Schädlinge und Krankheiten an Obstbäumen


baumwurzel3_flWurzeln


Wurzelkopf, Mauke

Symptome: Diese durch Bodenbakterien ausgelöste Krankheit verursacht gallenartige Wucherungen an den Wurzeln und am Wurzelhals, seltener an der Stammbasis.

Der Erreger dringt über Verletzungen ein.

Anfangs sind die Wucherungen weich und glatt, später werden sie dunkelbraun und verholzen. Sie können mehr als faustgroß wachsen. Besonders junge Gehölze werden stark im Wuchs gehemmt, erholen sich aber häufig, wenn sie älter werden. An der Weinrebe ist die Krankheit als Mauke bekannt. Hier treten die Wucherungen vor allem an der

Veredlungsstelle auf und beeinträchtigen auch ätere Pflanzen stark im Wachstum und Ertrag.

Befallene Pflanzen: Alle Obstarten, besonders Apfel, Birne, Himbeere, Kirsche und pflaume sowie Wein.

Bekämpfung: Verbessern Sie schwere, nasse Böden gründlich, bevor Sie Obstgehölze pflanzen. Bei veredelten Pflanzen lässt sich der Krankheit durch Wahl gering anfälliger Unterlagen vorbeugen. Wenn die Pflanzen stark kümmern, ist es besser, sie zu entfernen, als auf eine Erholung zu hoffen, pflanzen Sie aber neue Gehölze nicht an dieselbe Stelle.

Stämme und Äste

Bleiglanzkrankheit

Symptome: Im unteren Bereich des Stammes wachsen blätterartige, braunviolette Pilzfruchtkörper. Auffälliger sind zunächst die Blätter, die sich schon beim Austrieb silbrig bis bleigrau verfärben. Früchte fallen meist ganz aus, da bereits die Blüten verkümmern. Der Holzpilz infiziert Stämme und Äste über Wunden und kann den ganzen Baum zerstören. Er befällt neben allen Baumobstarten auch Beerenobst.

Befallene Pflanzen: Vor allem Äpfel und Birne

Bekämpfung: Vermeiden Sie vorbeugend Rindenverletzungen, zum Beispiel: auch mithilfe eines Weißanstrichs, der Frostrissen vorbeugt. Schneiden Sie ausgefranste Schnittwunden stets sauber nach, verstreichen Sie alle größeren Wunden mit Wundverschlussmittel, und lassen Sie keine unnötigen Stummel stehen. Schneiden Sie befallene Partien großzügig bis ins gesunde Holz heraus, glätten Sie die Schnittränder mit einem glatten Messer, und behandeln Sie die Schnittstelle mit einem Wundverschlussmittel. Geben Sie infizierte Teile nicht auf den Kompost.

Blutläuse

Symptome: An Stämmen und Trieben zeigen sich weiße, watteähnliche Beläge, unter denen manchmal die rotbraunen, etwa 2 mm großen Läuse erkennbar sind. An der Rinde bilden sich krebsartige Wucherungen, die später knotenartig aufreißen. Neutriebe oberhalb solcher Stellen reifen nicht richtig aus. Diese Schäden verursachen die Blutläuse, die aus jungen Trieben oder über Risse in der Rinde Pflanzensaft saugen. Die Schädlinge können sich ungeschlechtlich vermehren, eine Laus kann so über 100 Nachkommen haben, die dann an geschützten Stellen der Baumrinde überwintern. Feuchtwarmes Wetter fördert die Vermehrung der Blutläuse.

Befallene Pflanzen: Apfel

Bekämpfung: Achten Sie auf gering anfällige Apfelsorten und –unterlagen. Fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer, Ohrwürmer, Schwebfliegen und Vögel, die die Blutläuse verzehren. Spritzen Sie den wollig weißen Belag mit einem scharfen Wasserstrahl ab, und setzen Sie bei starkem Befall Nützlingsschonende Insektizide ein. Schneiden Sie die Wucherungen sorgfältig aus, und behandeln Sie die Stellen mit einem Wundverschlussmittel. Reinigen Sie im Winter den Stamm mit Drahtbürste oder Baumkratzer, um die Läuse aus ihren Verstecken in der Rinde zu entfernen.

Gummifluss

Symptome: An Stämmen und Trieben treten helle oder bräunliche, zähflüssige Tropfen aus, die zu gummiartigen Klumpen verhärten. Es handelt sich um eine physiologische Störung als Reaktion auf verschiedene negative Umwelteinflüsse. Das junge Holz wird dabei gewissermaßen „verflüssigt“. Dadurch können ganze Astpartien absterben. Auslöser für den Gummifluss sind meist Verletzungen an der Rinde.

Befallene Pflanzen: Steinobstbäume, besonders Kirschen

und Pfirsich.

