Schutz gegen Wildverbiss im Garten an Obstbäumen

obstbaum_flEs ist ganz wunderbar, wenn man von seinem Zuhause aus Wildtiere beobachten kann. Nicht so toll ist, wenn diese Tiere in den eigenen Garten vordringen und dort Schäden anrichten.

Sie nagen gern an der Baumrinde und können so ganze Bäume zum Absterben bringen.

Besonders junge Obstbäume haben immer wieder unter Wildverbiss zu leiden. Manch einen Baum wurde so der Garaus gemacht. Die Rinde junger Bäume ist besonders saftig, wohlschmeckend und zart und außerdem frei von Borkenschuppen. Gerade Kaninchen mögen die Schuppen

nicht. Die kleinen Tierchen können innerhalb weniger Stunden die Rinde eines ganzen Baumes rundherum abnagen.

Wie man seine Obstbäume schützen kann

Natürlich kann man sein gesamtes Grundstück so einzäunen, dass kein Tier mehr in den Garten gelangen kann. Allerdings ist das nicht immer machbar, z.B. auf Streuobstwiesen oder wenn der Zaunbau nicht genehmigt wird, aus welchem Grund auch immer. Dann sind Alternativen gefragt.

Sehr beliebt sind moderne Wildverbissschutzmittel. Sie halten die Tiere durch einen Geruch fern. Menschen riechen die Düfte nicht, was die Sache erleichtert. Certosan ist ein solches Mittel. Es ist ein biologisches Schutzmittel und stammt aus dem Lebensmittelbereich. Es schützt die Obstbäume ganzjährig vor Verbiss. Das Mittel wird verdünnt und auf die zu schützenden Pflanzen gesprüht. Es gibt noch eine Menge anderer dieser Schutzmittel. Viele wirken gezielt gegen bestimmte Tiere, also Rehe oder Wildschweine oder Kaninchen oder andere. Die Wildverbissschutzmittel wirken etwa zwei Monate, dann muss erneut gesprüht werden. Im Winter hält das Mittel länger. Regen und Frost beeinträchtigen die Wirkung nicht. Bienen und andere Nützlinge haben keine Schäden zu befürchten.

Auch elektronischer Verbissschutz soll helfen und leicht anzubringen sein. Es handelt sich dabei um Bewegungsmelder, welche mit hochfrequenten Ultraschalltönen, Blitzlichtern oder Wasserstrahlen tierische Eindringlinge vertreiben. Gute Geräte haben eine große Reichweite, bis zu mehreren hundert Quadratmetern. Es gibt Geräte mit Stromanschluss oder auch batteriebetriebene.

Am preiswertesten ist meist die mechanische Methode des Verbissschutzes. Man umgibt die Obstbäume mit einer so genannten Drahthose. Ideal ist,
diese gleich bei der Pflanzung mit anzubringen. Fast jeder junge Baum wird sowieso mit einem Pflanzpfahl versehen. Daran kann der Draht befestigt werden. Das hat den Vorteil, dass die Tiere den Draht nicht herunter- oder verschieben können. Zum Einzelstammschutz kann man auch einfach 3 oder 4 Pfähle um den Baum einschlagen und Draht oder Maschendraht als  Einzäunung verwenden.

Auch an den Bäumen befestigte Aluminiumstreifen helfen, sie vor Verbiss zu schützen. Durch Wind erzeugte Geräusche und Bewegungen und auch die dadurch entstehenden Lichtreflexionen halten Wild fern. Um die Abschreckung zu erhöhen, können zusätzlich Filzdepots an dem Aluminium befestigt werden. Darauf kann man geruchsentwickelnde Mittel aufbringen.

Außerdem können Wildtiere durch Wildschutznetze abgehalten werden. Diese haben aber den Nachteil, dass sich größere Vogelarten darin verfangen können. Schutz bieten auch Elektrozäune mit Reizstrom.

„Hausmittel“

Wie überall gibt es auch gegen Wildverbiss zahlreiche Hausmittel. Ob man die ausprobieren möchte, muss jeder für sich allein entscheiden. Helfen soll, die Bäume mit Tierdung oder –urin einzustreichen oder einzuschmieren. Das muss man aber öfters tun, denn die Wirkung hält nicht lange an.

Auch getragene Kleidungsstücke sollen helfen. Die darin enthaltene Buttersäure aus dem menschlichen

Schweiß soll Tiere fern halten, aber nur bis zum nächsten Regen.

Helfen soll auch in einem 10 bis 15 cm breiten Streifen um die Bäume Knochenmehl, Blutmehl oder Hornspäne auszubringen. Bodenfeuchtigkeit und Niederschläge fördern die Zersetzung der Stoffe. Dabei freiwerdende Gerüche halten besonders Kaninchen, aber auch andere Wildtiere ab.

Empfehlenswert ist ein Anstrich der Stämme der Obstbäume mit einer Mischung aus Lehm, Tierblut und Kalkmilch zu gleichen Teilen. Bei feuchter Witterung muss der Anstrich wiederholt werden. Tiere abhalten sollen auch metallene Eimerdeckel, die an langen Schnüren an abstehenden Kronenästen befestigt werden. Pro Baum werden einige davon benötigt, sie sollen nicht zu weit voneinander entfernt hängen. Schon geringe Winde genügen, um die Deckel zu bewegen. Die Lichtreflexe und die Geräusche, die entstehen, wenn die Deckel zusammenstoßen, vertreiben Tiere. Allerdings kann es vorkommen, dass sich die Schnüre verheddern. Beim Aufhängen muss man deshalb aufpassen, wie man diese befestigt.

Nicht geeignet!

Nicht geeignet sind Plastik-Spiralen. Zwar sind diese billig und ganz leicht und schnell angebracht, aber Rehe können sie wegschieben und gelangen trotzdem an die Rinde. Außerdem bleibt die Rinde unter der Plastik länger nass und feucht und so kommt es häufig zu einem Pilzbefall. Kragenfäule, Gloeosporiumfäule oder Baumkrebs sind die Folge.