern wird in Anzuchterde gesteckt und nur leicht mit ihr bedeckt.
  • Günstig ist, das Pflanzgefäß mit einer Glasscheibe oder Folie abzudecken. Lüften nicht vergessen!
  • Die besten Erfolge erzielt man, wenn man das Gefäß einige Tage (bis zu zwei Wochen) in den Kühlschrank stellt.
  • Sobald sich der Austrieb zeigt, die Abdeckung abnehmen.
  • Der Sämling sollte etwa 20 cm groß sein, bevor man ihn auspflanzen kann.
  • Aus einem Kern gezogene Pflanzen sind nicht sortenecht. Wenn man ein sortenechtes Exemplar haben möchte, muss man einen Trieb bewurzeln lassen und diesen dann veredeln.
pflanzenschutz2 flKrankheiten und Schädlinge
  • Der Nektarinenbaum wird von den selben Schädlingen und Krankheiten heimgesucht wie der Pfirsichbaum.
  • Fruchtfäule – ringförmige,

    braune Faulstellen – Sporen des Monilia-Pilzes – Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln: unbedingt betroffene Früchte einsammeln und entsorgen, damit sich der Pilz nicht ausbreiten kann.
  • Kräuselkrankheit – Blätter kräuseln sich, vertrocknen und fallen ab: Ebenfalls durch Pilz hervorgerufen. Dieser überwintert in den Knospen. Resistente Sorten auswählen! Pflanzenschutzmittel ausbringen. Krankheit schwächt den Baum mit den Jahren und bringt ihn langsam um.
  • Schorf an der Frucht – ebenfalls durch einen Pilz verursacht: Überwintert in jungen Trieben. Kaum zu bekämpfen.
  • Häufiger Befall mit Blattläusen: Bekämpfung lohnt nur während der Blütezeit, deshalb regelmäßig auf Schädlinge untersuchen. Unmittelbar nach den Blüte mit geeigneten Mitteln behandeln.