Bekämpfung: Besonders gefährdet sind Bäume auf schweren, feuchten oder staunassen Böden sowie an frostexponierten Plätzen. Eine geeignete Standortwahl und eine gründliche Bodenbearbeitung oder, wenn nötig, Bodenverbesserung gehören deshalb zu den wichtigsten Vorkehrungen. Auch eine ausgewogene, stickstoffreduzierte Düngung mindert die Gefahr. Vermeiden Sie außerdem unnötige Rindenverletzungen. Größere Schnittmaßnahmen werden am besten nur im Sommer durchgeführt, wenn die Wunden schneller verheilen. Verstreichen Sie alle etwas größeren Schnittflächen mit einem Wundverschlussmittel. Beim Rückschnitt an gefährdeten Bäumen schneidet man zuerst, anders als sonst, auf kurze Stummel. Sie werden notfalls dem Gummifluss geopfert und dann erst im folgenden Jahr direkt an der Verzweigungsstelle entfernt. Schneiden Sie ansonsten Gummiflusspartien bis tief in das gesunde Holz aus, und behandeln Sie die Schnittstelle sorgfältig mit Wundverschlussmittel.

Obstbaumkrebs

Symptome: Anfangs verfärben sich betroffene Rindenstellen eher unauffällig, und man erkennt eingesunkene Flecken. Dann reißt die Rinde auf, es bilden sich rote Sporenlager und schließlich krebsartige Wucherungen, mit der zeit umgeben von ringartigen Wulsten. Oft werden auch Früchte in Mitleidenschaft gezogen und faulen später im Lager. Einzelne Äste oder die ganzen Bäume können komplett absterben. Der Schadpilz tritt besonders in regenreichen Gegenden auf. Er dringt über Schnittwunden, Aststummel, Frostrisse und andere Rindenverletzungen in das Holz
ein.

Befallene Pflanzen: Vor allem Äpfel und Birne.

Bekämpfung: Vermeiden Sie vorbeugend Rindenverletzungen, zum Beispiel auch mithilfe eines Weißanstrichs, der Frostrissen vorbeugt. Schneiden Sie ausgefranste Schnittwunden stets sauber nach, verstreichen Sie alle größeren Wunden mit Wundverschlussmittel, und lassen Sie keine unnötigen Stummel stehen. Schneiden Sie befallene Partien großzügig bis ins gesunde Holz heraus, glätten Sie die Schnittränder mit einem scharfen Messer, und behandeln Sie die Schnittstelle mit einem Wundverschlussmittel. Geben Sie infizierte Teile nicht auf den Kompost.

Blätter

Birnengitterrost

Symptome: ab Frühsommer erscheinen auf den Blattoberseiten auffällig orangerote Flecken, die sich vergrößern. Im lauf des Sommers bilden sich an den Blattunterseiten die knolligen gelbbraunen Sporenlager des Pilzes mit gitterähnlichen Öffnungen.

Befallene Pflanzen: Birne

Bekämpfung: Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme besteht darin, in mindestens 200 m Entfernung von Birnbäumen keinen Sadebaum oder andere Wacholderarten zu pflanzen. Auf diesen Nadelgehölzen überwintert der Schadpilz, um dann im Frühjahr per Wind oder Regen auf die Birnen überzusiedeln. Falls im Frühjahr an Wachholderpflanzen in Ihrem Garten Triebe auffällig anschwellen und gallertartige, orangegelbe Gebilde tragen, entfernen Sie diese Zweige umgehend, sie bergen die neuen Pilzsporen. Ansonsten reicht meist das frühzeitige Beseitigen befallener Birnenblätter, um merklichen Schäden vorzubeugen. Fungizide gegen Birnenschorf haben teils auch eine Nebenwirkung gegen Birnengitterrost.

Blattläuse

Symptome. An Obstgehölzen treten verschiedene grüne, schwarze, graue oder braune Blattläuse auf. Die grüne Pfirsichblattlaus kann trotz ihres Namens nahezu alle Obstgehölze befallen, während zum Beispiel Apfelblattläuse, ebenfalls grün oder mehlig grau, nur an Apfelbäumen saugen. Die Schäden, die Blattläuse anrichten, ähneln sich jedoch bei allen Pflanzen: Die Blätter kräuseln sich und rollen sich ein, werden gelb und fallen schließlich ab, die Triebspitzen oder auch die Blüten und Früchte sind deformiert. Die Schädlinge sitzen meist in dichten Kolonien an jungen Triebspitzen oder Blattunterseiten. Oft sind die Blätter von klebrigem Honigtau überzogen, auf dem sich schwärzliche Rußtaupilze ansiedeln.blattlaeuse2_fl

Besonders gefährlich werden die Läuse durch die Übertragung von Krankheitserregenden Viren.

Befallene Pflanzen: Fast alle Obstpflanzen

Bekämpfung: Fördern Sie natürliche Feinde der Blattläuse, zum Beispiel Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer. Verwenden Sie nur nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel. Legen Sie Leimringe um die Stämme, damit die blattlausunterstützenden Ameisen  nicht hochkriechen können. Spritzen Sie die Läuse immer wieder mit einem kräftigen Wasserstrahl ab, oder streifen Sie sie an gut erreichbaren Stellen einfach mit einem Papiertaschentuch ab. Sehr stark befallene Triebe werden am besten herausgeschnitten. Als hausgemachte Spritzmittel haben sich Brennnesselauszüge bewährt.

Rebläuse

Symptome: An den Blattunterseiten bilden sich rote Gallen, die die Eier und gelblichen Larven beherbergen, an den Wurzeln entstehen helle Knötchen. Die Rebe kümmert und kann komplett absterben.

Befallene Pflanzen: Weinrebe

Bekämpfung: Pflanzen Sie ausschließlich Pfropfreben, die auf reblausresistente Unterlagen veredelt sind. Wenn Sie zum Beispiel bei einer selbst vermehrten Rebe, einen Befallsverdacht haben, benachrichtigen Sie das örtlich zuständige Pflanzenschutzamt.

Das Auftreten des Schädlings, der früher ganze Weinberge zerstörte, ist meldepflichtig.

Früchte

Apfelwickler

Symptome: Früchte reifen vorzeitig und fallen vom Baum. Das Fruchtfleisch bzw. Kerngehäuse ist von Fraßgängen durchzogen, und der Übeltäter meist deutlich zu erkennen: die etwa 2 cm große, rötliche Raupe des Apfelwicklers, eines kleinen, bräunlichen Falters. Die Raupen kennt man auch als Apfel- oder Obstmaden. Die Löcher, durch die sie sich in die Frucht gebohrt haben, sind durch winzige dunkelbraune, krümelige Exkremente markiert. Wenn die Zeit zur Verpuppung kommt, verlassen die Raupen die Früchte und suchen sich einen ruhigen Platz unter der Baumrinde. Ab Mitte mai legen die Weibchen ihre Eier an Blätter und jungen Früchten ab. Bei warmem Wetter fliegen sie erneut ab Ende Juli. Die zweite Raupengeneration schädigt die Ernte besonders stark.

Befallene Pflanzen: Apfel

Bekämpfung: Nützliche Vorkehrungen und Hilfsmittel sind Fanggürtel aus wellpappe und Lockstofffallen. Für die biologische Bekämpfung gibt es ein spezielles Granulose- Virus, das wie ein normales Spritzmittel ausgebracht werden kann. Wenn Sie im Winter mit Bürste und Baumkratzer die Rinde reinigen, erwischen Sie nach einem Befallsjahr recht viele Apfelwicklerraupen. Entfernen Sie befallene Früchte, auch bereits auf dem Boden liegende umgehend.

Haselnussbohrer

Symptome: Der kleine, braune Rüsselkäfer macht sich oft schon im späten Frühjahr durch Löcher in den Blättern und angefressene Blütenstiele bemerkbar. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln in junge Früchte. Die gelblich weißen Larven zerfressen die Nüsse innen und verlassen sie im Spätsommer, wobei sie ein großes Bohrloch hinterlassen. Sie überwintern im Boden.

Befallene Pflanzen: Haselnuss

Bekämpfung: Klopfen Sie im April und Mai regelmäßig die Triebe ab, und zwar möglichst frühmorgens, wenn die Käfer noch träge sind. Halten Sie weißes Papier darunter, so erkennen Sie leicht einen Befall. Zugleich können Sie auf diese Weise die Käfer absammeln und mit dem Papier entsorgen. Entfernen Sie befallene Früchte frühzeitig.

Schorf

Symptome: Befallene Früchte können aufreißen und sind häufig deformiert. Typisch sind braungraue, leicht vertiefte, schorfige, korkartige Stellen, die sich härter als der Rest der Frucht anfühlen. Auch Blätter können infiziert werden und haben dann samtige, bräunliche Flecken. Besonders bei der Birne reißt zudem häufig die Rinde junger Triebe auf. Bei starkem Befall mit dieser Pilzkrankheit sterben öfter Zweige von der Spitze her ab.

Befallene Pflanzen: Apfel und Birne

Bekämpfung: Wählen Sie vorbeugend gering anfällige Sorten, und halten Sie die Krone durch regelmäßigen Schnitt luftig. Entfernen Sie abgefallene Früchte, Blätter und Schnittgutreste auf dem Boden, sie könnten sonst als Quellen für Neuinfektionen dienen. Gegen Schorf können Fungizide, zum Beispiel auf Schwefelbasis, eingesetzt werden.